Hauptmenü:

Aléas Anordnungen

Der Länge nach



Der Reihe nach

  • Juni 2016
  • April 2016
  • Oktober 2015
  • Juli 2015
  • April 2015
  • März 2015
  • Februar 2015
  • Dezember 2014
  • November 2014
  • Oktober 2014
  • September 2014
  • August 2014
  • Juli 2014
  • Juni 2014
  • Mai 2014
  • April 2014
  • Februar 2014
  • Januar 2014
  • Dezember 2013
  • November 2013
  • Oktober 2013
  • September 2013
  • August 2013
  • Juli 2013
  • Juni 2013
  • Mai 2013
  • April 2013
  • März 2013
  • Februar 2013
  • Dezember 2012
  • November 2012
  • August 2012
  • Juli 2012
  • Juni 2012
  • Mai 2012
  • April 2012
  • März 2012
  • Februar 2012
  • Januar 2012
  • Dezember 2011
  • November 2011
  • Oktober 2011
  • September 2011
  • August 2011
  • Juli 2011
  • Juni 2011
  • Mai 2011
  • April 2011
  • März 2011
  • Februar 2011
  • Januar 2011
  • Dezember 2010
  • November 2010
  • Oktober 2010
  • September 2010
  • August 2010
  • Juli 2010
  • Juni 2010
  • Mai 2010
  • April 2010
  • März 2010
  • Februar 2010
  • Januar 2010
  • Dezember 2009
  • November 2009
  • Oktober 2009
  • September 2009
  • August 2009
  • Juli 2009
  • Juni 2009
  • Mai 2009


  • Der Sache nach



    Nach Nichts nach


     



    Hier wird archiviert

    Hier wird boykottiert

    Hier wird cokettiert

    Hier wird drangsaliert

    Hier wird elaboriert

    Hier wird fingiert

    Hier wird geniert

    Hier wird illusioniert

    Hier wird jongliert

    Hier wird kastiert

    Hier wird liiert

    Hier wird massiert

    Hier wird nivelliert

    Hier wird pikiert

    Hier wird regiert

    Hier wird zentriert




    Suche


    Impressum
    Kontakt
    Anmelden
    © 2019 Aleatorik
    by WordPress


    Diesseits

    Seite 1 – Das Geräusch des Werdens
    Seite 2 – Das Blog
    Seite 3 – România
    Seite 4 – Lesungen und Veranstaltungen
    Seite 5 – Aléas Ich
    Seite 6 – Blogroll

    Jensseits

    Aboutsomething
    Der Freitag
    Glanz & Elend
    Glanz & Elend II
    Junge Welt
    LETTRE International
    Literaturkritik
    Literaturkritik II
    Poetenladen
    Roberto Bolaño
    Titel Magazin
    Unendlicher Spass

    KLG
    Literaturport
    Wikipedia


    Kommentare:

