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Aléas Anordnungen

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    Hier wird coqettiert

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    Hier wird jongliert

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    Kommentare:

  • Orlanda: Zwei!
  • Aléa Torik: Liebe Orlanda, das war leicht! Was hältst du davon, wenn wir das von hier in die Wirklichkeit verlegen. Vielleicht ein Mittagessen in der Mensa. Morgen um zwölf oder um zwei? Misses Torik
  • Orlanda: Guten Tag Aléa Torik, wie ich höre, erwartet man von Ihnen das authentisch-sein. Statt dankbar zu sein, dass Sie einen Künstleroman geschrieben haben, ein Selbstbild in der Kunst und dabei vom Schreiben, von der Tätigkeit des Erfindens berichten. Sie sehen: ich habe am Wochenende doch...
  • Aléa Torik: Lieber Phorkyas jetzt weiß ich wieder, wen ich in meiner Aufzählung vergessen hatte: Sie. Das schlechte Gewissen, Ich hatte den mehrfach versprochenen Essay zur Zeittheorie auch angefangen, wieder weggelegt und dann einfach abgehakt. Hier waren ja in den letzten Monaten andere Sachen...
  • phorkyas: Liebe Aléa, so long and thanks for all the fish. Herzlich, Phorkyas PS. Falls Sie über Herrn Keuschnigs Kommentar gestolpert waren, dass der Konstruktion Ihres Avatars pekuniäre Absichten zu grunde lägen, und eine deutliche Distanzierung meinerseits fehlte, so bitte ich das zu...
  • Aléa Torik: Liebe Orlanda, vielen Dank für die aufmunternden Worte. Sie haben vollkommen recht. Beinahe vollkommen: Ich drohe nicht mir selbst, sondern ich versuche einen sinnvollen Lebensentwurf. Wenn ich nicht erkennen kann, dass das Schreiben diesen Sinn hat, dann kann ich es nicht...
  • Orlanda: Guten Tag Aléa Torik, ich wollte Ihnen schon länger schreiben, fand aber die nötige Ruhe und Zeit nicht. Einige Ihrer Einträge hier, bei Aisthesis und Iris Nebel habe ich gelesen. Ihre Texte gefallen mir sehr, Sie haben einen bisweilen coolen, dann wieder sehr empfindsamen Tonfall....
  • Aléa Torik: Lieber Avenarius, Sie Ihrerseits leben noch? Ich bekenne … dass es das eigene ist, das einmalig eigene Leben: „Das ist keine bloße Wortspielerei und schon gar keine Ungenauigkeit. Hier wird ein Zustand beschrieben, für den kein Wort gebraucht wird. Weil es womöglich keines dafür gibt....
  • Avenarius: Liebe Alea, Ich bekenne: Sie haben gelebt!
  • Aléa Torik: Lieber Bersarin, auch hierzu noch: Kritik ist immer willkommen, immer dann, wenn sie konstruktiv vorgeht, was offenbar keine ganz einfach zu erbringende Leistung ist. Beide Zeiten, die moderne und die vormoderne, kommen in den Romanen zur Sprache, deutlicher noch in „Aléas Ich“. Und...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, vielen Dank für den Kommentar. Für Fragen innerhalb des Blogs ist es wohl zu spät. Vielleicht wird es ein Außerhalb geben. Innerhalb der Blogosphäre ist wohl auch kein Verständnis möglich, weil ich ja die Konstruktion, die viele machen – es ist hier mein...
  • Aléa Torik: Lieber Bersarin, „schade, wenn morgen dieser Blog seinen Betrieb einstellt, aber doch nur konsequent, daß dieser Blog in seiner Existenz aufhört: nämlich von Aléa Torik zu berichten, von dem, was sie liest, wie sie liest, wie sie Berlin wahrnimmt.“ – Es ist auch für mich sehr schade,...
  • bersarin: Was die zwei Zeitachsen in DGdW betrifft, so sehe ich das Problem darin, daß – und hier liegt meine Kritik an beiden Romanen – viele Aspekte leider nur angerissen werden, die in den Motiven und im Raum des Textes stärker zur Entfaltung hätte kommen und intensiver hätten...
  • Aléa Torik: Lieber Christian, vielen Dank für den Abschiedsgruß! Danke für das Kompliment zu „Aléas Ich“. Das freut mich wirklich sehr. „ … that can allow you to be intimate with the world and with a mind and with characters that you just can’t be in the real world ….” . Das ist eine sehr schöne...
  • bersarin: Gerade zurück aus Portugal, genauer aus Lissabon, wo ich zehn Tage weilte, konnte ich die Debatte hier am Rande nur verfolgen, was schade ist. Gerne trüge ich dazu das eine oder andere Quantum an Theorie und Sichtung aus der Warte der Ästhetik bei. Nun. The game is over. Alles endet...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, ich weiß gar nicht recht, ob ich mich hier noch einmal äußern sollte, denn womöglich willst Du, weil ja mit dem 1. Mai 2013 das Blog ganz sinnigerweise endet, hier nicht mehr darauf antworten. Also will ich am besten keine Fragen aufwerfen, sondern allein sagen,...
  • Christian: Hallo Alea, bevor sich hier der Vorhang schließt, auch von mir ein kurzer Abschiedskommentar. Damals über David Foster Wallace hier gelandet und seitdem regelmäßig mitgelesen. Bei DGDW hoffe ich ja immer noch auf eine Hörbuchfassung. Da ich den Blog schon lange kenne, kann ich nur von...
  • Aléa Torik: Lieber NO, tatsächlich die genannten Personen haben alle indirekt mit unserer Bekanntschaft zu tun, am ehester aber noch Wallace, der nichts davon wusste. Wie man eben üblicherweise nichts von den Lebenswegen der anderen weiß, die man möglicherweise beeinflusst. Oder auch nicht. Vier...
  • Aléa Torik: @ Anne: ob mit oder ohne Anrede, Du oder Sie, ob man einer ist oder eine oder etwas dazwischen. ob man sich in seinem Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht oder nicht, ob man sich verständlich ausdrücken kann oder nur unverständlich: das ist alles einerlei; nur um eines möchte...
  • Aléa Torik: Liebe Alice, „Ich“ sagen kann jeder. Macht auch jeder. Muss auch jeder machen. Man muss den Ort, an dem man sich befindet, identifizieren. ‘Ich’ ist nach Mama und Papa wahrscheinlich das dritte Wort, das ein Kind lernen muss. Oder jedenfalls ein sehr zentrales. Dabei ist...

