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  • bersarin: Literarisches Bloggen, liebe Aléa Torik, funktioniert durchaus. Freilich nur bei den wenigsten. Das meiste, was geschrieben wird, stammt aus dem Klein-Klein der Halbgarküchen, ist Poesiealbumsprosa von Minderleistern, Befindlichkeitsscheiße ohne Form. Ich schreibe dahingehend und als...
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  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, Du hast überschüssige Energie!? Da werden Dich viele drum beneiden, umso besser also, wenn sie in etwas fließt, was Sinn zu machen verspricht. Was soll man also dazu sagen? Ich sage: Es lebe die Literatur! Und Gratulation natürlich zum vollzogenen Ausstieg aus...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, verflixt, hab‘ ich schon wieder Recht? Ich kann sagen, was ich will, ich habe immer recht. Dabei schrieb ich das eigentlich, um zu provozieren. Entweder lässt sich keiner provozieren oder die Provokation im Netz ist so allgegenwärtig, dass man zu ganz anderen Kalibern...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, da triffst Du mal wieder den Nagel auf den Kopf wie die Faust das Auge: fiktional und ein Sein als solches hat ein literarisches Blog zu sein und nicht einfach noch ein weiterer Mitspieler auf dem Markt- und Kampfplatz realer Eitelkeiten. Als Schriftsteller:in...
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  • Miss Lingen: Obwohl, wie Sie wissen, ich hier mit Sympathie lese, frage ich doch: ist das nicht alles ein wenig zu komplex?
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  • Aléa Torik: Lieber Norbert, man ist ja einiges gewöhnt bei den Autoren. Was die alles tun, um gelesen zu werden, beispielsweise das Schreiben seltsamer Bücher. Ich fände es allerdings doch etwas übertrieben, wenn sich ein Autor nach dem Schreiben seines Buchs sogleich aus dem Leben verabschiedet:...
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  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, noch habe ich Deinen Essay ja nicht gelesen – kommt aber noch! Bin gespannt wie ein Flitzebogen! Und was meine durch eigenes Lesen hervorgerufene Belebung von Texten inzwischen leiblich von uns gegangener Autor:inn:en angeht, so ist es nicht Trost, den ich da...
  • Aléa Torik: Lieber holio, Sie haben recht, die Politik lassen wir hier außen vor. Richtig glücklich bin ja auch nicht mit dem Etikett der Postmoderne. Aber irgendwie müssen wir es ja benennen. Sagen wir Transmoderne. Die wesentliche Information ist allerdings angekommen, schon lange: dass Sie...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, fein, dass ich dich zum Assoziieren bringe. Dass steter Tropfen den Stein höhlt, habe ich bisweilen schon gehört. Aber hat mal jemand gefragt, was mit all den ausgehöhlten Steinen anzufangen ist? Wozu Steine höhlen? Was Cărtărescu betrifft, ich habe es in dem Essay...

  • 26 April 2013

    Worum geht es in „Aleás Ich“?

    Ich habe diesen Text schon einmal auf einem anderen Blog veröffentlicht. Hier also noch einmal, mit minimalen Korrekturen, damit es nicht untergeht. Möglicherweise tut man das nicht: seinen eigenen Roman verstehen zu wollen. Aber möglicherweise sollte man auch keine Romane schreiben. Und wenn man schon die eine Sünde begeht, kann man ruhig die zweite auch noch absolvieren- lat: absolvere.

    Ich mag den Begriff der Postmoderne nicht sonderlich. Obwohl ich in gewisser Weise in der postmodernen Tradition stehe. Aber ich überschreite sie auch. Ich will zurück zu einem, sagen wir ruhig: konventionellem Erzählen. Oder ich will nicht zurück, ich will weiter. Aber ich weiß nicht genau in welche Richtung. Also bin ich mit „Aléas Ich“ einfach losgerannt, um dann zu sehen, wo ich ankomme. Die sogenannte Postmoderne hat keinen sonderlich guten Ruf. Sie war immer, meine ich, eine ausgesprochen exklusive Theorie, die ihren Weg nie in die Niederungen der Leserschaft gefunden hat. Alles, was wir heute von der Literatur und dem Literaturbetrieb kennen, ist gerade so als hätte es diese Theorie(n) nie gegeben. Oder sie wird auf Schlagworte reduziert. Ich stehe teilweise in ihrer Tradition, auch wenn ich eher eine erzählende Literatur mag. Ich stehe im Grunde nur in der theoretischen Tradition, ohne deren Auswirkungen in meine Texte übernehmen zu wollen.

    Worum geht’s in „Aléas Ich“? Um eine Schriftstellerin, die einen Roman über sich schreibt? Mitunter. Es geht aber vor allem darum, was geschieht, wenn eine Person – Schriftstellerin oder Bordellbesitzerin – „Ich“ sagt. Wenn eine Person – weiblich oder männlich – anfängt, sich und seine Welt zu gestalten, auszuformen, mit Gegenständen und Vorstellungen – moralischer und unmoralischer Natur – zu füllen und ein Mensch anfängt, sich in der Auseinandersetzung mit anderen zu formen. Eine Figur namens Aléa Torik, die bereits eine Geschichte zu haben scheint, sie aber in Wirklichkeit erst im Verlauf dieses Romans bekommt: indem sie sie erzählt. Denn das ist es, was Schriftsteller machen. DAS ist die Realität des Textes. Aléa Torik ist nicht vorher da, sondern entsteht in der Erzählung, in dem Roman, den sie da schreibt. Dementsprechend heißt es bereits auf den ersten Seiten: „Alle Menschen haben nur eine ihnen natürlich erscheinende Sichtweise, die Ich-Perspektive. Dieser Umstand war verantwortlich für meine Verzweiflung, denn er war zentral für meinen Roman. Ich hatte ein Problem, das größer war als alles, was ich mir sonst noch vorstellen konnte: mich selbst. Ich war das größte Problem, das ich hatte, und gleichzeitig die einzige Lösung. Denn dieser Roman war meine Welt. Ich existierte nur, wenn er es tat. Ich existierte in ihm und mit ihm und durch ihn” (AI, 11).

    Und – so mein Verständnis der Sache, das in gewisser Weise exklusiv ist, weil ich nicht nur diesen einen Text kenne, sondern auch noch einige andere, die jetzt nicht mehr vorhanden sind, Entwicklungen, die ich habe aufgeben müssen: exklusiv also, aber nicht maßgeblich für andere -; in dem Maße, in dem der Leser mehr über die Figur des Romans erfährt, begreift er, dass er wenig und weniger werdend über die Autorin weiß. Am Ende weiß gar nichts über sie. All sein Wissen ist ein Wissen über die Figur. Wie das in Romanen so ist. Was der Leser in der Hand hat, das ist der Roman, den die Figur Aléa Torik geschrieben hat. Das ist ein fiktiver Roman, den es streng genommen gar nicht gibt. Weil es ja nur der erfundene Text in einem realen Text ist. Den realen Text gibt es zwar, aber man weiß nichts über seine Autorin und kennt auch seinen Titel nicht. Weil der erfundene Text, die Fiktion, vor dem realen Text steht und sozusagen den Blick auf die Realität verdeckt: Die Sprache verdeckt den Blick auf die Realität. Sie ist die einzige Realität die wir haben.