  • Silvia Kühnel: Lieber Claus, habe schon mal vor einigen Jahren geschrieben, weil ich die Idee mit der Kunstfigur gut finde. Ein frohes Fest und ein gutes neues Jahr und viel Freude mit dem Stipendium. Silvia (Buchhändlerin in Dortmund)
  • irisnebel: klasse! gratuliere! musst du ne gegenleistung bringen? als stadtschreiber z.b.?
  • nadine schmid: Ich habe mit Thien an der Uni Koeln studiert. Wir ware zeitweise befreundet, aber ich hatte wenig verstaendnis fuer seinen ‘Mangel’ am akademischen Streben und habe, trotz meiner Anerkennung seines Talents, sein Lebensziel, aus seiner Dichtung etwas zu machen, als...
  • bersarin: Es muß natürlich, entdecke ich beim zweiten Lesen, Monika Rinck heißen. Ich kann mir Namen nie merken.
  • Aléa Torik: Ja, Bersarin, seinerzeit hat‘s ziemlich gut funktioniert: es war Literatur und die Leute waren mittendrin. Manche, ohne es zu merken. Manche haben hinterher zufrieden gelächelt, weil sie bei etwas Neuem mitgemacht haben. Oder weil sie selbst zu einer Art literarischer Figur dadurch...
  • bersarin: Literarisches Bloggen, liebe Aléa Torik, funktioniert durchaus. Freilich nur bei den wenigsten. Das meiste, was geschrieben wird, stammt aus dem Klein-Klein der Halbgarküchen, ist Poesiealbumsprosa von Minderleistern, Befindlichkeitsscheiße ohne Form. Ich schreibe dahingehend und als...
  • Aléa Torik: Never ride a dead horse – das hätte auch als Überschrift dieses Beitrags herhalten können. Gestern Nacht bin ich mit dem Rad 35 km durch das ausgestorbene Berlin gefahren, bis weit jenseits der Stadtgrenze. Da ich ziemlich kaputt war, konnte ich dabei nichts denken, aber wenn...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, Du hast überschüssige Energie!? Da werden Dich viele drum beneiden, umso besser also, wenn sie in etwas fließt, was Sinn zu machen verspricht. Was soll man also dazu sagen? Ich sage: Es lebe die Literatur! Und Gratulation natürlich zum vollzogenen Ausstieg aus...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, verflixt, hab‘ ich schon wieder Recht? Ich kann sagen, was ich will, ich habe immer recht. Dabei schrieb ich das eigentlich, um zu provozieren. Entweder lässt sich keiner provozieren oder die Provokation im Netz ist so allgegenwärtig, dass man zu ganz anderen Kalibern...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, da triffst Du mal wieder den Nagel auf den Kopf wie die Faust das Auge: fiktional und ein Sein als solches hat ein literarisches Blog zu sein und nicht einfach noch ein weiterer Mitspieler auf dem Markt- und Kampfplatz realer Eitelkeiten. Als Schriftsteller:in...
  • Aléa Torik: Liebe Miss Lingen, bitte entschuldigen Sie die kleine Verspätung meiner Antwort. Ich war auf anderen Schlachtfeldern unterwegs. Sie haben absolut recht, es ist viel zu komplex. Dabei darf ich mir zugutehalten, es deutlich vereinfacht zu haben. Denn im Original – wenn wir uns darauf...
  • Miss Lingen: Obwohl, wie Sie wissen, ich hier mit Sympathie lese, frage ich doch: ist das nicht alles ein wenig zu komplex?
  • Aléa Torik: Dann bin ich gespannt, was du von dem Essay hältst.
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, die Idee des freiwilligen Ablebens um des Erfolges willen stand ja schon einmal im Raum, aber das nur zu machen, um ausgerechnet auf meine Leseliste zu kommem, nee, da hast Du recht, das wäre schon sehr übertrieben! http://www.litblogs.net/hue...
  • Aléa Torik: Lieber holio, ganz verstehen kann ich die Ottos und Ottisten ja tatsächlich nicht. Vielleicht ist das so, dass Otto und Otta, was ihr Leseverhalten betrifft, auch nicht ganz schlau aus sich werden. Sie greifen immer nur nach dem, wonach auch die anderen greifen. Das zeichnet die...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, man ist ja einiges gewöhnt bei den Autoren. Was die alles tun, um gelesen zu werden, beispielsweise das Schreiben seltsamer Bücher. Ich fände es allerdings doch etwas übertrieben, wenn sich ein Autor nach dem Schreiben seines Buchs sogleich aus dem Leben verabschiedet:...
  • holio: Traurig ist das in der Tat. Und so ganz zu verstehen auch nicht. Im Geräusch des Werdens war der Anknüpfungspunkt für Otto Normalleser ja da. Und die Bălkanexotik ist auch rezipiert und rezensiert worden. Die Sprache ist einfach, der Plot verständlich, erinnere die Szene mit dem blinden...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, noch habe ich Deinen Essay ja nicht gelesen – kommt aber noch! Bin gespannt wie ein Flitzebogen! Und was meine durch eigenes Lesen hervorgerufene Belebung von Texten inzwischen leiblich von uns gegangener Autor:inn:en angeht, so ist es nicht Trost, den ich da...
  • Aléa Torik: Lieber holio, Sie haben recht, die Politik lassen wir hier außen vor. Richtig glücklich bin ja auch nicht mit dem Etikett der Postmoderne. Aber irgendwie müssen wir es ja benennen. Sagen wir Transmoderne. Die wesentliche Information ist allerdings angekommen, schon lange: dass Sie...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, fein, dass ich dich zum Assoziieren bringe. Dass steter Tropfen den Stein höhlt, habe ich bisweilen schon gehört. Aber hat mal jemand gefragt, was mit all den ausgehöhlten Steinen anzufangen ist? Wozu Steine höhlen? Was Cărtărescu betrifft, ich habe es in dem Essay...

