„Die ganze Zeit“: Wenn ein Text ein Tresor ist
Ich ringe. Ich ringe um Verständnis und um Fassung. Aber es tut mir auch gut. Das ist ganz anders als die Prosatexte, anders als die wissenschaftliche Literatur, die ich lese; anders als die Lyrik, die ich kenne. Ich muss mich zusammenreißen.
Auf welch reduzierter Ebene auch immer, etwas Narratives muss mir eine Geschichte erzählen. Bei vollständiger Enthaltung progressiver oder regressiver, allgemein erzählerischer Elemente, bei einer reinen Gleichgewichtsübung, ziehe ich mein Interesse ab. Wenn ein Text ein Tresor ist, dann muss mich, was sich in ihm befindet, interessieren. Wenn mich das nicht interessiert, dann mache ich den Tresor auch nicht auf. Weder mit einem Schlüssel, noch mit einer Zahlenkombination, noch mit einem Kilogramm Plastiksprengstoff, was immer die Herren Tresorknacker heute benutzen. Ich bin über die neusten Methoden nicht informiert.
Zwar bin ich auch an dem Vorgang des Öffnens interessiert, aber das ist erst mal Nebensache. Ich muss das haben wollen, was er vor mir verbirgt. Es muss eine Währung sein, die mich interessiert. An lyrische Tresore bin ich nicht gewöhnt. Ich brauche noch etwas Zeit, um damit fertig zu werden. Ich habe noch nicht einmal ein richtiges Loch hineinbohren können. Allerdings habe ich schon einmal dagegen getreten. Vorsichtshalber sozusagen. Dabei habe ich mir beinahe den Fuß gebrochen. An dieser Stelle. Oder vielleicht war es auch an einer anderen.
„Ich meine, auf dem Grund eines Sees zu stehen,
verwachsen als Korallenstock, mit Saugaugen und
Fühlern. Dass ich überhaupt noch atmen kann, da
erst hoch über den Bäumen Nadelbeine, die durch
glitsch‘ gen Mandelschlitz vergliedert sich sind, in
Starrform verdoppelten: die Spezies dick’ter Bohn-
en, die in Schoten an Sternrändern wachsen, daß
Monde vermorscht strotzten, und strähnen am
Boden geschrotet, gedrupft, gehäutet, (doch heute
nicht) zerzaust; als tollpatschiger Schrammelbaß.
Wassserrosen, die, wie Flusen aus der Flut gefischt,
den Kelch knospenlos versproßten zum undunk-
len Spiegel, so pflückt sich die häutige Versonnenheit
im Tau mal Tausend mit – dem Blick, der schwankt.“
Das ist hart an der Grenze zwischen Poesie und Prosa. Mir fehlt derzeit die Möglichkeit, es einzuodnen. Ich habe kein Maß, woran ich das halten kann, um das zu sagen: gut oder schlecht. Damit wären wir bei meiner Behauptung aus dem letzten Text.
„Aus dem
trüben Dunst
vom gilben
Laub verblaut.“
Es ist gut, wenn man seine Sachen sichert. Sicherstellt. Auch in Bezug auf Gedankendiebstahl. Was ein Dieb in seinem Wert nicht erkennt, wird er nicht entwenden. Es ist allerdings für andere schwer, an die Schätze heranzukommen. Und, das darf man nicht vergessen, das entwenden ist Bedingung dafür, dass der, dem der Schatz ursprünglich gehörte, ihn wieder zurückbekommt. Man veröffentlicht ja nicht, was man für sich behalten will. Man will ja, dass es einer entwendet.