    Was ist das Wirkliche an der Wirklichkeit?, fragt Joseph Vogl seine Promovendin im zweiten Kapitel. Eine weiß Gott berechtigte Frage. Was ist ein Anfang? Anfang, vor allem Anfang: So lautet der erste Blogeintrag in meinem Blog. Ein Blog, das ein Teil des Romans „Aléas Ich“ ist und dessen erster Eintrag eben „Anfang, vor allem Anfang“ ist. Der Anfang, wird in diesem Artikel ausgeführt, liegt vor dem Anfang. Wo fängt ein Buch an? Bevor es anfängt. Es beginnt auf dem Cover, mit dem Titel, mit dem Namen der Autorin. Etwa in der Mitte des Romans stellt sich dieses Kapitel, das Gespräch mit Joseph Vogl, als fiktiv heraus: es ist das erste Kapitel des Romans, an dem Aléa arbeitet. Das erste Kapitel des fiktiven Roman ist also das zweite des wirklichen. Was ist ein Anfang? Was ist das erste und was das zweite, das abgeleitete? Das sind Fragen, die sich Cervantes und Borges gleichermaßen gestellt haben. Aléa erzählt ihrer Freundin Luise, dass sie Joseph Vogl das erste Kapitel ihres Romans gegeben habe, weil sie wissen will, was er davon hält. Die Frage ist also: welches Kapitel hat Joseph Vogl gelesen, das erste Kapitel des echten Romans oder das erste des fiktiven? Aber was bedeutet, das, wenn wir nur den fiktiven haben? Wo fängt ein Buch an? Wo fängt die Lektüre an, wo beginnt das Sprechen? Wo fängt das ‚Ich‘ an? Wenn wir ‚Ich‘ sagen, wen wir es bezeichnen könne, wenn wir die Fiktion beginnen? Oder schon früher, wenn die ungreifbare Realität da ist und wir sie erfassen und bezeichnen wollen? Wir sind, wenn wir anfangen, immer schon mittendrin.

    Wenn wir ‚Ich‘ sagen, dann produzieren wir die erste Fiktion. Manche können sich ein Leben lang nicht davon trennen, sie halten sich wirklich für das, was sie da sagen. Sie halten sich für ein Wort: Ich. Und fühlen sich ganz authentisch dabei. Oder sie halten sich für das, was sie sehen. Sie schauen sich morgens im Spiegel ins Gesicht und halten das, was sie da sehen, für absolut wirklich. Sie halten sich für ihr eigenes Ich. Cool! Aber ich frage mich, wo das ich anfängt, wo ich Ich-selbst bin und wo der andere anfängt, seine Meinung, seine Auffassung von etwas, seine Liebe und sein Hass. Ja, wahrscheinlich ist „Aléas Ich“ ein postmoderner Roman. Vielmehr, weil die Postmoderne ja tot ist, abgehakt, ein aleatorischer Roman. Der erste dieser Richtung. Einer musste ja damit anfangen. Eine!

    Die Formulierung mit dem Schrift-Zug gefällt mir ganz besonders: Aléa verwandelt sich ja auf den Fahrten von und nach Rumänien, alles Fahrten die sie mit dem Zug absolviert. Einmal sagt sie: „Ich bin niemals vollständig ich selbst, sondern immer auf dem Weg, es zu werden. Auf dem einen oder auf dem anderen Weg, in diese oder in jene Richtung. Ich bin ein ungreifbares Selbst dazwischen“ (AI, 136). Und die große Spaltung in diesem Roman, die zwischen Wirklichkeit und Imagination wird auch wie eine Situation im Zug beschrieben: „Die Wirklichkeit war für mich nur noch etwas, das auf einem Nebengleis daher lief, ein Zug, der annähernd dieselbe Geschwindigkeit hatte wie mein eigener, der in dieselbe Richtung fuhr und dessen Insassen sich auf eine seltsam verzerrte Weise erkennen, zu denen ich aber keinen Kontakt aufnehmen konnte. Wir standen einander gegenüber und sahen uns gegenseitig an. Oder wir sahen nur unsere eigenen Spiegelbilder in den dazwischenliegenden Scheiben, während sich einer der beiden Züge nahezu unmerklich langsam am anderen vorbeischob und weder die Insassen des einen noch die des anderen Zuges zu sagen vermochten, ob sie im schnelleren oder im langsameren der beiden saßen, und sie ebenfalls nicht zu sagen vermocht hätten, in welche Richtung man fuhr, und verunsichert feststellen mussten, dass sie nicht einmal zu sagen vermochten, in welchem der beiden Züge sie sich tatsächlich befanden, in dem einen oder in dem, der sich langsam entfernte und ihr Spiegelbild oder ihr wirkliches Ich mitnahm.“ …“(AI, 327).

    Diese Textstelle wird mit wunderschönen Skulpturen versehen, bei Iris Nebel.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.



    Kommentare

    Kommentar von Alice
    Datum/Uhrzeit 28. April 2013 um 20:29

    „Ich bin niemals vollständig ich selbst, sondern immer auf dem Weg, es zu werden.“
    Liebe Aléa, ich möchte zu diesem Zitat noch ein paar Gedanken äußern und dabei so tun, als stünde für dieses Blog noch alle Zeit der Welt zur Verfügung. Nicht aus Ignoranz, sondern um Ihnen und Ihrem Blog zum Abschied meine Referenz zu erweisen.
    „Ich“ zu sagen, ist etwas Großes. „Ich“ zu sagen ist göttlich. Aus dem brennenden Dornbusch heraus spricht Gott zu Moses: Ich bin der ich-bin. Der Mensch kann und darf „ich“ sagen, auch wenn er die Bedeutung dieses „Ichs“ gar nicht auszuloten, nicht zu fassen vermag. Er darf es sagen als Vision (oder vielleicht besser: als Zuspruch und Zusage), auf die hin er sich zubewegt und die zugleich doch immer auch schon da ist, als Kern seiner Existenz. Zeit und Raum werden hier außer Kraft gesetzt. In dem wunderbaren Bild der beiden Züge, die sich „nahezu unmerklich langsam“ aneinander vorbeischieben, haben Sie dies auf geheimnisvolle und geniale Weise in Sprachbilder gebracht.
    „Ich kann nicht erklären, wie ich ich-selbst bin; ich kann nicht verstehen, warum ich so oder so sein muss; ich kann meine Existenz nicht in irgendeine naturhafte oder geschichtliche Ge-setzmäßigkeit auflösen, denn sie ist keine Notwendigkeit, sondern eine Tatsache. Zugleich aber die für mich entscheidende, die Tatsache einfachhin. Sie ist, wie sie ist, und könnte auch anders sein. Sie ist, und könnte auch nicht sein. Und doch bestimmt sie vom Innersten her mein ganzes da sein. Das alles heißt: ich kann mich selbst nicht erklären, noch mich be-weisen, sondern muss mich annehmen. Und die Klarheit und Tapferkeit dieser Annahme bildet die Grundlage alles Existierens.“ Roman Guardini.
    Ade und alles Gute, Ihre Alice

