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  • Aléa Torik: Lieber Norbert, fein, dass ich dich zum Assoziieren bringe. Dass steter Tropfen den Stein höhlt, habe ich bisweilen schon gehört. Aber hat mal jemand gefragt, was mit all den ausgehöhlten Steinen anzufangen ist? Wozu Steine höhlen? Was Cărtărescu betrifft, ich habe es in dem Essay...

  • 11 Dezember 2013

    Worum geht’s eigentlich in Ihrem Roman?

    „Worum geht’s eigentlich in Ihrem Roman?“ Das ist es, was die Leute vom Autor wissen wollen. Er soll sagen, worum es in seinem Text geht. Worum es eigentlich geht: also ohne jedes Geschwafel. Dann soll er Hunderte einzigartiger Formulierungen gegen einige beliebige Floskeln austauschen. Worum geht’s? Das wollen alle vom Autor wissen, von Anfang an.

    Wenn der Autor einen Verlag oder einen Agenten sucht, muss er schriftlich erklären, worum es in seinem Roman eigentlich geht: Er muss ein Exposé abliefern. Nun hat sich aber der Autor gerade um diesen einen Punkt nie Gedanken gemacht. Also fragt er seine Frau, die es wissen könnte und die wiederum fragt ihre beste Freundin. Die schreibt dann irgendwas hin, gibt’s der Frau des Autors und die ihrem Mann, welcher es an den Verleger weitergibt bei dem das unter einem Papierstapel verschwindet.

    Wenn das Buch dann wider alle Wahrscheinlichkeit erscheint, wird es vom Verleger an den verantwortlichen Redakteur einer Zeitung oder Zeitschrift gegeben und der gibt es an einen Rezensenten. Dann muss es endlich mal einer lesen, weil es der Verleger natürlich ungelesen an seinen Lektor, der Lektor an seine Frau und die an ihre beste Freundin weitergegeben hatten. Da der Rezensent aber gerade keine Zeit hat, gibt er’s an seine Frau und die gibt’s an ihre beste Freundin. Die ruft dann den Autor an und fragt, worum es in dem Buch eigentlich geht, wird aber aus den Formulierungen ihres Gesprächspartners nicht schlau. Sie schreibt einfach etwas hin und gibt den Text an die Freundin und über den Rezensenten geht er wieder an den Redakteur. Dann erscheint die Rezension, in der klipp und klar gesagt wird, worum es in dem Roman eigentlich geht. Weil der Leser dieser Rezension, weil der potentielle Käufer sich aber, wenn er in einer Buchhandlung steht, nicht genau erinnern kann – nicht an die Rezension und auch nicht an das rezensierte Buch – kauft er irgendein anderes Buch und verschenkt es an einen Freund, der es an seine Frau weitergibt, die es ihrer besten Freundin gibt.

    Irgendwo und irgendwann in der langen Verwertungskette liegt dann mal einer auf der Couch und liest, was bis dahin noch niemand gelesen hat. Er versucht‘s zumindest, muss aber zu seinem Bedauern feststellen, dass das Buch schlechterdings unlesbar ist. Dann kommt seine beste Freundin, eine dieser Freundinnen, die man im Leben braucht und die tatsächlich Bücher lesen und auch wirklich etwas von Literatur verstehen. Und die kann es dann als das Buch identifizieren, das sie tatsächlich gelesen hat. Auch wenn sie sich nicht mehr erinnern kann, wer es ihr gegeben hat, geschweige denn, worum es da eigentlich geht.

    Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo mal jemand die Wahrheit sagen muss: dass es nämlich nicht so wichtig ist, worum es im modernen Roman eigentlich geht – es geht ja sowieso immer um das Gleiche -: wichtig ist dass und wie es weitergeht. Denn nichts kann so weitergehen wie es Romane können. Alles andere auf der Welt geht einfach nur zu Ende.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.



    Kommentare

    Kommentar von Konrad Geyer
    Datum/Uhrzeit 11. Dezember 2013 um 22:32

    Aber worum gehts denn jetzt? Spaß. Schoener Text. Jack Londons Martin Eden ist lange überzeugt, dass bei den Zeitschriften, an die er seine Texte schickt, überhaupt keine Redakteure sitzen, sondern gut geoelte Retournierungsmaschinen ein Heer an Zahnraedern drehen. Fiel mir an der Stelle ein. Schoenen Abend.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 12. Dezember 2013 um 16:53

    Ich habe den Text an die ZEIT geschickt, allerdings ohne den letzten Abschnitt, aber die wollten ihn nicht. Immerhin bekomme ich inzwischen Absagen. Das war auch mal anders. Dann habe ich ihn an die FAZ geschickt. Frau von Lovenberg fand ihn gut und wollte ihn zur Buchmesse bringen. Aber dann hat sie ein Kind bekommen und mein Text ist untergegangen. Ich habe insgesamt etwa 15 Mails dieses einen Textes wegen geschrieben, der dann nicht veröffentlicht worden ist. Ich könnte ihn jetzt natürlich weiter anbieten, es gibt noch genug Zeitungen etc. Aber ich habe keine Lust und keine Zeit für solche Spielchen.

    Kommentar von bersarin
    Datum/Uhrzeit 12. Dezember 2013 um 21:26

    Es ist bei Veröffentlichungen von Texten wie es immer ist: Der Zufall entscheidet häufig über Möglichkeit und Unmöglichkeit. Und im Journalismus (nicht anders als in der Literatur) ist es ein gehöriger Schuß an Beziehungen, der dazugehört, um wahrgenommen zu werden. Wer nicht vernetzt ist, reißt keine Hürden, bleibt da, wo er oder sie ist. Anders kann ich es mir nicht erklären, wie eine derart unfähige Feuilletonistin wie Iris Radisch bei der “Zeit” reüssieren konnte. Selten schrieb jemand schlechter und in schlimmstem Betroffenheitsgequasel. Ein Buch wie das über Camus hätte ihr jeder Verlag um die Ohren gehauen, wenn sie unbekannt wäre.

