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Aléas Anordnungen

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    Kommentare:

  • Silvia Kühnel: Lieber Claus, habe schon mal vor einigen Jahren geschrieben, weil ich die Idee mit der Kunstfigur gut finde. Ein frohes Fest und ein gutes neues Jahr und viel Freude mit dem Stipendium. Silvia (Buchhändlerin in Dortmund)
  • irisnebel: klasse! gratuliere! musst du ne gegenleistung bringen? als stadtschreiber z.b.?
  • nadine schmid: Ich habe mit Thien an der Uni Koeln studiert. Wir ware zeitweise befreundet, aber ich hatte wenig verstaendnis fuer seinen ‘Mangel’ am akademischen Streben und habe, trotz meiner Anerkennung seines Talents, sein Lebensziel, aus seiner Dichtung etwas zu machen, als...
  • bersarin: Es muß natürlich, entdecke ich beim zweiten Lesen, Monika Rinck heißen. Ich kann mir Namen nie merken.
  • Aléa Torik: Ja, Bersarin, seinerzeit hat‘s ziemlich gut funktioniert: es war Literatur und die Leute waren mittendrin. Manche, ohne es zu merken. Manche haben hinterher zufrieden gelächelt, weil sie bei etwas Neuem mitgemacht haben. Oder weil sie selbst zu einer Art literarischer Figur dadurch...
  • bersarin: Literarisches Bloggen, liebe Aléa Torik, funktioniert durchaus. Freilich nur bei den wenigsten. Das meiste, was geschrieben wird, stammt aus dem Klein-Klein der Halbgarküchen, ist Poesiealbumsprosa von Minderleistern, Befindlichkeitsscheiße ohne Form. Ich schreibe dahingehend und als...
  • Aléa Torik: Never ride a dead horse – das hätte auch als Überschrift dieses Beitrags herhalten können. Gestern Nacht bin ich mit dem Rad 35 km durch das ausgestorbene Berlin gefahren, bis weit jenseits der Stadtgrenze. Da ich ziemlich kaputt war, konnte ich dabei nichts denken, aber wenn...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, Du hast überschüssige Energie!? Da werden Dich viele drum beneiden, umso besser also, wenn sie in etwas fließt, was Sinn zu machen verspricht. Was soll man also dazu sagen? Ich sage: Es lebe die Literatur! Und Gratulation natürlich zum vollzogenen Ausstieg aus...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, verflixt, hab‘ ich schon wieder Recht? Ich kann sagen, was ich will, ich habe immer recht. Dabei schrieb ich das eigentlich, um zu provozieren. Entweder lässt sich keiner provozieren oder die Provokation im Netz ist so allgegenwärtig, dass man zu ganz anderen Kalibern...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, da triffst Du mal wieder den Nagel auf den Kopf wie die Faust das Auge: fiktional und ein Sein als solches hat ein literarisches Blog zu sein und nicht einfach noch ein weiterer Mitspieler auf dem Markt- und Kampfplatz realer Eitelkeiten. Als Schriftsteller:in...
  • Aléa Torik: Liebe Miss Lingen, bitte entschuldigen Sie die kleine Verspätung meiner Antwort. Ich war auf anderen Schlachtfeldern unterwegs. Sie haben absolut recht, es ist viel zu komplex. Dabei darf ich mir zugutehalten, es deutlich vereinfacht zu haben. Denn im Original – wenn wir uns darauf...
  • Miss Lingen: Obwohl, wie Sie wissen, ich hier mit Sympathie lese, frage ich doch: ist das nicht alles ein wenig zu komplex?
  • Aléa Torik: Dann bin ich gespannt, was du von dem Essay hältst.
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, die Idee des freiwilligen Ablebens um des Erfolges willen stand ja schon einmal im Raum, aber das nur zu machen, um ausgerechnet auf meine Leseliste zu kommem, nee, da hast Du recht, das wäre schon sehr übertrieben! http://www.litblogs.net/hue...
  • Aléa Torik: Lieber holio, ganz verstehen kann ich die Ottos und Ottisten ja tatsächlich nicht. Vielleicht ist das so, dass Otto und Otta, was ihr Leseverhalten betrifft, auch nicht ganz schlau aus sich werden. Sie greifen immer nur nach dem, wonach auch die anderen greifen. Das zeichnet die...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, man ist ja einiges gewöhnt bei den Autoren. Was die alles tun, um gelesen zu werden, beispielsweise das Schreiben seltsamer Bücher. Ich fände es allerdings doch etwas übertrieben, wenn sich ein Autor nach dem Schreiben seines Buchs sogleich aus dem Leben verabschiedet:...
  • holio: Traurig ist das in der Tat. Und so ganz zu verstehen auch nicht. Im Geräusch des Werdens war der Anknüpfungspunkt für Otto Normalleser ja da. Und die Bălkanexotik ist auch rezipiert und rezensiert worden. Die Sprache ist einfach, der Plot verständlich, erinnere die Szene mit dem blinden...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, noch habe ich Deinen Essay ja nicht gelesen – kommt aber noch! Bin gespannt wie ein Flitzebogen! Und was meine durch eigenes Lesen hervorgerufene Belebung von Texten inzwischen leiblich von uns gegangener Autor:inn:en angeht, so ist es nicht Trost, den ich da...
  • Aléa Torik: Lieber holio, Sie haben recht, die Politik lassen wir hier außen vor. Richtig glücklich bin ja auch nicht mit dem Etikett der Postmoderne. Aber irgendwie müssen wir es ja benennen. Sagen wir Transmoderne. Die wesentliche Information ist allerdings angekommen, schon lange: dass Sie...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, fein, dass ich dich zum Assoziieren bringe. Dass steter Tropfen den Stein höhlt, habe ich bisweilen schon gehört. Aber hat mal jemand gefragt, was mit all den ausgehöhlten Steinen anzufangen ist? Wozu Steine höhlen? Was Cărtărescu betrifft, ich habe es in dem Essay...