  • 24 September 2013

    From one second to the next

    Ich fahre Fahrrad. Immer. Außer wenn ich arbeite, lese oder schlafe. Da man beim Fahrradfahren recht ausführlich in der Gegend herumschauen kann, sieht man mitunter Dinge, die man lieber nicht sehen möchte. Die Autofahrer beispielsweise. Die schauen bisweilen sogar auf die Straße.  Aber häufig, immer häufiger schauen sie auf ihr schickes Handy, auf dem sicher alle paar Sekunden unglaublich aufregende Nachrichten erscheinen. Da hat man naturgenäß wenig Interesse am Leben der anderen. Wie das eigene Leben sich verändert, wenn man ein anderes ausgelöscht hat, zeigt der folgende Kurzfilm von Wim Wenders. Ich musste mich ein wenig in den amerikanischen Zungenschlag einhören.

    Dont text and drive: From one second to the next.

    Ich habe ausgesprochen schlechte Laune.  Ich habe mal wieder eine Absage für ein Stipendium bekommen. Vielmehr habe ich sie nicht bekommen, nicht nur das Stipendium nicht, nicht einmal die Absage. Irgendwann brechen diese Absagen mir mein schriftstellerisches Genick. Und das ist nicht mehr weit weg.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.



    Kommentare

    Kommentar von Norbert W. Schlinkert
    Datum/Uhrzeit 26. September 2013 um 17:39

    Seltsam, liebe Aléa, irgendwie hätte ich fast genau den selben Text schreiben können, zum Fahrradfahren unter all den bekloppten Autofahrern in Berlin wie auch zum immerwährenden Stipendiendesaster – vielleicht habe ich ja letztens sogar so einen Text geschrieben, das kann gut sein, aber man schreibt ja immer viel zu viel in dieses Internet hinein, wer soll sich das alles merken wollen! Naja, vielleicht wird es auch einfach mal Zeit, darüber nachzudenken, ob dieses Berlin überhaupt noch Vorteile hat, außer daß man sich hier das Genick brechen kann. Es wird ja gemunkelt, es gäbe auch noch ein Leben da draußen, außerhalb.
    Beste Grüße aus den Prenzlauer Bergen!

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 26. September 2013 um 21:36

    Lieber Norbert,

    ich meine nicht die ganz ganz wenigen bekloppten Autofahrer – es ist nicht einzusehen, warum Autofahrer bekloppter sein sollten als Radfahrer, Hundehalter bekloppter als Katzenhalter und Männer bekloppter als Frauen -; ich meine die ganz ganz vielen unaufmerksamen. Und da sind Autofahrer, wenn sie SMS tippen, anders als Radfahrer, Hundehalter, Katzenhalter und anders als Frauen und Männer: nämlich sehr viel gefährlicher.

    Berlin hat erhebliche Vorteile, diese Stadt zu verlassen, ist dennoch eine Option. Nicht aus Protest, sondern aus einem Reiz heraus, weil woanders etwas schöner oder geruhsamer oder eben: reizender ist.

