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		<title>„Der Glühfaden einer Lampe im Vakuum der Birne“</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 11:25:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
				<category><![CDATA[- Daniele Del Giudice : Atlas des Westens]]></category>
		<category><![CDATA[voluminös]]></category>

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		<description><![CDATA[Daniele Del Giudice, Der Atlas des Westens Der Autor scheint in Deutschland nahezu unbekannt. Er hat einen sehr ungewöhnlichen Text geschrieben, ein Kentaur, halb Geschichte und halb Experiment. Da ich keine Rezensionen schreibe, sondern mich mit Texten auseinandersetze, will ich versuchen, dem vorliegenden durch eine ebenfalls möglichst experimentelle Versuchsanordnung gerecht zu werden. Im Hintergrund des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="center"><em><strong>Daniele Del Giudice, Der Atlas des Westens</strong></em></p>
<p>Der <a href="http://www.literaturfestival.com/teilnehmer/autoren/2005/daniele-del-giudice" target="_blank">Autor</a> scheint in Deutschland nahezu unbekannt. Er hat einen sehr ungewöhnlichen Text geschrieben, ein Kentaur, halb Geschichte und halb Experiment. Da ich keine Rezensionen schreibe, sondern mich mit Texten auseinandersetze, will ich versuchen, dem vorliegenden durch eine ebenfalls möglichst experimentelle Versuchsanordnung gerecht zu werden.</p>
<p>Im Hintergrund des Romans steht das wohl größte Experiment, das je von Menschen ersonnen wurde und das unter dem Namen CERN bekannt ist: Ein sogenannter Teilchenbeschleuniger. Dort werden atomare Teilchen auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, um sie miteinander kollidieren zu lassen. Von den Ergebnissen dieser Zusammenstöße erhofft man sich Rückschlüsse auf die Verfasstheit von Materie im Allgemeinen und vor allem auf jenen Moment, als sie verfasst wurde: der Bing Bang. Nun versteht natürlich kein Mensch, was in dem dreißig Kilometer langen Tunnel wirklich passiert. Keiner außer den Physikern. Die meisten Physiker können gut rechnen, aber nicht gut erklären und so greifen in ihrer Not dann zu Bildern, die der Sache nicht gerecht werden: Züge fahren nicht mit <a href="http://www.beyenbach.de/physik/urelzeit.htm" target="_blank">Lichtgeschwindigkeit</a>, im Atomkern sieht es nicht <a href="http://www.chempage.de/theorie/oatom.jpg " target="_blank">so</a> aus und im Sonnensystem nicht <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c3/Solar_sys8.jpg" target="_blank">so</a> . Möglicherweise sieht es da sogar gar nicht aus, weil Aussehen etwas ist, was nur mittelgroße Gegenstände haben: zum Aussehen muss ja das Auge hinzukommen, das sieht. Und das sieht vielleicht nur ihm ähnliche Dinge: &#8216;Das Auge erkennt die Sonne nur, weil es selbst sonnenhafter Natur ist&#8217;. Es kann weder Atomkerne erkennen noch Universen.</p>
<p>Der Autor hat er einen anderen Ansatzpunkt. Er lässt einen Physiker des CERN mit einem Schriftsteller kollidieren und schaut sich die Trümmer, also die Ergebnisse an. Das ist ein Experiment: die Personen scheinen nur in der Gegenwart zu existiere, im Moment der Kollision. Keiner erinnert sich an außerhalb der beschriebenen Ereignisse Liegendes. Einzige Ausnahme: der Schriftsteller, der in einem Brief ankündigt, dass er das Schreiben aufgibt. Er erinnert sich, wie er damit begann, Anfangs- und Endpunkt seiner Tätigkeit. Der Kreis wird geschlossen. Diese Zeitlosigkeit geht allerdings ein wenig auf Kosten der anderen Hälfte dieses Romans: seiner erzählerischen Tiefe. Die Figuren sind nicht sehr dicht gezeichnet, sie haben keine Konflikte, sind immer freundlich, sie antworten wenn sie gefragt werden und meistens tun sie es „lächelnd“. In einem Roman ohne jedweden Experimentalcharakter – was immer das ist, es muss präpoststrukturalistisches Erzählen gewesen sein &#8211; wäre das sehr eintönig. Aber das hier ist ein Experiment. Das beinahe schon gestelzte dieser wenigen Szenen wirkt gewollt. Del Giudice will, unterstelle ich ihm, offenbar keine Geschichte erzählen. Er will nur den Moment, in dem die Teilchen aufeinander prallen. Er will beobachten, was dann passiert.</p>
<p>Gerade eine Handvoll Personen begegnen einander in ebenso vielen Szenen. Die beiden Protagonisten &#8211; der italienische Physiker <strong>Pietro Brahe</strong>, der am CERN arbeitet, im Ring, im Karussell, und der Schriftsteller <strong>Ira Epstein</strong> &#8211; stoßen beinahe mit zwei Sportflugzeugen zusammen. Vielmehr versucht Epstein Brahe in der Luft zu rammen. Später werden sie, statt sich zu streiten oder zu prügeln, Freunde. Die beiden Männer treffen sich bei einigen Gelegenheiten, einmal ist <strong>Rüdiger </strong>dabei, der Arbeitskollege Brahes, und <strong>Gilda</strong>, die für Epstein archivarische Arbeiten vornimmt; Gilda und Pietro treffen eine Verabredung und küssen sich vorsichtig; Brahe entdeckt im Laufe seines Experimentes etwas möglicherweise Bahnbrechendes; Epstein fährt aus Genf ab, Brahe kommt zur Verabschiedung an den Bahnhof. Das ist die Geschichte. Darum kann es wohl nicht gehen.</p>
