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  • Aléa Torik: Ich fürchte fast, dass da noch einiges nicht in Ordnung ist. Der Kommentar steht dort, wo er stehen soll, aber er ist dreimal vorhanden. Oder zehn Mal. Da muss ich noch etwas ändern.
  • Aléa Torik: Lieber Phorkyas, ich bin heute kurz angebunden. Entweder bin ich im Stress oder ich bilde mir das nur ein. Warten Sie noch ein paar Tage und dann kommt der Artikel. Allerdings dürfen...
  • phorkyas: Liebe Alea, dann warte ich gespannt. Vielleicht gibt es dann ja auch was Neues zu überlichtschnellen Neutrinos, Higgs-Bosonen oder dunkler Materie. Herzlich, Phorkyas
  • Aléa Torik: Lieber Herr Iffland, ich bin auf Ihre Reaktion gespannt. Es wird sicher viele verschiedene Reaktionen geben und was dem einen gefällt, ist dem anderen ein Graus. Das ist der Reichtum,...
  • Iffland: Liebe Aléa Torik, manchmal ist man ja verblüfft über so manche Entwicklung in unmittelbarer Nähe, so dass Ihre Frage nach meinem Befinden ausgerechnet heute -und trotz meiner Sparsamkeit...

  • 01 April 2011

    On Complexity

    Morgen gibt’s hier wieder was zu sehen. Heute gibt’s nur einen Link. Der Sachverhalt ist nicht ganz neu, aber ausgezeichnet dargestellt.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    24 Dezember 2010

    Eine Lebensregel

    „Es gibt keine „Lebensregel“, von der man nicht sagen könnte, es wäre weiser, statt sie zu befolgen, das Gegenteil zu tun.“

    André Gide, Tagebuch zu „Die Falschmünzer“

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    18 Oktober 2010

    „Ein Ganzes ist, was Anfang, Mitte und Ende hat“

    Im Folgenden ein Zitat aus der Poetik des Aristoteles, zur Verkettung von Ursache und Wirkung in erzählerischen und dramatischen Werken. Mir gefällt das so gut, ich kommentiere das nicht weiter.

    „Ein Ganzes ist, was Anfang, Mitte und Ende hat. Ein Anfang ist, was selbst nicht mit Notwendigkeit auf etwas anderes folgt, nach dem jedoch natürlicherweise etwas anderes eintritt oder entsteht. Ein Ende ist umgekehrt, was selbst natürlicherweise auf etwas folgt, und zwar notwendigerweise oder in der Regel, während nach ihm nichts anderes mehr einritt. Eine Mitte ist, was sowohl selbst auf etwas anderes folgt als auch etwas anderes nach sich zieht. Demzufolge dürfen Handlungen, wenn sie gut zusammengefügt sein sollen, nicht an beliebiger Stelle einsetzen noch an beliebiger Stelle enden, sondern sie müssen sich an die genannten Grundsätze halten.“

    Aristoteles, Poetik, 1450 b.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    02 Juli 2010

    “Wir sind Nieten im Bett”

    Hier kommt die zweite und letzte Bemerkung zu „Der unerträgliche Gaucho“ von Roberto Bolaño.

    Auch dieses Buch des Chilenen hat mir nicht sonderlich gefallen. Vielleicht gehört dieser Mann zu jenen Schriftstellern, zu jenen Ausnahmegestalten, die nur große Texte schreiben können. Und die an den kleinen scheitern. Mit großen Texten meine ich nicht die langen Texte, die umfangreichen oder voluminösen, sondern ich meine die großartigen Texte. Künstler, die, weil sie nur solche Texte schreiben können, notwendig an den kleinen scheitern. Viele scheitern vielleicht an den großartigen Texten (Stoffen, Motiven, Darstellungen), weil sie nicht gut genug sind. Bolaño womöglich gehört zu jenen, die an den weniger großartigen scheitern, weil sie zu gut sind. Weil er wirklich ein Ausnahmeschriftsteller ist. Zu meiner Leseliste im Sommer gehören seine beiden dicken, und womöglich auch großen Romane. Die werden diese Liste auch nur verlassen, indem ich sie lese, nicht indem ich sie vorzeitig rauswerfe.

