Hauptmenü:

Aléas Anordnungen

Der Länge nach



Der Reihe nach

  • Juni 2016
  • April 2016
  • Oktober 2015
  • Juli 2015
  • April 2015
  • März 2015
  • Februar 2015
  • Dezember 2014
  • November 2014
  • Oktober 2014
  • September 2014
  • August 2014
  • Juli 2014
  • Juni 2014
  • Mai 2014
  • April 2014
  • Februar 2014
  • Januar 2014
  • Dezember 2013
  • November 2013
  • Oktober 2013
  • September 2013
  • August 2013
  • Juli 2013
  • Juni 2013
  • Mai 2013
  • April 2013
  • März 2013
  • Februar 2013
  • Dezember 2012
  • November 2012
  • August 2012
  • Juli 2012
  • Juni 2012
  • Mai 2012
  • April 2012
  • März 2012
  • Februar 2012
  • Januar 2012
  • Dezember 2011
  • November 2011
  • Oktober 2011
  • September 2011
  • August 2011
  • Juli 2011
  • Juni 2011
  • Mai 2011
  • April 2011
  • März 2011
  • Februar 2011
  • Januar 2011
  • Dezember 2010
  • November 2010
  • Oktober 2010
  • September 2010
  • August 2010
  • Juli 2010
  • Juni 2010
  • Mai 2010
  • April 2010
  • März 2010
  • Februar 2010
  • Januar 2010
  • Dezember 2009
  • November 2009
  • Oktober 2009
  • September 2009
  • August 2009
  • Juli 2009
  • Juni 2009
  • Mai 2009


  • Der Sache nach



    Nach Nichts nach


     



    Hier wird archiviert

    Hier wird boykottiert

    Hier wird cokettiert

    Hier wird drangsaliert

    Hier wird elaboriert

    Hier wird fingiert

    Hier wird geniert

    Hier wird illusioniert

    Hier wird jongliert

    Hier wird kastiert

    Hier wird liiert

    Hier wird massiert

    Hier wird nivelliert

    Hier wird pikiert

    Hier wird regiert

    Hier wird zentriert




    Suche


    Impressum
    Kontakt
    Anmelden
    © 2019 Aleatorik
    by WordPress


    Diesseits

    Seite 1 – Das Geräusch des Werdens
    Seite 2 – Das Blog
    Seite 3 – România
    Seite 4 – Lesungen und Veranstaltungen
    Seite 5 – Aléas Ich
    Seite 6 – Blogroll

    Jensseits

    Aboutsomething
    Der Freitag
    Glanz & Elend
    Glanz & Elend II
    Junge Welt
    LETTRE International
    Literaturkritik
    Literaturkritik II
    Poetenladen
    Roberto Bolaño
    Titel Magazin
    Unendlicher Spass

    KLG
    Literaturport
    Wikipedia


    Kommentare:

  • Silvia Kühnel: Lieber Claus, habe schon mal vor einigen Jahren geschrieben, weil ich die Idee mit der Kunstfigur gut finde. Ein frohes Fest und ein gutes neues Jahr und viel Freude mit dem Stipendium. Silvia (Buchhändlerin in Dortmund)
  • irisnebel: klasse! gratuliere! musst du ne gegenleistung bringen? als stadtschreiber z.b.?
  • nadine schmid: Ich habe mit Thien an der Uni Koeln studiert. Wir ware zeitweise befreundet, aber ich hatte wenig verstaendnis fuer seinen ‘Mangel’ am akademischen Streben und habe, trotz meiner Anerkennung seines Talents, sein Lebensziel, aus seiner Dichtung etwas zu machen, als...
  • bersarin: Es muß natürlich, entdecke ich beim zweiten Lesen, Monika Rinck heißen. Ich kann mir Namen nie merken.
  • Aléa Torik: Ja, Bersarin, seinerzeit hat‘s ziemlich gut funktioniert: es war Literatur und die Leute waren mittendrin. Manche, ohne es zu merken. Manche haben hinterher zufrieden gelächelt, weil sie bei etwas Neuem mitgemacht haben. Oder weil sie selbst zu einer Art literarischer Figur dadurch...
  • bersarin: Literarisches Bloggen, liebe Aléa Torik, funktioniert durchaus. Freilich nur bei den wenigsten. Das meiste, was geschrieben wird, stammt aus dem Klein-Klein der Halbgarküchen, ist Poesiealbumsprosa von Minderleistern, Befindlichkeitsscheiße ohne Form. Ich schreibe dahingehend und als...
  • Aléa Torik: Never ride a dead horse – das hätte auch als Überschrift dieses Beitrags herhalten können. Gestern Nacht bin ich mit dem Rad 35 km durch das ausgestorbene Berlin gefahren, bis weit jenseits der Stadtgrenze. Da ich ziemlich kaputt war, konnte ich dabei nichts denken, aber wenn...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, Du hast überschüssige Energie!? Da werden Dich viele drum beneiden, umso besser also, wenn sie in etwas fließt, was Sinn zu machen verspricht. Was soll man also dazu sagen? Ich sage: Es lebe die Literatur! Und Gratulation natürlich zum vollzogenen Ausstieg aus...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, verflixt, hab‘ ich schon wieder Recht? Ich kann sagen, was ich will, ich habe immer recht. Dabei schrieb ich das eigentlich, um zu provozieren. Entweder lässt sich keiner provozieren oder die Provokation im Netz ist so allgegenwärtig, dass man zu ganz anderen Kalibern...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, da triffst Du mal wieder den Nagel auf den Kopf wie die Faust das Auge: fiktional und ein Sein als solches hat ein literarisches Blog zu sein und nicht einfach noch ein weiterer Mitspieler auf dem Markt- und Kampfplatz realer Eitelkeiten. Als Schriftsteller:in...
  • Aléa Torik: Liebe Miss Lingen, bitte entschuldigen Sie die kleine Verspätung meiner Antwort. Ich war auf anderen Schlachtfeldern unterwegs. Sie haben absolut recht, es ist viel zu komplex. Dabei darf ich mir zugutehalten, es deutlich vereinfacht zu haben. Denn im Original – wenn wir uns darauf...
  • Miss Lingen: Obwohl, wie Sie wissen, ich hier mit Sympathie lese, frage ich doch: ist das nicht alles ein wenig zu komplex?
  • Aléa Torik: Dann bin ich gespannt, was du von dem Essay hältst.
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, die Idee des freiwilligen Ablebens um des Erfolges willen stand ja schon einmal im Raum, aber das nur zu machen, um ausgerechnet auf meine Leseliste zu kommem, nee, da hast Du recht, das wäre schon sehr übertrieben! http://www.litblogs.net/hue...
  • Aléa Torik: Lieber holio, ganz verstehen kann ich die Ottos und Ottisten ja tatsächlich nicht. Vielleicht ist das so, dass Otto und Otta, was ihr Leseverhalten betrifft, auch nicht ganz schlau aus sich werden. Sie greifen immer nur nach dem, wonach auch die anderen greifen. Das zeichnet die...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, man ist ja einiges gewöhnt bei den Autoren. Was die alles tun, um gelesen zu werden, beispielsweise das Schreiben seltsamer Bücher. Ich fände es allerdings doch etwas übertrieben, wenn sich ein Autor nach dem Schreiben seines Buchs sogleich aus dem Leben verabschiedet:...
  • holio: Traurig ist das in der Tat. Und so ganz zu verstehen auch nicht. Im Geräusch des Werdens war der Anknüpfungspunkt für Otto Normalleser ja da. Und die Bălkanexotik ist auch rezipiert und rezensiert worden. Die Sprache ist einfach, der Plot verständlich, erinnere die Szene mit dem blinden...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, noch habe ich Deinen Essay ja nicht gelesen – kommt aber noch! Bin gespannt wie ein Flitzebogen! Und was meine durch eigenes Lesen hervorgerufene Belebung von Texten inzwischen leiblich von uns gegangener Autor:inn:en angeht, so ist es nicht Trost, den ich da...
  • Aléa Torik: Lieber holio, Sie haben recht, die Politik lassen wir hier außen vor. Richtig glücklich bin ja auch nicht mit dem Etikett der Postmoderne. Aber irgendwie müssen wir es ja benennen. Sagen wir Transmoderne. Die wesentliche Information ist allerdings angekommen, schon lange: dass Sie...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, fein, dass ich dich zum Assoziieren bringe. Dass steter Tropfen den Stein höhlt, habe ich bisweilen schon gehört. Aber hat mal jemand gefragt, was mit all den ausgehöhlten Steinen anzufangen ist? Wozu Steine höhlen? Was Cărtărescu betrifft, ich habe es in dem Essay...

  • 29 April 2013

    Mit dem kommenden Artikel wird es enden: das Blog ALEATORIK

    Wiederholt angekündigt, geht das hier nach exakt vier Jahren zu Ende. An meinem dreißigsten Geburtstag, am 1. Mai 2013 höre ich mit diesem Blog auf. Auch wenn es drei Jahre Spaß gemacht hat. Mit diesem Artikel hat es begonnen und mit dem kommenden Artikel, dem 505, wird es enden. So ist es auch in “Aléas Ich“: es fängt mit dem ersten Eintrag in diesem Blog an und endet mit dem letzten.

    Sollte darüber hinaus noch der Erwähnung Wertes  zu vermelden sein – Hinweise auf Lesungen oder Rezensionen o. ä. – wird das nicht ‚oben‘ im Blog stehen, sondern unter dem nächsten Artikel. Als Abschied, als Verabschiedung von den Lesern und von dem, was hier passiert ist, wird der kommende Artikel ‚oben‘ stehen bleiben. Hier besteht noch ein letztes Mal die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen. Diese Funktion, die ein Blog kennzeichnet, die nämlich, sich einzumischen, sich zu beteiligen und den Textverlauf – und den der Welt – zu beeinflussen, endet mit diesem Artikel. Anders ausgedrückt: das letzte Wort habe ich! Mein aleatorisches Ich. Nicht mein echtes kleines ich. Das würde ich hier niemals ausstellen. Mag sein, dass manche den Begriff der Authentizität hoch schätzen, ich finde, er hat in der Literatur nichts zu suchen. Und das hier – das habe ich immer dazu gesagt – ist Literatur.

    Ich bedanke mich bei jenen, die mit ihrem literarischen Verständnis etwas zu diesem Blog beigetragen haben, namentlich bei Alice, die sich, obwohl sie sich verabschieden wolle, als die regelmäßigste Kommentatorin gezeigt hat. Vor allem, seit die Differenz zwischen Ich und ich bekannt geworden ist. Weil sie etwas von Differenz versteht. Weil sie weiß, dass der andere anders ist und dass man ihn nicht gleich machen kann, seine Differenz – auch in der Liebe nicht – auslöschen kann, weil man ihn dann nur zur Selbstbestätigung missbraucht, um sich seiner eigenen Identität zu versichern. Ich bedanke mich bei Avenarius, der allerdings schon länger in der Versenkung verschwunden ist, beim Direktor vom Hotel Abgrund: Bersarin; und, weniger werdend, bei NO; nach langer Pause wieder Norbert Schlinkert; lange nicht mehr hier gewesen: Thorsten Krämer; und auch Iris Nebel, die mir in den vergangenen Tagen noch einmal schrieb, dass sie die „unheimlich feinfuehlige, zart und jugendlich erscheinende Aléa, (aber nicht die manchmal etwas egozentrische und selbstgefaellig erscheinende)“ sehr mochte. Ich hatte geantwortet, dass ich von Egozentrik und Selbstgefälligkeit in meinem Charakter oder Verhalten nichts gespürt oder gewusst habe, und dies vielleicht aus einer Art Selbstschutz entstanden sei: der Angst vor der Entdeckung. Das hat mir also nicht geholfen. Ich hätte das gerne weiter so beibehalten, meine Texte unter meinem Namen veröffentlicht. Dazu werde ich mich noch an einem anderen Ort äußern.