<p>Es geht vielmehr um das Sehen. Es geht um das Licht. Es geht darum, was Brahe sieht, wenn er in den Tunnel schaut, wenn er auf seinen Bildschirm schaut, wo diese Ereignisse visualisiert werden, wenn er die Datenmengen, die Zahlenkolonnen anschaut. Und es geht darum, was Epstein sieht, wenn er Menschen beobachtet, wenn er einen Roman schreibt und Verhältnisse konstruiert. Aber es geht nicht darum, das eine dem anderen gegenüberzustellen und als mehr oder minder realitätsgerecht zu beschreiben. Es geht Del Giudice darum, nehme ich an, Ähnlichkeiten oder Intensitäten zu pointieren. Er bemüht dabei nicht den Topos, dass Kunst und Naturwissenschaften gemeinsame Wurzeln haben, dann aber getrennte Wege gegangen sind; in getrennte Tunnel geschickt worden sind und heute von Wissenschaftlern unterschiedlicher Provenienz beobachtet werden.</p>
<p>Die beiden Höhepunkte dieser minimalistisch konstruierten Erzählung, die sprachlich und stilistisch am besten ausgearbeiteten Stellen, finden sich in der Beschreibung eines Feuerwerks durch Epstein und der Beschreibung jener entscheidenden Nacht im CERN, da Brahe und seine Kollegen einen „Kandidaten“ sehen: ein Kandidaten für ein mögliches Ergebnis. Das Feuerwerk wird &#8211; durch Epstein nämlich &#8211; so beschrieben, wie man eigentlich erwarten würde, dass der Physiker Brahe die Ereignisse in dem Tunnel beschreibt. Während Brahe diese große Nacht so beschreibt wie man annehmen müsste, dass Epstein einen Roman schreibt: indem er vor allem beschreibt, wie die Menschen sich fühlen, die dabei sind und woran sie sich später erinnern würde. Jeder der beiden greift also in die Kategorie des anderen!</p>
<p>Epstein, das Feuerwerk beschreibend, spricht von sphärenförmigen Granaten, „die der Reihe nach explodierten, enorme Kugeln aus gelben Sternen, die enorme Kugeln aus grünen Sternen gebaren, die enorme Kugeln aus violetten Sternen gebaren, oder Sternchen, die so rot waren wie das Rot des Spektrums, in dessen Richtung sich das Licht der sich wahrscheinlich ins Unendliche entfernenden Galaxien verschiebt, sofern das Universum offen ist, oder Kugeln aus Sternen, die so blau waren wie das Blau des Spektrums, in dessen Richtung sich das Licht der Galaxien verschiebt, sofern das Universum geschlossen ist und sie von dessen äußerem Rand abprallen und zurückkehren.“</p>
<p>In der entscheidenden Nacht im Teilchenbeschleuniger stehen alle Physiker um Pietro Brahe und Rüdiger: Die Nacht, in der sie Ergebnisse ihres Experiments sehen. Hier wird beschrieben, woran man sich, im Moment des Geschehens!, erinnern wird, wenn es vorüber ist. Es wird eine Vergangenheit in der Zukunft beschrieben, eine Zeit, die in mehrfacher Hinsicht nicht ist. Dennoch, oder vielmehr: deswegen hat der Text hier eine beeindruckende Intensität. Auffallend ist, dass sich keine der Personen an sich selbst erinnern wird. Jeder erinnert sich vielmehr an einen der anderen. Nicht das eigene Erleben ist das, was diesen Moment ausmacht und intensiviert, sondern das des anderen. Und das &#8211; genau das! &#8211; machen Schriftsteller_innen: sie verschieben ihr eigenes Erleben auf andere. Sie schieben es damit aber nicht von sich weg, sondern intensivieren es.</p>
<p>Das ist ein Roman über die Wahrnehmung, über Licht und Sehen und um die Grenzen dieser Begriffe &#8211; die Grenzen der Semantik &#8211; das sogenannte Hintergrundgeräusch: „so bezeichneten sie inzwischen, ohne eine Grenze zwischen Akustik und Optik zu ziehen, jegliche Störung einer klaren Wahrnehmung.“ Diese Störung ist im Grunde schon im Experiment selbst angelegt, es ist keine Störung, es ist eine Überschneidung, das Experiment ist der Detektor, „wobei sie mit einem einzigen Wort Maschine, Intentionen und eventuelle Resultate bezeichneten, in jener eigenartigen und absoluten Relation, wo alles gleichzeitig Determinat und Determinant war, er selbst nicht ausgeschlossen.“ So nennen es die Physiker, die Sprachwissenschaftler seit de Saussure nennen es Signifikat und Signifikant. Die Dinge sind beides zu gleicher Zeit, wir selbst, die den Dingen einen Sinn verleihen, nicht ausgeschlossen.</p>
<p>Die Physik und die Literatur, das ist die Ähnlichkeit zwischen den beiden Disziplinen, beschäftigen sich mit Dingen, die im strengen Sinne nicht wirklich sind. Die Literatur hat dafür die Bezeichnung „fiktional“. Die Physik muss aus Datenmengen zurückrechnen und sich vorstellen, wie das, was die Daten nur beschreiben, ‚wirklich‘ gewesen sein könnte. Auch das ist eine imaginative und fiktionale Leistung. Sie unterscheiden sich hingegen darin, dass die Physik das Paradigma eines rein objektiven Geschehens ist, während es kaum ein Paradigma größerer Subjektivität gibt als die Kunst. Bei den Physikern, und ich kenne einen sehr gut, vor allem bei denen an Teilchenbeschleunigern, ist der Nobelpreis permanent Thema, die stehen nicht an einem Morgen auf, ohne sofort an den Nobelpreis statt ans Frühstück zu denken. Bei Schriftstellern ist das nicht der Fall, ich kenne jedenfalls keinen, der daran denkt. Am Ende bekommt Epstein, darf man annehmen, diesen Preis auf den Brahe und seine Kollegen, darf man ebenfalls annehmen, spekulieren. Auch hier haben wir ein umgekehrtes Verhältnis, vielmehr einen Chiasmus, den ich als eine Möglichkeit, Verhältnisse zu intensivieren beschrieben habe.</p>