    Kommentar von anne
    Datum/Uhrzeit 29. April 2013 um 07:37

    Amen

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 29. April 2013 um 16:15

    Liebe Alice,

    „Ich“ sagen kann jeder. Macht auch jeder. Muss auch jeder machen. Man muss den Ort, an dem man sich befindet, identifizieren. ‘Ich’ ist nach Mama und Papa wahrscheinlich das dritte Wort, das ein Kind lernen muss. Oder jedenfalls ein sehr zentrales. Dabei ist es gar nicht ganz klar, was man damit eigentlich meint, denn anders als alle anderen Worte, hat dieses eine Wort einen alles überschreitenden Horizont: alles andere bezeichnet Gegenstände, Objekte; nur dieses eine Wort bezeichnet das die Objekte apperzerpierende Subjekt.

    Ich hatte mal eine Freundin, eine sehr kleine, die ich aber vorbehaltlos geliebt habe. Sie war zu hundert Prozent für meinen Kinderwunsch verantwortlich. Das war Stella. Sie wohnte bei mir im Haus (auch wenn sie selbst der irrigen Meinung war, ich wohne bei ihr im Haus). Manchmal klingelte sie bei mir, unten an der Haustür (allerdings musste jemand sie hochhalten, Mama oder Papa), ich fragte durch die Sprechanlage: „Wer ist da?“ Und Stella sagte: „Ich“. Ganz selbstverständlich. Als könnte da unter kein anderes Ich stehen als ihr eigenes. Und so war es ja auch: Da konnte kein anderes Ich stehen. Genauso ergeht es uns unser ganzes Leben lang. Wir wissen, dass es noch andere gibt, die ‚Ich‘ sagen, wir wissen, dass wir das Wort hundert Mal am Tag nutzen müssen, dass wir in einer sehr einfachen Weise unseren damit Körper meinen, uns selbst als einen Gegenstand in der Welt. Aber wir wissen auch, dass damit noch sehr viel mehr gemeint ist: unser Anspruch an die Welt, unser Anspruch wahrgenommen zu werden, unser Wunsch geliebt zu werden und unsere Befürchtungen, dass all das nicht zur Geltung kommt. ‚Ich‘ sagen ist immer mit einer Vision verbunden, mit anderen, die verstehen, was wir meinen,, wenn wir das sagen und die wir verstehen wenn sie selbst das sagen. ‚Ich# sagen ich einfach und doch hat er sehr viel Voraussetzungen. Und auch Nachsetzungen: wir ergänzen ja immer und immer wieder und erwarten auch, dass andere diese Veränderungen wahrnehmen und dennoch wahrnehmen, dass wir noch immer dieselben sind: ich nämlich.

    Ich freue mich, sogar sehr!, dass Ihnen das Bild, das ich dafür gewählt habe gefällt. Ich habe es nicht bewusst gewählt, es hat sich beim Scheiben so herausgestellt -, das der beiden Züge, die voneinander wegstreben, in entgegengesetzte Richtungen. Mir gefällt es auch. Man sitzt in beiden Zügen, man strebt auseinander, hofft dieses, muss aber jenes, erinnert sich an damals, antizipiert, wie es weitergeht, liebt sich und andere, ist eitel und kennt die Eitelkeit der anderen: es sind zwei auseinander strebende Züge und dennoch sind wir immer bestrebt eine Einigkeit herzustellen, uns selbst als Einheit zu verstehen. Und dennoch fahren wir in beiden Zügen. Mal werden wir auseinandergerissen und mal nicht. Wichtig ist, so empfinde ich das, dass wir verstehen, dass es ein Prozess ist: der des Werdens. Auch das: ein Geräusch des Werdens.

    Ich danke Ihnen für Ihr Engagement, vor allem in den letzten Monaten. Es sind hier nicht wenige abgesprungen. Aber Sie sind an Bord geblieben. Das hat mich sehr gefreut. Was oder wer jemand ist, stellt sich in der Krise heraus. Und dann, Im Alltag, stellt sich auch heraus, was die Zuneigung, die man an Sonntagen empfunden haben mag, wert gewesen ist. Wir sehen einander sicher noch wieder.

    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 29. April 2013 um 16:16

    @ Anne: ob mit oder ohne Anrede, Du oder Sie, ob man einer ist oder eine oder etwas dazwischen. ob man sich in seinem Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht oder nicht, ob man sich verständlich ausdrücken kann oder nur unverständlich: das ist alles einerlei; nur um eines möchte ich doch bitten, nämlich in ganzen Sätzen zu reden! ALEATORIK ist und bleibt von der ersten bis zur letzten Minute ein Literaturblog für Fortgeschrittene.
    Aléa

    Kommentar von Craig Phillips
    Datum/Uhrzeit 21. Mai 2013 um 21:44

    Mr Phillips hat den Text leider bei Bersarin geklaut (AT): “Es tut sich in diesem Buch ein spannendes Spiel auf, das sich – unter anderem – um die Autor(innen)schaft und um Fiktionalität von Autoren gruppiert, und es stellt sich in dieser Prosa zudem die Frage „Wer schreibt?“, „Wer spricht?“ Aber es wird diese Frage nicht in einer Absicht aufgeworfen, Masken zu lüften, sondern vielmehr will sich die Frage selbst samt deren Antwort durchstreichen, um sie des Unsinns zu überführen. Insofern handelt es sich hier nicht um eine Rechtfertigungsprosa oder gar um eine Fußnote, die „Das Geräusch des Werdens“ – den ersten Roman – samt deren Autorin zu legitimieren versucht oder in einer Art „confessio“, als radikale Selbstbetrachtung Präsenzpunkt auszumachen trachtet, sondern der Text betreibt – zumindest dem ersten Anschein nach – ein noch umfassenderes Spiel mit der Fiktionalisierung und der Metaebenen von Literatur. Wobei ja auch die Fußnote – sozusagen in einer dekonstruktiv aufgebauten Fußnote an den Rand geschrieben – oftmals eine sehr viel bedeutsamere und auch subtilere Funktion hat, als die Stelle im Haupttext, an die der Schreiber sie angebrachte.”