    Wohl muss oder müsste ich mich auch noch bei anderen bedanken, die hier etwas beigetragen haben: ich erinnere mich noch an einige wenige, ohne mich allerdings genau an sie zu erinnern. Ich erinnere mich nur an etwas, das einmal war und nun nicht mehr ist. Und das sollte Ihnen auch so gehen. Machen Sie es gut!

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.



    Kommentare

    Pingback von Positionen. Der Schrift-Zug von Aléa | Irisnebel
    Datum/Uhrzeit 29. April 2013 um 13:15

    [...] Abschied Bewerten: [...]

    Kommentar von NO
    Datum/Uhrzeit 29. April 2013 um 14:15

    Good By, Liebe Alea Torik!

    Das waren aufregende Jahre mit Ihnen! Die ganze Sache war für mich eine große Bereicherung, ich gebe den Dank zurück! Und ich schmunzele, wenn ich jetzt schreibe, ich verdanke es nicht zuletzt (wir beide verdanken es nicht zuletzt) Mr. David Foster Wallace. Und insofern, jetzt schmunzele ich erst recht, verdanken wir es auch Guido Graf. Und – mit Blick auf die Banater Emanuelle – auch Alban Nikolai Herbst.

    Ihr „echtes, kleines Ich“ – ob das nicht doch einer Ausstellung Wert wäre, sollte überlegt werden: Oder haben Sie schon ein Thema für Ihren 3. Roman?

    Jedenfalls wünsche ich Ihnen in jeder Hinsicht viel und weiteren Erfolg. Sie haben ihn sich erschrieben, Sie haben ihn sich erkämpft, den Erfolg, soweit er ja jetzt schon eingetreten ist. Ich habe daher keinen Zweifel, dass es meiner frommen Wünsche eigentlich nicht bedarf.

    Wir bleiben hoffentlich in Verbindung!

    Machen Sie es auch gut!

    Beste Grüße
    NO

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 29. April 2013 um 23:17

    Lieber NO,

    tatsächlich die genannten Personen haben alle indirekt mit unserer Bekanntschaft zu tun, am ehester aber noch Wallace, der nichts davon wusste. Wie man eben üblicherweise nichts von den Lebenswegen der anderen weiß, die man möglicherweise beeinflusst. Oder auch nicht.

    Vier Jahre: eine Menge Zeit. Eine Menge Arbeit und auch Freude. Eine Menge verschossenes Pulver für einige ganz gute Artikel und viele eher mittelmäßige. Und, das vor allem, ein gutes Gespür dafür, was einen guten von einem mittelmäßigen Artikel unterscheidet. Das ist zwar die Voraussetzung, um einen guten Artikel zu schreiben. Aber nicht die einzige. Es kommen noch einige andere hinzu, die auch wieder nicht ausreichen, um ein vollstänidges Gefüge der Voraussetzungen zu bilden. Einen guten Text schreibt man nicht, weil man es will oder das gute von Schlechten scheiden kann, sondern weil man offen für Geschenke ist. Und je offener man dafür ist, desto eher gelingt es, denn es kann nur als Geschenk kommen.

    Obwohl ich die Metapher des Kampfes rundweg ablehne – es gibt in diesem Land keinen Überlebenskampf, keinen zwischen Oben und Unten und auch sonst sehr wenige Kämpfe, jedenfalls keine, die ich kenne, selbst Bayern und Dortmund kämpfen in dieser Woche nicht, die spielen Fußball – lasse ich es ausnahmsweise für mich selbst einmal gelten. Ich habe sicher mehr kämpfen müssen als andere, um zum – auch hier ein Wort, das ich nicht schätze – Erfolg zu kommen. Ich habe sehr viel länger Anlauf nehmen müssen, ich habe, wo andere nach einem Marathon von lachhaften 42 Kilometern zusammengebrochen sind, noch ein paar hundert drauflegen müssen. Und irgendwie reicht’s mir auch gerade. Einen dritten Roman wird es nur mit dem Literaturbetrieb geben. Wenn von dort keine Unterstützung und Anerkennung kommt, dann lasse ich es. Ich habe jetzt lange genug gegen den Betrieb gearbeitet und das mache ich nicht mehr. Wenn es nicht mit ihm geht, hört es auf. Ich mache dann, dass es aufhört. So wie ich am Mittwoch dieses Blog zum Aufhören bringe.

    Wir bleiben sicher in Verbindung.

    Herzlich
    Aléa Torik

    Kommentar von Christian
    Datum/Uhrzeit 30. April 2013 um 07:05

    Hallo Alea,

    bevor sich hier der Vorhang schließt, auch von mir ein kurzer Abschiedskommentar. Damals über David Foster Wallace hier gelandet und seitdem regelmäßig mitgelesen. Bei DGDW hoffe ich ja immer noch auf eine Hörbuchfassung.

    Da ich den Blog schon lange kenne, kann ich nur von mir sagen, dass das Lesen von “Aleas Ich” für mich ein tolles Stück Literatur war. DANKE hierfür.