<p>Diese Struktur, dass beide in das Begriffsregister des anderen greifen, bereitet das besonders gelungene Ende des Romans vor, wo Ira Epstein Dinge sieht, die er nicht sehen kann!- und so die Theorie des Nobelpreisträgers Wang bestätigt, der sagte, man sähe die Dinge zuerst als Absicht und dann als Resultat -, oder die er nur sehen kann, <em>weil</em> sich verschiedene Kategorien überschneiden. Er sieht jene Szenen der Handlung, bei denen er nicht dabei gewesen ist. Er sieht, wie sich Brahe mit Wang trifft, er sieht Brahe mit Gilda –wenige Zeilen voller Zärtlichkeit – , er sieht Brahe nach der entscheidenden Nacht im Teilchenbeschleuniger, auf dem Weg zum Bahnhof, um ihn, Epstein zu verabschieden und er hört ihn zu sehen auf, als Brahe dann tatsächlich auf ihn zukommt! Was der Leser dann nicht mehr sieht, was aber dennoch da ist, was der Literaturwissenschaftler sieht &#8211; zuerst als Absicht und dann als Resultat! &#8211; das ist die Möglichkeit, dass Epstein, wenn er aufhört die Dinge zu sehen, wenn sie ‚da‘ sind, sie auf jene spezielle Weise der Schriftsteller_innen gesehen hat: er bildet sie sich ein. Nicht nur jene Szenen, bei denen er nicht dabei ist. Und er kann damit aufhören, wenn die Dinge &#8220;da&#8221; sind. Wenn er sie niedergeschrieben hat.</p>
<p>Im Original lautet der Titel<em> Atlante occidentale</em>. Ich halte die wörtliche Übersetzung <em>Atlas des Westens</em> für alles andere als gelungen. Was in den Sprachen mit großer Nähe zum Lateinischen mitklingt, ist das <em>ex oriente lux</em>, das Licht aus dem Osten. Dem stellt del Giudice ein <em>ex occidentale lux</em> gegenüber, das Licht aus dem Westen: die Spuren kollidierender Teilchen im CERN. In diesem Roman will Epstein ein Buch schreiben mit dem Titel: Atlas des Lichts, wo wir es wahrscheinlich mit diesen Gegenüberstellungen zu tun hätten. Sein erstes Buch hatte den Titel: Atlas der Gangarten. Atlas, das wissen Sie alle, ist der, der die Welt auf seinen Schultern trägt, verweist also auf eine andere, ältere Vorstellung von der Verfasstheit der Welt, jenseits atomarer Strukturen. Diese Opposition von Ost und West, traditioneller und moderner Coleur, von verschiedenen Ausprägungen von Licht, diese Andeutung einer Gegenüberstellung: das kann man dem deutschen Wort <em>Westen</em> nicht entnehmen. Das gesamte Assoziationsgefüge des Titels wird unterschlagen und es wird auch kein anderes dafür geboten, nicht einmal durch das Cover: der Schutzumschlag zeigt eine Spielzeugeisenbahn (welch ein Glück, dass ich ein schöneres Cover habe!).</p>
<p>Wir haben einen vierlfachen, scheinbar unmotivierten Wechsel zwischen Perfekt und Präsens, bisweilen sogar im gleichen Absatz. Ich formuliere nur meine Vermutung, ohne das lange herzuleiten: Im Perfekt haben wir es mit der Versuchsanordnung zu tun, im Präsens mit den Ergebnissen.</p>
<p>Daniele Del Giudice ist ein Autor, der in hohem Maße sein Material durchdrungen und auch durchgearbeitet hat. Bei diesem Buch war für mich sehr deutlich zu spüren, was ich oft schon bemerken konnte: indem ich darüber schreibe, komme ich auf seine Spur. Beim Lesen war das lange nicht so spannend wie beim Schreiben. Aber das ist ja auch in guten Seminaren so: man geht sehr viel reicher hinaus als man herein gekommen ist.</p>
<p>In den kommenden Tagen reiche ich noch einzelne Bemerkungen zum Text nach, die hier nicht hineingepasst haben.</p>
<p>Daniele Del Giudice<br />
<em>Der Atlas des Westens<strong><br />
</strong></em>Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl<br />
Hanser Verlag, Roman 208 Seiten, 14.90 €<br />
ISBN 978-3-446-14618-1</p>
<p>Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:<br />
geschehn aus unablässigem Bestreben.<br />
Aléa hat’s hierher gestellt,<br />
und zwar soeben.</p>
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		<title>Seit das Captcha weg ist</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 17:55:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzupersönliches]]></category>
		<category><![CDATA[mittel]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit das Captcha weg ist, gibt es hier keine Kommentare mehr. Ich nehme an, dass Sie nicht etwa diese Hürde vermissen und, weil Sie den Hürdenlauf gewohnt waren, nicht mehr kommentieren, da Sie das einfache Geradeauslaufen verachten. Ich nehme vielmehr an, dass Sie alle fleißig meinen Roman lesen, um dann, wie Sie ja ahnen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit das Captcha weg ist, gibt es hier keine Kommentare mehr. Ich nehme an, dass Sie nicht etwa diese Hürde vermissen und, weil Sie den Hürdenlauf gewohnt waren, nicht mehr kommentieren, da Sie das einfache Geradeauslaufen verachten. Ich nehme vielmehr an, dass Sie alle fleißig meinen Roman lesen, um dann, wie Sie ja ahnen und vielleicht sogar befürchten, jene Hürde werden nehmen, werden erklimmen müssen!, die ich anstelle des Captchas einbaue: Fangfragen zu meinem Text. Das wird hier noch ganz streng und bitter werden! Ich hoffe, Sie sind gut vorbereitet, wenn ich hier die Zügel anziehe und dreidimensionale Hürden einführe.</p>