    Und das ist es eben, was mich so zornig macht: Querpfeifen wie Georg Diez, Ijoma Mangold, Iris Radisch und viele mehr können einen solchen Dünnpfiff schreiben, ohne daß jemand irgend etwas bemerkt. Es ist schlicht unglaublich, aber man kann es im Grunde nur besser machen, eigene Projekte betreiben. Das Bloggen stellt eine Möglichkeit dar, Texte über Kunst oder als Kunst zu machen. (Noch kostet es nichts.)

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 12. Dezember 2013 um 23:26

    Lieber Bersarin,

    so sehr ich manche Artikel in Zeitungen schätze, so sehr sieht man anderen an, dass sie einzig veröffentlicht werden konnten, weil jemand jemanden kannte. Die Wahrscheinlichkeit als Unbekannter irgendwo hineinzurutschen, ist geradezu null. Dasselbe gilt für Preise, Stipendien etc. Es ist überall dasselbe. Entschuldigend muss man hinzufügen, dass, wenn ein Juror zweihundert Bewerbungen mit jeweils 30 Seiten ernsthaft prüfen soll, er seinen Job kündigen müsste. Also schaut ern sich die Handvoll an, die er vom Namen her kennt. Der Job als Juror ist nicht, den Besten der Bewerber herauszufinden, sondern einen, der gut genug ist. Das kann der zweite oder der zwanzigste von zweihundert Texten sein. Ich würde es vermutlich nicht anders machen.

    Iris Radisch ist in der Tat ein Phänomen, ihre Texte sind mitunter echte Katastrophen. Da muss man sich nicht wundern, wenn einem die Abonnenten weglaufen. Der Einfluss, den die Zeitungen haben, wird ja auch immer geringer. Vor zehn Jahren, sagte mir jemand, hätte man mit einem Artikel wie dem zu “Aléas Ich” tausend Bücher verkauft. Von fünf Jahren wären es noch mindestens hundert gewesen. Bei mir waren es ungefähr zehn. Dieser besagte Artikel hat einen Kommentar (in Zahlen: 1) bekommen. Es gibt keinen Blog, in dem ich oder meine Werke diskutiert worden sind, in dem weniger Kommentare abgegeben wurden. Es gibt Foren, da haben gewisse Leute einen Herzinfarkt bekommen, wenn mein Name nur genannt wurde. Zeitungen nehmen kaum noch an Diskussionen teil, geschweige dass sie sie entfachen können. Naja, genug des Lamentierens.

    Herzlich
    Aléa Torik

    Kommentar von FrauWunder
    Datum/Uhrzeit 13. Dezember 2013 um 10:11

    Hallo,
    Hallo Torik
    (wie schreibt man eigentlich einen Nichtautoren an?)
    Vielleicht mit „Es“ ?
    Hallo Es
    Vielleicht „Sire“ (das ist gut)
    Hallo Sire
    Ich bin Leserin, Leserin auch vom Typ wie oben geschildert, die Strandgutleserin; aufgesammelt, weggelesen. Ihr erstes Buch las ich mit Genuss.
    Eine fantasievolle, ausufernde Geschichte mit wundervollem Zauber und vielen witzigen Ideen. Ein Buch über mich und Dich und die Frage, wer bin Ich und wenn ja wie oft. Es hat mir gut gefallen, es traf einen Nerv, ich denke darüber hinaus auch einen Zeitgeistigen…
    Als ich es kaufte kannte ich ihren Blog bereits, hatte auch von den Skandalgewittern Ihrer Autorenschaft gehört, es war von wenig Interesse für mich, wer wann warum unter welchem Pseudonamen schrieb. Gekauft habe ich das „Geräusch des Werdens“ letztlich, weil mein Lieblingsradiosender eine Buchbesprechung davon brachte, diese zusammen mit der Kenntnis ihres Blogs und der Kenntnis der Skandälchen führt dann zum Kauferfolg. Ihrem zweiten Buch hab ich mit Spannung entgegengefiebert und es noch zwei Tage vor offiziellem Verkaufsstart erworben. Allein an diesem Buch wäre ich fast verzweifelt und es hat mich schier in den Wahnsinn getrieben. Das lag weniger an der ausgefeilten Wortakrobatik oder dem philosophischen Unterbau, sondern eher an mir selbst. Vermutlich bin ich mit ihrem Buch ein wenig an mir selbst verzweifelt, abgerutscht oder verrückt geworden? Es soll ja Menschen geben, die können aus Mangel an persönlich gelebtem Leben, aus einem abgerückt sein von der Welt aus der Vermeidung aller Unmittelbarkeit auf die Welt und ihre Bewohner herabblicken. Die können vom Rand des Abgrunds, von den Marmorklippen aus mit einem Fernglas die Menschen von oben, wie Ameisen, beim wimmeln und wuseln und drängeln betrachten. Diese, haben mindestens eine Objektiv oder Fernglaslänge Abstand zwischen sich und das Gewusel gespannt. Diese Menschen machen sich nicht gemein mit dem schwitzen und frieren des Pöbels auf Erden. Zu dieser Sorte Mensch gehöre ich nicht. Ich bin eine dieser Wuselmenschen am Boden, ich wimmele und wusele herum, ich bin nicht nur nah an der Erde, sondern auch nah an jedem meiner Ameisengeschwister. Die Last, die du nicht trägst fühlt sich für mich immer genauso so schwer an wie die eigene. Den Stein des Sisyphos hab ich schon tausend und einen Tag auf den verdammten Berg gerollt und Franziska Linkerhand ist für mich mehr als nur ein Pseudoeintrittsname in die virtuelle Welt, sie ist eine Schwester im Geiste. Es ist ein grenzenloses schwärmen, schaudern und schütteln und alles sifft durch mich hindurch, dass ist nicht immer schön. Die Welt in meinem Kopf, die Welt im Spiegel meiner Subjektivität. Die einen fabulieren sich ihr Weltbild aus einer gehörigen Portion Abstand zusammen und die anderen aus der Naherfahrung. Zu letzteren gehöre ich.
    Ihr zweites Buch hat mich so sehr betroffen oder betroffen gemacht, dass es nicht zum aushalten war. Ich wollte Sie mehrfach (schon) fragen; wie kommen Sie, Sire eigentlich zu der Auffassung, dass Sie das Buch geschrieben haben? Dies sind doch meine Gedanken, meine Ideen. Mit den Menschen, welchen ich im Zwischennetz begegnete durchgehechelte Gedankengänge der letzten 5 Jahre. Was verdammt, maßen Sie sich eigentlich an, erst unter dem Namen Alea, dann unter dem Namen Claus übermorgen vll unter Pseudonymen wie David oder Lars, hier Gedankenkonstrukte zwischen zwei Buchdeckel zu verfrachten, die auch auf meinem Mist gewachsen sind?