    Ich möchte nochmal kurz DFW zu Wort kommen lassen, der 1993 in einem Interview im Whisky Island Magazin
    folgendes gesagt hat:

    HK: What would you like your writing to do?
    WALLACE: You want an honest answer, right?
    HK: Reasonably.
    WALLACE: It’s very hard to separate what you want the writing to do from your own
    desires about how you will be regarded because of the work. At three o’clock in
    the morning, when it’s just me, I have the fantasies of ticker tape parades and Poet
    Laureate of the Western World and MacArthur Grants and Nobel Prizes, readings like
    the one last night except with 15,000 people, you know, that type of stuff. So no
    feelings about desired effect are pure, free of selfish ends. But there are a few books
    I have read that I’ve never been the same after, and I think all good writing somehow
    addresses the concern of and acts as an anodyne against loneliness. We’re all
    terribly, terribly lonely. And there’s away, at least in prose fiction, that can allow you to
    be intimate with the world and with a mind and with characters that you just can’t be in
    the real world. I don’t know what you’re thinking. I don’t know that much about you as I
    don’t know that much about my parents or my lover or my sister, but a piece of fiction
    that’s really true allows you to be intimate with … I don’t want to say people, but it
    allows you to be intimate with a world that resembles our own in enough emotional
    particulars so that the way different things must feel is carried out with us into the real
    world. I think what I would like my stuff to do is make people less lonely. Or really to
    affect people. I think sometimes what I’m doing, if I try to be particularly offensive or
    outrageous or whatever, is just being really hungry for some kind of effect. I think you
    can see Bret Ellis doing that in American Psycho. You can’t make sure that everybody’s
    going to like you, but damn it, if you’ve got some skill you can make sure that
    people don’t ignore you. A lot of writers hunger to have their work out there more and
    to have good book sales, which I used to think was crass materialism, that they wanted
    the money, but it turns out that what you want is to have some sort of effect. Maybe
    you’ve snapped to this already.
    It took me years to figure that out.

    viele Grüße und alles Gute
    Christian

    Kommentar von Norbert W. Schlinkert
    Datum/Uhrzeit 30. April 2013 um 13:14

    Liebe Aléa,

    ich weiß gar nicht recht, ob ich mich hier noch einmal äußern sollte, denn womöglich willst Du, weil ja mit dem 1. Mai 2013 das Blog ganz sinnigerweise endet, hier nicht mehr darauf antworten. Also will ich am besten keine Fragen aufwerfen, sondern allein sagen, daß Du mit diesem Blog und den mit ihm und aus ihm entstandenen Romanen der deutschsprachigen Literatur etwas Neues hinzugefügt hast, was gar so viele in dieser Literaturwelt von sich nicht behaupten können – denn zumeist geht es ja um die Wiederholung des Immergleichen für das nachrückende Publikum (weswegen ich persönlich auch nicht auf Bestsellerlisten starre, sondern mir aus allen Zeiten das Beste heraussuche). Ob nun Deine Arbeit in Zukunft gewürdigt wird, ob Du womöglich (ohne Berücksichtigung von Geschlecht, Alter, Herkunft …) die Chance bekommst, Literatur zu lehren, denn immerhin bist Du in Theorie und Praxis bewandert, das alles wird sich zeigen, das hängt weniger von Dir als vom Kampf der betrieblichen Seilschaften untereinander ab (davon weiß nicht nur ich ein Lied zu singen), wovon man sich allerdings nicht unterkriegen lassen sollte.
    Ich wünsche Dir also für Deine literarische Zukunft das Allerbeste, vielleicht sieht man sich ja mal ganz am Rande des Betriebs,
    herzliche Grüße,
    Norbert

    Kommentar von bersarin
    Datum/Uhrzeit 30. April 2013 um 13:47

    Gerade zurück aus Portugal, genauer aus Lissabon, wo ich zehn Tage weilte, konnte ich die Debatte hier am Rande nur verfolgen, was schade ist. Gerne trüge ich dazu das eine oder andere Quantum an Theorie und Sichtung aus der Warte der Ästhetik bei. Nun. The game is over. Alles endet irgendwann: die große Liebe, die Jugend, das Alter, das Leben, eine Reise, ein Blog, die Identitäten. Neues entsteht: Altersflecken, Kinder, Erfahrungen, Hängebrüste, Männerschmerbäuche, Asche, neue Bücher, neue Projekte oder eben auch: Nichts. Die Frage von Sein, Nichts und Etwas bleibt schließlich eine der großen Fragen der Philosophie. Es ist zwar schade, wenn morgen dieser Blog seinen Betrieb einstellt, aber doch nur konsequent, daß dieser Blog in seiner Existenz aufhört: nämlich von Aléa Torik zu berichten, von dem, was sie liest, wie sie liest, wie sie Berlin wahrnimmt. Die beiden Romane, insbesondere „Aléas Ich“ und auch dieses Blog sind als ein neues Projekt, als eine neue Weise von Literatur miteinander verwoben. Die Kombination von Internet und Literatur ist nun nicht ganz neu – man denke an Th. Hettches Null-Projekt um die Jahrtausendwende und vieles mehr. Ich selber bin in bezug auf das Internet eher skeptisch. Aber in diesem Falle, bei Aléa Torik, hat es funktioniert, mir machte es Freude, hier zu lesen, wenngleich ich nicht mit allem einverstanden war. Aber ich gehöre nun einmal zu den Nörglern und Kritikern.