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 21. Mai 2013 um 23:21

    @ Bizikova, Lotte Eisen, Sylvia: bitte strengt euch bei eurem nächsten Kommentargeseusel hier ein bisschen mehr an. Ich will nur Kommentare im dreistelligen IQ-Bereich. Wie schade übrigens, dass es „La mer gelée“ nicht mehr gibt: Ihr seht, ich bin mit einem furchtbar guten Gedächtnis geschlagen.
    Aléa

    Kommentar von lotte eisen
    Datum/Uhrzeit 22. Mai 2013 um 00:21

    Paranoide Intelligenztests sind leider alles, was dabei heraus kommt, wenn die Bildung fehlt.
    Ich bin hier nur noch, um einigen meiner Schüler, die bei Ihnen hängen geblieben sind, zu zeigen, das von Nichts nichts kommen kann.
    Ich würde geradezu Geldmittel ausgeben, um dieses epigonale Herumfuchteln mit geklauten Topoi zu verhindern. Geklaut durchaus, wie alles hier geklaut ist. Aber Sie haben sich ja selber angezeigt. Das war allerdings ein komischer Fehler.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 22. Mai 2013 um 12:31

    @ Bizikova, Lotte Eisen, Anne, David, – welche Pseudonyme du dir auch noch zulegen wirst, und: Sylvia.

    Deine Schüler?

    Das hier ist ein literarisches Blog, immer noch. Hier zählen inhaltliche Auseinandersetzungen und, neben der sachlichen Ebene die das hat, vielleicht sogar noch wichtiger: die sprachliche Schönheit derselben. Sag, wenn du etwas zu sagen hast, etwas zu meinen Texten. Kritisiere meinetwegen, aber nutze den bisweilen mühsamen Anstieg des Argumentes. Nur so wirst du den Berg der Literatur erklimmen: der Pass geht über die Ästhetik. Anders ausgedrückt: ein Argument darf hässlich, der Weg, den es beschreitet, muss allerdings schön sein.

    Eine Frau hat mir einmal gesagt, dass sie die ethische Konzeption meiner Figuren schätzt. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Eine solche Einschätzung konnte nur in Auseinandersetzung mit dem Text entstehen. Und das gilt für Ablehnung und Zustimmung gleichermaßen. Die Erkenntnis, dass das Leben scheitern kann, das man mit all dem schönen Porzellan und Kristall – was man wollte, was man sich erträumt hat – irgendwann erkennen muss, dass nur Scherben geblieben sind, ist in der Tat furchtbar. Aber man es kann dennoch in Würde hinnehmen. Und beispielsweise darüber schreiben. Dein denunziatorischer Müll hingegen ist nur irrelevant. Dass du die Suche nach Anerkennung noch nicht gänzlich aufgegeben hast, zeigt dein Bemühen auf Aisthesis.

    Also: von welchen Motiven sprichst du? Such dir eines aus und analysiere es am Text und nicht in der freien Luft, was du dir so im Netz angelesen hast: Wie wär‘s mit dem Vogel-Motiv? Oder New York? Oder Einsamkeit? Oder such dir eine Person aus, wie wär‘s mit Romulus? Oder erzähle mir etwas zu einer der wichtigen Textstellen, wie wär‘s mit dieser Stelle zu Sprache und Wirklichkeit: »Erst indem ich es aufschreibe, indem ich es forme und in seinem möglichen Anderssein erkenne, erkenne ich es überhaupt. Wir können die starren Dinge nicht begreifen, weil unsere Sprache nicht starr ist. Selbst das Unbeweglichste bewegen wir, indem wir es in Worte kleiden, und indem wir es in Worte kleiden, indem wir es in die Möglichkeit kleiden, anders zu sein, entkleiden wir es in der Wirklichkeit, in jener Sphäre, wo alles stillsteht, weil es nur noch es selbst ist« (AI, 69). Oder was ist mit dieser Textstelle: »Wir Schriftsteller leisten uns mehrere Lebenswege, weil bei uns alles übereinander liegt und nicht nacheinander« (AI, 269).

    Auch deswegen haben literarische Blogs einen so miserablen Ruf (auch wenn viele das nicht wahrhaben wollen und das als Ignoranz des offiziellen Literaturbetriebes darstellen; oder aber auf dem Niveau verbleiben, dass das im Netz alle so schön bunt ist und man so viele tolle Leute kennen lernen kann), weil so viel Blödsinn geschrieben wird: ALSO GIB DIR GEFÄLLIGST EIN BISSCHEN MÜHE!

    Ich bin ganz sicher, dass du es nicht gewesen bist, die in meinem schönen Namen zwei Kommentare in einem anderen Blog abgegeben hat, weil der, der das getan hat, meine Romane gelesen hat und du sicher nicht; aber wenn ich entdecken sollte, dass du anderen Leuten in meinem Namen private Mails schreibt (und vergiss bitte nicht, dass ich eine Mail von dir habe, in dem du genau diesen Umstand beichtest), dann ist das strafrechtlich relevant und so werde ich es behandeln.

    Die, die ich im Netz immer sein werde: Aléa Torik

    Kommentar von bersarin
    Datum/Uhrzeit 22. Mai 2013 um 14:00

    Als ich die Zeilen des kühnen Daniel Craig las, dachte ich in einer ersten Reaktion, die ich mir fast zutraue, eine spontane Reaktion zu nennen, wenngleich jegliche Spontaneität im Sinne von Unmittelbarkeit mir eher fremd ist: Mein Gott, wie kann jemand so verdammt gute Kommentare schreiben?! Dann fiel mir nach dem zweiten Lesen ein: Oh, das habe ich ja in meinem eigenen Blog geschrieben. http://bersarin.wordpress.com/2013/02/26/konstruktion-dekonstruktion-dekonspiration-aleas-ich-2/

    Und wieder einmal war ich begeistert über mich selber, wie gekonnt ein stilsicherer Essayist in ein, zwei, drei Sätzen ein Buch auf den Punkt bringt. Wäre ich gesund, öffnete ich mir zur Belohnung eine Flasche bestens Rieslings. Leider bin ich grippal verseucht und mir bleibt nur die Literatur.

    Zudem: in der Literatur gibt es keinen Diebstahl, es gibt nur mißlungen, gelungen oder halbe-halbe Bücher. Oder um es auf zwei Begriffe zu bringen: es gibt die ästhetische Wahrheit und die ästhetischen Stimmigkeit eines Textes. Über die freilich kann man streiten. Über nichts sonst.

    Was nun die Welt der Blogs, des Internets, der Trolle, der Trollinger betrifft, so bleibt diese eine Frage in der Welt: Gibt es diesen Irren nun trotz oder gerade wegen des Internet, das als willkommener Multiplikator fungiert? Schön auch, wie aus der Anonymität keine Bücher oder Kritiken, sondern geblähtes Gefasel herausgehauen wird, angefangen bei einer Vollpfeifenklassenpetze wie Kienspan. Keiner Deiner Kritikerinnen und Kritiker, Aléa, ist bisher fähig einen einzigen gescheiten Satz über das Buch von Dir zu formulieren. Immer nur bleibt es bei Äußerlichkeiten.