    Immerhin Sire, habe ich mich lange mit Igor geschrieben und mich mit ihm über all diese Identitätsdinge ausgetauscht, über Wochen. Schmetterlingstraum(a) inklusive. Was, Sire? Sie kennen Igor nicht? Unglaublich? Igor ist doch der Bruder von Olga, das sollten Sie aber wissen und vom ihm wusste ich bereist viel über ihre Neigung Sire, das Leben der Anderen ein und abzusaugen und in Literatur zu verwursten. Sire, ich nehme ihnen nicht übel, dass sie ein Buch geschrieben haben oder zwei, ich nehme ihnen aber übel, das sie mich ins Mark getroffen haben, ohne Vorwarnung oder hilfreiches Etikett auf dem Umschlag;

    Achtung das Lesen dieses Buches kann bei sensiblen Menschen zu Realitätsverlust, Wahnvorstellungen bis hin zur Digitalparanoia führen!

    Dies, Sire, hätten sie bedenken müssen.

    Ich nehme Ihnen weiterhin übel, ständig auf so eine penetrante Art und Weise gegen das Subjekt zu wettern. Oder den Autor per se zu denunzieren, abzuwerten und in die Mottenkammer zu verbannen. Es wird Sie, Sire, wie der Kasper aus der Kiste anspringen, das Subjekt das Texte fabriziert, das Subjekt, welches immer mit lautem Getöse durch und ausgestrichen wird hier in Ihrer Bloglandschaft in ihrer Heimat. Mit der Hartnäckigkeit oder Hartleibigkeit(passt besser) mit der Sie den Autor durchstreichen, mit der gleichen Hartnäckigkeit verfolgt er sie, dieser Autor. So wenig Wertschätzung, wie Sie, Sire, dem Subjektiven, dem Fabrikanten von Texten, vorzugsweise Ihrer Eigenen entgegenbringen, so wenig Wertschätzung erfahren Sie, Sire, auch von Außen. Warum, Sire, sollten Sie als Autor, der sich durchstrich, ernst genommen werden? Warum sollen wir die Leser oder der von Ihnen zu wichtig genommene Literaturbetrieb etwas schätzen, was Sie selbst nur abschätzig behandeln? Sie verstecken sich, im Aquarium des Fischmarktes und beklagen sich bei Neptun oder wem auch immer, nicht gefunden zu werden. Wer ernst genommen werden will, sollte sich selbst ernst nehmen. Da wo ich her komme nennt man das Doublebinds, die paradoxe Art der Kommunikation. oder die Destruktive? Dies mein lieber Autor ist auch Grund dafür, dass ich Ihr Buch nicht weiterverschenken möchte oder kann, auch wenn es das verdient hätte. Es hat verdient gelesen zu werden. Aber was bitte soll ich beim Weiterreichen dieses Buches an den Freund der Freundin sagen? Dies ist ein vom Himmel gefallender Text, stieg wie Phönix aus der Asche, ich kam zum Text wie die Jungfrau zum Kinde, das Wunder von Bern oder der unbefleckten Empfängnis trieb mir diesen Text vors Auge? Niemand, der sich Mensch nennt, interessiert sich für eine Aneinanderreihung von Worten, Sätzen und Gedankenbergen, die auf Denklandschaften verweisen, auch nicht wenn’s gut gemacht ist. Es bleibt Phantom und Phantom Schmerz. Was schreibt Kierkegaard zum Phantomschmerz des abstrakten Denkers; dagegen gilt es subjektiv zu werden. Gilt für mich auch für Autorenschaft. Was interessiert sich ein Mensch für Phrasenbücher die vom Himmel fallen? An dieser Stelle möchte ich noch mal drauf hinweisen, dass es auch mir vollkommen Schnurtz ist ob der Autor links oder rechtsdrehende Joghurtkulturen bevorzugt, ob er ein Bauch oder Rückenschläfer ist. Es interessiert mich nicht wo er aufwuchs, mit was er sein Geld verdient ob er Dirndl oder Lederhose trägt (hätt fast Leserhose geschrieben), aber es ist durchaus von Interesse einen Namen, eine Ansprechpartner, möglicherweise auch eine imaginäre Kunstfigur vor Augen zu haben und von der zu wissen, dieser hier; Sire, ist der die das, das textetet, alles andere ist inhuman….