  • 26 Februar 2012

    „Wie Hunter Mayhem nach Uruguay reiste“

    Ich mache Werbung in anderer Sache: Vor einiger Zeit fand sich eine nette Mail in meinem Postkasten. Im Nachgang ergab sich eine schöne Korrespondenz, die beinahe im Streit geendet wäre. Es ging aber nicht etwa darum, wessen Roman der Bessere ist, sondern vielmehr darum, wessen Opa den besseren Traktor besitzt. Da hat bedauerlicherweise der andere Opa derzeit mit einem selbstgebauten Modell die Nase vorn. Nun weiß man allerdings nicht, wie der wirklich fährt. Und ich lasse mir nur sehr ungern ein X für ein O vormachen.

    In der Mail hat mir Francis Nenik von seinem Buch berichtet, ein Roman mit dem Titel „XO“. Man kann den Text im Netz herunterladen, man kann ihn aber auch kaufen. Mein Verständnis des Kapitalismus ist sicher eher hinkend als fliegend, ich verstehe das nämlich nicht. Ich verstehe nicht, welchen Anreiz es geben soll, das, was man gratis haben kann, zu kaufen. Indem ich es gratis abgebe, verhindere ich doch geradezu den Verkauf. Ich würde einen kleinen Teil, die ersten Seiten hergeben und wer mehr will, muss es kaufen. Hier können Sie sich das anschauen.