Ich tue mich schwer mit diesem recht hermetischen Buch. Ich muss mich darauf einlassen. Das fällt mir offenbar schwerer als angenommen. Aber ich wäre keine Torik, wenn ich das nicht könnte. Ich kann ein Schwein an der Nase herumführen, da werde ich ja wohl mit so einem Text fertig. Ich brauche noch Zeit. Nicht die ganze Zeit. Aber einen Teil. In der physikalischen Auffassung sind Raum und Zeit sehr unterschiedlich. Während der Raum aus kleinsten Teilen besteht, vielmehr ist der Inhalt der Raumes, die Masse, ist dieses Phänomen bei der Zeit nicht ersichtlich. Auch der kleinste vorstellbare Teil Zeit ist noch unendlich teilbar. Auch der kleinste Teil bietet noch unendlich viele weitere Teil-Zeiten, die, da sie unendlich teilbar sind, auch unendlich groß sind. Wenn ich also noch ein klein wenig Zeit brauche, dann kann sich das anfühlen, als bräuchte ich die ganze Zeit.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Thema - Egger : Die ganze Zeit, lang, Lyrik | Eintrag von Aléa Torik | um 21:10 eingtragen | Kommentare: 3 | Kommentieren
„Als ich das erste Mal mit einem Jungen im Bett lag“
„Als ich das erste Mal mit einem Jungen im Bett lag war es, es war so gemacht, dass Enttäuschung nicht möglich war.“
Für mich ist diese Formulierung von Birgit Kempker eine der schönsten Formulierungen über die Liebe. Wenn man schon ein paar Tage gelebt hat und wenn man nicht ganz vorbeigegangen ist, am Leben meine ich, wenn man also mit anderen zusammengestoßen ist, und sich dann wieder hat trennen müssen, wenn man mit Hoffnungen begonnen hat und mit Enttäuschungen geendet, wenn man Hoffnungen in Enttäuschungen sich hat verwandeln sehen müssen; wenn man sich dann an das erste Mal erinnert und daran, was möglich gewesen wäre, wenn mit der ersten Enttäuschung nicht die Enttäuschung in das eigene Leben gekommen wäre, dann versteht man, oder man meint zumindest zu verstehen, was für eine ungeheure Situation Frau Kempker da beschreibt: „ … es war alles so gemacht, dass Enttäuschung nicht möglich war“.
Hier gibt es das als pdf. Wunderschön gemacht von Urs Engeler, roughbooks, wo ich es auch ausgeliehen habe. Ich hätte sehr gerne das pdf als Bild hierher gestellt, aber ich habe es nicht geschafft, das zu verwandeln. Die Technik hat mir ein Bein gestellt. Wenn jemand weiß, wie man ein pdf in ein Bild verwandelt, dann bitte eine Nachricht an mich, ich nähme es gerne.
Ich lese – leider – gerade, dass Enttäuschung durchaus möglich war, mehr als Enttäuschung: im Schreibheft, die Autorin ist vor Gericht gelandet und das Buch verboten worden. Da glaubte offenbar jemand, sich wiedererkannt zu haben. Und hat die Ehre nicht verstanden mit einer solchen Formulierung gemeint zu sein, der Adressat einer solchen Formulierung zu sein! Einklagen müsste einer vielmehr, dass er permanent von Birgit Kempkers lyrischen Worten gemeint ist. Das müsste einer versuchen, sich bei einem Schriftsteller als „gemeint“ einzuklagen.
Hier ein Auszug, ich habe das irgendwo gefunden.
„Als ich das erste Mal mit einem Jungen im Bett lag
war es Cornelius Busch, er war Mann, Junge,
Mädchen, Frau, Mutter, Vater, Oma, Opa, Blume, Tier
und Sofa, er war wie ich, er war das andre von mir,
gar nicht wie ich, er war sanft, fuhr den Bulli mit den
Rollstühlen drin durch die Wiesen mit den Stieren,
er hatte Muckis und Matrosenpullover, er hatte was
im Kopf, was Verrücktes, Locken, er war streng,
zärtlich, witzig, normal, außergewöhnlich, sehr ernst,
er passte in die Natur, war ordentlich, wirr höflich,
er war künstlich, ironisch, bös, er war lieb, anmutig,
tapsig, galant, ein Fisch, ein Vogel, Frosch, er war so
alt wie ich, ich viel älter, er viel jünger, und er viel
älter und ich viel jünger als er, phasenverschoben, das
war, wenn wir sagten: liegen da nicht ein Mädchen
und ein Junge im Bett? es ist nicht zu fassen, dass ich
eine bin, zu der so ein Satz einmal passt.“
Hier gibt ein einige Informationen zur Autorin.