    Genug geschwätzt oder geschwitzt, Kopfgekräus in Worte transpiriert ( ja bei mir ist so was körperlich, ganz heftig sogar), nur eins noch bitte, Sire, holen Sie Alea zurück und schicken sie diesen Claus in die Wüste, sein larmoyantes Geschwätzt nervt mich entsetzlich, alte frustrierte Männer langweilen mich, verkaufen keine Bücher und führen auch keinen witzigen geistreichen Unterhaltungen, das wissen wir doch nun…

    Freundlichst Ihre Bademeisterin der Existenz
    Frau Wunder, (Trägerin des Ordens „Schwimmerin im unmittelbar Subjektiven“ in Gold)

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 13. Dezember 2013 um 11:20

    Hallo iksüpsilon,
    Sie entschuldigen bitte, die Verballhornung Ihres Namens wie auch, dass ich Ihren Kommentar gelöscht habe. Das Klagen, das Jammern ist bisweilen ganz hübsch, aber nur erlaubt, wenn es als eine Art Kontrapunkt dient. Wie in einem guten Buch die schlechten Stellen nicht an sich schlecht sind, sondern auf die guten hinweisen. Ein gutes Buch, das nur aus der Aneinanderreihung von guten Stellen besteht, ist geradezu unleserlich. Hier dürfen nur die jammern, die auch produktiv tätig sind, alle anderen sollen gefälligst bei sich selbst jammern.
    Beste Grüße
    Aléa Torik

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 13. Dezember 2013 um 11:43

    Hallo Frau Wunder,

    ich kenne einige Ihrer Kommentare bei Bersarin, konnte aber nie viel damit anfangen. Das war mir immer viel zu destruktiv. Da ich gerade schon mal beim Löschen von Kommentaren war, wollte ich Ihren gleich mitlöschen. Habe es dann aber nicht getan. Ich habe es dreimal gelesen und verstehe immer nur einzelne Worte, aber niemals eine größere Strecke, etwa vom Anfang eines Satzes bis zum Ende. Vermutlich haben Sie mit so einigem Recht, was Sie da andeuten oder auch explizit formulieren. Aber ich verstehe es eben nicht. Ich verstehe nicht, wie man einen langen Kommentar schreiben kann, den man ja nicht nur tippen muss, sondern vorher auch irgendwie strukturieren; ich verstehe nicht, wie man einen so langen Kommentar schreiben kann, mit dem Ziel, einen subjektiven Autor zu fordern, einen, den man sich vorstellen kann, um dann damit zu schließen, dass man den faktischen Autor zurückweist, um die imaginäre Autorin einzufordern. Wir brauchen, das gilt für Sie gleichermaßen wie für mich, immer jemanden, der das auch lesen will. Vielleicht finden Sie hier so jemanden. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie sich wirklich an mich gewandt haben. Das ist schade, weil vermutlich ganz interessant ist, was Sie zu sagen haben.

    Mit den besten Grüßen
    Aléa Torik

    Kommentar von FrauWunder
    Datum/Uhrzeit 13. Dezember 2013 um 13:16

    oh je. ich hielt Sie für fantasievoller. aber darum geht es, denk ich gar nicht. ja, es ist paradox ein subjekt zu fordern und es zurückzuweisen. es ist auf die gleiche art und weise paradox, wie die autorenschaft von texten durchzustreichen, aber dann doch daraus die anerkennung ziehen zu wollen. paradox ist es weiterhin durch diese energische abwehr von autor und subjekt, genau die wichtigkeit oder bedürftigkeit dieser leerstelle herauszustreichen.

    jedes durchtreichen, führt unweigerlich zum unterstreichen. das ruft mir der kasper auch jedesmal zu wenn ich ihn wieder reinstopfe ins schwarz unbewusste kistenloch.

    diese vom wiederspruch an sich gekennzeichnete art und weise von einlasungen auf andere, führt mit großer sicherheit immer wieder treff und zielgenau zum missverstehn.

    und ja, natürlich habe ich mich an sie gewandt. an wen sonst? ich hätte ihnen das auch gerne auf ihrer lesung in leipzig gesagt, aber die verlagsfrau im roten pullover war schneller, sie führte sie weg…somit blieben sie unerreichbar für mich und (meine wirrnis? )
    ein paradoxon, die kausa torik…ja genau erkannt..das triffts….die paradoxe kommunikation.

    das macht aber eigentlich nichts,es kann auch spannend sein. allerdings sollte man es sich mal bewusst bis in alle ecken der eignen abwehr vor augen geführt haben. dann, werter autor klappts vll auch mit dem nachbarn oder dem leser oder dem betrieb…

    löschen sie ruhig, wenn das wieder zu destruktiv ist. zerstörung anderer liegt mir fern. das bekommen die meisten schon ganz gut selber hin…