    Und nun warten wir noch, bis gleich wieder, wie in einigen anderen Blogs, eine/r dieser Kaulquappen aus dem Interneturschleim herausgekrochen kommt und schreibt: „Ach, der Bersarin, der verteidigt beständig das, was Aléa Torik macht. Die sind bestimmt ein und dieselbe Person.“ Anstatt einmal nur inhaltlich zu werden, bleiben diese Leute äußerlich, und das bringt mich dann dazu, nach den Motiven solcher Vorgehensweise zu fragen. Liegt Neid dahinter, Erfolglosigkeit, Deformation im Denken, haben die zu viel Zeit übrig und sitzen untätig vor ihren Rechnern? Wenn ich etwas nicht mag, dann lege ich es beiseite und beschäftige mich damit nicht weiter. In diesem Falle aber ist es nicht so. Es wäre doch im Grunde ein Leichtes eine Kritik über die beiden Bücher von Aléa Torik zu schreiben. Aber dazu muß man die Bücher lesen. Stattdessen bleiben die Trolle im vagen. Spannend zu lesen, wie es weitergeht. Im Grunde ist dies bereits wieder Stoff für einen neuen Roman: „Das Wiederleben der Lotte Eisen“, so nenne ich ihn. Ach, wenn ich nur die Ausdauer und die Durchhalte für ein längeres Projekt hätte, dann schriebe ich dieses Buch. Als Nachtragbuch zu „Aléas Ich“: die perfekte Verzahnung von Blog, Welt, Realität, Troll- und Avatartum. „Das Leben ist das zerbrochene Geschirr des Seins“: solche Sätze brächte ich da unter. Leider bleiben meine Überlegungen, wie seit Jahrzehnten schon, nur ein einziges großes Fragment – vielleicht wählte ich gerade deshalb als Form des Ausdrucks die Photographie und das Essayschreiben im Blog oder im Kommentarteil anderer Blogs. Confessio zur Krankenstunde.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 22. Mai 2013 um 15:43

    Lieber Bersarin,

    herrje! Ich dachte ebenfalls, dass endlich einmal ein gescheiter Kommentar zu meinem schönen Roman kommt, aus dem vielgepriesenen, ach so schönen Internet, dem noch viel schöneren literarischen Internet und weil ich auf keinen Fall nur nebenher antworten wollte, habe ich es auf heute verschoben. Und dabei nicht erkannt, dass das von dir stammte. Und ich hätte es doch merken müssen: einer der meine beiden Romane gelesen hat und sich noch die Mühe macht, einen wohlfundierten Kommentar zu schreiben?

    Ich trauere um das Blog, um die Möglichkeit, mal eben etwas zu schreiben, einen Gedanken zu notieren etwas Gelesenes anderen mitzuteilen und weiterzugeben. Das ist ein richtiger Verlust. Und dennoch bin ich auch froh, dass ich mir diesen Blödsinn nicht mehr antun muss. Das ärgert mich schon seit geraumer Zeit, dass im Netz so dermaßen viel Dummheit und Asozialität herrscht, vielleicht ist das im literarischen Geviert nicht schlechter als anderswo, aber anderswo war ich nicht. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es so schlecht ist. Wenn ich in mein I-phone einen Porschemotor einbauen lassen will, dann brauche ich einen kompetenten Profi und keinen,d er dumm herumredet. Im literarischen Netz kann sich jeder als Profi ausgeben, da passen Treckermotoren in Telefone. Jeder kann Rezensionen schreiben: es bedarf keinerlei Qualifikation.

    Keiner von denen, die mich jetzt beschimpfen, weil ich nicht bin, was ich zu sein behauptet habe – allerdings ist vermutlich auch keiner von denen, was er sein möchte – hat nur ansatzweise inhaltlich Kritik geübt, keiner hat einen schlauen Satz gesagt. Die schauen, wenn sie mich zu sehen meinen, in den Spiegel: die sehen, statt mich und meinem Antrieb, das so und nicht anders zu machen, sich selbst und ihre Antriebe. Die erkennen, weil sie über mich nichts wissen, lediglich jene Gründe, aus denen sie selbst es machen würden. Und Marketing ist wirklich der denkbar dümmste Vorwurf, 520 teilweise seitenlange Blogeinträge für zwei, wie ich das empfinde, anspruchsvolle Romane? Wen erreiche ich denn mit den Blogeinträgen?. Literarische Blogger, die nicht lesen, weil sie bloggen! Wenn ich mit meinen Blogbeiträgen wenigstens interessierte Leser erreichen würde, die Bücher kaufen, dann ginge das noch. Ich hätte mich, sagte man, genau nach Markbedingungen aufgestellt und positioniert. Wer so denkt und formuliert, der hat nicht ansatzweise begriffen, was ich gemacht habe und das war KUNST! Weil er nicht weiß, was Kunst ist. Keiner von denen hat auch nur ansatzweise nachgedacht, ob das, was ich im Roman mache, das was ich im Blogmache, weitertreibt oder konterkariert. Keiner macht sich im literarischen Web, die Mühe etwas zu lesen, zweimal zu lesen, nachzudenken, zu formulieren, zweimal zu überarbeiten und dann vielleicht als Kommentar abzuschicken, mit der Einleitung: “Nach meinem bescheidenen Dafürhalten … “. Keiner! Kaum einer. Intelligente Sätze zu meinen Büchern habe ich bisher nur bei dir gelesen (und bei Craig Phillips!). Und bei mir: aber ich darf das eigentlich nicht. Schriftsteller, die sich selbst verstehen und interpretieren wollen sind wie Prostituierte, die mit sich selbst ins Bett wollen.

    - „die perfekte Verzahnung von Blog, Welt, Realität, Troll- und Avatartum“ : schreib diesen Roman ruhig. Ich werde diesen metafiktionalen Ansatz nicht weitertreiben. Ich mache, wenn ich es mache – wenn ich es finanzieren kann: und allein darum geht es – etwas anderes, etwas dunkles, rätselhaftes, sprachlich sehr viel artifizieller, weniger Geschichte.

    Krankheit ist gemein. Noch gemeiner ist, dass man die anschließende Gesundheit nur kurz genießen kann, weil sie dann wieder der Normalzustand ist. Trotzdem, auchwenn du es dann nicht geniessen kannst: Gute Besserung.