    Was die Stipendien angeht. Vielmehr die Schreibsituation und der gesamte Buchmarkt: das ist so komplex, dass ich es hier nicht betrachten kann, und natürlich auch nicht zur Gänze durchschauen oder richtig einschätzen kann. Das kann niemand. Nur eine Bemerkung: wir alle – 99% – werden uns an den Gedanken gewöhnen müssen, dass es einige Stars gibt, dass die gesamte Mittelschicht über kurz oder lang wegfällt – weil schlicht viel zu groß und zu unübersichtlich – und das all die, die wegfallen, aus Verlagssicht und aus Sicht der Stipendiaten, im Grunde nur noch für sich selbst schreiben. Schreiben ist ein Hobby. Wie Bloggen. Und es hoffen natürlich alle, die meisten, zumindest sehr viele, zu den happy few zu gehören. Ich hoffe auch. Und dazu muss man nicht gut schreiben, auch wenn das hoffentlich nicht hinderlich ist. Sondern so, dass es Interesse weckt. Ein Schreiben dass vorhandenes Interesse nur befriedigt, oder nicht einmal das, ist langweilig. Hier fängt’s an, komplex zu werden. Und deswegen breche ich ab. Ich habe zu dem Thema einiges im Interview mit dem Poet gesagt.

    Beste Grüße
    Aléa Torik

    Kommentar von Norbert W. Schlinkert
    Datum/Uhrzeit 27. September 2013 um 11:43

    Liebe Aléa,

    das Schreiben ein Hobby, das beste Mittel zur Wiedererlangung der Arbeitskraft, ein Tun, bei dem man viel Freude hat und mit dem man anderen Menschen darüberhinaus auch noch Freude macht? Ja, schön wär’s! In Wirklichkeit zahlt man noch drauf, man finanziert sein Leben nicht mit seiner Arbeit, sondern versucht, die Arbeit erst einmal finanziell möglich zu machen, auf daß diese mal was abwerfe. Aber das haben wir ja vorher gewußt! Und dann die Sinnfrage! Ich lese im Moment ‘Der Tod des Vergil’ von Hermann Broch, da stellt sich der Dichter über 500 Seiten lang die Frage nach dem Sinn von Dichtung und Literatur und manchem mehr. Wunderbare Literatur, liest aber keiner. Dahingegen ist ’1913′ von Florian Illies, das hat mir grad ein Freund ausgeliehen, wohl so etwas wie ein Erfolg. Hinten drauf steht, Illies sei ein eleganter Stilist, das Buch sei ein brillantes Spiel aus Originalzitaten und Nachzeichnung. Beim Reinlesen habe ich jedenfalls sofort Pickel bekommen, so etwas schreiben wir vollbesoffen mit links besser! Allein den respektlosen Ton gegenüber der Kunst – das macht er wirklich toll! Du hast wohl recht, man muß nicht zwingend gut schreiben, um auf diesem Markt Erfolg zu haben. Aber mit Absicht schlechtes Handwerk abliefern? Nee! Unmöglich! Denn es gibt sie ja noch, die guten Leser!
    Bleibt also die Hoffnung!
    Beste Grüße,
    Norbert

    Kommentar von bersarin
    Datum/Uhrzeit 27. September 2013 um 18:03

    Ach, der Illies, das ist halt Feuilleton. Das Buch würde ich nicht soooo schlecht werten, wie Norbert W. Schlinkert, aber es ist auch nicht wirklich gut. Ein eleganter Stilist ist er mitnichten. Wohl wahr. Feuilleton eben. Wie übrigens die meisten Buch- und Ausstellungsbesprechungen in Zeitungen lausig sind. Sie unterfordern die Leserinnen und Leser. Schade ist es, daß Illies ein interessantes Thema, nämlich den Strom des Bewußtseins einmal durch das Jahr 1913 treiben zu lassen und vielfältige Schichten aufzudecken, vergeigt hat. Das Buch ist eben für den schnellen Markt und für die schnelle Mark geschrieben.