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 13. Dezember 2013 um 14:29

    Hallo Frau Wunder,

    eigentlich haben Sie ja einen interessanten Punkt, nämlich die Absurdität mit der ich auf der einen Seite den Autor durchstreiche, um ihn auf der andere Seite wieder einzufordern (nämlich in der Anerkennung durch den Betrieb, den Leser oder den Nachbarn). Ich nehme das ein wenig anders wahr: Ich habe mich zwanzig Jahre um eine Anerkennung durch den Betrieb bemüht (und das ein wenig mehr als nur nebenbei) ohne jeden Erfolg. Ich habe ein Buch geschrieben, teilweise unter asketischen Bedingungen, das Buch, das Ihnen so gefallen hat, und ich wollte einen Verlag dafür finden. Ich habe mich nicht durchgestrichen, ich bin durchgestrichen worden. Entweder hätte ich das aufgeben müssen, was ich als mein „Ich“ empfunden habe, oder ich musste dieses Ich darstellen. Ich habe mich für letzteres entschieden. Da ich es nicht für die Aufgabe des Autors halte, sich selbst darzustellen, sondern über Figuren, habe ich das über Aléa Torik gemacht. In dem Roman habe ich eine Autorin sich beschreiben lassen, in dem doppelt paradoxen Zug, dass sie einerseits schon vorhanden sein muss, um zu schreiben und sich andererseits erst erschreibt, indem sie sich selbst erfindet. Das finde ich ganz gut erkannt in dieser Äußerung: „Die fiktive Autoridentität ist zentral, denn sie vollendet die Idee der Identitätskonstruktion durch Fiktion; der reale Roman wird zur deutlichsten Manifestation seiner selbst, indem Textwelt und Romantext ineinander greifen. Ob die Literatur Metapher für das Leben oder das Leben Metapher für die Literatur ist, bleibt in der Schwebe und darin liegt der Zauber des Romans“, von Svenja Frank.

    Diese Erkenntnis müssen Sie nicht teilen, den Zauber schenke ich Ihnen, das empfindet ja jeder anders, Sie können das meinetwegen alles Scheiße finden. Aber Sie finden es ja nicht Scheiße. Zum ersten Roman schreiben Sie: „Eine fantasievolle, ausufernde Geschichte mit wundervollem Zauber und vielen witzigen Ideen.“ Und über den zweiten schreiben Sie, dass Sie das alles auch hätten erfinden können, Sie mit Ihrem Igor. Sie nehmen mir übel, dass ich Sie „ins Mark getroffen” habe. Dann scheint das ja doch ein gewisser Zauber zu herrschen.

    Sie täuschen sich, wenn Sie glauben, dass ich mich selbst abschätzig behandelte. Im Gegenteil, ich habe alles getan, um mich als Schreibender zu erhalten. Aber das bespreche ich mit Freunden ich das stelle ich nicht öffentlich zur Diskussion. Öffentlich zur Diskussion stelle ich das hier.

    An einen roten Pullover kann ich mich nicht erinnern. Rote Pullover kommen allerdings in meinem Roman vor. Waren Sie wirklich dort in Leipzig? Oder verwechseln Sie Text und Wirklichkeit? Und sie sind wegen mir gekommen? Die Verlagsfrau führte mich nicht weg, sondern einfach nur an den nächsten freien Tisch. Und sie führte auch nicht, sondern wir sind zusammen dorthin gegangen. Da haben mich dann Leute angesprochen, und wenn denen das möglich war, dann wäre es wohl auch Ihnen möglich gewesen? Ich war also nicht schlechterdings unerreichbar, sondern möglicherweise nur für Sie.

    Und jetzt erklären Sie mir doch bitte einmal, was Sie eigentlich von mir wollen!

    Aléa Torik

    Kommentar von FrauWunder
    Datum/Uhrzeit 13. Dezember 2013 um 15:56

    Fragen Sie das alle Kommentatoren, was diese von Ihnen wollen oder nur mich?

    Es ist eine Schwäche Dünnhäutiger, alles immer persönlich zu nehmen. Auch Literatur. Ich hätte das Buch nicht schreiben können, ich bitte Sie bei dieser Wirrnis. Nein es ist viel schlimmer, ich habe es durchlebt. „Aleas Ich“ jeden einzelnen Satz, na gut fast jeden und lange vorm Erscheinen des Buches. Klingt wahnhaft, fühlt sich auch so an….Allerdings mit ein bisschen Abstand betrachtet, ist es gar nicht mehr mein Wahn sondern der Zeitgeist. Identität, die Suche danach, Anerkennung Wertschätzung, seinen Platz finden in Zwischenzimmern und Zwischennetzen genau so wie im RealLife. Es ist da draußen eine große Orientierungslosigkeit und ein Auseinanderfallen. Und das ganze auch noch potenziert in Digital. Es kann ganz leicht geschehen das sich die Ebenen vermischen und man nicht mehr weiß, wer man noch gestern war. Dies alles hab ich in “ Aleas Ich“ wieder entdeckt. Es hat mich angelacht wie ein paar grüne italienische Designerstiefeln, passgenau und maßgeschneidert. Mittlerweile denke ich, diese Schuhe sind der Trend. Nicht nur mir gefallen die, das ist ein Strömung oder Mode? Auch das ist Paradox, der verführerische Ekel grüner Stiefel. Aber Trendy.

    Es ist eine Stärke Dünnhäutiger, sich ins Gegenüber hineinversetzen können, als wäre es das eigne Ich. Darum weiß ich. Dieses Buch trifft und nicht nur mich. Es regt auf und nicht nur mich. Es schmerzt und nicht nur mich, es spiegelt und nicht nur mich. „Scheiße“ finde ich auch ihr zweites Buch nicht, es hat mich nur sehr wütend gemacht. Nun kann ich mich befragen, warum das so ist? Woher kommt überhaupt der ganze Zorn in dieser Debatte? Wissen Sie das können Sie mir das sagen? Ihre Wut und meine und die der anderen zusammen, machen mich schon ein wenig ratlos?

    Frauen in roten Pullovern ja die gab es auch im Buch, wie in Leipzig. Da bin ich natürlich nur gewesen um in den Kellergewölben im Andenken an meine Jugend zu schwelgen. …natürlich, warum sollte ich wegen eines Autors dahingehen, der sich hinter einem Mädchen aus Rumänien versteckt? Oder war es anders, möglicherweise?