Und hier ist es auch. Mit bestem Dank an Dietmar Hillebrandt, dem Bücherblogger.

Thema Lyrik, mittel, Sprache & Liebe | Eintrag von Aléa Torik | um 9:42 eingtragen | Kommentare: 9 | Kommentieren
Des Weibes Leib ist ein Gedicht
Ich lebe mit Olga zusammen in einer Drei-Zimmer-Wohnung. Gestern Abend waren wir zum Kochen verabredet. Wir hatten das einen Tag zuvor besprochen und sind sogar gemeinsam einkaufen gegangen. Um sieben sollte es bei uns in der Küche losgehen. Obwohl wir in derselben Wohnung wohnen, führen wir verschiedene Leben. Und wir haben auch verschiedene Auffassungen vom Leben. Aber wir verstehen uns gut. Wir lachen viel. Gestern kurz vor sechs Uhr bekomme ich eine SMS: „Baby, ich kann nicht“ steht da. Immer, wenn es ein Problem gibt, nennt Olga mich Baby. Und immer wenn es ein Problem gibt, hat das was mit Männern zu tun. Bei Olga hat alles was mit Männern zu tun.
So ist die Lieb! So ist die Lieb!
Mit Küssen nicht zu stillen:
Wer ist der Tor und will ein Sieb
Mit eitel Wasser füllen?
Und schöpfst du an die tausend Jahr,
Und küssest ewig, ewig gar,
Du tust ihr nie zu Willen.
Die Lieb, die Lieb hat alle Stund
Neu wunderlich Gelüsten;
Wir bissen uns die Lippen wund,
Da wir uns heute küßten.
Das Mädchen hielt in guter Ruh,
Wie’s Lämmlein unterm Messer;
Ihr Auge bat: nur immer zu,
je weher, desto besser!
So ist die Lieb, und war auch so,
Wie lang es Liebe gibt,
Und anders hat Herr Salomo,
Der Weise, nicht geliebt.
(Eduard Mörike, Nimmersatte Liebe)
Warum sie nicht kann, hat sie nicht geschrieben. Es ärgerte mich, dass irgendein dahergelaufener Kerl wichtiger war, als unsere Verabredung zum Abendessen. Wir wohnen und wir leben immerhin zusammen. Da kann man ja wohl erwarten, dass man einmal in der Woche einen Abend miteinander am Tisch sitzt und sich eine oder zwei Stunden lang unterhält. Vielleicht ist genau das der Grund für die Absage, sie will sich nicht mit mir unterhalten. Vielleicht langweile ich sie? Als die SMS kam, wollte ich gerade meine Sachen zusammenpacken. Ich habe an dem Ort gesessen, wo ich am liebsten sitze, im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, der Bibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin.
Die schlaue Dorilis hat Augen in dem Kopfe,
so hat ein Luchs sie nicht;
Man denkt, sie sieht uns ins Gesicht.
Und sie sieht nach dem Hosenknopfe.
(Gotthold Ephraim Lessing, Dorilis)
Ich habe bestimmt zwei Minuten reglos auf das Display gestarrt. Ich konnte es nicht glauben. Dann habe ich meine Bücher zusammengepackt und die Bibliothek verlassen. Mein Tag war nicht sonderlich erfolgreich oder erfreulich, ich habe nicht viel von dem geschafft, was ich mir vorgenommen hatte. Meine Stimmung war nicht gut. Normalerweise bin ich nicht so abhängig davon, aber gestern war ich es. Die kurzfristige Absage hat das noch verstärkt. Ich wusste, als ich bei dem trüben Wetter draußen vor der Türe stand, ausnahmsweise einmal nichts mit mir anzufangen. Ich hätte auch auf der Stelle stehenbleiben können.
Da hat mir plötzlich und mitten im Bett
Eine Studentin der Jurisprudenz erklärt:
Jungfernschaft sei, möglicherweise, ganz nett,
besäße aber kaum noch Sammlerwert.