    Schade wäre es sicherlich, wenn man ebenfalls von Claus Heck nichts mehr hörte. An dieser Stelle aber zu orakeln, ob es nach diesem Auftakt mit „Aléas Ich“, wo das Spiel mit der Autorenschaft dann zur Entfaltung kam, noch etwas wird, ob es etwas anderes wird und wie es wird, ist unsinnig und verfehlt. Wir werden es sehen und so bleibt nur für den Weg der Autorenschaft zu wünschen: Bon Voyage. Und wie es so schön in Baudelaires „Die Reise“ heißt:

    „Un martin nous partons, le cerveau plein de flamme,
    Le Cœur gros de rancune et de Désirs amers,
    Et nous allons, suivant le rhythme de la lame,
    Berçant notrie infini sur le fini des mers:

    Mais les vrais voyageurs sont ceux-là seuls qui partent
    Pour partir; coeurs légers, semblables aux ballons,
    De leur fatalité jamais ils ne s’écartent,
    Et, sans savoir pourquoi, disent toujours: Allons!

    In diesem Sinne und die besten Grüße von Nikolai E. Bersarin

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 30. April 2013 um 17:29

    Lieber Christian,

    vielen Dank für den Abschiedsgruß! Danke für das Kompliment zu „Aléas Ich“. Das freut mich wirklich sehr.

    „ … that can allow you to be intimate with the world and with a mind and with characters that you just can’t be in the real world ….” . Das ist eine sehr schöne Äußerung von Wallace. Das ganze Zitat ist ausgezeichnet. Ich denke, die meisten Schriftsteller schreiben jene Literatur, die sie selbst gern lesen würden. Aber sie können es nicht: schreiben kann man es schon. Aber man kann es nicht lesen. Man kann seine Texte vielleicht verstehen – ich denke, dass ich verstehe, was ich tue, ziemlich genau sogar – und in anderer Weise wieder verstehe ich es nicht; aber ich kann sie nicht lesen. Ich werde meine Bücher niemals lesen können. In spreche von jenem naiven Lesen wenn man einen Text zum ersten Mal liest. Wenn man noch nicht weiß, was aus den Personen werden wird, wenn mit jeder Seite die Ahnungen und Befürchtungen wachsen, schwinden oder sich einfach nur verändern, wenn sie bestätigt oder enttäuscht werden und man das Ganze vor sich aufbauen sieht: diese Emotionen beim Lesen, um derentwillen man eigentlich schreibt, die kann man bei seinem eigenen Text niemals erleben. Und genau dafür braucht ein Schriftsteller einen Leser: damit der so liest, wie man seinen eigenen Text eigentlich lesen möchte und niemals wird können. Deswegen freue ich mich darüber, dass dir mein Roman gefallen hat. Weil du in den Moment ein Stückweit ich selbst bist, so wie ich nicht mehr sein kann, weil ich so nicht mehr lesen kann. Und ich kann so nicht lesen, weil ich es geschrieben habe. Die seltsame Tragik beim Schreiben: man zerstört genau das, was man erreichen will.

    Herzlichen Dank für deinen Kommentar!

    Aléa
    P. S. den anderen beiden antworte ich morgen.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 1. Mai 2013 um 12:17

    Lieber Bersarin,

    „schade, wenn morgen dieser Blog seinen Betrieb einstellt, aber doch nur konsequent, daß dieser Blog in seiner Existenz aufhört: nämlich von Aléa Torik zu berichten, von dem, was sie liest, wie sie liest, wie sie Berlin wahrnimmt.“ – Es ist auch für mich sehr schade, aber: ich war von Anfang an konsequent, ich war‘s in der Mitte und jetzt bin ich es auch. Ich bin‘s auch jetzt noch, wo ich irgendwo lesen muss, dass man sich für mich schäme, weil ich nicht in der Lage sei, meinen wirklichen Namen zu nennen. Dabei ist das hier mein wirklicher Name. Ich könnte jetzt mir Franz Werfels „Stern der Ungeborenen“ antworten: „ Ich bin gern bereit, mit jedem philosophisch gewandten Leser eine ehrliche Diskussion über da Wörtchen ‚wirklich’ abzuführen, und ich maße mir an, in jedem Fall recht zu behalten.“

    Oder, diesen geradezu dumpfen Vorwurf habe ich soeben gelesen, nicht etwa als Vermutung oder Überlegung, sondern als Behauptung: es gehe bei dem, was ich hier gemacht habe, um Marketing. Ich schreibe, so also die Unterstellung, mehr als fünfhundert Artikel, um sieben Bücher zusätzlich zu verkaufen! Und nicht, wie es wirklich ist, siebenhundert weniger, weil man kein Gesicht vorzeigen kann. Das hat jemand geschrieben, der tatsächlich im Motto seines Blogs das Denken als Ausdruck von Mut apostrophiert. Dass die Blogger, vor allem offenbar die ‘denkenden’ Blogger, die mutigen unter den denkenden Bloggern, einen so beschissenen Ruf haben, kommt nicht von ungefähr.

    Du triffst den Punkt genau: die Aufgabe, meine Aufgabe hier – ist erledigt: von Aléa Torik zu berichten. Von mir, von meinem Ich und von meinem Ich-sagen. Ein Thema, das zentral ist im Roman, der nur so heißen konnte „Aléas Ich“. Ich habe meine Arbeit dort am Roman beendet und ich beende sie hier ebenfalls. Hier mit dem heutigen Eintrag und im Roman mit den Worten:

    »Du hast mal wieder Heimweh, nehme ich an.«
    »Kein Heimweh. Sehnsucht nach einem Ort, den es nicht gibt und den man dennoch erreichen kann. Einfach indem man es versucht.«
    »Und du? Was wird aus dir?«
    »Das hat mich Luise auch schon gefragt. Ich gehe wieder dahin, wo ich hergekommen bin. Ich habe schon einen Flug gebucht.«
    »Bei deiner Flugangst?«
    »Manchmal muss man sich seiner Angst stellen. Man kommt nicht an ihr vorbei, in keiner Weise. Dann hilft nur die Kollision. Irgendwo auf dem Flug wird das Flugzeug abstürzen. Ich werde es tun. Ich werde aus diesem silbern schimmernden Flugkörper herausgeschleudert und falle nach unten und im Fall verlieren sich mein Gewicht, mein Aussehen und meine Form, ich verliere meine Erinnerungen und Hoffnungen und löse mich langsam in meine Moleküle und Atome auf. Während ich falle, vermische ich mich mit den umgebenden Luftschichten, ich gebe etwas von mir ab und nehme etwas von der Umgebung auf, ich vermische mich mit dem Wind über den Karpaten, mit den um diese Uhrzeit schräg einfallenden Sonnenstrahlen und den Wolken. Ich vermische mich mit der Atmosphäre, in die ich hineinfalle. Es vermischen sich Leben und Tod miteinander, sie gehen eine symbiotische Beziehung ein. Fall und Auftrieb sind keine Gegensätze mehr, sondern ein einziger Zustand und während ich falle, steige ich langsam weiter nach oben, ich steige und falle immer höher und tiefer.« (AI, 412)

    Wir werden sehen ob, und wenn ja, wie es weitergeht. Es wird jedenfalls kein anderes Blog geben. Meine Kritik an literarischen Blogs kommt nicht von ungefähr, sondern aus eigenen Erfahrungen, von denen ich durchaus abstrahieren kann, um dann zu einer wohlformulierten Kritik zu kommen. Aber nicht mehr hier. Ich halte ein Blog für eine durchaus legitime Weise, Geschriebenes zu veröffentlichen, eine Art öffentliches Tagebuchschreiben für andere. Mehr aber auch nicht. Es ist nicht dadurch, dass es sich der Form der Schrift befleißigt bereits ein literarisches Blog und auch nicht allein von daher bereits Literatur. Aber wie gesagt: meine Kritik erscheint an einem anderen Ort. Von den literarischen Bloggern ist hier niemand geblieben, die waren schlichtweg überfordert: intellektuell, emotional und charakterlich. Und auch: mit ihren Projektionen auf mich. Für Kritik, wie du sie machst, ist das etwas anderes,da scheinen mir Blogs sogar sehr geeignet. Vielleicht werde ich mich ein wenig mehr bei dir engagieren: irgendwie muss sich die Energie ein Ventil suchen und man kann ja auch nicht dauernd Sex haben. Könnte man schon, aber man kann eben nicht. Ich nicht.

    Mit Baudelaire zu schließen, mit diesen Worten, das gefällt mir sehr gut. Wer, wenn nicht Baudelaire, könnte besser für die Moderne stehen? Und dort stehe ich mit dem, was hier in vier Jahren passiert ist, sicher auch ganz gut.

    Auch mir ist heute, trotz aller Irritationen in den vergangenen Monaten, ein wenig wehmütig zumute. Auch ich mag das Vanitas-Motiv.

    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 1. Mai 2013 um 14:16

    Lieber Norbert,

    vielen Dank für den Kommentar. Für Fragen innerhalb des Blogs ist es wohl zu spät. Vielleicht wird es ein Außerhalb geben. Innerhalb der Blogosphäre ist wohl auch kein Verständnis möglich, weil ich ja die Konstruktion, die viele machen – es ist hier mein authentisches Ich, das ich vorführe – ad absurdum führe. Aber meine These ist inzwischen auch, dass es beinahe keine literarischen Blogs gibt, neben, sagen wir mal: Rezensionsforen. Also die nächste Aufregung innerhalb der Gemeinde. Nun kenne ich ja diese Aufregungen und wie sie in Wellen hochschlagen: aus eigener Erfahrung. Als ein Journalist damals schrieb, es gebe keine literarischen Blogs, haben sich alle bei Litblogs aufgeregt, ich selbst allerdings nur in Maßen. Weil man sich dort ja als Avantgarde versteht. Ich sehe das inzwischen anders. Der Artikel damals war tatsächlich nicht gut recherchiert, da hat jemand über ein Phänomen geschrieben, das er nicht kannte. Von dem avantgardistischen Literaturverlinker ist bei mir keine Reaktion angekommen. Da ist auch nichts zu erwarten. Ich setze auf andere Orte. Universitäten etwa. Ich habe Kontakte geknüpft und werde das auch weiter tun.

    Und was den Literaturbetrieb angeht, ich weiß, es ist nicht deine Meinung die ich da habe, es ist das Gegenteil deiner Meinung; die Seilschaften des Betriebes, die ich nicht kenne, weil ich da beinahe niemanden kenne, die sind in der Blogszene genauso, nur schlimmer. Da verfolgt jeder jeden. Da schreibt man sich Gefälligkeitsgutachten oder Verrisse bei Amazon, da schreibt man Kommentare, weil man welche bekommen will, da macht man Politik und sucht Verbündete, da treibt man Lobbyismus, da versucht man anders Denkende kaputt zu machen. All das mag es im offiziellen Betreib auch geben. Vielleicht ist es da ähnlich. Aber schlimmer ist es in der Blogwelt, weil da alle behaupten, dass es anders sei. Wenigsten das macht man in den offiziellen Seilschaften nicht. Und, wie gesagt: Interesse an dem ws ic tue ist, in Maßen, von den offiziellen Medien, den Zeitungen gekommen.

    Das große Problem im offziellen Literaturbetrieb ist nicht, dass es da Seilschaften gibt, die gibt es an jedem Arbeitsplatz mit mehr als zwei Arbeitnehmern. Das Probelm ist die Menge der Literatur, die niemand zur Kentnnis nehmen kann. Und auch da ist der Betreib besser als sein Blogweltgegenentwurf: man spricht, so meine Einschätzung von der Sache, nicht über Bücher, die man nicht gelesen aht. Das ist in der Blogwelt auch anders.

    Ein bisschen, schrieb ich eben schon, bin ich auch wehmütig, aber nur um meinetwillen. Der Sache trauere ich nicht nach.