    Warum bloggen Sie eigentlich (noch)? Nur um Ihre Bücher zu vermarkten? Gibt es überhaupt noch einen anderen Grund öffentlichen Schreibens? als seine Haut zu Markte zu tragen?

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 13. Dezember 2013 um 17:03

    Hallo Frau Wunder,

    - „Was wollen Sie eigentlich von mir?“ Das frage ich all jene Kommentatoren, die mich provozieren wollen. Obwohl ich da inzwischen die meisten einfach rauskicke. Und das führt mich direkt zu Ihrer letzten Frage, warum ich noch blogge: Das kann ich nicht genau sagen. Von der Sache her hätte ich mit dem Erscheinen des zweiten Romans aufhören müssen. Denn weder mit dem vorhergehenden noch mit dem kommenden Roman hat das Blog etwas zu tun. Aber dann ist da eine falsche Aléa Torik aufgetaucht, die in meinem Namen provokante Beiträge geschrieben hat. Die musste ich natürlich überleben. Und jetzt? Dass es mir nicht mehr wirklich Spaß macht, kann man, glaube ich, merken. Auf der anderen Seite sind offenbar Zeitungen keine Alternative für mich. Vielleicht suche ich einfach einen Grund, aufzuhören. Vielleicht mache ich auch so lange weiter, bis ich der Meinung bin, dass endlich alle kapiert haben, dass das, was ich hier mache, einfach nur die konsequente Weiterführung dessen ist, was alle machen. Was auch Frau Wunder macht, nämlich sich in der Darstellung zu verbergen und gleichermaßen zu entdecken. Ich habe nie geglaubt, dass ich mit dem Blog Bücher verkaufen kann. Ich hatte gehofft, dass die zehn oder zwanzig Personen, die hier regelmäßig kommentiert haben, ein Exemplar kaufen und mir sagen, was sie davon halten. Und das ist auch passiert. Der Marketing Vorwurf ist einfach absurd, das Marketing wäre mit jedem hübschen Bildchen besser zu bedienen gewesen.

    - „Es ist eine Schwäche Dünnhäutiger, alles immer persönlich zu nehmen.“ Es würde mir in der Tat schwer fallen, wenn Sie mich in meinem Blog anreden. und das unter mehr als nur einem Namen, über mein Blog und meine Bücher und meine Motivation sprechen; es würde mir schwerfallen das unter diesen Bedingungen nicht persönlich zu nehmen. Ich nehme das persönlich, weil es persönlich gemeint war. Von daher ist es keine Schwäche, sondern eine Stärke, die nämlich, dass ich erkannt habe, dass Sie mich meinen (da ist jetzt ein kleiner Schuss Selbstironie dabei). Was Sie als Schwäche bezeichnen, diese Dünnhäutigkeit, das ist die Grundvoraussetzung für einen Schriftsteller.

    - Sie bezeichnen Aléas Ich als wirr. Und dann sagen Sie, dass es noch viel schlimmer ist, nämlich dass Sie, was ich da beschreibe, durchlebt haben. Es mag Ihnen wirr erscheinen, aber möglicherweise ist es nicht das Buch, das sie verwirrt, sondern die Folie auf der Sie es erlebt und erlesen haben. Das Buch selbst ist nicht wirr. Und es ist auch nicht klar. Es ist einfach nur Text, der bei jedem anders ankommt. Sie sind die erste, die ihn als wirr empfindet, jedenfalls die erste, die das formuliert. Und dennoch – oder vielleicht gerade deswegen – scheint es Sie ja getroffen zu haben.

    - „Dieses Buch trifft und nicht nur mich. Es regt auf und nicht nur mich. Es schmerzt und nicht nur mich, es spiegelt und nicht nur mich. „Scheiße“ finde ich auch ihr zweites Buch nicht, es hat mich nur sehr wütend gemacht. Nun kann ich mich befragen, warum das so ist? Woher kommt überhaupt der ganze Zorn in dieser Debatte?“ – Woher der Zorn kommt? Es ist nicht mein Zorn, aber ich besitze die Stärke der Dünnhäutigen, mich in die anderen hineinversetzen zu können, auch dann, wenn‘s Dickhäuter sind: weil sie dasselbe tun wie ich, nur nicht so perfide. Nicht mit der letzten Konsequenz, die das Netz aber ermöglichst und eigentlich sogar erfordert: genau auf diesen Umstand hinzuweisen, dass wir im Netz nicht die sind, als die wir uns ausgeben. Wir alle haben erkannt, dass es im Netz so eine Art Leerstelle unserer eigenen Person gibt. Und das nutzen sehr viele aus, in den sozialen Netzwerken ebenso wie in den Blogs. Das tun alle, nur werden die meisten sich dessen gar nicht bewusst. Ich habe das bloß mit ein wenig Literaturtheorie verknüpft. Das macht die Menschen aggressiv, weil sie das, was sie selbst auch tun, bei mir in übertriebener Form wiederfinden. Und weil sie daran erst erkennen, bewusst oder nicht bewusst, dass sie niemanden haben, an den sie sich wenden können: der faktische Autor ist nicht der Urheber und die imaginäre Autorin existiert nicht. Das erkennen sie genau so, obwohl sie eigentlich meinen, erkennen zu müssen, dass es umgekehrt ist: der faktische Autor muss der Urheber sein und die imaginäre Autorin existiert natürlich (sonst müssten sie sich ja nicht aufregen).