Ich weiß natürlich, Daß sie nicht log.
Weder als sie das sagte,
noch als sie sich kenntnisreich rückwärts bog
und nach meinem Befinden fragte.
Sie hatte nur Angst vor dem Kind.
Manchmal besucht sie mich noch.
An der Stelle, wo andre moralisch sind,
da ist bei ihr ein Loch…
(Erich Kästner, Moralische Anatomie)
Diese kurzfristige Absage ging mir nicht aus dem Kopf. Diese Art, mich abzustempeln, das verletzte mich. Zum Schlendern war nicht das richtige Wetter. Er regnete. Ich bin dann bei Dussmann gelandet und habe CDs und Bücher angeschaut. Ohne sie eigentlich zu sehen. Dann habe ich mich in einen der spärlich gesäten Sessel gesetzt. Ich hatte ein Buch in der Hand und blätterte von vorne nach hinten und wieder zurück. Das dauerte in bisschen, bis ich aus diesem Zustand der Enttäuschung und des Ärgers über Olga herausfand. Ich argwöhnte wieder einmal einen Mann dahinter. Obwohl ich es nicht wusste und es im Grunde auch keine Rolle spielte. Aber gerade der Mann störte mich an der Sache. Wenn sie wenigstens mit einer Frau verabredet gewesen wäre, dachte ich. Ich schaute mir das Buch etwas genauer an. „Des Weibes Leib ist ein Gedicht“ stand da.
Des Weibes Leib ist ein Gedicht,
Das Gott der Herr geschrieben
Ins große Stammbuch der Natur,
Als ihn der Geist getrieben.
Ja, günstig war die Stunde ihm,
Der Gott war hochbegeistert;
Er hat den spröden, rebellischen Stoff
Ganz künstlerisch bemeistert.
Fürwahr, der Leib des Weibes ist
Das Hohelied der Lieder;
Gar wunderbare Strophen sind
Die schlanken, weißen Glieder.
O welche göttliche Idee
Ist dieser Hals, der blanke,
Worauf sich wiegt der kleine Kopf,
Der lockige Hauptgedanke!
Der Brüstchen Rosenknospen sind
Epigrammatisch gefeilet;
Unsäglich entzückend ist die Zäsur,
Die streng den Busen teilet.
Den plastischen Schöpfer offenbart
Der Hüften Parallele;
Der Zwischensatz mit dem Feigenblatt
Ist auch eine schöne Stelle.
Das ist kein abstraktes Begriffspoem!
Das Lied hat Fleisch und Rippen,
Hat Hand und Fuß; es lacht und küßt
Mit schöngereimten Lippen.
Hier atmet wahre Poesie!
Anmut in jeder Wendung!
Und auf der Stirne trägt das Lied
Den Stempel der Vollendung.
Lobsingen will ich dir, o Herr,
Und dich im Staub anbeten!
Wir sind nur Stümper gegen dich,
Den himmlischen Poeten.
Versenken will ich mich, o Herr,
In deines Liedes Prächten;
Ich widme seinem Studium
Den Tag mitsamt den Nächten.
Ja, Tag und Nacht studier ich dran,
Will keine Zeit verlieren;
Die Beine werden mir so dünn –
Das kommt vom vielen Studieren.
(Heinrich Heine, Das Hohelied)
Olga ist ein bisschen lockerer als ich. Oder unbefangener. Sie kann mal eben mit jemandem ins Bett gehen und am nächsten Morgen geht sie wieder ihre eigenen Wege. Ich habe vor einigen Jahren gelernt, dass so etwas machbar ist. Ich habe es gelernt und kann‘s dennoch nicht. Oder ich will‘s nicht können. Aber ich merke, dass ich zu Olga herüber starre. Ich will sehen, was sie da macht. Oder wie sie das macht.
Ich bin die Hure an der Bar,
die ich vor hundert Jahren war.
Ich bin was du vergessen hast.
Der ausgestorbene Palast.
Der Mund bin ich, der dich verzehrt.
Ich bin die Nacht, die wiederkehrt.