    Der Verfasser von Mail und Roman hat auch Kurzgeschichten geschrieben. Es gibt bei den Quandery Novelists Geschichten von ihm und seiner Gang, wahlweise auf Deutsch und auf Englisch, wahlweise mit oder ohne Entlohnung. Ich habe diese Geschichte hier gelesen und die gefiel mir wirklich gut: „Wie Hunter Mayhem nach Uruguay reiste“.

    Obwohl es also nach meinem Verständnis wenig Anreiz gibt den Roman zu kaufen, habe ich es dennoch getan. Ich habe Auszüge online gelesen habe und fand das interessant genug, um es in Gänze lesen zu wollen. Aber ich habe keine Lust achthundert Seiten (!) am Bildschirm zu lesen. Ich werde sicher etwas dazu sagen, vielleicht im April oder Mai, wenn mein eigener Text beim Lektor liegt und hier weniger zu tun ist.

    Bei der Gelegenheit werde ich auch etwas zu der Situation von Autoren sagen, wie sie sich mir darstellt: zu den klassischen Verlagen mit ihrer Dinosaurierstruktur und den modernen Publikations- und Vertriebswegen. Dazu wie Autoren sich heute präsentieren müssen, was der Markt macht und ob man da mitmachen muss, kann oder soll. Das ist eine Diskussion, die ich als wichtig, aber derzeit für mich hier nicht förderlich empfinde. Ich setzte ja auf den alten Weg: Verlag. Sonst hätte ich mein Buch schon vor drei Jahren veröffentlichen können. Heute möchte ich lediglich auf den Roman von Herrn Nenik hinweisen. Vielleicht kaufen Sie sich den ja auch. Sonst können Sie, wenn es soweit ist, nicht mitreden.

    So sieht‘s aus, und hier können Sie das kaufen.

    Nachtrag: Es gibt bereits die ersten Spuren des Buches, hier. Heute ist der fünfte März und ich bin dabei, XO zu lesen und bin überaus angetan.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    26 September 2010

    Neuzugang auf der Blogroll

    Ich habe ein neues Blog auf meiner Liste: Iris Nebel. Hier finden sich ausgezeichnete Texte zu Kunst und Kunstkritik. Ich habe den Artikel über Eugène Delacroix gelesen, der mir sehr gefällt und über Kris Kuksi, ein Name, den ich zum ersten Mal höre. Ich bin sowohl von der Kunst Kuksis als auch von den Ausführungen zu ihm, die mit einem Zitat Walter Benjamins zur Allegorie begonnen werden, sehr angetan.

    Das auf den ersten Blick morbide der „Assemblagen“ Kuksis wird von der Vielfältigkeit der einzelnen Elemente, die er um das jeweilige Zentrum herum arrangiert und in die er das Tote einbettet, geradezu negiert. Oder vielmehr in Frage gestellt. Denn nur das Leben ist detailliert, der Tod ist das Ende der Details und des Formenreichtums. Das Tote ist dann nur noch tot, wie lebendig es auch immer gewesen sein mag. Das Tote ist bei Kuksi im Tod von allerlei Lebendem umstellt, wie einst das Lebende im Leben von allerlei Totem umstellt war. Die Wirkung dieses Kontrastes ist erheblich, ganz gleich, ob man sie nun schockierend nennen will, lähmend oder verstörend.

    Ich will mich nicht als Kupplerin hervortun, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der russische Stadtkommandant – Bersarin von Aisthesis – bei Frau Nebel gut aufgehoben sein wird und sich wohl fühlt (obwohl manche Männer sich gerade dort, wo sie gut aufgehoben sind, nicht wohl fühlen. Ob Bersarin zu diesen Männern gehört, entzieht sich meiner Kenntnis. Und auch meiner Verantwortung!).

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    29 April 2010

    Einmaligkeit und Wiederholung

    Ich habe einen kleinen Jetlag durch die Zeitverschiebung. Ich bin gestern erst aus Arizona zurückgekommen!