    - Sie sind natürlich nur in der Moritzbastei gewesen, um im Gedenken an die Jugend zu schwelgen. Natürlich! Warum, wenn Sie in der Jugend schwelgen wollten, schwelgten Sie nicht einem der anderen Tage, an denen ich nicht da bin. Davon gibt’s ja noch eine Menge. Warum sollten Sie wegen eines Autors hingehen, der sich hinter eines Mädchens Rücken versteckt (oder war‘s umgekehrt): wenn Sie, was ich in dem Roman beschreibe, durchlebt haben, dann haben sie vielleicht genau das an dem Abend dort gesucht. Vielleicht haben Sie auf einen Skandal gehofft, vielleicht wollten sie ihn selbst machen. Vielleicht fanden sie mich dann zu sympathisch oder zu klein oder zu hässlich oder zu armselig, um überhaupt nur die Stimme zu erheben. Suchen Sie mal in Ihren Erinnerungen. Verstecken Sie sich nicht hinter einer billigen Ausrede.

    Und noch eins zum Schluss: es ist nicht mein Zorn, der in dieser Debatte steckt. Meinen Zorn, dass man mich trotz meiner, wie ich finde, wie ich mir einbilde, Begabung vollkommen ignoriert hat, den habe ich in Aléas Ich gesteckt, ich habe ihn transformiert. Zugegeben bricht er manchmal noch hervor. Ganz wird man den Zorn nicht los. Aber zornig leben ist nicht die schlechteste Weise zu leben.

    Niemand sonst als
    Aléa Torik

    Kommentar von FrauWunder
    Datum/Uhrzeit 13. Dezember 2013 um 17:40

    interessasnt, mit dünnhäutigem wesen meint ich eigentlich mich selbst.
    ich hätte besser geschrieben; “Es ist meine Schwäche als Dünnhäutiger immer alles…” dann ergibt auch die Wirrnis Sinn, meine Wirrnis, nicht die Ihre.

    aber ihre dünnhäutigkeit wittert überall, verriss, verrat, skandel und bosheit…
    darum geht es gar nicht. auch mir nicht, in der moritzbastei. ich glaube letztlich bin ich nicht auf sie zugegangen weil sie mir zu normal erschienen für meine extravaganten gedanken.

    und JA, zornig ist das alea – ich buch und zorn ist auch nicht das schlechteste, aber auch nicht das beste. weiß ich.
    lg
    fW
    und was sie damit meinen hoffe ich flasch verstanden zu haben;

    Es würde mir in der Tat schwer fallen, wenn Sie mich in meinem Blog anreden. und das unter mehr als nur einem Namen, das nicht persönlich zu nehmen.

    ich schrieb heute zum ersten mal in ihrem blog…

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 13. Dezember 2013 um 17:56

    Hallo Frau Wunder,

    ich bin absolut normal und nicht erreichbar für extravagante Gedanken. Da treffen Sie ins Schwarze. Deswegen lehne ich es auch ab, über mich selbst zu schreiben. Das andere war wirklich eine Verwechslung. Dünnhäutig bin ich auch, wirr nie. Dennoch sehe ich nicht überall Verrat. Verriss schon gar nicht: haben Sie sich mal die Rezensionen zu meinen Büchern angesehen?
    Ich weiß, dass sie heute zum ersten Mal hier kommentiert haben.

    Aléa Torik

    Kommentar von FrauWunder
    Datum/Uhrzeit 13. Dezember 2013 um 18:03

    sicher, vermutlich alle.
    besonders das filmchen meiner speziellen freundin miss Bauerfeind hat es mir angetan; da fühlt man sich doch so richtig verstanden, nicht ;-) ?

    nichts für ungut muss nun mal noch der (meiner) schöheit huldigen, es gibt ja schließlich noch ein außenleben

    schönen abend

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 13. Dezember 2013 um 18:13

    Hallo Frau Wunder,
    das Filmchen mit Frau Bauerfeind, da war ich so furchtbar müde und so schöne Sequenzen wurde da einfach herausgeschnitten. Ich wusste nicht, dass Sie das kennen. Ich schaue mir nicht an, wo die Leute herkommen, die hier lesen. Ich verfolge niemanden, ich schaue mir keine Metadaten an, etc.

    Jetzt sind Sie ja richtig anschmiegsam geworden! Ja, machen Sie sich hübsch schmiegen Sie sich irgendwo an. Und behaupten Sie nicht hinterher, Männer wollten nur hübschgemachte Frauen zum Anschmiegen.

    Und übrigens: das hier ist ein großes Kompliment für oder über meinen Roman, auch wenn sie den Text vermutlich gar nicht komplimentieren wollten: „Identität, die Suche danach, Anerkennung Wertschätzung, seinen Platz finden in Zwischenzimmern und Zwischennetzen genau so wie im RealLife. Es ist da draußen eine große Orientierungslosigkeit und ein Auseinanderfallen. Und das ganze auch noch potenziert in Digital. Es kann ganz leicht geschehen das sich die Ebenen vermischen und man nicht mehr weiß, wer man noch gestern war. Dies alles hab ich in “ Aleas Ich“ wieder entdeckt. Es hat mich angelacht wie ein paar grüne italienische Designerstiefel, passgenau und maßgeschneidert.“ Genau das wollte ich auch erreichen. Ich wollte diese Unsicherheit beschreiben, die Ebenen vermischen und den Leser anlachen. Allerdings nicht wie ein paar grüne Designerstifel, sondern wie ein roter Pullover.