Ich war, ich werde sein, ich bin
die maulbeerfarbne Negerin,
das Meer, das dir zu Füßen schäumt.
Ich bin der Hund, der von dir träumt.
Das Haschisch bin ich, das du rauchst.
Ich bin der Strom, den du verbrauchst.
Der Tropf, an dem du hängst,
der Haufen Geld, an den du denkst.
Ich bin das Auge, das dich sieht,
die Zarin, die vor dir hin kniet,
Und die dich in die Wüste schickt.
Ich bin der Stricher, der dich fickt.
Ich bin dein Engels und dein Marx.
Ich bin der Deckel deines Sargs,
das Fleisch, das du zu Abend ißt.
Ich bin dein Abgott und dein Mist.
Ich bin, ich werde sein, ich war
die Fledermaus in deinem Haar.
(Hans Magnus Enzensberger, Ich bin was du vergessen hast)
Ich ärgerte mich. Ich las da im Sessel sitzend Liebesgedichte, während Olga Liebe machte. Sicher war das ja nicht, aber ich stellte es mir so vor. Ich stellte mir ganz konkret Olga und einen gutaussehenden Mann im Bett vor. Bei Olga sind das immer gutaussehende Männer. Olga ist Model und das sieht man. Und die Männer, die sie so anschleppt, die sehen meistens ähnlich gut aus wie sie selbst. Ich stellte mir Olga beim Liebesspiel vor. Was man so Spiel nennt, das wird ja in der Regel auch schnell ernst. Bei mir jedenfalls. Ist das bei Olga anders? Berührt sie der Sex vielleicht gar nicht so sehr? Ich stellte mir Männerhände auf ihrem Frauenkörper vor. Ich ärgerte mich immer mehr. Ich regte mich auf. Ich erregte mich.
Öl Schweiß Gerüche Schweißkolben Treppengeruch
Bettgeruch da muß man die Hand die anfaßt umfaßt
um Hartes um Weiches Metall Zebedäi reinschicken
sich hin und her gerollt Kastanien Kopf ganz wie sagt
man voll von schmutzigen schmutzige Phantasie ge-
steigert zu dem Bedürfnis zu sagen von mannigfaltig
Verwicklung in der sich konkret durch die Umstände
auseinandergebogener Schenkel verrenkt Geschmack
der Pulpa Klitorides Anastatica Hierochuntica Dös-
chen zu bürsten es tun Nummer schieben Stoßgeschäft
verkrampfte Vagina aus Angst Kinder zu kriegen die
Sacknaht zu lecken die immer die gleiche Figur kopf-
über verzerrt kürzer sich außer von unten geschraubter
Hintern stumm sich verschiebende Phase verbraucht
unverbraucht schlapp ausgehöhlt ausgearbeitet
schwach besetzt und kräftig ausgebildet schwach aus-
gebildet und kräftig besetzt sperrbeinig sperrfleischig
Spalt spalten glatt kalt weich heiß Rückbezug Rücken-
zug besonders ermüdend Ausschweifungen
vor dem Spiegel Damenbesuch nur an Nachmittagen
Schlüpfer- jagd als Ventil and the question as to how
many times a night a man can do it is a favorite
topic of grau still des Juli morgens Wand lila sperr-
beinig auseinandergebogen talsohlenflach naß erschöpft
was ist der des Sexuellen Tropfenglanz Zauber warum
so gro ßen ersten Blicks dans des cas pareils
sperrbeinig sperrbildrig fenstersturzläuternd c‘est
toujours unbedacht blindlings die gleiche Sache
(Helmut Heissenbüttel, Gedicht über Phantasie)
Wenn ich rauskriege, dass da schon wieder ein Kerl dahinter steckt, drehe ich Olga bei der nächsten Gelegenheit den Hals um.
O
fick mich
fick mich
schnell.
und er
fickte sie
fickte sie
schnell
hinter
einem Busch?
Es gab keinen
Busch. Schien
der Mond?
Es gab kein
Licht. Die
Birne war
kaputt.
(Rolf Dieter Brinkmann, Liedchen)