  • 21 September 2009

    Lolita II

    Damit hatte ich nicht gerechnet, als ich vor einiger Zeit die ersten Zeilen aus Vladimir Nabokovs „Lolita” kommentarlos hierherstellte, dass ich noch etwas dazu sagen will. Ich kenne einiges von Nabokov und war immer angetan. Jedenfalls habe ich in Erinnerung, angetan gewesen zu sein. Da ich viel lese, vergesse ich auch viel. Mindestens ebenso viel wie ich lese. Vielleicht euch ein kleines bisschen mehr. Da ich nicht gut im Rechnen bin, halte ich‘s nicht so genau nach. Es ist ein rein und raus in meinem Kopf. Das fühlt sich auch ganz gut an. Ich glaube nicht, dass es sich besser anfühlte, wenn es immer nur rein ginge.

    Jetzt habe ich ein paar Tage lang meine unteren Extremitäten baumeln lassen und mit den oberen das Buch gehalten. Und es dabei auch gelesen. Lolita scheint mir nicht Nabokovs bester Roman zu sein. Das Buch ist vor allem seiner chronique scandaleuse wegen bekannt. Dieses Thema – Pädophiler missbraucht Minderjährige – hat heute, so skandalös es ist, längst nicht mehr die Sprengkraft, die es im prüden Amerika der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hatte. Der Roman erinnert an Herman Melvilles „Moby Dick”: In beiden Büchern werden, neben dem eigentlichen Handlungsverlauf herlaufend, theoretische Exkurse zum jeweiligen Thema geboten. Der Grund, warum ich noch etwas zu dem Buch sage, ist dieser: Nabokov trifft nach dem ersten Teil des Textes, nach knapp der Hälfte seines Umfangs, eine folgenschwere Entscheidung, mit der er, wie ich die nächsten zweihundert Seiten meinte, seinen Roman regelrecht kaputt macht. Ein Konstruktionsfehler! Bis er ihn dann am Ende, auf den letzten Seiten, fulminant und dennoch absolut unspektakulär repariert. Aber der Reihe nach.

    Präludium: Das Buch ist die Autobiografie des pädophilen Humbert Humbert, der wegen Mordes im Gefängnis sitzt und dort seine Geschichte notiert. Das kurze Vorwort eines Herausgebers informiert uns, dass Humbert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Buches bereits verstorben ist. Die letzten Zeilen teilen uns mit, dass dieser Text erst veröffentlich wird, wenn Lolita nicht mehr lebt. Beide Protagonisten sind also zum Zeitpunkt der Lektüre nicht mehr am Leben. Humberts Autobiografie entsteht zwischen seiner Verhaftung und dem Beginn seines Prozesses. Er will damit die Richter beeinflussen und für sich einnehmen. Also: seine Leser natürlich. Wir können uns von Anfang an auf einen hoch suggestiven Stil einstellen.

    Im ersten Teil beschreibt Humbert seine Neigung zu den von ihm verniedlichten “Nympchen”, wie er die 12-jährige Lolita (dabei belasse ich es, obwohl das Mädchen mit bürgerlichem Namen Dolores heißt) kennen lernt und ihre verwitwete Mutter heiratet. Die findet durch Humberts geheime Aufzeichnungen heraus, dass er in Wahrheit ihre Tochter begehrt und sie selbst lediglich als notwendiges Übel hinnimmt, um sich des Kindes zu bemächtigen. Die schockierte Frau schreibt sofort einige Briefe und wird, als sie die zum Briefkasten bringt, vom Auto überfahren. Lolita, die sich zu diesem Zeitpunkt im Ferienlager befindet, gerät dadurch in die Hände Humberts. Der behauptet dem Mädchen gegenüber, als er sie dort abholt, ihre Mutter liege im Krankenhaus. Nach der ersten gemeinsamen Nacht mit der 12-jährigen will Lolita ihre Mutter anrufen. Daraufhin sagt Humbert ihr die Wahrheit, dass die Mutter tot ist. Damit endet der erste Teil des Romans.