<p>Klingt als hätte ich etwas getrunken, nicht? Ist aber nicht der Fall. Ich bin nur angespannt. Dann bin ich immer so.</p>
<p>Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:<br />
geschehn aus unablässigem Bestreben.<br />
Aléa hat’s hierher gestellt,<br />
und zwar soeben.</p>
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		<title>Irgendetwas mit Moschusochsen und Karibus</title>
		<link>http://www.aleatorik.eu/2012/01/31/irgendetwas-mit-moschusochsen-und-karibus/</link>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 16:10:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzupersönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Das Geräusch des Werdens]]></category>
		<category><![CDATA[mittel]]></category>

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		<description><![CDATA[„Die Autorin hält derzeit keine Lesungen und gibt keine Interviews“ heißt es in einer Pressemeldung über mich. Ich gehöre zu der möglicherweise im Medienzeitalter seltenen Spezies der Schriftsteller_innen die tatsächlich, was sie zu sagen haben, in ihren Büchern sagen. Und was ich darüber hinaus zu sagen und zu zeigen habe, zeige ich hier auf meiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Die Autorin hält derzeit keine Lesungen und gibt keine Interviews“ heißt es in einer Pressemeldung über mich.</p>
<p>Ich gehöre zu der möglicherweise im Medienzeitalter seltenen Spezies der Schriftsteller_innen die tatsächlich, was sie zu sagen haben, in ihren Büchern sagen. Und was ich darüber hinaus zu sagen und zu zeigen habe, zeige ich hier auf meiner Seite. Deswegen habe ich die. Halte mich jedermann ruhig für altmodisch, aber bitte niemand für unanständig: ich will tatsächlich Bücher schreiben und Bücher lesen.</p>
<p>Ich möchte eines ganz bewusst nicht: eine Auseinandersetzung mit mir. Ich möchte eine Auseinandersetzung mit dem Text. Ich habe diesen Roman nicht aus Langeweile geschrieben und ich möchte, dass er auch nicht aus Langeweile gelesen wird. Wer nach der Lektüre eine Frage hat, der kann sie gerne stellen. Und ich hoffe, es ist eine Frage an den Text. Ich möchte als Literaturwissenschaftler_in und Schriftsteller_in wahrgenommen werden. Ich möchte erstgenommen werden. Und das kann ich nur über meine Texte erreichen.</p>
<p>Soll ich in einer Kochsendung sagen, dass ich als Vegetarier_in am liebsten Gemüse esse und Couscous und Halloumi? Oder soll ich sagen, dass ich nicht gerne ins Kino gehe und entweder einschlafe oder rausgehe. Oder soll ich im Fersehen sagen, dass ich gerne Tiersendungen anschaue, weil mich das ans Dorf erinnert? Ich habe am liebsten irgendetwas mit Moschusochsen und Karibus. Oder soll ich das in der Kochsendung sagen?</p>
<p>Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:<br />
geschehn aus unablässigem Bestreben.<br />
Aléa hat’s hierher gestellt,<br />
und zwar soeben.</p>
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		<title>Headhunter und Schürzenjäger</title>
		<link>http://www.aleatorik.eu/2012/01/29/headhunter-und-schurzenjager/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 08:05:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Geräusch des Werdens]]></category>
		<category><![CDATA[kurz]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit mein Buch auf dem Markt ist, ist hier die Hölle los. Ununterbrochen klingelt das Telefon und ich bekomme tausend Mails am Tag mit Anfragen nach Interviews und one-night-stands. Hier geben sich Headhunter und Schürzenjäger die Klinke in die Hand. Das ist ein Nachteil am Netz, da gibt’s nur virtuelle Klinken. Die Leute stehen einfach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit mein Buch auf dem Markt ist, ist hier die Hölle los. Ununterbrochen klingelt das Telefon und ich bekomme tausend Mails am Tag mit Anfragen nach Interviews und one-night-stands. Hier geben sich Headhunter und Schürzenjäger die Klinke in die Hand. Das ist ein Nachteil am Netz, da gibt’s nur virtuelle Klinken. Die Leute stehen einfach morgens bei Olga und mir in der Küche, die machen sich Kaffee, toasten sich Brot, bedienen sich am Müsli, plündern den Kühlschrank und sind noch pikiert und gucken säuerlich, wenn man sich dazusetzt und auch was nimmt.</p>
<p>Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:<br />
geschehn aus unablässigem Bestreben.<br />
Aléa hat’s hierher gestellt,<br />
und zwar soeben.</p>
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		<title>„Das Geräusch des Werdens“: Das Original des Romans</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 15:04:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Geräusch des Werdens]]></category>