    Aléa

    Kommentar von lotte eisen
    Datum/Uhrzeit 23. Mai 2013 um 17:30

    Mit bedeutender Philosophie einer Literatur Bedeutung zu verschaffen ist leicht. Der einfache Analogieschluss wird zum Profil der Methode. Eine höhere Qualität des literarischen Materials a l s Kunst wird dadurch nicht hergestellt. Ich denke, dass mit dem von Claus Heck vorgestellten zwei Büchern das zentrale Problem der Dichtung, nämlich eine Wesenseigentümlichkeit der Sprache in der je eigenen Form zum Ausdruck zu bringen, nicht berührt wird. Dazu sind diese zwei Romane formell zu nichtssagend. Dem entspricht Inhaltlich die eklektische Anleihe bei verschiedenen Philosophemen, die gebetsmühlenhaft bis zur Plattheit breitgetreten werden. Einige am Dekonstruktivismus orientierte Reflexionen des Bersarin mögen für sich genommen dazu gut sein und in gewissem Masse stringent, schweben aber nur über die Romane abstrakt hinweg und sagen so gut wie gar nichts über die ästhetische Gestalt dieser: es kommt einem vor, als hätte sich da einer verrannt.
    Es sei bisher noch so gut wie nichts Gescheites zu den Büchern geschrieben worden. Nun, hier ist es.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 23. Mai 2013 um 17:42

    Mensch Lotte, eins kann man dir jedenfalls nicht vorwerfen: dass du nicht zur allgemeinen Erheiterung beiträgst.

    Kommentar von lotte eisen
    Datum/Uhrzeit 23. Mai 2013 um 17:49

    So ganz frei von Größenwahn scheinen Sie ja nicht zu sein.

    Kommentar von lotte eisen
    Datum/Uhrzeit 23. Mai 2013 um 17:52

    Aber die “allgemeinen erheiterte Menge wird Ihnen Trost spenden.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 23. Mai 2013 um 22:58

    @ Lotte Eisen/Bizikova/David/Anne/Sylvia etc.

    Das ist also jetzt der intelligente Kommentar? Oder kommt der noch?

    Lotte, ich erkläre dir jetzt mal was, nicht, weil ich annehme, dass du es verstehst, sondern weil mir gerade eben zufällig ster-bens-lang-wei-lig ist. Einen Roman zu schreiben ist eine jahrelange Anstrengung und was der Autor mindestens erwarten kann, ist ein wenig Respekt für diese Anstrengung; nicht für das Ergebnis, das einer, wenn er es kann, nach entsprechenden Kriterien bewerten soll. An diesem Respekt lässt fehlen, wer sich mehrfach über – in dem Fall – meine Romane despektierlich bis verachtend äußert, ohne je auch nur eine einzige Zeile gelesen zu haben. Das was du hier als Bewertung abgibst, kann auf jeden Text passen oder auf keinen, aber es ist definitiv nicht in Auseinandersetzung mit einer einzigen Zeile entstanden, die ich geschrieben habe. Du ergehst dich in Phrasen, die aussehen als seien sie Vokabeltraining.

    Mit ‚verrennen‘ ist ja wohl Bersarin gemeint, oder? Dem nun allerdings stimme ich vorbehaltlos zu. Was das verrennen angeht, ist er ein echter Ausdauersportler. Ähnlich wie Haile Gebrselassie: der verrennt sich bei jedem Marathon.

    So ein Blog ist unter anderem auch eine Sache der Gastfreundschaft. Und was dich betrifft, endet die hier.

    Alea Torik

    Ich vergaß, hier kannst du etwas lernen: http://www.jungewelt.de/beilage/art/3067

    Kommentar von phorkyas
    Datum/Uhrzeit 2. Juni 2013 um 20:47

    Liebe Aléa,
    die Trolle werden sich schon wieder trollen, aber vielleicht erleichtern sie den Abschied.
    Allerdings gibt es unter jenen, die nun zu Ihren Widersachern gezählt werden müssen, mindestens einen, der sich fundiert und detailliert geäussert hat [ich habe den Link an dieser Stelle herausgenommen, AT]
    Hach, warum immer nur so lästige Polarisierungen und Lagerbildungen (.. ist ja doch immer noch wie auf dem Pausenhof? http://sichtenundordnen.wordpress.com/2013/02/28/grose-pause/ )

    Herzlich,
    Ihr Phorkyas

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 4. Juni 2013 um 00:35

    Lieber Phorkyas,

    vielen Dank für den erneuten Kommentar. Ich habe mir, was ich in den vergangenen vier Jahren sehr selten getan habe, erlaubt, in Ihren Kommentar einzugreifen und einen Link zu löschen, weil ich den hier nicht haben will. Ich erklär es Ihnen.

    Für mich geht’s in der Diskussion meiner – also Aléa Toriks – Texte nicht nur um Trolle. Trolle sind Spinner, die, wo sie ein Feuer ahnen, Öl hineinschütten. Mehr als über Lotte Eisen ärgere ich mich über mich selbst, dass ich so etwas überhaupt freischalte und meine Zeit damit verschwende, ihr auch noch zu antworten. Ich ärgere mich über Leute, die in meinem Namen Kommentare abgeben, um andere gegen mich aufzuhetzen. Aber ich empfinde das als eine Unverschämtheit, wenn jemand wie Lotte Eisen sich hier zu Wort meldet, und meinen Roman verreißt, ohne ein einziges Wort gelesen zu haben. Jemand, der versucht, eine jahrelange Arbeit mit wenigen blödsinnigen Worten kaputtzumachen. Was ich hier mache, ist Literatur. Was die Trolle machen, ist das glatte Gegenteil. Aber da zeigt sich meines Erachtens etwas vom Geist, der in literarischen Blogs herrscht: herrschen tut er, aber Geist ist es eben nicht.

    Ich habe hier ein Spiel gespielt. Ein in jeder Hinsicht literarisches Spiel. Und es war von Anfang an als ein solches zu erkennen. Es ist das Spiel, das auch Fernando Pessoa und Sören Kierkegaard gespielt haben, beide unter anderen Bedingungen, auch mit anderen Zielen. Beide allerdings wussten, was ich auch wusste, dass ihr Spiel ein sehr ernstes ist, wie jedes Spiel mit Identität. Ich habe das hier lediglich an die technischen Bedingungen des 21. Jahrhunderts angepasst.

    In diesem Sinne lassen wir Pessoa über sein Verhältnis zu den Heteronymen zu Wort kommen: „ …mit ihren Gedanken, ihren Gefühlen, ihrer Kunst hat er, der wirkliche Verfasser nichts zu schaffen, abgesehen davon, daß er bei der Niederschrift das Medium von Gestalten war, die er selbst geschaffen hat. Weder dieses noch die folgenden Werke haben irgendetwas mit dem Verfasser zu tun. Weder ist er einverstanden mit dem, was in ihnen niedergelegt ist, noch ist er dagegen“, schreibt eben nicht Pessoa‚ sondern „das Medium von Gestalten“ in „Das Buch der Unruhe“.