    Interludium: Autor und Autorin haben es immer mit den Erwartungen der Leserschaft zu tun. Zwischen Erwartung und Erfüllung dieser Erwartung liegt in der Regel ein Spalt. Die Autoren wissen das natürlich und ein erfahrener Autor, kann mit dieser Differenz spielen. Ein Spiel, das Nabokov exzellent beherrscht (man müsste sogar sagen: er hat ein nahezu kriminelles Gespür für die Erwartungen seiner Leser). Der Erwartungshorizont der hier aufgebaut wird, ist dieser: Wie reagiert die soeben missbrauchte Lolita darauf, dass die Mutter tot und sie selbst damit dem Täter hilflos ausgeliefert ist? Die Antwort auf diese Frage lautet: gar nicht. Vielmehr, und das ist der Grund, warum ich von einem folgenschweren Konstruktionsfehler gesprochen habe, Nabokov lässt sie nicht reagieren.

    Im zweiten Teil wird der Roman zum Roadmovie: die beiden fahren durch Amerika, von einem Motel ins nächste, von einer Nacht und von einem Geschlechtsakt zum nächsten. Nirgendwo bleibend, immer unterwegs auf einer Reise, für die, das weiß Humbert genau, nur ein Ende vorstellbar ist: das Kind wird in die Pubertät kommen und jeglichen erotischen Reiz für ihn verlieren. So kommt es dann auch und es kommt noch anders: er verliert Lolita an einen Konkurrenten, unglücklicherweise ebenfalls ein Pädophiler, den Humbert schließlich aufspürt und brutal hinrichtet. Die Entscheidung Nabokovs, den ersten Teil mit der Mitteilung des Todes der Mutter zu beenden und im zweiten Teil dann die Auswirkungen dieses Todes darzustellen, nämlich die totale Ausweglosigkeit Lolitas, die ein Kind ist und die auf Humbert angewiesen ist bedeutet hier: Es wird an keiner einzigen Stelle etwas darüber gesagt, was dieser Tod für Lolita bedeutet. Der Leser erfährt nichts über das Innenleben, das Gefühlsleben dieses Kindes. Es wird alles aus der Sichtweise Humberts geschildert: wie er sich das Mädchen sexuell gefügig macht, welche Gefahren, welche Ängste er ausstehen muss. Aber kein Wort über die Ängste des Mädchens. Und genau das will der Autor. Er beschreibt die absolute Uneinsehbarkeit einer Figur: Humbert kommt nie an das heran, was das Mädchen über ihn denkt. Er bekommt sie nie wirklich zu greifen. Und genau dies ist es, was der Leser nicht will: er will wissen, was in dem Mädchen vorgeht. Die Sicht des Täters ist dem Leser sogar unangenehm, und gerade eines solches Täters, wie Humbert einer ist, intelligent, gebildet und immer versucht die Richter und Leser auf seine Seite zu ziehen. Weil er sein Sensorium auf Abwehr eingestellt hat. Und mehr als zweihundert Seiten mit auf Abwehr eingestelltem Sensorium: das kann ganz schön an den Nerven zerren.

    Postludium: Erst auf den letzten Seiten wird der eigentlich Skandal dieses Buches deutlich, der von dem sogenannten Skandal überschattet wird. Der sogenannte Skandal ist der Missbrauch einer Minderjährigen, das ruinierte Leben eines Kindes, die später, nicht einmal volljährig, schwanger wird und über deren weiteres Schicksal sich das Buch züchtig zurückhält; aber man weiß heute, dass solche Schicksale nahezu irreparabel sind. Nach der Hinrichtung des Konkurrenten durch Humbert, die so maßlos brutal ausfällt, weil sich darin auch der Versuch der Hinrichtung seiner eigenen Neigungen widerspiegelt, auf den letzten Zeilen dieser Lebensgeschichte wird es dem Leser – wurde es mir jedenfalls – bewusst, und ich hatte eine Gänsehaut dabei: der eigentlich Skandal, der viel schwerer wiegt als der vorgebliche, ist, dass Humbert Lolita wirklich über alles geliebt hat. Nicht der Missbrauch ist der Skandal, sondern die Liebe.

    Das hätte Nabokov nicht besser einfädeln können. Da hat er mich doch mehr als zweihundert Seiten lang hinters Licht geführt, der alte Fuchs.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.