		<category><![CDATA[mittel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich vergaß zu erwähnen: Das Original meines Romans besitze nur ich. Der Verlag hat die Rechte gekauft, alle Rechte bis auf das Urheberrecht. Und das Original. Das liegt in einem Panzerschrank. Wie beim jedem Druck von einer Platte kommt der erste Abzug dem Original am nächsten. Je öfter von der Platte gedruckt wird, desto weiter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich vergaß zu erwähnen: Das Original meines Romans besitze nur ich. Der Verlag hat die Rechte gekauft, alle Rechte bis auf das Urheberrecht. Und das Original. Das liegt in einem Panzerschrank. Wie beim jedem Druck von einer Platte kommt der erste Abzug dem Original am nächsten. Je öfter von der Platte gedruckt wird, desto weiter entfernt es sich davon. Der erste Abzug unterscheidet sich kaum wahrnehmbar vom Ursprung und vom zweiten, beim dritten finden sich schon das eine oder andere veränderte Wort, beim hundertsten geht eine Person, statt nach links nach rechts, beim tausendsten sind ganze Kapitel umgestellt, beim zehntausendsten haben wir andere Handlungsfäden und andere Personen, beim hunderttausendsten ist es ein vollständig anderes Buch und beim millionensten ist es so unvorstellbar anders als das Original, das es wieder dasselbe ist.</p>
<p>Wenn Ihnen etwas unstimmig oder kurios, unscharf oder nur angedeutet erscheint, dann liegt das an dem Druck, den sie gekauft haben. In meinem Original ist alles so wie es idealerweise sein muss.</p>
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geschehn aus unablässigem Bestreben.<br />
Aléa hat’s hierher gestellt,<br />
und zwar soeben.</p>
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		<title>Lauter Verbesserungen</title>
		<link>http://www.aleatorik.eu/2012/01/25/lauter-verbesserungen/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 21:32:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allzupersönliches]]></category>
		<category><![CDATA[mittel]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Zuge technischer Verbesserungen wurde jetzt endlich diese vermaledeite Kommentarfunktion auf Vordermann gebracht Die Einstiegshürde ist weg: kein Captcha mehr! Kommentare haben einen Permalink bekommen, sodass nicht mehr nur auf den Artikel, sondern auch die Kommentare selbst geantwortet werden kann (was allerdings erst morgen funktioniert). Möglicherweise ist das der Diskussion förderlich. Das Kalendersymbol wurde entfernt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zuge technischer Verbesserungen wurde jetzt endlich diese vermaledeite Kommentarfunktion auf Vordermann gebracht Die Einstiegshürde ist weg: kein Captcha mehr! Kommentare haben einen Permalink bekommen, sodass nicht mehr nur auf den Artikel, sondern auch die Kommentare selbst geantwortet werden kann (was allerdings erst morgen funktioniert). Möglicherweise ist das der Diskussion förderlich. Das Kalendersymbol wurde entfernt. Das hat mich unter Druck gesetzt. Darüber hinaus wurden noch einige Kleinigkeiten verändert, Fotos werden jetzt anders dargestellt. Nnicht ganz anders: es ist schon noch das darauf zu sehen, was man sehen kann.</p>
<p>Ich habe mir noch eine kleine Spielerei einfallen lassen. Das einzig sinnvolle ist die erste Zeile: &#8220;Hier wird archiviert&#8221;. Alle anderen Links sind Sprachspielereien. Für die Ausstehenden können Vorschläge gemacht werden. Ich annonciere das noch gesondert.</p>
<p>Man sagte mir, dass die Artikel unter der Kategorie „mittel“ am besten ankommen. Ich werde also in Zukunft alle &#8211; vor allem die langen und die ganz langen &#8211; unter „mittel“ einordnen. Die von „mittel“ kommen zu „kurz“ und die wieder zu „schikanös“. Da die gewählten Bezeichnungen keine absoluten, sondern relative Maßstäbe sind und außerdem die Längenverhältnisse untereinander nicht geregelt sind, kann ich das frei bestimmen. Bei der nächsten Novelle dieser Seite kommt noch eine Ordnungsmöglichkeit nach Breite, Höhe und Dichte hinzu.</p>
<p>Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:<br />
geschehn aus unablässigem Bestreben.<br />
Aléa hat’s hierher gestellt,<br />
und zwar soeben.</p>
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		<item>
		<title>Das Geräusch des Werdens: Man bevorrate sich!</title>
		<link>http://www.aleatorik.eu/2012/01/23/das-gerausch-des-werdens-man-bevorrate-sich/</link>
		<comments>http://www.aleatorik.eu/2012/01/23/das-gerausch-des-werdens-man-bevorrate-sich/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 17:16:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Geräusch des Werdens]]></category>
		<category><![CDATA[mittel]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute erscheint mein Debüt. Das ist ein sehr schöner Tag in meinem Leben, saugut sozusagen! Sie können einen Blick in den Text werfen. Ich weiß nicht, was Sie dort sonst noch sehen können, aber zumindest können Sie sehen, ob er Ihnen gefällt. Sie können das Buch überall kaufen. Überall, wo es Bücher gibt. Meine Empfehlung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute erscheint mein Debüt. Das ist ein sehr schöner Tag in meinem Leben, saugut sozusagen!</p>