    Dieses Spiel spielen andere ebenfalls. Das spielt im Netz, mehr oder weniger ausgeprägt, jeder. Jeder weiß und spürt, dass im Netz viele Dimensionen ausfallen, die im ‚normalen‘ Umgang miteinander nicht ausfallen und jeder versucht diese sinnliche Ebene mehr oder weniger explizit zu kompensieren. Aber niemand thematisiert es: in Blogs benehmen sich offenbar alle so, als sei, was sie darstellen, eine Art natürliches Abbild ihres wirklichen Daseins, ein Netzspiegelbild, das sie genauso wiedergeben, wie sie wirklich sind. Das ist natürlich Unsinn. Aber über die eigenen Inszenierungen redet keiner. Muss man in der Regel auch nicht, in den meisten Blogs spielt das ja auch keine Rolle. Aber in literarischen Blogs tut es das, weil dort die inszenatorische Qualität desjenigen, der es betreibt, sehr viel höher ist. Und dann kommt jemand wie ich daher und hält den Leuten den Spiegel vor die Nase. Nur bemerken die den Spiegel gar nicht! Die halten ihre eigene Visage irrtümlicherweise für mein Gesicht. Die beschimpfen mich als Betrüger_in (gendergap) und behaupten, ich hätte, was ich getan haben, aus Marketinggründen gemacht und bemerken gar nicht, dass sie nichts über mich und über meine Motivationen wissen oder erknnen. Deren Denunziationen sind kein Deut besser als das, was Lotte Eisen hier fabriziert hat. Sie sehen nicht meine Motivation im Spiegel, sondern ihre eigene: sie sehen die Motivationen, aus der heraus sie machen würden, was ich gemacht habe.

    Ja, hier sind ein paar Leute hereingefallen. Aber nicht, weil ich sie hereingelegt habe, sondern weil sie hereinfallen wollten. Ich habe vielfach darauf hingewiesen, explizit und implizit, dass das hier ein literarisches Blog ist und dass ich eine Poetik habe, nach der ich mich verhalte. Ich kann nichts dafür, wenn die Leute nicht mehr Phantasie mitbringen als die, dass mein Name ein Pseudonym ist. Was für eine beeindruckende Assoziation! Aber nicht einmal die ist richtig.

    Ich habe vier Jahre ein Blog geführt, ich glaube ich weiß, wovon ich rede. In den meisten der sogenannten literarischen Blogs, ist von Literatur immerhin am Rande die Rede, aber Literatur sind sie deswegen noch lange nicht. Man lobt sich gegenseitig über den grünen Klee, man ist jenen verpflichtet, die im eigenen Blog kommentieren, man schreibt sich gegenseitig Gefälligkeitsrezensionen, etc. etc, das würde eine lange Liste. Von Literatur, von einem tiefergehenden Verständnis literarischer Strategien, gar von einem avantgardistischen Medium, von der Fähigkeit eine Poetik zu entwickeln oder Interesse an neueren literarischen Strömungen kann meines Erachtens bei den wenigsten Blogs die Rede sein. Denunzianten, Stalker und Trolle das sehe ich. Eine angebliche Feministin, die zur Hexenjagd aufgerufen hat. Alles, was nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, wird möglichst ausgerottet. Das ist dieselbe Strategie, die Männer den Feministinnen vor dreißig Jahren entgegen gebracht haben. Und das ist ja im Netz auch ganz leicht, beim sogenannten shitstrom machen ja immer welche mit. Im Netz ist ja alles straffrei.

    Literarische Blogs? Ich habe Literatur gemacht, aber im Netz ist dafür kein Platz gewesen. Dabei geht es um weit mehr, als ein infantiles Verhalten auf dem Pausenhof, das ja noch zu entschuldigen ist: das sind Pubertierende. Es geht um ein literarisches Selbstverständnis, das eben weil es ihm daran mangelt einen authentischen Autor ‚hinter‘ dem Text sucht, weil der Text von dort sozusagen verifiziert werden muss.

    Allerdings habe ich auch gute Leute kennengelernt. Im von den Bloggern so heftig gescholtenen offiziellen Literaturbetrieb, einzelne Leute natürlich. Zwei, drei Professor_innen für Literatur. Wenige meiner ehemaligen Kommentatoren, aber immerhin, Sie beispielsweise! – so funktioniert das Netz, gelle? Ich schmiere Ihnen ein wenig Honig um den Bart und schon sind Sie auf meiner Seite. Literatur im Netz ist vor allem die Fähigkeit sich mit den richtigen Leuten zu verlinken. Das ist Lobbyismus! – Unbekannte, die mir Mails geschrieben haben. Leute, die etwas von Kunst verstehen. Allerdings keine anderen Literaturblogger, die der Auffassung sind, Literatur sei einzig zu ihrer Unterhaltung und wenn sie nicht genau so ist, wie sie das erwarten, dann werden sie grantig. Und damit kommen wir zu dem Link, den Sie gesetzt haben und ich gelöscht habe, ihren Freund oder Bekannten. Im Netz sind wir alle ja schon dicke Freunde, wenn wir uns nur verlinken.

    Es gibt eine Literaturkritik – ich spreche vom Feuilleton, nicht von der Literaturwissenschaft -, die hat etwas von Reich-Ranicki und – wie hieß der noch, dieser alte Feuilletonchef der ZEIT? -, diese beiden, das ist ungefähr ein Kaliber. Die haben mitunter tolle Sachen geschrieben, beide aber auch einen unglaublichen Blödsinn. Dieses Kaliber von Kritikern ist meiner Beobachtung nach so gut wie ausgestorben – wobei der Fall Reich-Ranitzki noch einmal anders gelagert ist, weil in die Bewertung seiner Leistung immer auch seine Lebensgeschichte mit hineinspielt. Ob das Tagesspiegel, ZEIT, NZZ und FAZ sind: die meisten Kritiker dort arbeiten heute auf einem höheren Niveau, da ist mitunter viel Interesse, Verständnis und Offenheit zu finden. Alles Eigenschaften, die man in den meisten Blogs vergeblich sucht. Da findet sich Selbstgerechtigkeit, Selbstgefälligkeit und die Inszenierung als das bessere Feuilleton. Der von Ihnen verlinkte Blog gehört bedauerlicherweise auch dazu. Das gefällt mir so an Bersarin von Aisthesis, der ja eigentlich gar kein Literat ist, sondern Philosoph und darin einen sehr interessanten Begriff von Kritik hat, nämlich, im Idealfall, das kritisierte Werk weiterzuschreiben, die Dinge aufnehmen, die man gefunden hat und weiterphantasieren. Das habe ich in meinen Rezensionen und Essays auch immer versucht: offen sein für Neues, neue Gedanken, neue Formen, neue Welten. Und diese neue Generation der Kritiker, das sind die interessanten Leute. Phorkyas, seien Sie mir bitte nicht böse, aber der Link, den Sie da angegeben haben: der ist veraltet.

    Ärger verraucht! Aber es wird bestimmt noch neuer kommen.