    Ich fahre meist mit dem Fahrrad, aber gestern musste ich die S-Bahn nehmen, von Schönefeld nach Hause. Neben mir standen drei Herren.  Ich konnte ihr Gespräch mithören. Über moderne Kunst, über die Unverständlichkeit dieser Kunst. Einer der drei Beteiligten sprach von „Quadrat“. Es dauerte ein bisschen, bis ich das kapiert hatte, dass er von Kazimir Malewich sprach. Das sei doch keine Kunst, sagte, er, das könne doch jeder. Ich habe mich nicht eingemischt. Ich mische mich jetzt ein.

    „Das kann doch jeder“: dass dies abwertend verstanden wird, und als unkünstlerisch, das ist schon sehr interessant und vielsagend. Kunst, unterstellt diese Äußerung, sei etwas für Eliten. Aber nur für Eliten des Produzierens! Denn wenn diese drei Herren vor einem Gemälde stünden, dass sie nicht verstehen, dann sind sie davon sicher nicht begeistert und werden ihre eigene Forderung, dass Kunst nicht jeder können soll, bestimmt nicht wiedererkennen. Dann haben sie sicher kein Verständnis dafür, dass Kunst etwas für Eliten ist. Jedenfalls nicht für Eliten des Rezipierens.

    „Das kann doch jeder“: anders als die Gemälde von Rubens, die nicht jeder malen kann¸ kann das, was Malewich konnte, angeblich jeder malen. Aber hier täuschen sich die Herren, und zwar in einem wesentlichen Punkt. Denn das, was Malewich gemacht hat, das kann nie wieder einer machen. Dieser Mann hat es vorgemacht und alle anderen können es nur nachmachen. Das, was angeblich jeder kann, kann in Wahrheit niemand. Das konnte nur einer und der hat es vorgemacht. Das ist damit ein für allemal vorüber, das kann nie wieder jemand. Malewich hat damit etwas absolut originäres und einmaliges geschaffen: etwas Unwiederholbares, von dem jeder glaubt, er könne es ebenfalls. Dasselbe gilt zwar auch für Rubens, dass man ihn nur kopieren kann. Aber bei Rubens kann man die Kopie, selbst die gutgemachte, vom Original unterscheiden, bei Malewich kann man schon die mittelmäßige Kopie nicht mehr vom Original unterscheiden. Und dennoch ist das Original einmalig. Ist das nicht genial, etwas absolut Einmaliges geschaffen zu haben, von dem so viele glauben, sie könnten es ebenfalls?

    Merkt man meinem Text an, dass ich Walter Benjamin, „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ gelesen habe? Und merkt man das ebenfalls, dass ich zu einer eigenen Position finde? Oder finde ich nicht zu einer eigenen Position?

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    23 Dezember 2009

    Der Bildhauer Michael Jastram

    Ich bin bei Michael Jastram gewesen. Zum dritten Mal in diesem Monat. Ich bin sehr beeindruckt. Von Mann und Kunst. Jastram ist vielleicht fünfzig und wenn man ihn auf der Straße sieht, dann sieht man einen leiblichen Genüssen durchaus nicht abgeneigten Mann, graue Haare, hinten zu einem Zopf gebunden. Ein dem Äußeren nach idealer Künstler. Er macht den Eindruck, als schöpfe er aus dem Vollen. Einen Anorektiker, einen Leptosomen kann ich mir nur schwer als Bildhauer vorstellen. Ein Künstler muss dem Sinnlichen zugeneigt sein. Man sieht seinen Händen an, dass sie gerne berühren. Dass sie Dinge anfassen müssen, um sie zu begreifen. Anders als wir Geisteswissenschaftler, die wir nie etwas anfassen. Die wir nichts anfassen, weil wir in unseren objektivierenden Beobachtungen nichts verändern dürfen. Eigentlich lächerlich, die ganze Position. Als gäbe es das: dass etwas ist, ohne die Veränderung, ohne den verändernden Blick. Eigentlich ist die objektive Wissenschaft eine statische. Und die Kunst eine dynamische. Ich kenne das jedenfalls von Marijan, der blind war, alles-anfassen-müssen. Zutiefst sinnlich. Obwohl ich mich für diese Seite des Verstandes in mir entschieden habe, neige ich doch zur anderen, zur sinnlichen Seite.