<p>Sie können einen Blick in den Text werfen. Ich weiß nicht, was Sie dort sonst noch sehen können, aber zumindest können Sie sehen, ob er Ihnen <a href="http://www.aleatorik.eu/das-gerausch-des-werdens/" target="_blank">gefällt</a>.</p>
<p>Sie können das Buch überall kaufen. Überall, wo es Bücher gibt. Meine Empfehlung ist der klassische Buchhandel. Für alle, die sich nicht in eine Buchhandlung trauen, hat man das E-Book erfunden. Auch das wird es geben. Ich weiß noch nicht, wann das soweit sein wird. Man könnte seine Hemmungen allerdings auch überwinden. In Buchhandlungen geht man ja nicht allein, um ein Buch anzuschauen und zu kaufen. Da geht man wegen der andern hin, die auch nicht wegen der Bücher da sind. Andere Menschen anzuschauen und angeschaut zu werden, gehört ja mit zum Aufregendsten im Leben. Die Bücher kauft man dann aus Verlegenheit. Oder weil man ein wenig angeben möchte, vor seiner neuen Eroberung.</p>
<p>Bei drohender Energiekrise, bei weltweiter Klimakatastrophe &#8211; Desertifikation, Deflation und Denudation -, bei allgemeiner Verschlechterung der Lebensbedingungen &#8211; oder Verbesserung, weil man dann so schön klagen kann -, bei möglicherweise nur noch eingeschränkter Gültigkeit der Relativitätstheorie, bei zunehmender Weltbevölkerung und Kinderarmut in Deutschland, bei Verschuldung, Zahnschmerzen, Pest und Cholera: Man bevorrate sich!</p>
<p>Aléa Torik<br />
Das Geräusch des Werdens<br />
Osburg Verlag<br />
Roman, 368 Seiten, 19,95 €<br />
ISBN 978-3-940731-75-3</p>
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		<title>Alle Orte meiner Welt</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 21:02:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
				<category><![CDATA[kurz]]></category>
		<category><![CDATA[Schall & Rauch]]></category>

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		<description><![CDATA[In gewisser Weise ist das der längste Artikel, der hier je erschienen ist. Sie brauchen exakt sechs Tage. Ich sagte in einem der letzten Artikel, ich wisse noch nicht, wo ich mich in den kommenden Monaten aufhalte, aber ich könne das Blog von allen Orten der Welt aus moderieren. Ich meinte natürlich: von allen Orten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In gewisser Weise ist das der längste Artikel, der hier je erschienen ist. Sie brauchen exakt sechs Tage.</p>
<p>Ich sagte in einem der letzten Artikel, ich wisse noch nicht, wo ich mich in den kommenden Monaten aufhalte, aber ich könne das Blog von allen Orten der Welt aus moderieren. Ich meinte natürlich: von allen Orten meiner Welt. Von <a href="http://www.nanga-parbat.org/de/index.html" target="_blank">hier </a>kann ich es nicht bedienen.</p>
<p>Ich brauchte ein wenig Zeit, um es zu verstehen. Das ist ein Kunstprojekt. Sechs Alpinisten beim sechstägigen Aufstieg zum Nanga Parbat. Sechs Künstler suchen Antworten auf die Frage, warum der Mensch sich so einem Abenteuer aussetzt.</p>
<p>Sie müssen nach dem Ladevorgang auf das Wort „Basislager“ klicken. Man kann in der Höhe und in der Zeitleiste und teilweise sogar in den Bildern navigieren: wenn man mit dem Mauszeiger gegen den Bildrand drückt. Die Bilder wechseln, wenn Sie die Uhr in der Zeitleiste verschieben, je nach Tageslicht. Es sind auch einige Interviews eingearbeitet. Man muss ein wenig probieren. Und hören Sie sich die Musik dazu an! Jeder Tag bringt eine neue musikalische Inszenierung. Gute Reise!</p>
<p>Bis zum 23 Januar noch:<strong> zwei Worte um das Captcha auszutricksen</strong>.</p>
<p>Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:<br />
geschehn aus unablässigem Bestreben.<br />
Aléa hat’s hierher gestellt,<br />
und zwar soeben.</p>
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		<title>Wie soll ich’s machen?</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 13:30:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Paralipomena]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Ende meines Lebens werde ich etwa achtzig Jahre alt sein und achtzig Meter Bücher besitzen oder doch gelesen haben. Neunundsiebzig Meter davon sind mit neunundsiebzig Jahren überflüssig. In den letzten Momenten geht es nur noch um den einen Meter außergewöhnlich guter Literatur, die besten Texte aller Zeiten und Sprachräume. Wenn man vor seinem Herrgott [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Ende meines Lebens werde ich etwa achtzig Jahre alt sein und achtzig Meter Bücher besitzen oder doch gelesen haben. Neunundsiebzig Meter davon sind mit neunundsiebzig Jahren überflüssig. In den letzten Momenten geht es nur noch um den einen Meter außergewöhnlich guter Literatur, die besten Texte aller Zeiten und Sprachräume. Wenn man vor seinem Herrgott steht, hat man nicht die Muße, miteinander das ganze Bücherregel abzuschreiten und die Vorzüge und Nachteile eines jeden Titels abzuwägen. In den letzten Momenten kann man nur noch sein Bestes vorzeigen. Gott will wissen, was man gelesen hat und ob es sich lohnt, dass er sich das auch bestellt.</p>