    (Ich krieg heute den Ärger, aber ich zehn Jahren machen das alle: da gibt es keinen Autor mehr als eine feste Größe, die den Text legitimiert, das schreiben im Netz alle an einem Hypertext, deren Urheber gänzlich unfassbar sind. )

    Herzliche Grüße

    Aléa Torik

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 4. Juni 2013 um 17:43

    Nachtrag: das habe ich ganz vergessen zu erzählen, in der Aufregung um das sogenannte Outing. Allerdings war es die Aufregung der anderen, nicht meine eigene. Ich habe vier Jahre ein Blog im Netz geführt mit weit über fünfhundert Artikeln und ich bin auf das, was ich hier gemacht habe, richtig stolz! Mir geht es zwar eigentlich um meine Romane, nicht um irgendwelche Blogeinträge, aber das, was ich hier veranstaltet habe, geht weit über alles hinaus, was man sonst so aus Blogs kennt. Was die meisten (Literatur-)Blogger hinbekommen, ist eine Art persönliches Journal, wo sie dann der vermeintlichen Welt erzählen wie es ihnen in derselben so ergeht. Ich habe weit mehr gemacht, ich habe ein Ich erfunden und die Welt, die es sich erfindet. Und doch ist das nicht Erfindung, denn durch die Erfindung ist es wahr geworden, also das, was es bei den (Literatur-)Bloggern nicht ist, da ist es höchstens authentisch.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 4. Juni 2013 um 17:45

    Nachtrag zwei: Die liebe, nette, allseits lustige, schlagfertige Frau Torik kann auch mal ungehalten werden. Aber es ist, trotz veränderter Stimmungslage, immer noch die Frau Torik, die das Weblog hier führt. Und wer das nicht versteht, der versteht sicher auch nicht, dass Hans Castorp wirklich sieben Jahre auf dem Zauberberg war, sondern glaubt womöglich, es seien nur sieben Tage gewesen. Oder, noch schlimmer, Thomas Mann hätte sich das nur ausgedacht – alles bloß Marketing! – um seine unlesbaren Bücher zu verkloppen.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 4. Juni 2013 um 21:12

    Nachtrag drei: „Man muss sich bewusst sein, dass die wenigsten Leser zwischen dem „Ich“ im Text und dem realen Ich unterscheiden. Und dass es Leser gibt, die glauben, ein Anrecht nicht nur auf Inhalte, sondern auch auf dieses reale Ich zu haben.“, Sophia Mandelbaum, hier.

    Kommentar von Phorkyas
    Datum/Uhrzeit 4. Juni 2013 um 22:57

    Liebe Aléa,

    bitte entschuldigen Sie den etwas unbedachten Kommentar, der so geklungen haben könnte, als würde ich über diesem Pausenhofgeflüster stehen wollen, obwohl ich natürlich mittendrin bin, vielleicht zu keiner Clique gehörend und daher auch nich alles kapierend, was da so im Hintergrund läuft.. Natürlich steht es Ihnen frei, Kommentare zu editieren. (Zur Erläuterung: Ich ärgere mich oft über mich selbst, wenn ich mekre, dass ich wild assoziierend Links rausgeworfen habe. Hatte dieses Mal aber hoffentlich inhaltlichen Bezug. Da ich das verlinkte Blog erst seit kurzem lese, bin ich von Ihrer heftigen Ablehnung ein wenig überrascht.)

    Wie dem auch sei, herzlich grüßend verschwindet wieder in sein Loch,
    Phorkyas

    PS. Ich gehörte ‘damals’ (schon Veteranenzeiten, gelle?) auch zu den Getäuschten, Naiven. Und es gab da auch so einen kurzen Moment, ein flüchtiges Aufblitzen von Verletztsein, darüber vielleicht gegenüber einem ‘gefälschten’ Avatar irgendwie nackt und ungeschützt dazustehen, was aber auch umgekehrt aus der Unfähigkeit herrühren könnte, dem eigenen Avatar die Schwingen der Phantasie zu verleihn… aber gleich einen ganzen Avatar zu zeugen, das war natürlich auch etwas unerhört. Dabei: wahrscheinlich bin ich auch ganz anders als mein realphysisches alter Ego und merke es nicht einmal.
    (Und für die Beurteilung Ihres Werkes sind diese Befindlichkeiten nunmal auch ganz schnuppe.)

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 5. Juni 2013 um 15:06

    Lieber Phorkyas,
    nur ganz kurz, ich muss gerade richtig arbeiten. Also schreiben. Meine heftige Ablehnung betraf nicht den Blog mit dem Pausenhofgeflüster, sondern den anderen, den ich rausgenommen habe. Trotzdem wollte ich mich bedanken, und Ihnen erklären, warum ich das so gemacht habe.

    Gekränktheit darüber, dass man hier von mir hinters Licht geführt worden ist, ist vollkommen in Ordnung, Gehörte ich zu den Getäuschten, würde ich mich auch ärgern. Man muss seine Ent-Täuschung ja auch verarbeiten. Aber dann muss man auch wieder umschalten können und sich fragen, was ich hier gemacht habe, aus welchem Grund und mit welchem Zweck. Hinweise dazu finden sich leicht, wenn man sich die letzten Auseinandersetzungen mit Literatur auf diesem Blog anschaut: Miguel De Unamuno, Luigi Pirandello und Italo Calvino.

    Aléa

    Kommentar von Phorkyas
    Datum/Uhrzeit 16. Juni 2013 um 22:53

    Liebe Aléa,

    da hatte mir der 16-stündige Arbeitstag in der Fabrik wohl den Hirnkasten was durcheinandergerüttelt, es hätte schon klar sein sollen, wen Sie meinen. Aber auch wenn dieser jemand Weggefährte meiner ‘Blogkarriere’ ist, so wollte ich hier keinen Freund bewerben oder verteidigen. Es mag sein, dass dorten so manches Urteil, wie es jetzt auch Sie trifft, etwas holzhammerartig gefällt wird, usw. usf., aber der Link war historisch gemeint. Sie hätten dort ein vielleicht teilweise skeptisches aber auch lobendes Urteil über Ihren ersten Roman finden können (vielleicht entgegen der jetzo erzwungermaßen vorherrschenden binären Freund-/Feind-Schemata).
    Ihre Skepsis Blogs gegenüber überrascht mich teilweise. So sehr ich als Geist der Negentropie überzeugt bin, dass sie Wert sind zugrunde zu gehen, so sehr überrascht es mich, wie sie das Feuilleton als leuchtenden Gegenpart wählen. Ja, ich lese dort fulminante Besprechungen, die wirklich Lust auf die Lektüre machen, aber statt der irren Tollwiese des Feuilletons sehe ich da, wenn ich doch mal wieder reinschaue meist eher Langeweile, einen auskennerhaften, durchblickerhaften Duktus von oben herab. Da gibt es in Blogs doch schon mehr Möglichkeiten, das von Ihnen erwähnte Fortdenken und -schreiben, das vorsichtige Herantasten, zwanglosere Formen, ohne die heruntergerasselte Handlungszusammenfassung etc.

    Zu Unamuno hoffentlich ein andermal.

    Herzlich Ihr,
    Phorkyas

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