    „Wir sind Nieten im Bett, wir sind Nieten bei Wind und Wetter, aber im Sparen sind wir Meister. Wir heben alles auf. Als wüssten wir, dass das Irrenhaus irgendwann abbrennt. Wir verstecken alles. Nicht nur die Schätze, die Pizarro weiterhin regelmäßig unterschlagen wird, sondern die unbrauchbarsten Gegenstände, den ganzen Plunder, lose Fäden, Briefe, Knöpfe, die wir an Orten vergraben, an die wir uns später nicht mehr erinnern können, denn wir haben ein schlechtes Gedächtnis. Aber wir lieben es, Dinge aufzuheben, zu horten, zu sparen. Wenn wir könnten, würden wir uns selbst für bessere Zeiten aufsparen. Ohne Mama und ohne Papa können wir nicht leben. Obwohl wir ahnen, dass es Mama und Papa waren, die uns hässlich, dumm und schlecht werden ließen, damit sie selbst vor kommenden Generationen noch besser dastehen. Für Mama und Papa war Sparen Überdauern, Werk und Pantheon bedeutender Persönlichkeiten, während für uns Sparen Erfolg, Geld und Anerkennung ist. Darum und nur darum geht es uns. Wir sind die Generation der Mittelschicht.“

    Wer etwas über die Literatur Argentiniens wissen will: die Bolañisten erweitern gerade ihren Horizont.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    25 Juni 2010

    Krankheit und Kafka

    Im Folgenden in Zitat aus dem Buch „Der unerträgliche Gaucho“ von Roberto Bolaño. Vielleicht werde ich noch ausführlicher über das Buch berichten.

    „Canetti erzählt in seinem Buch über Kafka, dass der größte Schriftsteller des 20. Jahrhunderts an dem Tag, als er zum ersten Mal Blut spucken musste, begriff, dass die Würfel gefallen waren, worauf ihn nichts mehr vom Schreiben habe abhalten können. Was will ich damit sagen, wenn ich sage, dass ihn nichts vom Schreiben abhalten konnte? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht so genau. Ich nehme an, ich will sagen, dass Reisen, Sexualität und Bücher Wege sind, die nirgendwohin führen, auf die man sich aber dennoch begeben muss, um sich zu verirren und wiederzufinden oder um etwas zu finden, was auch immer, ein Buch, eine Geste, einen verlorenen Gegenstand, irgendetwas, vielleicht eine Methode, mit etwas Glück: das Neue, das, was immer schon war.

    Mir gefällt, dass Bolaño Reisen Sexualität und Bücher hier in einem Atemzug nennt. Drei Wege, die nirgendwohin führen. Die kein Ziel haben als sich selbst. Auch ich empfinde diese drei als die großen Abenteuer. Die, die nicht um der Erholung willen, um der Unterhaltung oder um des Triebes willen begonnen werden, sondern nur um ihrer selbst willen. Wege, die nirgendwohin führen. Wege, könnte man noch hinzufügen, bei denen man zu Tode kommen kann. Man kann untergehen, vermisst werden, man kann wiederkommen, neu beginnen. Das Neue nennt Bolaño „das, was immer schon war“. Eine kreisförmige Auffassung von Erkenntnis, wenn das Alte das Neue sein soll. Das muss keine pessimistische Auffassung sein. Es ist eine altbekannte Frage, wie das Neue in die Welt kommt. Wie man das Neue erkennt, wie man das neuartige am Neuen erkennt. Beantworten muss sie jeder für sich. Nur eins sollte man mit allen dreien nicht tun: sie zu den Akten legen.

    Roberto Bolaño „Der unerträgliche Gaucho“
    Aus dem Spanischen von Hanna Grzimek
    16.90 EUR
    Kunstmann Verlag
    ISBN 3-88897-446-1





    13 April 2010

    Die halluzinogene Katze III

    Hier gabs in letzter Zeit allerlei „Frühlingserwachen“ und „Verwirrungen der Zöglings Törleß“ (Torik). Nun kehren wir, nach Sex und Angst und Macht und Sport und Musik, zur Literatur zurück, und da ein weiteres Mal zur rumänischen Literatur, dieses Mal zu Teodor Dună,  hier und hier.

    Das folgende Gedicht stammt aus einem Band mit dem Titel „catafazii“ (Stotterer).

    Ich verberge ein meer ohne ufer und ohne jedes wasser unter der haut

    „ich spüre wie es innen langsam anbrandet.
    es ist gut. ich liege reglos im bett, eingewickelt in feuchte tücher,
    in ein blaues kleid und höre ihn rufen
    „dieser nacht wirst du nicht mehr entkommen“. es ist sehr gut.
    ich warte auf den Tag, der nicht mehr kommen wird.
    dafür habe ich säcke mit spinnen im bauch. sie wollen raus,
    ich drei meter unter mich. dort ist’s warm, ist ruhe,
    ist ein meer ohne ufer und ohne jedes wasser
    das kleid schnürt die haut ein, drückt die knochen tiefer hinein
    und das fleisch weiter weg von dieser wie auch immer weißen nacht.