<p>Bei achtzig Jahren und achtzig Metern kommt etwa einmal im Jahr etwas Außergewöhnliches dazu. Ich habe in den letzten Tagen des vergangenen Jahres ein solches Buch gelesen. In diesen seltenen Fällen ist das Lesen ja das reine Glück. Andere empfinden so etwas vielleicht bei der Besteigung eines Berges oder beim Tauchen. Nun stehe ich allerdings vor einem Problem: Ich weiß nicht wie ich es bewerkstelligen soll, das hier vorzustellen. Eine ernsthafte Auseinandersetzung würde mich Wochen kosten, wie damals bei <a href="http://www.unendlicherspass.de/author/alea-torik/" target="_blank">David Foster Wallace</a>. Das sind 1200 Seiten, die ich noch ein zweites Mal lesen müsste und das Schreiben eines konsistenten Textes mache ich auch nicht an einem Sonntagvormittag. Das kostet mich vier Wochen und diese Zeit habe ich in diesem Jahr nicht.</p>
<p>Es handelt sich um Wolf von Niebelschütz: <a href="http://www.keinundaber.ch/buecher_und_records/buecher/von_niebelschuetz_der_blaue_kammerherr/index.html" target="_blank">Der blaue Kammerherr</a>. Das ist einer der reichsten und reichhaltigsten Romane aus deutscher Feder. Das sprüht und spritzt nur so vor Witz und Ideenreichtum. <a href="http://www.keinundaber.ch/buecher_und_records/buecher/von_niebelschuetz_die_kinder_der_finsternis/index.html" target="_blank">Die Kinder der Finsternis</a> hatte mir schon gut gefallen, aber das hier ist noch besser. Ich finde es nicht erstaunlich, dass die Romane von Umberto Eco ein solches Medienecho hervorrufen. Eco ist dabei nicht einmal der größte Stilist. Erstaunlich ist vielmehr es im Deutschen ein ähnliches Schwergewicht gibt und man offenbar nahezu nichts davon weiß. Kaum ein Mensch kennt den Autor dieser zwei Romane. Obwohl er besser ist als Umberto Eco. Beide sind auch im gleichen Feld tätig: Abenteuerromane.</p>
<p>Eigentlich müsste ich eine Zeitung oder eine Zeitschrift suchen, die mir Geld oder Ruhm verspricht. Dann wäre ich verpflichtet, es zu tun. Zeitungen interessieren sich allerdings nur für aktuelle Bücher. Und Zeitschriften, Literaturzeitschriften sind eher träge oder antworten nicht, wenn man ihnen schreibt. Ich kenne die Szene auch nicht so gut. Ich habe es einige Male probiert und nie eine Antwort bekommen. Ich werde es vielleicht mal bei <a href="http://www.editonline.de/ " target="_blank">Edit</a>, den <a href="http://www.manuskripte.at/" target="_blank">Manuskripten</a>, <a href="http://www.lettre.de/" target="_blank">LETTRE</a> und beim <a href="http://www.schreibheft.de/" target="_blank">Schreibheft</a> versuchen. Oder ich suche mir eine literaturwissenschaftliche Zeitschrift. Aber die alle wollen einen fertigen Text. Und dann schaffen sie es nicht einmal, eine Absagemail zu schreiben.</p>
<p>Diese Dinge bedeuten viel Lauferei, sehr viel sinnlose Arbeit, totale Zeitverschwendung. Ich könnte mit meinem Professor sprechen. Dann muss es allerdings auch einen Niederschlag in meiner Dissertation finden, sei es als Exkurs oder als eine mörderische Fußnote, und das wird richtig Arbeit. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit zu einem Lexikonartikel. Lexika allerdings werden ja auch nicht alle Tage neu geschrieben. Ich weiß derzeit nicht wie ich es machen soll.</p>
<p>Bis zum 23 Januar noch: <strong>zwei Worte</strong> um das Captcha zu überlisten.</p>
<p>Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:<br />
geschehn aus unablässigem Bestreben.<br />
Aléa hat’s hierher gestellt,<br />
und zwar soeben.</p>
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		<title>Die „Costa Concordia“</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 12:50:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Paralipomena]]></category>

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		<description><![CDATA[Die, die hier regelmäßig lesen, wissen, dass ich nicht sehr medienaffin bin. Ich gehe nie ins Kino, ich schaue sehr selten Fernsehen oder höre Radio. Dann und wann schaue ich aus meinem Fenster und bin manchmal schockiert. Vor allem, wenn es um Unglücke geht. So habe ich im Frühjahr letzen Jahres nach Fukushima geschaut und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die, die hier regelmäßig lesen, wissen, dass ich nicht sehr medienaffin bin. Ich gehe nie ins Kino, ich schaue sehr selten Fernsehen oder höre Radio. Dann und wann schaue ich aus meinem Fenster und bin manchmal schockiert. Vor allem, wenn es um Unglücke geht. So habe ich im Frühjahr letzen Jahres nach Fukushima geschaut und so schaue ich jetzt auf das Schiffsunglück nach Italien. Anders als im vergangenen Jahr will ich versuchen zu verstehen, was ich auf solchen Bildern (aus der Süddeutschen Zeitung und dem Spiegel) sehe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.aleatorik.eu/wp-content/uploads/2012/01/Concordia-IV.jpg" rel="lightbox[5108]" title="Concordia IV"><img class="aligncenter size-full wp-image-5120" title="Concordia IV" src="http://www.aleatorik.eu/wp-content/uploads/2012/01/Concordia-IV.jpg" alt="" width="600" height="400" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.aleatorik.eu/wp-content/uploads/2012/01/Concordia-VII.jpg" rel="lightbox[5108]" title="search for survivors"><img class="aligncenter size-full wp-image-5126" title="search for survivors" src="http://www.aleatorik.eu/wp-content/uploads/2012/01/Concordia-VII.jpg" alt="" width="600" height="400" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.aleatorik.eu/wp-content/uploads/2012/01/Concordia-VI.jpg" rel="lightbox[5108]" title="Two men look at a cruise ship that ran aground off the west coast of Italy at Giglio"><img class="aligncenter size-full wp-image-5125" title="Two men look at a cruise ship that ran aground off the west coast of Italy at Giglio" src="http://www.aleatorik.eu/wp-content/uploads/2012/01/Concordia-VI.jpg" alt="" width="600" height="400" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.aleatorik.eu/wp-content/uploads/2012/01/Concordia-V.jpg" rel="lightbox[5108]" title="Cruise ship runs aground off Giglio Island"><img class="aligncenter size-full wp-image-5124" title="Cruise ship runs aground off Giglio Island" src="http://www.aleatorik.eu/wp-content/uploads/2012/01/Concordia-V.jpg" alt="" width="600" height="400" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.aleatorik.eu/wp-content/uploads/2012/01/Concordia-II.jpg" rel="lightbox[5108]" title="Concordia II"><img class="aligncenter size-full wp-image-5115" title="Concordia II" src="http://www.aleatorik.eu/wp-content/uploads/2012/01/Concordia-II.jpg" alt="" width="600" height="400" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.aleatorik.eu/wp-content/uploads/2012/01/Concordia-III.jpg" rel="lightbox[5108]" title="Concordia III"><img class="aligncenter size-full wp-image-5116" title="Concordia III" src="http://www.aleatorik.eu/wp-content/uploads/2012/01/Concordia-III.jpg" alt="" width="600" height="400" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Metaphorik von Natur und Technik überschneidet sich hier auf interessanteste Weise. Das Schiff, die Technik, sieht aus wie ein gestrandeter Wal. Dieses riesige Schiff, das da beinahe am Strand liegt, auf der Seite, und aus eigener Kraft nicht wieder wegkommt. Die Motoren, die Rotoren, die Turbinen, so könnte man sich vorstellen, drehen mit aller Kraft, der Wal schlägt mit seiner Schwanzflosse, aber es reicht nicht, um sich dort weg zu bewegen. Die Kraft, die innerhalb des Mediums Wasser zigtausende Tonnen bewegen kann, ist außerhalb vollkommen machtlos. Wehrlos liegt das Meeres-Ungetüm auf der Stelle.</p>
<p>Da liegt das Schiff und alle stehen am Strand auf der Insel und sehen ihm beim Sterben zu. Die Dramatik wird dadurch verstärkt, dass womöglich noch Menschen eingeschlossen sind, wie Jonas im Wal. Es ist nicht irgendein langweiliges Containerschiff. Es ist ein Kreuzfahrschiff. Hier wird deutlich das Humane in den Mittelpunkt gestellt. Das ist ein Container, der Menschen transportiert die jetzt eingeschlossen sind. Wie die Seemöwen auf dem Wal, klettern die Feuerwehrleute auf dem Ungetüm herum, die Möwen picken ein Loch in den Koloss, die Feuerwehr klopft, um nach Eingeschlossenen zu suchen.</p>
<p>Lesen konnte man, dass die Menschen die das Unglück erlebt haben, sagten, die Kollision und die anschließende Schräglage, die Havarie des Schiffes sei wie in dem Film „Titanic“ gewesen. Der Film, der ein tatsächliches Unglück nachspielt &#8211; die Kunst, die die Natur imitiert und nachahmt -, wird so zum Vorbild für ein natürliches Ereignis: Zu einem emotionalen Vorbild. Der Film Titanic ist eine Wirklichkeit, die durch das Erleben einer ähnlichen Situation höchstens imitiert werden kann. Das wahre Erleben des Menschen, so scheint es, ist durch die Medien gegeben. Die Menschen schauen auf ihr Display, wenn sie wissen wollen, wie der Verkehr ist, nicht auf die Straße, wenn sie sie überqueren.</p>
<p>Das wahre Leben im Film: Man hat auf See vielleicht nicht nur sein Vergnügen gesucht, die Langeweile oder den Blick aufs Meer, sondern das Abenteuer und die Gefahr. Weil man dachte, dass das wie im Film ist. Ich habe „Titanic“ nicht gesehen, aber ich vermute, dass die Hauptpersonen das Unglück überlebt haben. Wie im Film! Da kann man sich ja eigentlich nicht beschweren. Oder, wenn man sich doch beschwerte, dann ist die Frage worüber: darüber, dass der Film so wirklichkeitsgetreu war? Oder darüber, dass die Wirklichkeit wie ein Film ist?</p>
<p>Normalerweise will man mehr vom Film und von Büchern: mehr Inhalt als das eigene Leben bietet, mehr Dichte und mehr Konsistenz. Fiktionale Literatur ist, wie man das nennt, überdeterminiert. Die Frage ist, ob das für das Leben auch gelten kann.</p>
<p>Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:<br />
geschehn aus unablässigem Bestreben.<br />
Aléa hat’s hierher gestellt,<br />
und zwar soeben.</p>
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