    Ja, vielleicht sehen wir uns mal am Rande des Betriebes. Der hat ja viele Ränder.

    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Avenarius
    Datum/Uhrzeit 1. Mai 2013 um 20:31

    Liebe Alea,
    Ich bekenne: Sie haben gelebt!

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 1. Mai 2013 um 20:38

    Lieber Avenarius,

    Sie Ihrerseits leben noch? Ich bekenne … dass es das eigene ist, das einmalig eigene Leben:

    „Das ist keine bloße Wortspielerei und schon gar keine Ungenauigkeit. Hier wird ein Zustand beschrieben, für den kein Wort gebraucht wird. Weil es womöglich keines dafür gibt. Vielleicht, weil es sich nicht in die oppositionelle Struktur, in dieses binäre Gegenüber von Stehen und Sitzen einpassen lässt. Weil man diesen Zustand direkt nicht beschreiben kann, man kann ihn nur umschreiben. Man kann sich ihm nähern, aber man kann ihn nicht erreichen. Das eigentliche Leben findet jenseits von Sitzen und Stehen statt, in einem nicht benennbaren Zustand. Das ist mehr als eine pfiffige Bemerkung. Womöglich trifft das etwas Generelles im Leben: dass man eben aufstehen muss, um zu leben. Aufstehen, bevor man sich niedersetzt, um das Gelebte zu verstehen, zu verarbeiten, zu reflektieren, zumindest aber es anzuerkennen und zu erkennen, dass dies das eigene Leben ist. Wie groß oder klein es auch sein mag, wie mickrig oder monströs. Das alles spielt keine Rolle angesichts der Erkenntnis, dass es das eigene ist, das einmalig eigene Leben.“ (AI, 374 f.)

    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Orlanda
    Datum/Uhrzeit 3. Mai 2013 um 17:47

    Guten Tag Aléa Torik,

    ich wollte Ihnen schon länger schreiben, fand aber die nötige Ruhe und Zeit nicht. Einige Ihrer Einträge hier, bei Aisthesis und Iris Nebel habe ich gelesen. Ihre Texte gefallen mir sehr, Sie haben einen bisweilen coolen, dann wieder sehr empfindsamen Tonfall. Vielleicht klingt das eine oder andere in mancher Leute Ohren etwas selbstgefällig. Ich lese es nicht so. Ich bin auch mit Ihnen, wenn Sie sagen, dass eine Autorin durchaus ihr eigenes Tun verstehen kann. Ich glaube sogar, dass auf solchen Selbstbildern sehr viel Interessantes ein-zu-sehen sein kann.
    Ich glaube, ich ahne vielmehr, was Sie in Ihrem zweiten Text tun. Wenn dem so sein sollte, dürfen Sie sich jedoch nicht wundern, wenn Ihnen in einigen Sie umgebenden Blogs keine Zuneigung entgegen schlägt, oder vielmehr nach der Liebe nun der Hass. Allerdings auch nur an wenigen Orten, die beiden Genannten sind ja voller Sympathie. Die anderen nehmen Sie bitte einfach nur als das, was sie sind: ein Datenverlust. Ich bin keine regelmäßige Leserin von Blogs, weil mir genau das nicht gefällt, was Ihnen nun geschehen ist: die Vermischung privater mit öffentlicher Sphäre. Sie führen deren Betreibern ja ihre eigene Beschränktheit vor Augen, wenn Sie das sprechende und schreibende Ich, jedes sprechende Ich, den Ort, von dem aus einer und eine sich selbst wahrnimmt, als ein Konstrukt erscheinen lassen. Wenn ich das aus den Worten der anderen über Sie richtig verstehe. Das ist nicht neu, das macht unter anderem auch Judith Butler, die daraus resultierende Konstruktion von Gender-Identität galt in den letzten zehn Jahren vielen als das wegweisendste System neuer Kulturtheorie.
    Die Idee, sich universitäre Anbindung zu suchen, scheint mir angemessen. Wenn etwas neu ist, anders, dann muss sich entscheiden, ob es unter- oder aufgeht. Das wird auch in Ihrem Fall so sein. Was Sie machen, machen heute schon alle: sie fälschen ihre Identität im Netz. Sie fälschen sich selbst, weil sie die Wahrnehmungen der anderen beeinflussen wollen. Sie fälschen Sie, wenn sie auf dieser Seite in den Spiegel hineinschauen und die fälschen sie, wenn sie auf der anderen Seite herausschauen. Sie machen es nur perfider, allerdings sehr konsequent. Und das ist eben neu. Ich lese das überhaupt nicht moralisch. Moral hat in der Konstruktion von Literatur nichts zu suchen.
    Ich bin noch immer etwas knapp in der Zeit, habe mir aber Ihre beiden Texte besorgt und gebe Ihnen dazu meine Einschätzung, hier oder auch bei Aisthesis, dessen Arbeiten mir gefallen und dessen Einschätzung ich, was den Film über Sie angeht, teile: er reduziert ein sicher komplexes Gefüge einer literarischer Auseinandersetzung auf den etwas stumpfen Gegensatz von Mann und Frau, ohne auf ihre beiden Bücher einzugehen, vor allem das letzte, das ja wohl genau das zum Thema hat, was sie hier tun oder getan haben.
    Lassen Sie sich, auch wenn es gerade noch so läuft wie Sie sich das wünschen, nicht irritieren. Es läuft nie so wie man es sich wünscht und wenn man aufhört es sich zu wünschen, läuft es unter Umständen gar nicht mehr. Drohen Sie niemandem, nicht mehr zu schreiben. Vor allem nicht sich selbst!