    Ich empfinde mich selbst weit mehr als Künstlerin denn als Intellektuelle. Meine akademischen Fähigkeiten sind gering: ich bin kein Anhängerin von Theorien, sondern von Formulierungen. Ich würde einer schönen Formulierung immer den Vorzug geben vor einer guten Theorie. Weil eine Formulierung, anders als eine Theorie, nicht zwischen richtig und falsch unterscheiden kann. Ich selbst kann nicht zwischen richtig und falsch unterscheiden. Aber ich kann auch nicht gut zählen, ich kann höchstens schätzen. Vor allem weiß ich gute Formulierungen zu schätzen.

    Jastram steht uns gegenüber. Wir sind zu dritt. Er macht einen konzentrierten Ausdruck. Er ist ein sehr aufmerksamer Mensch, nichts entgeht ihm, er erkennt die kleinste Regung bei seinen Besuchern. Obwohl er seine Aufmerksamkeit auf drei Menschen verteilen muss. Er sieht, was sie sehen. Vielleicht ist das das Geheimnis seiner Kunst, seiner Arbeit, dass er immer das sieht, was die anderen sehen. Und es auch entsprechend so zurichten kann, dass sie dann ihrerseits sehen, was er zuvor gesehen hat. Eine Vorzeitigkeit, die mich verblüfft.

    Mir gefällt dieser Mann. Auch wenn er doppelt so alt ist wie ich. Ich wehre mich dagegen. Ich weiß, dass er das sieht, das eine wie das andere, die Zuneigung und die Abwehr. Und er, äußerst charmant, hält mir die Türe offen als wir sein Atelier verlassen. Ohne sich mir in ungebührlicher Weise zu nähern. Ohne Andeutung. Oder vielleicht deutete er das eine oder das andere an, Interesse oder Gleichgültigkeit. Und mir entgeht es, weil meine Sinnlichkeit nicht diese feine, filigrane Ausprägung besitzt wie seine. Ich bin verwirrt und gehe die Treppen aus dem Atelier hinunter auf die Straße. Ich muss tief Luft holen. Die anderen beiden reden, ich kann mich nicht an dem Gespräch beteiligen.

    Alles andere kann ich nur aus der Erinnerung beschreiben: Jastram hat sein Thema, so scheint es, gefunden. Es sind Wagen. Es sind Stiere und es sind Menschen die auf den Wagen sitzen, langachsige, von Stieren gezogene Wagen, mythische Figuren, immer wieder die Europa. Die Verbindung von Menschen, Tieren und Sachen. Sowohl die Menschen als auch die Tiere haben, obwohl sie mit groben Strichen gemacht sind, großflächig, plastisch, sehr individuelle Erscheinungen. Man kann in diesen Gesichtern lesen. Man erkennt immer wieder etwas Neues. Dieser Mann hat eine große Schwäche für Gesichtsausdrücke und die Empfindungen in ihnen. Diese Schwäche ist seine Stärke. Das habe ich ihm gesagt. Ich habe auch gesagt, dass ich nicht viele Komplimente verteile. Und wenn, will ich Geld dafür. Er ist errötet. Ich auch.

    Auf dem Bürgersteig stehen wir drei noch eine Weile zusammen und sprechen über unsere Eindrücke. Die beiden anderen sprechen. Nein, eigentlich spricht nur Lisa. Julian hat etwas gekauft, einen spanischen Reiter mit Pferd, den er nun zärtlich in den Händen hält. Oder vielleicht ist das nicht zärtlich. Ich kann das nicht entscheiden. Julian hält seine Figur in der Hand und ich meine Frage, warum ich das gesagt habe. Ich bekomme ja kein Geld für Komplimente. Wollte ich Geld für meine Äußerung? Oder was anderes? Etwas, das mit dem Anfassen zu tun hat? Schäme ich mich? Nein, ich schäme mich nicht. Aber ich bin irritiert.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
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