    Schönen Abend!
    AT

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 13. Dezember 2013 um 22:45

    Frau Wunder,
    bevor wir jetzt in übergroßer Harmonie auseinandergehen, sagen Sie mir doch noch, warum Sie, wenn Sie meinen Roman mit diesen Worten charakterisieren – „Identität, die Suche danach, Anerkennung Wertschätzung, seinen Platz finden in Zwischenzimmern und Zwischennetzen genauso wie im RealLife. Es ist da draußen eine große Orientierungslosigkeit und ein Auseinanderfallen. Und das ganze auch noch potenziert in Digital. Es kann ganz leicht geschehen das sich die Ebenen vermischen und man nicht mehr weiß, wer man noch gestern war. Dies alles hab ich in “ Aleas Ich“ wieder entdeckt“ – dann in Ihrem ersten Kommentar, der ja nicht gerade liebevoll war, mir dieses Text so dermaßen übelgenommen haben. Seien Sie doch froh, dass es das, was Sie am eigenen Leib erlebt haben, auch als Literatur gibt. So wissen Sie immerhin, dass Sie nicht verrückt sind.
    Aléa Torik

    Kommentar von FrauWunder
    Datum/Uhrzeit 17. Dezember 2013 um 10:20

    Hallo AleaTorik

    warum ich Ihnen Ihren Text so übelnahm, dass wüsste ich selber gern. Dies habe ich mich natürlich auch gefragt. Ich deutete es ja schon an; es war ein wiedererkennen im Text. Ein Spiegeln, ein Zurückwerfen auf Erlebtes, Erdachtes, auf eigene Befindlichkeiten. Ihr Text las sich, wie die Zusammenfassung und Verdichtung eigener gesammelter, krauser verwirrender Erfahrungen der letzten Jahre, der letzten Zeit. Lese und Denkerfahrungen, Leserichtungen und Kommunikationshaltungen.

    Die Leseerfahrung ihres zweiten Buches war für mich sehr erschreckend, weil sie so genau und nah dran war an der Selbsterfahrung.
    Ich weiß nicht wie andere dies empfinden, ich kann nur für mich sprechen. Eine literaturwissenschaftliche Betrachtung von Texten ist nicht meine Herangehensweise, eine gesellschaftswissenschaftliche,soziologisch- psychologische aber schon. Und da fühlte ich mich auch ge- und betroffen. Da ich rein aus der Eigenerfahrung, im Austausch mit Menschen im Zwischennetz zu sehr identischen Gedankenkonstrukten gekommen bin…

    Mir scheint, als hat Ihr Buch eine Strömung im Zeitgeist getroffen und somit auch mich.

    Und wie das so ist, mit den unliebsamen “Wahrheiten” oder den unbewussten Strömungen, sie regen auf, sie regen an, sie erregen die Gemüter.So wie das eben immer ist, wenn es ans Eingemachte geht.

    Die unbewusste Macht der narzisstischen Abwehr, ist eine gewaltige…

    mit den besten Grüßen
    FrauWunder

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 17. Dezember 2013 um 20:18

    Hallo Frau Wunder,

    jetzthamsetkapiert! Mit der Aléa Torik meine ich. Jetzt haben Sie‘s verstanden, dass Sie sich hier nicht an einen, wie auch immer inszenierenden Autor, sondern an eine authentische Aléa Torik wenden. So wie ich nicht, wenn ich Ihnen antworte, mich an irgendeine mir völlig unbekannte Natalie Nimmersatt wende, sondern an eine, die mir durch einige authentische Kommentare hier und andernorts bekannte Frau Wunder. Ich streiche gar kein Subjekt durch, welches ich dann hinten herum wieder hereinhole. Jedenfalls nicht anders als Sie, die Sie ja auch nicht unter Ihrer bürgerlichen Perücke hier aufkreuzen, sondern fein dosiert als ein blaues oder grellgrün gestiefeltes Wunder.

    Und jetzt zur Sache, um derentwillen ich Sie gefragt hatte und für deren Antwort ich danke. Obwohl die Antwort natürlich nicht gut ist. Die Gründe, warum Sie mir meinen Text übelnehmen – „warum ich Ihnen Ihren Text so übelnahm, dass wüsste ich selber gern. Dies habe ich mich natürlich auch gefragt. Ich deutete es ja schon an; es war ein wiedererkennen im Text. Ein Spiegeln, ein Zurückwerfen auf Erlebtes, Erdachtes, auf eigene Befindlichkeiten. Ihr Text las sich, wie die Zusammenfassung und Verdichtung eigener gesammelter, krauser verwirrender Erfahrungen der letzten Jahre, der letzten Zeit. Lese und Denkerfahrungen, Leserichtungen und Kommunikationshaltungen“ – sind in der Regel genau die, warum man einem Autor für den Text dankt. Meinen Sie das, als Sie von Ihrer Extravaganz gesprochen haben? Das war genau das, was ich mit Aléas Ich wollte, dieses Moment der Unsicherheit, von dem Sie in einem früheren Beitrag gesprochen haben, dieses Moment beschreiben, dass die Dinge, die ehemals klar zu trennen waren, auseinandergefallen sind, oder dabei sind auseinanderzufallen. Wir konnten wunderbar differenzieren zwischen Wirklichkeit und Fiktion. Jedenfalls haben wir uns das eingeredet. Und jetzt können wir es nichtmehr, unter den herrschenden Bedingungen, dem Netz, können wir nicht mehr genau sagen, wo die Wirklichkeit aufhört Wirklichkeit zu sein und die Fiktion anfängt. Das wollte ich mit meinem Buch beschreiben. Und das habe ich auch getan. Ich wollte die Wirklichkeit beschreiben, die Sie erlebt haben. Was für Sie Wirklichkeit ist, ist für mich Fiktion. Und umgekehrt. Von daher können Sie mir eigentlich keinen Vorwurf machen. Und selbst wenn, dann können Sie mich aber nicht hindern, das als Kompliment aufzufassen. Und genau das mache ich auch.

    Wie sie schon sagen: es geht ans Eingemachte. Und das kann man wunderbar an der Kopfzeile Ihres Blogs sehen.

    Schönen Abend
    Aléa Torik

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