    Broch, Joyce, Döblin, Jean Paul, Kleist. Musil, Woolf: das lesen nun einmal nur wenige. Das ist das Los guter Literatur. Sie ist etwas für die Experten. In der Philosophie ist es nicht anders: Versucht mal auf einer Party ein Gespräch über Hegel, Adorno, Benjamin, Foucault oder Derrida anzufangen und vom Gegenüber eine angemessene Antwort zu erhalten. Fehlanzeige.

    Ich selber setze mich nicht den Mühen des schriftstellerischen Schreibens aus, da ich diesen langen Atem nicht habe, über Jahre hinweg ein Thema zu verfolgen. Dazu braucht es ebene zwei ganz besondere Ressourcen: Zeit und Kraft.

    Ich selber bin übrigens Autofahrer, ich liebe das Autofahren: Früher war es das Fahrrad, das ich schätzte, ich fuhr rasant und voll am Limit, aber da kann ich nicht meinen Arm aus dem Fenster lehnen, Tocotronic hören, die Hand auf den Schenkeln der Beifahrerin liegen haben. Und da dachte ich mir irgendwann: Fahr doch Auto, man!

    Kommentar von Norbert W. Schlinkert
    Datum/Uhrzeit 27. September 2013 um 20:08

    Die illiesinische Idee scheint mir auch gut zu sein, aber dann muß man eben auch wirklich schreiben können. Wenn mir als Leser schon nach wenigen Seiten übel ist, ist das ein deutliches Zeichen dafür, daß das Buch nichts taugt. Man sehe sich mal an, was ein Schriftsteller wie Michael Lentz aus historischem Material macht, etwa in ‘Pazifik Exil’, und was er dabei für Schreibrisiken eingeht, dann erkennt man im Vergleich sofort, wer schreiben kann und wer nicht. Schneller Markt, schnelle Mark – so ist es.

    Was das Autofahren angeht, so führt das Arm-aus-dem-Fenster-Lehnen zu Rheuma und das Hand-auf-die-Schenkel-der-Beifahrerin-Legen zu den selben Gefahren wie das SMS-Lesen. Ich fahr da lieber Motorrad: da hat man beide Arme im Wind, während sich die Beifahrerin an einen schmiegt und der Fahrtwind die Melodie dazu singt.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 27. September 2013 um 20:44

    @bersarin, ich wollte noch eine Antwort auf Deine Entgegnung zur Literaturkritik schreiben, ich wollte etwas zu Deinem Text über Kafka schreiben, aber die Schlagzahl die Du vornimmt, kann ich derzeit nicht halten. Ich bin auch heute wieder völlig abgekämpft von der Auseinandersetzung mit meinem neuen Text. Wenigstens dem Text tut’s gut.

    Du täuscht dich, was das Radfahren angeht. Man könnte an der einen Seite ein Fenster anschweißen lassen, und es dann, wenn gutes Wetter herrscht, herunterkurbeln. Oder, Stichwort E-bike, von einem Zusatzmotor herunterkurbeln lassen. Dasselbe gilt für die Begleiterinnen. Obowhl Hände auf den Oberschenkel legen irgendwie auch ein bisschen, naja, altbacken ist, gelle? Ich werde es mir patentieren lassen, das Rad an dem man allerlei Sachen anschweißen lassen kann. Dann werde ich reich. Wenn Du möchtest kann ich auch dein Auto so umbauen, dass es ausieht als sei es ein in der oben beschriebenen Weise umgebautes Fahrrad. Du müsstest vorher so einen kleinen Zettel unterschreiben, dass du mich nicht vor den Kadi zerrst.

    @ Schlinkert: ich halte die Unterscheidung von guter und schlechter Literatur, nicht für obsolet, aber für nicht zielführend. Denn es gibt, beinahe, keine Möglichkeiten, absolute Kriterien einzuführen. Man sollte lieber von relativen Kriterien sprechen. Literatur ist für bestimmte Menschen gut, während dieselbe für andere schlecht ist. Was für einen Literaturwissenschaftler gut ist, ist für einen Leser von Illies schlecht. Und vice versa. Aber weder Illies noch Broch sind absolut gut oder schlecht. „Wenn mir als Leser schon nach wenigen Seiten übel ist, ist das ein deutliches Zeichen dafür, daß das Buch nichts taugt.“ Nein, gaz sicher nicht: es ist lediglich ein Zeichen dafür, dass du und das Buch nicht zusammenpassen. Dasselbe gilt für Lentz und seine Leser. Sich selbst als einen absoluten Maßstab für die Qualität von Literatur zu setzen, ist völlig überzogen. Literatur ist am Ende immer auch: Geschmack. Und da ist Deiner nicht besser als der von Tante Erna, die den Illies lesen will, weil sie sich dann so schön an Onkel Hubert erinnert. Ich glaube, je eher wir uns daran gewöhnen, dass es Zielgruppen gibt, desto leichter ist das Ganze. Verlage verwenden nicht umsonst so viel Mühe, ein profiliertes Programm zu entwerfen, damit sie damit schon einmal ihre Lesergruppen vorauswählen. Genau deshalb macht Mare nur Wasserliteraur, Hanser vorwiegend anspruchsvolle Sachen etc. Und alle ausnahmslos alle brauchen bisweilen mal was, das richtig kracht: Scheißegal ob’s gut oder schlecht ist. Und in diesem Sinne finde ich es beinahe schon wieder in Ordnung, wenn man so schreibt, dass es sich verkauft. Obwohl ich es nicht könnte. Vielleicht unter einem anderen Namen. Aber auch da ist die Situation wohl nicht anders: das meiste fällt durch den Rost. Ich habe es schon häufig gesagt: es gibt einfach viel zu viele Schreibende und viel zu wenig Leser.

    Aléa

    Kommentar von bersarin
    Datum/Uhrzeit 27. September 2013 um 22:45

    Nein, ich bleibe in meinem Alter beim Auto: ich mag die Geschwindigkeit. Und das Bequeme daran: wenn es regnet, gehen die Scheibenwischer an. (Das geht beim Motorrad nicht. Der Fahrtwind mag ein Argument sein, aber es reicht mir nicht mehr. Der Vorteil beim Motorrad allerdings: ich höre das dämliche Gequatsche der Frau nicht – anders als im Auto.)

    Es folgt zu Kafka noch ein zweiter Text, morgen früh. Natürlich bin ich gespannt und würde mich freuen, schriebest Du dazu etwas. Meine Taktzahl ist im Augenblick hoch. Ich mache nach der Erwerbsarbeit nichts anderes als Lesen, Schreiben, Photographieren. Sozialkontakte sind überflüssig.

    Ja, die Literatur: Der Begriff des Geschmacks ist nicht ganz falsch und zugleich doch grundfalsch, wenn er sich in der bloßen subjektiven Präferenz erschöpft. Es geht eben nicht darum, was Gretchen und Hänschen als Privatiers mögen. Der Begriff des Geschmacks hängt mit dem der Bildung zusammen. Geschmack in bezug auf Literatur und überhaupt auf Kunst will ausgebildet sein, muß geschult werden, hängt an der Übung. Nicht anders als beim Wein und beim Essen. Zudem handelt es sich um eine höchst komplexe ästhetische Kategorie, die ein gleichsam subjektiv-objektives Vermögen darstellt, um sich – vom 18. Jhd her genommen – von der Regelpoetik und dem starren Korsett zu befreien, die vorschreiben, wie genau ein Werk verfaßt zu sein habe, in welchem Duktus gemalt werden solle. Diese ganze aus Frankreich herübergeschwappte Diskussion zum Geschmack terminiert dann in Kants Ausführungen zum Geschmacksurteil.

    Natürlich ist ein einzelnes Subjekt nie Maßstab. Aber es gibt in der Kunst dennoch eine objektive Tendenz, weshalb Becketts Stücke die von Brecht und Sartre bei weitem überragen. Dabei geht es weniger ums Quantifizieren, sondern diese Dinge hängen mit dem Begriff der ästhetischen Form zusammen. Don DeLilo ist objektiv besser als Boyle oder Richard Ford.

    Was die Verlage betrifft, so überlebt ein Verlag in einer hinreichenden Größe nur durch zwei bis drei richtige Knaller im Jahr. Ich schätze diesen Markt nicht, aber er ist da. Als Verleger würde ich nicht anders arbeiten. Einen Blick allerdings lohnt es zu werfen auf das Inzestuöse dieses Betriebes.

    Kommentar von Norbert W. Schlinkert
    Datum/Uhrzeit 28. September 2013 um 00:39

    @Alea
    Wenn ich das Buch von Illies als ein nicht gutes Buch erkenne, dann beruht das sowohl auf meinem Fachwissen, also auch auf vor allem nahezu objektiven Kriterien (denn es gibt sie noch), als natürlich auch auf meinem Geschmack – wesentlich aber auf ersterem. Ich sage ja nicht, daß so ein Buch keine begeisterten Leser findet, denn natürlich gibt es Leser, die nach anderen Kriterien urteilen, es gibt Lesebedürfnisse, für die das Buch wahrscheinlich wunderbar ist. Ich selbst hätte es vor 30 Jahren womöglich gut gefunden und werde so auch jetzt sicher nicht die Leser beschimpfen. Auch die Verlage haben somit recht, Du sagst das ganz richtig, wenn sie das ins Programm nehmen, was sich verkauft. Allerdings: das Buch selbst erhebt einen Anspruch, den es nach meinen Kriterien weder stilistisch noch inhaltlich noch dramaturgisch erfüllt – ergo ist es eben danach bemessen nicht gut. Wenn Broch gesagt hätte, er wolle Vergil und dem antiken Kontext gerecht werden, es aber nicht geschafft hätte, dann wäre das, nahezu objektiv, konkret als ein Scheitern festzustellen.

    Ansonsten: ja, es gibt zu viele Autoren und zu wenig Leser.

    Ansonsten II: ich bleibe beim Zweirad, schließlich regnet es ja nicht immer!

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 28. September 2013 um 12:21

    @ Bersarin und Schlinkert
    Ich erkläre nur meine Position!

    Ich will nicht den Geschmack, das subjektive Urteil über das objektive stellen. Ich weiß, dass es objektive Kriterien gibt, ich habe sie und ihre Anwendung auf literarische Texte studiert. Aber heute, in der allgemeinen Wahrnehmung von Literatur, abseits solcher elitären Unternehmen wie DIE ZEIT oder LITERATURKRITIK, ist das Unterhaltung. Und in der Unterhaltung regiert der Geschmack. Wenn ich einen Verriss eines Buches mache, muss ich ihn begründen. Ein Verriss muss enorm gut geschrieben sein, sonst fällt es auf seinen Verfasser zurück. Das ist es, was ich am Verriss nicht mag, wenn er ohne Argumente daherkommt, wenn der Verreißende behauptet, der Verriss beruhe auf seinem Fachwissen. Immer raus damit: ich kann das formulierte Fachwissen verstehen. Aber man muss mir schon sehr genau erklären, was das Schlechte an Illies und das Gute an Broch ist: denn ich habe beide nicht gelesen. Obwohl das eine seit zehn Jahren bei mir herumliegt. Wenn einer von einem Text kotzen muss, dann muss er mir präzise sagen können, warum er kotzt, denn ein andere kotzt bei einem anderen Text und ich habe absolut keine Lust in irgendwelcher Leute Kotze nach so was wie einem Argument zu suchen. Diese Art Kritik stammt aus der „Denken ist Mut“- Fraktion. Das sind Leute, die ihr Mütchen an scheinbar wehrlosen Werken, tatsächlich aber an deren Autoren, kühlen. Gut, das ist ja jetzt auch – ansatzweise – geschehen.

    Nachtrag zu meiner Kritik am Verriss auf Bersarins Seite: Das wäre eine interessante Struktur, eine Geschichte, nennen wir sie „Sagt Olga“, in der eine Erzählerin berichtet, was ein anderer, eine andere, eigentlich sagen will und nur als eine Art Übersetzerin einer abwesenden Erzählerin fungiert. Das werde ich mal notieren für einen vierten Roman, der aus vielen Schnipseln bestehen wird. Bisher war bei mir ja immer alles aus einem Guss, haha.

    Zu den beiden Kafka Texten würde ich eigentlich noch etwas sagen wollen, es gäbe nicht wenige Stellen an denen ich einsetzen könnte, sei es der Auseinanderfall von ästhetischem und empirischem Ich oder das Verhältnis Kafkas zu Frauen oder Schreiben als Erregung von Lust und Befriedigung, die Frage, ob Sendungen ihren Empfänger immer erreichen oder geschrieben werden, um ihn zu verpassen. Mal sehen wie die Zeit sich heute mir gegenüber verhält. Ist sie gnädig oder rücksichtslos?

    Aléa

    Kommentar von Norbert W. Schlinkert
    Datum/Uhrzeit 28. September 2013 um 13:11

    Liebe Aléa,

    ich habe lediglich in einem Nebensatz ganz nebenher den Ersteindruck erwähnt, daß ich das Illies-Buch als enttäuschend empfinde, das ist alles. Es liegt hier als ein mir unaufgefordert geliehenes Buch herum und ist keineswegs wehrlos, denn es könnte mich ja auch überzeugen, es ist voll mit Sätzen, die etwas aussagen. Sollte ich einen Verriß schreiben sollen, würde ich dafür ausreichend Geld bekommen müssen, allerdings bin ich der Ansicht, daß sich Verrisse nicht lohnen, sondern imgrunde, wenn denn überhaupt, nur positive Besprechungen. Doch wer liest die dann schon!? Bücher werden doch sowieso über die Präsenz bei den großen Buchdiscountern verkauft oder über Werbung und schließlich den Verweis auf Bestsellerlisten. Zum Glück kann ich mich bei der Auswahl meiner eigenen Lektüre sehr gut auf mich selbst verlassen. Aber Du hast recht, eigentlich sollte man sich nicht über Bücher äußern, wenn man nicht bereit ist, wertvolle Lebenszeit für Begründungen zu opfern.
    Beste Grüße,
    Norbert

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 28. September 2013 um 19:56

    Lieber Norbert,
    in meiner Antwort bezogen sich schon die eine oder andere Äußerung auf dich, nicht allerdings die über den Verriss. Das bezog sich auf einen Kommentar, in dem ich Bersarin widersprochen habe, der auch meinte, dass der Verriss ein probates Mittel sein kann. Ich war und bin anderer Meinung. Bevor man etwas verreißt, sollte man es lieber lassen. Ich habe nie Verrisse gemacht, obwohl es mir ein- oder zweimal sehr schwer gefallen ist. Dennoch meine ich, dass man sich keinesfalls in dem Duktus äußern sollte, die eigene Kompetenz sei so groß, dass man sich in seinem Urteil nicht irren könne. In dem Fall würde ich sogar, was ich sonst vollkommen ablehne, mal diese creative writing regeln zitieren: show, dont tell. Ich will die Kompetenz nicht behauptet wissen. Ich will sie sehen. An jedem einzelnen Wort. Deswegen meinte ich, dass ein Verriss, wenn er nicht exzellent geschrieben ist, auf den Urheber zurückfällt. Aber du hast Dich ja erklärt, und damit ist es dann auch in Ordnung.
    Aléa

    Kommentar von Norbert W. Schlinkert
    Datum/Uhrzeit 28. September 2013 um 21:04

    Liebe Aléa,

    ich denke, wir liegen mit unseren Ansichten in bezug auf Rezensionen u. ä. nicht wirklich weit auseinander. Ich schreibe ja auch selten welche, und wenn, dann auch nur über so etwas wie zurecht wiederveröffentlichte Werke von toten Autoren. Ich muß da schon sehr angetan sein, um zum Griffel zu greifen.

    Ein Kommentar schreiben