    Ihre, bleiben wir dabei: Orlanda

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 3. Mai 2013 um 23:21

    Liebe Orlanda,

    vielen Dank für die aufmunternden Worte. Sie haben vollkommen recht. Beinahe vollkommen: Ich drohe nicht mir selbst, sondern ich versuche einen sinnvollen Lebensentwurf. Wenn ich nicht erkennen kann, dass das Schreiben diesen Sinn hat, dann kann ich es nicht weitermachen. Dagegen spräche vielleicht, dass mich manche Stimme als begabt einstuft, auch meine eigene. Aber die meisten Stimmen tun das nicht, die meisten Stipendien und Förderungen und Preise gehen an mir vorbei, ich meine nicht die meisten, sondern ich meine ein geradezu obszönes Missverhältnis von Leistung und Anerkennung. Und das kann ich nicht akzeptieren.

    Das ist der Unterschied: Bersarin hat verstanden, dass ich über Bratwurst schreibe und er bejammert nun nicht, wie schön‘s doch wär, schrieb ich über Streuselkuchen. Das ist keine Literaturkritik, die beklagt, was fehlt. Weil es in Wahrheit nicht fehlt. An der Stelle ist nur etwas anderes. Das muss man erkennen können, wenn man Literaturkritik macht.

    Anderes Thema: Kennen wir uns?

    Aléa

    Kommentar von phorkyas
    Datum/Uhrzeit 5. Mai 2013 um 20:58

    Liebe Aléa,

    so long and thanks for all the fish.

    Herzlich,
    Phorkyas

    PS. Falls Sie über Herrn Keuschnigs Kommentar gestolpert waren, dass der Konstruktion Ihres Avatars pekuniäre Absichten zu grunde lägen, und eine deutliche Distanzierung meinerseits fehlte, so bitte ich das zu entschuldigen.
    [Bah, ich sollte noch als Amtsschreiber enden.]

    PPS. Was soll man einem Künstler wünschen? Viele ekstatische Krisen im Sinne Blechers? – Momente der Plastizität, in denen Worte, Gedanken ins Fliessen geraten und deformierbar plötzlich die ihnen gemässe Form anstreben? So etwas vielleicht?

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 6. Mai 2013 um 17:35

    Lieber Phorkyas

    jetzt weiß ich wieder, wen ich in meiner Aufzählung vergessen hatte: Sie. Das schlechte Gewissen, Ich hatte den mehrfach versprochenen Essay zur Zeittheorie auch angefangen, wieder weggelegt und dann einfach abgehakt. Hier waren ja in den letzten Monaten andere Sachen wichtig. Tut mir leid!

    Ich freue mich über Ihre Abschiedsgrüße, wie immer ohne Beklagen über etwaige Differenzen zwischen Blogbetreiberin und Urheber. Weil Sie, vermute ich, keine moralischen Kriterien an literarische Leistungen anlegen. Ich trauere derzeit ein wenig um mein schönes Blog. Aber ich merke bereits jetzt, sechs Tage nach dem Ende, dass meine Trauer nicht lange dauern wird. Ich habe diese Suchtstruktur nicht, die viele haben, die im Netz sind, die keine zehn Sekunden ohne Display aushalten.

    Was die genannte Kritik angeht: ja, ich hatte mich über diesen Mann geärgert. Dabei hatte ich seinen Kommentar bei Ihnen gar nicht gelesen, der geht, wie so mancher im Netz, mit seiner Erkenntnis hausieren. Dabei ist der Vorwurf – Marketing – einfach dumm. Marketing mit dem man Bücher verkauft? Bei vielen tausend Arbeitsstunden, die das Betreiben eines literarischen Blogs in vier Jahren bedeutet? Bei einem konservativen Förderbetrieb, der keine Literatur fördert, wenn dessen Urheberin nicht bekannt ist? Die tiefe Erkenntnis, ich hätte das alles hier aus Marketinggründen veranstaltet also ist das Ergebnis seines mutigen Nachdenkens? Er hätte sich darüber informieren können, dass ein ästhetisches und poetologisches Programm dahinter steckt. Es gibt ähnliche, moderne und postmoderne poetische Programme, sagen wir Kierkegaard und Pessoa, es ließen sich auch andere finden. Hat er aber nicht. Jetzt wird er, nehme ich an, ein Rezensionsexemplar beim Verlag bestellen und es dann verreißen: bloglike eben. Sie sehen, ich habe keine gute Meinung von Literatur im Netz.

    Danke für den Abschiedsgruß! Ich wünsche Ihnen ebenfalls alles Gute!

    Aléa

    Kommentar von Orlanda
    Datum/Uhrzeit 6. Mai 2013 um 18:33

    Guten Tag Aléa Torik,
    wie ich höre, erwartet man von Ihnen das authentisch-sein. Statt dankbar zu sein, dass Sie einen Künstleroman geschrieben haben, ein Selbstbild in der Kunst und dabei vom Schreiben, von der Tätigkeit des Erfindens berichten. Sie sehen: ich habe am Wochenende doch ein wenig gelesen und zwar im zweiten Buch.
    Das „obszöne Mißverhältnis“: das haben und hatten die meisten Schriftsteller. Und dass es beinahe alle haben, ist leider keine Garantie, daß sich diese Obszönität eines Tages auflöst.
    Ja, wir kennen uns. Ich kenne Sie. Vom Sehen. Denken Sie nach! Universitärer Kontext.
    Orlanda

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 6. Mai 2013 um 18:56

    Liebe Orlanda,
    das war leicht! Was hältst du davon, wenn wir das von hier in die Wirklichkeit verlegen. Vielleicht ein Mittagessen in der Mensa. Morgen um zwölf oder um zwei?
    Misses Torik

    Kommentar von Orlanda
    Datum/Uhrzeit 6. Mai 2013 um 23:11

    Zwei!

    Ein Kommentar schreiben