    er liegt reglos zwischen bett und wand
    und ruft mir zu und hat über sich einen schwarzen vogel, seine haut
    ist feucht, und seine augen sind zwei wurzeln die in der zimmerdecke stecken.
    ich will raus
    und rühre mich nicht. das kleid drückt noch stärker und die haut gerät
    gänzlich unter mich und ich drei meter unter mich,
    und dort ist es gut, ist ruhe, verschwindet seine stimme
    verschwindet auch das zimmer
    und diese wie auch immer weiße nacht. aber nur ein bisschen.
    das meer ohne ufer und ohne jedes wasser
    steht plötzlich still,
    und ich komme wie aus schlammiger erde
    wieder unter dieser nacht hervor, unter seiner stimme,
    und stoße wieder an den leib, der mich lebt,
    an den leib, den ich vergessen will
    und in dem ich erwache, eingerollt
    wie in angst“

    Die Zeile, „der leib, der mich lebt“, das gefällt mir sehr gut. Da habe ich zu verstehen angefangen, dass hier vom eigenen Körper die Rede ist und dass dieser Körper jenes „meer ohne ufer und ohne jedes wasser“ ist. Auch die Formulierung  „ich warte auf den tag, der nicht mehr kommen wird“ gefällt mir, das kenne ich von mir selbst. Ich kann ebenso auf Tage und Umstände warten, die nicht kommen.

    Der sieht doch eigentlich ganz nett aus, gelle? Das wär auch mal ungefähr mein Alter. Aber der hat bestimmt eine Freundin. Oder zwei. Der Mistkerl!

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    24 Februar 2010

    Die halluzinogene Katze II

    Heute gibt es einen weiteren Auszug aus “Die halluzinogene Katze“. Das ist ein Sammelband der Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik, „Die Horen“. Ich habe Anfang Januar bereits einmal etwas daraus zitiert.

    Dieses Mal kommt ein trauriger Umstand zur Sprache. Rumänien hatte einen Dichter, einen großen Dichter, der kleine rumänische Dichter Constantin Virgil Bãnescu, den sie Bobită nannten, und der sich im letzten Jahr mit nur siebenundzwanzig freiwillig vom Leben verabschiedete. Er war 2004 auf dem Internationalen Literaturfestival in Berlin, hier finden sich einige biografische Angaben. Hier ein Video und hier ist er im Blog von Miruna Vlada.

    der tag an dem ich sterbe

    mit 23 jahren habe ich
    bis ich sterben werde nichts mehr zu schreiben

    und heute ist leben

    mein mund steht offen vor meinem sterbenden mund

    und sonne ist überm feuer

    es ist alles was ich noch schreiben würde
    wenn ich noch etwas zu schreiben hätte bis ich sterbe

    die ausgedehnteste haut des tages

    es ist der tag an dem ich sterbe

    der tag an dem ich sterbe
    ist noch ein tag im leben

    (Übersetzt von Ernest Wichner, gewidmet Oskar Pastior, der seine Gedichte ins Deutsche übertragen hat.)

    „Bobită ist tot, er, der wie ein Feuerwerk in die Poesie eingezogen war, Bobită, der mit den Odaliskenaugen, er verzauberte das deutsche Publikum mit seiner Flöte, auf der er wie ein spielendes Kind heitere Melodien improvisierte, Bobită, der jedes Wort wie ein Gedicht durchlebte, der ehrlich war und artifiziell.“
    Nora Iuga

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    26 Januar 2010

    Ein grauenhaftes Geräusch

    Wo ich gerade schon wieder dabei bin, möchte ich ein kleines Beispiel der Fähigkeiten von David Foster Wallace aus „Unendlicher Spaß” bringen. Dieser Autor hat ein erhebliches Gespür für Situationen, aus denen sich etwas machen lässt. Und er macht dann auch etwas aus ihnen.

    Ortho Stice sitzt eines Morgens im Flur auf einem Stuhl und lehnt mit der Stirne am Fenster. Dort trifft ihn sein Freund und Kollege Hal Incandenza. Das dauert ein bisschen bis man begreift, was da vor sich geht. Ortho lehnt mit dem Kopf am Fenster und erzählt den Witz über die drei Statistiker, den ich gestern hier nacherzählt habe. Erst nachdem Hal ihn darauf anspricht, berichtet Stice, dass er, im November bei Eiseskälte gegen Mitternacht, offenbar von Alpträumen gequält, verschwitzt aus seinem Zimmer gegangen ist, sich auf diesen Stuhl gesetzt und den Kopf an die Scheibe gelehnt hat. Und dass er da immer noch sitzt, weil er mit seiner Stirne an der Scheibe festgefroren ist. Er gehört zu jenen Menschen, bei denen das Gesicht und der Rest ihrer Erscheinung nicht zusammen passen. Auf seinem durchtrainierten und muskulösen Körper sitzt ein fettes, schwabbeliges Gesicht. Hal schlägt vor, Ortho von der Fensterscheibe loszureißen. Und das hört sich in Wallace‘ Worten so an:

    „Sein Holzstuhl knarrte, als ich ihn mit dem Knie fixierte. Er atmete schnell und tief. Seine parotitischen Wangen flappten ein bisschen beim Atmen. Unsere Wangen hatten wir fast aneinandergelegt. Ich sagte, bei drei würde ich ziehen. Ich zog dann aber bei zwei, damit er sich nicht dagegen wehrte. Ich riss ihn mit aller Kraft zurück, und nach kurzem Widerstand riss Stice mit.
    Man hörte ein grauenhaftes Geräusch. Seine Stirnhaut dehnte sich als wir seinen Kopf zurückrissen. Sie weitete und dehnte sich, bis sich zwischen seinem Kopf und dem Fenster eine Art Bord aus gedehntem Stirnfleisch von einem halben Meter Länge erstreckte. Das klang wie ein Gummiband aus der Hölle. Die Dermis von Stice‘ Stirn klebte immer noch, aber das überreichlich vorhandene Fleisch seines Bulldoggen-Gesichts wurde hochgezogen, dehnte sich und verband seinen Kopf mit der Fensterscheibe. Sekundenbruchteile lang sah ich gewissermaßen Stice‘ richtiges Gesicht; wie seine Gesichtszüge ausgesehen hätten, wenn sie nicht von schlabberigem Wangenfleisch aus der Prärie umhüllt gewesen wären; als jeder mm verfügbaren Fleischs zur Stirn hochgezogen und gedehnt wurde, erhaschte ich einen Blick darauf, wie Stice nach einer radikalen Gesichtsstraffung ausgesehen hätte: ein schmales und feingeschnittenes, wenn auch irgendwie nagerhaftes Gesicht, in Flammen dank einer Art Offenbarung, sah unter dem rosaroten Schirm gedehnten Restfleischs aus dem Fenster.” (David Foster Wallace, “Unendlicher Spaß, S. 1252)

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
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    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    17 Januar 2010

    Die halluzinogene Katze I

    Hier handelt es sich um einen Sammelband der Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik, „Die Horen“. Dieser Band bringt „Träume, Realien – Stimmen und Stimmengewirr aus der Gegenwart Rumäniens“. Herausgegeben von Ernest Wichner, der das Literaturhaus in Berlin leitete, aus dem Banat kommt und sich sehr für die Vermittlung von rumänischer Literatur in Deutschland einsetzt. Ich werde mich in keiner Weise zu der Auswahl der Texte äußern, sondern lediglich bisweilen etwas zitieren oder kommentieren. So stelle ich mir das jedenfalls vor. Ich habe bisher nur ein bisschen geblättert und bin dabei auf eine Zeile gestoßen, die mir gefallen hat. Ich zitiere nicht einmal das ganze Gedicht, sondern nur ein paar Zeilen.

    „Auferstehung“ von Ion Mureşan. Es kommt aus dem Band „Poemul care nu poate fi înţeles / Das unverständliche Gedicht“ und ist von Ernest Wichner übersetzt worden.

    „ …
    Dieses und jenes seelische Phänomen verliert sich, aber
    Dieses und jenes Organ geht nicht verloren. Und doch
    Umarm ich vor dem Spiegel angsterfüllt und nackt meinen
    Eigenen Leib. Was aber fangen wir mit zwei Stimmen an
    Im Mund? Nun geh ich zweifellos – die Würde mit am Stock –
    Spazieren in der Stadt, rühre mit dem Finger im Bewusstsein rum
    Als wär’s ein Joghurtbecher
    Rühr und rühr, bis es weich ist
    weich
    weich.
    …“

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    15 Dezember 2009

    Klauer und Beklaute

    Ich  muss zugeben, das Folgende ist nicht von mir. Ich habs hier geklaut, und auch gleich gebeichtet. Aber der, von dem ich es geklaut habe, der hat es auch woanders her. Der hats auch geklaut. Und der, bei dem er es geklaut hat, der hats wahrscheinlich auch geklaut. Ganz am Ende der Liste der Klauer und Beklauten stand vielleicht mal einer, dem das gehört hat. Aber diese Fomulierungen sind so allgemeingültig und so wichtig, dass es das größere Verbrechen gewesen wäre, es nicht zu klauen. Deswegen möchte ich auch jeden und jede auffordern, das hier zu klauen. Und es mir zu beichten. Damit ichs dem, bei dem ich es geklaut habe, weiterbeichten kann, der es dann auch da, wo er es her hat …

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben