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  • Aléa Torik: Lieber Norbert, fein, dass ich dich zum Assoziieren bringe. Dass steter Tropfen den Stein höhlt, habe ich bisweilen schon gehört. Aber hat mal jemand gefragt, was mit all den ausgehöhlten Steinen anzufangen ist? Wozu Steine höhlen? Was Cărtărescu betrifft, ich habe es in dem Essay...

  • 16 April 2013

    „Liebe Katrin Bauerfeind,

    die Bilder sind hübsch geworden nicht? Produzentin und Kameramann haben gute Arbeit geleistet! Das Filmchen - das soll nicht despektierlich klingen – hat eine schöne Inszenierung. Es hätte ein wenig ausführlicher sein können, das waren einige Stunden , die auf wenige Minuten zusammengeschnitten wurden. Es fällt viel heraus, was um des Verständnisses und um der Komplexität willen nicht hätte herausfallen dürfen. Aber so ist das eben in dieser wie auch in jeder anderen künstlerischen Betrachtungsweise: man muss seinen Stoff konzentrieren, um das eine oder andere prägnanter herauszuarbeiten.

    Ich verstehe, dass es mehr um mich als um mein Buch ging. Obwohl es mir selbst natürlich um meinen Roman „Aléas Ich“ geht. Darum, dass eine Frau aus Rumänien nach Berlin kommt und Schriftstellerin werden will. Eine Frau, die genauso heißt wie ich, Aléa Torik, Figur und Autorin sind also scheinbar identisch; eine Frau, die einen ersten Roman geschrieben hat, wie ich – die hat meinen Roman geschrieben! – und an ihrem zweiten arbeitet, die bei dem Literatur- und Kulturwissenschaftler Joseph Vogl zum Thema „Fiktionalität“ promoviert und bei der sich langsam herausstellt, dass all das, was sie als authentisch darstellt, als ihre Autobiografie, tatsächlich Teil des Romans ist, an dem sie arbeitet und der „Aléas Ich“ heißen wird: Der Leser sieht dem Text also beim Entstehen zu, den er als fertigen in Händen hält. Aléa Torik beschreibt sich selbst als einen Roman schreibend, vielmehr als einen Stoff er- und sich selbst belebend. Das ist ein Roman, der sich fragt, was es heißt, wenn ein Mensch ‚Ich‘ sagt. Wenn er, indem er sich selbst zum Objekt macht, eine erste Fiktionalisierung vornimmt und von dem Tag an Subjekt und Objekt verwechselt. Der Text beschreibt eine Autorin, die einen Roman schreibt und sich dementsprechend fragt, vielmehr beschreibend darstellt, was ein Autor ist, der Figuren und Umstände erfindet, die nicht wahr sind, es aber langsam werden. Langsam fällt der Leser auf all das herein, von dem er am Anfang noch wusste, dass es erfunden ist. Steht ja drüber: Roman. Solche Reinfälle haben ein System und einen Namen: Literatur. Das ist alles Schwindel.

    Der Roman kommt in dem Film nicht so deutlich zur Sprache. Das verstehe ich. Man muss sich konzentrieren. Was beinahe drei Jahre gedauert hat – das Schreiben dieses Textes – und im Roman auf ein Jahr verkürzt wird, muss noch weiter verkürzt werden: Kein Mensch, kein Leser und kein Fernsehzuschauer will in Echtzeit miterleben, was ein anderer erlebt. Selbst jene Menschen, die wir lieben, wollen wir nicht Tag und Nacht um uns haben, sondern nur, wenn die Sonne romantisch untergeht, wir Lust auf Gesellschaft haben oder die Küche geputzt werden muss. Ansonsten können uns die anderen gestohlen bleiben. Wir haben heutzutage ja mit uns selbst genug zu tun. Und manchmal auch mehr als genug. Ich verstehe das alles.

    Was ich aber nicht verstehe: Bei dem Budget des Öffentlich Rechtlichen Fernsehens in Deutschland von 7 oder 17 Milliarden Euro – ich weiß es nicht, ich könnte es sowieso nicht nachzählen -, könnte man da nicht ein wenig großzügiger sein? Ich weiß, es muss gespart werden. Es wird überall gespart. Aber trotzdem die Frage: dieser Typ da in meinem Film, hätte es nicht einer mit mehr Haaren sein können? Männer mit Haaren kosten bekanntlich Geld. Aber Sie müssen die Außenwahrnehmung bedenken: was denken unsere europäischen Nachbarn nun, wenn wir nur noch sparsame Sendungen und Interviews machen, wo die Leute keine Haare mehr auf dem Kopf haben? Also muss jetzt alles neu gemacht werden, der Typ muss aufwendig aus dem Film herausgeschnitten und durch einen anderen ersetzt werden, mit einem schönen lockigen Wuschelkopf, der dann erneut gesendet wird und über den ich mich dann ebenfalls beschweren muss, weil der ja auch nicht in meinen Film hineingehört!

    Und damit das nicht schief geht: Was halten Sie davon, wenn wir beide uns mal zusammensetzen, eine ganze Sendung lang und über die Konstruktionsleistung von Literatur reden. Oder wir reden über die Frage, ob ein Leser ein Recht auf einen authentischen Autor hat. Wie sieht in Zukunft Literatur aus, die sicherlich, wie alles, ins Netz wandern und dort immer anonymer wird. Wie wir selbst auch. Text ist in Zukunft vielleicht nur noch frei flottierend, ohne einen eigentlichen Autor. Lassen Sie uns über die Konstruktion von Geschlecht reden: Was macht einen Menschen zu einer Frau oder zu einem Mann?

    Der Film ist im Grimmzentrum entstanden, am Engelbecken und im Berliner Literaturhaus in der Fasanenstraße, auf der Terrasse und im Kaminzimmer. Die Blogeinträge, die dort zu sehen sind, das sind diese beiden „Des Weibes Leib ist ein Gedicht” und “Unverkennbar genauso schauderhaft und böse“. Und hier kann man einen Blick ins Buch wagen.

    Zum Slogan „Mädchen sein kann man auf viele Weisen“ kann ich immerhin sagen: genau meine Meinung!

    Herzliche Grüße aus Berlin
    Ihre
    Aléa Torik”

    P.S. Die Farbe meiner Seite ist nicht Rosa, nicht Pink, sondern: Margenta!

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.



    Kommentare

    Kommentar von bersarin
    Datum/Uhrzeit 16. April 2013 um 17:26

    Das Feature war lausig bis nichtssagend – was noch eine höfliche Umschreibung ist. Und Katrin Bauernfeind ist eine vollkommene Fernsehfehlbesetzung. Ich habe sie das erste Mal im Fernsehen wahrgenommen und ich war entsetzt über derartigen Blödsinn. Ich weiß nicht, welche Kriterien angelegt werden, daß man Moderator oder Moderatorin wird: aber Katrin Bauernfeind ist der Cherno Jobatey des sogenannten Kulturfernsehens.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 16. April 2013 um 22:01

    Lieber Bersarin,
    das Interview hat von den Themen die wir während der Drehaufnahmen angesprochen haben, eines herausgenommen, die Erfolglosigkeit des einen und daraus einen Erfolg der anderen gemacht. Auch wenn es einseitig war, fand ich den Film sehr wohlwollend. Ich glaube nicht, dass er besser gewesen wäre, wenn er meine literarischen Beweggründe genannt hätte, die für mich selbst allerdings im Vordergrund stehen. Wir haben in den Interviewpassagen drei oder vier Teilantworten gesehen, auf etwa 20 Fragen. Der Zuschauer sieht nicht, was ich zur Literaturtheorie und auch nicht, was ich zum Buch sage. Beides wäre für einen Film sehr komplex gewesen. Einmal trifft er es nicht, es wird sogar banalisiert, wenn es dort einzig auf die Geschlechterdifferenz heruntergebrochen wird: weil er eine Frau ist, hat er Erfolg. Dabei hatte ich auf die Frage, ob ich das nicht für eine Diskriminierung halte, geantwortet, dass die Veröffentlichung ein Zufall war. Und die Rezensentin der FAZ wusste, dass ich ein Mann bin. Ich habe auch kritische Worte zum Thema Erfolg gesagt und dazu, dass es überhaupt gar keine Kriterien in der Auswahl von Förderungen und Veröffentlichungen gibt, außer geschmacklichen. Und auch dazu, dass Aléa Torik Stipendien nicht bekommen hat, weil man nicht wusste, wer sie ist. Ich habe sogar einmal ein Stipendium nicht bekommen, weil man mir nicht geglaubt hat, dass ich das geschrieben habe. Auch da hat der Förderungsbetriebe eine seltsame Mentalität, als gäbe es keine Literaturtheorie nach der Hermeneutik: wir wollen wissen, wer der Autor ist, auch wenn wir gar nichts wissen. Wir können jedwede Unsicherheit über den Autor nicht ertragen. Ist der Autor nicht dingfest zu machen, kann man seinem Text nicht trauen. Dennoch gefällt mir, wie sich in dem Film die Worte mit den Bildern zu einem Ganzen fügen. Vielleicht gefällt dir das Interview von Katrin Bauerfeind mit Tocotronic ja besser, hier

    Aléa

    Kommentar von Alice
    Datum/Uhrzeit 17. April 2013 um 09:36

    Liebe Aléa,
    mir hat der Film sehr gut gefallen, er schält die romantische Seite Ihres Romans heraus (jedem Roman wohnt schon etymologisch das Romantische inne), die es jenseits der gewollten „ Blutleere“ des Personals ja auch gibt. Der 3Sat-Film ist sorgfältig und kunstvoll inszeniert, nicht nur wohlwollend, sondern liebevoll. Sie als Person werden sympathisch vorgestellt – RTL hätte aus dem vorhandenen Material wahrscheinlich auch einen Halunken oder einen Biedermann kreieren können. Der Film stellt zugleich ein lehrreiches Exempel dar, wie Text- und begleitende Sprachinformationen die Sie als Input zur Verfügung stellen von den Rezipienten (als nichttriviale Maschinen im Luhmannschen Sinne)weiterverarbeitet werden: nämlich unkontrollierbar. Was angekommen ist, sehen Sie an dem, wenn ich das so sagen darf, was hinten herauskommt. In diesem Glücks-Fall also an der Komposition der Bilder und der Textauswahl. Normalerweise erfahren Sie ja nichts von den Bildern, die in den Köpfen der Leser entstehen, abgesehen von den wenigen Kommentaren auf der Aisthesis Seite. Die Leser sind frei, sie haben 20,00 EUR bezahlt und machen mit Ihrem Roman, was sie wollen. Sie werden ihn lesen oder wegstellen, sie werden sich nach Herzenslust und sehr amusisch mit den Personen Identifizieren und nach Liebe und Verzweiflung suchen, einige wenige werden vielleicht den Lese- und Haltungsvorschriften der emotionalen Abstinenz folgen können, wie sie Bersarin formuliert hat. Dass wahre Literaturbanausen Ihren Roman verhackstücken steht wohl nicht zu befürchten, denn wer sich vom Genetiv des Titels nicht hat abschrecken lassen, gehört doch schon in gewisser Weise zu einem inneren Zirkel – oder? Mal angenommen, Sie würden an diesem falschen Lesen nicht verzweifeln, sondern sich über die Vielfalt, die damit verbunden ist, erfreuen oder zumindest milde lächeln? Gruß von Alice

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 17. April 2013 um 10:00

    Liebe Alice,

    wie häufig, sprechen wir dieselbe Sprache. Ich will jetzt kurz nur auf Ihre Worte eingehen, weil ich gerade etwas in Zeitnot bin. Mehr vielleicht heute Abend.

    Was Sie über den Film sagen, gefällt mir sehr. Besser als das, was Bersarin sagte. Das macht aber nichts, ich mag Differenzen, weil ich Differenzierungen mag. Jetzt also nur zu einem Satz, Ihrem letzten: „Mal angenommen, Sie würden an diesem falschen Lesen nicht verzweifeln, sondern sich über die Vielfalt, die damit verbunden ist, erfreuen oder zumindest milde lächeln?“ Auch wenn Sie das nicht direkt sagen wollten, ich lese heraus oder ich lese es hinein: Es gibt nicht nur falsche Autoren, sondern auch falsche Leser. Aber nun zum Eigentlichen Ihrer Formulierung: es ist manchmal wahnsinnig schwer, milde zu lächeln. Das gelingt mir nicht immer. Derzeit vielleicht schlechter als sonst. Oder anders formuliert: es gelingt Aléa leicht, Claus eher schwer. Auch das empfinde ich als eine Bereicherung. Wie Claus Aléa überhaupt als Bereicherung empfindet. Auch dazu vielleicht heute Abend etwas mehr.

    Herzlich, Aléa

    Kommentar von Alice
    Datum/Uhrzeit 17. April 2013 um 12:18

    Das “falsche” Lesen meinte ich natürlich ironisch. In meinem Verständnis gibt es weder falsche noch richtige Leser, sondern lediglich unterschiedliche. Als Autorin sieht man das vielleicht und verständlicherweise wohl anders.
    Gruß von Alice

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 17. April 2013 um 12:30

    Pardon, Sie haben recht, mit beidem. Damit, dass es kein falsches Lesen gibt und auch damit, dass man das als Autor anders sieht.
    AT

    Kommentar von Alice
    Datum/Uhrzeit 17. April 2013 um 13:40

    Noch ein schöner Zufallsfund zum Thema: “Das traditionelle Paradigma inspirierter Rede betrifft auch das eigene Sprechen und Schreiben, indem es darin dem fremden Sinn einen Ort zuerkennt, ohne ihn kontrollieren zu wollen. Verloren geht der Anspruch auf Eindeutigkeit, Trefflichkeit und zurechenbare Autorenschaft, gewonnen wird das Angebot der Beheimatung einer unverfügbaren Wahrheit des Anderen, auch im eigenen Text, und eine Öffnung des Diskurses, (…).” M. Nientied: Reden ohne Wissen: Apophatik bei Dionysius Areopagita, Moses Maimonides und Emmanuel Levinas. Regensburg, 2010.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 17. April 2013 um 13:49

    Ein grandioser Kommentar! (Sie lesen aber auch abgelegene Sachen) Auch dazu heute abend mehr.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 18. April 2013 um 21:03

    Liebe Alice,

    man hätte aus dem vorhandenen Material sicherlich zwei weitere Filme machen können, einen über Literaturtheorie und einen, der mich als Betrüger_in hinstellt. Beides wäre für einen Film dieser Länge unangebracht. Ein Seminar will keiner hören. Und ich betrüge nicht mehr als jeder andere Betrüger. Ein Hochstabler muss sein Geschäft weit besser beherrschen als der, der etwas tatsächlich kann. So oder so ähnlich steht das in “Aléas Ich”. Aber der eigentliche Betrüger ist der, der behauptet nicht zu betrügen. Weil der Betrug nicht etwa in der Absicht liegt, sondern in der Irreduzibilität des anderen als Mensch. Der betrügt uns schon, weil er nicht der ist, den wir in ihm sehen, sondern der, der er eben ist. Einer, der meint, er sei ganz er selbst, der seinen Personalausweis zückt, ein Gesicht und einen Namen vorzeigt und meint, dass er genau derjenige sei und das auch ausreiche, um seine Identität zu beglaubigen: der versteht überhaupt nicht, was Andersheit ist. Dass er, wenn er für andere ist, nicht er selbst ist.

    Moment, ich muss mal eben schnell den nächsten Beitrag einstellen. So!

    Das Unkontrollierbare der Informationen die einmal gesendet, gesagt, geäußert worden ist, genau das stellt der Film dar. Das muss jeder, der spricht, hinnehmen. Und das muss auch jeder Schriftsteller hinnehmen. Man schreibt etwas, hat Absichten, aber ein großer Teil ist dennoch unzugänglich. Das muss man erst einmal lernen, dass man nicht alle Informationen kontrollieren kann und das Missverständnis nicht der Ausnamefall ist, sondern teil, sogar Bedingung des Miteinander. Man muss lernen, dass man seinem Text Vielschichtigkeit verleiht, möglicherweise sogar überhaupt einen Sinn, indem man auf Kontrolle verzichtet. Der Leser liest was er will. Er macht etwas vollkommen anderen aus dem eigenen Text. Von diesen Dingen spricht der Film und deswegen ist er als gelungen zu bezeichnen.

    Was Bersarin und seine obige Äußerung betrifft: Er versteht sehr viel von der theoretischen Seite meines Tuns. Mehr als ich selbst und ich verstehe auch einiges anders als er. Aber er hat einen ausgezeichneten Begriff von „Kritik“: er will im Grunde das Buch, indem er dessen Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigt, weiterschreiben. Ich lerne etwas von ihm. Also darf er sich auch das Missverständnis leisten, den Film ‚falsch‘ zu verstehen.

    “Das traditionelle Paradigma inspirierter Rede betrifft auch das eigene Sprechen und Schreiben, indem es darin dem fremden Sinn einen Ort zuerkennt, ohne ihn kontrollieren zu wollen. Verloren geht der Anspruch auf Eindeutigkeit, Trefflichkeit und zurechenbare Autorenschaft, gewonnen wird das Angebot der Beheimatung einer unverfügbaren Wahrheit des Anderen, auch im eigenen Text, und eine Öffnung des Diskurses, …“ – Mit dem Wort der Kontrolle ist ein ganz wesentlicher Begriff gefallen. Es geht hier nicht darum, ob man seine Autorschaft verheimlichen darf, ob man seine Leser hintergeht, wenn man nichts über sich sagt oder etwas anderes als das tatsächliche vorspielt – obwohl ich mich ernsthaft frage, wie jemand, der an einer tatsächlichen Autorschaft, an Fakten und Tatsachen interessiert ist, sich für Literatur interessieren kann, der ist einfach auf dem falschen Feld unterwegs – , sondern darum, das Fremde, das Andere zu kontrollieren. Wir können dem Anderen – dem Autor der Andersartigkeit – nicht das aufzwingen, was wir von ihm erwarten. Wenn wir dem anderen nicht sein Anderssein zugestehen, werden wir immer ein Zwangssystem errichten, das der der Eindeutigkeit. Und die Literatur ist gerade der Ort, an dem das Gegenteil geschieht:

    „Die Möglichkeit aus der Sicht des Autors, seinen Textsinn nicht völlig preisgeben zu müssen und doch ‚verstanden‘ zu werden, entspricht die Fähigkeit des Lesers, einen Text für sich zu begreifen, ohne sein Bedeutungsangebot auszuschöpfen. Beide Seiten gestehen sich dabei nicht nur durch Kompromiss ausgehandelte Spielräume bei Angebot und Auslegung zu. Sie legen Wert darauf, der Darstellung Geheimnis und Freiheit zu belassen …. Die Fremdheit, das Unverstandene und Unverstehbare, wird so zum genuinen Bestandteil einer produktiven wie rezeptiven Textgenese. Diese erschöpft sich nicht in der Eindeutigkeit des Benennens, in der schieren Besitznahme …“. Erich Kleinschmidt, Autorschaft, Konzepte einer Theorie.

    Habe ich das schon erzählt? Auf der Veranstaltung im Berliner Literaturhaus war eine Bekannte, von Beruf Psychoanalytikerin, gewöhnt also, Deutungen zu machen. Ich hatte es nie als Frage formuliert und deswegen hatte es, hatten die Worte nie nach einer Antwort gesucht. Ich fragte mich also öffentlich, warum ausgerechnet Rumänien. Ein Land, das mir vollkommen unbekannt war. Da war natürlich der Reiz des Fremden, aber es hätte genauso gut jedes andere Land sein können. Ich fragte also warum Rumänien und Mai Wegner sagte: Ist doch klar: „Rumänien – Romanien. Das Land in dem man Romane schreibt.“ Mit dieser Deutung bin ich ausgesprochen glücklich.

    Ich war gerade bei dieser Veranstaltung.

    Das ist ja ein Thema, das mich interessiert. Dieses Land ist auf eine absurde, überraschende Weise meine zweite Heimat geworden.

    Herzlich
    Aléa

    PS: Ich war nicht auf der annoncierten Veranstaltung, wie ich gerade sehe, die ist nämlich erst morgen in München. Aber ich war wirklich auf dieser Veranstaltung, die war schon heute, in der rumänischen Botschaft in Berlin, hier

    Kommentar von Norbert W. Schlinkert
    Datum/Uhrzeit 19. April 2013 um 16:25

    Lieber Claus Heck, liebe Aléa Torik,

    jetzt, wo (auch mit Hilfe des so typischen TV-”Filmchens”) die Katze für alle ersichtlich aus dem Sack ist, kann sich ja ein jeder Leser, eine jede Leserin allein auf die Romane selbst konzentrieren, ohne die beiden Werdegänge (vor allem den von Aléa Torik, aber auch den von Claus Heck; ich sehe Sie gleichsam als Autorenpaar, das sich nie wieder trennen will) unbedingt dauerhaft parat und im Bewußtsein haben zu müssen. Die meisten Romane zeigen ihren Wert ja erst, wenn sie gut abgehangen sind, also nicht in die Tiefe des Vergessens fielen, was aber immerhin voraussetzt, daß sie wirklich erschienen sind und nicht in der Schublade blieben, wofür ja nun unkonventionell gesorgt worden ist. Ich habe, auch wenn Sie Beide dies womöglich nicht für möglich hielten, die besagten Werdegänge bzw. das (von mir so in der Art erwartete) Sichentfalten des aléatorischen durchaus verfolgt, weil die Literatur, die am Ende herauskommt, Teil unserer schönen neuen Welt ist, für die ich eben ein grundsätzliches Interesse habe – da beißt die Maus kein’ Faden ab.

    Kommentar von Alice
    Datum/Uhrzeit 20. April 2013 um 10:30

    An Herrn Schlinkert: “…jetzt…kann sich jeder Leser auf die Romane selbst konzentrieren…” Der Roman “Aléas Ich” ist ohne Aléa Torik, die Schriftstellerin, die dieses Blog hier betreibt, gar nicht existent. Die Abfolge: eine Autorin schreibt einen Text, der dann als Roman erscheint – diese lineare Abfolge ist außer Kraft gesetzt. Die Autorin konstruiert und dekonstruiert sich zeitgleich und überlappend im, neben, über, unter dem Text. Von daher erlebe ich den Text nicht (nur) als Projektionsfläche sondern interaktiv und dreidimensional. Das ist doch gerade die Performance. Denkt zumindest Alice an diesem sonnigen Samstagmorgen, an dem man nicht vor dem PC sitzen sollte.

    Kommentar von Norbert W. Schlinkert
    Datum/Uhrzeit 20. April 2013 um 12:15

    @Alice: Was ich meinte war, daß nun die beiden Romane auch ohne die Verwobenheit mit dem Blog sozusagen haptisch existent sind und der Vor- bzw. Parallelgeschichte nicht mehr zwingend bedürfen, ja daß die Romane nun auch “allein” funktionieren müssen. Wenn ich die Vorgehensweise von Claus Heck / Aléa Torik richtig verstanden habe, so war eben dies das Ziel der ganzen Angelegenheit, nämlich zu Öffentlichkeit zu gelangen und zu zeigen, daß da jemand ist, der gute Romane schreiben kann, auch wenn er nicht in das Entdeckungsmuster der Verlagslandschaft paßt. Der folgende dritte Roman wird dann ja auch ohne jede Mystifizierung auskommen (müssen), wohl aber tatsächlich erscheinen, nehme ich an. Sonnige Grüße!

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 20. April 2013 um 14:20

    Hallo Norbert,

    ich wusste nicht, wie ich auf deinen Beitrag reagieren soll und bin von daher über Alice‘ Erläuterungen froh. Du meinst es womöglich wohlwollend. Womöglich aber auch nicht. Ich habe deine Äußerungen in deinem eigenen Blog über mich gelesen, das war alles andere als wohlwollend. Du hast mal eine Dissertation über das „Poetische Ich“ geschrieben und dort, wenn auch in Abwesenheit moderner Literaturtheorie, mehr verstanden, als du bisher mir und meinen Texte gegenüber zu verstehen gewillt bist. Ich will nicht unverschämt sein, aber ich will ein paar Dinge klarstellen. Da ist keine „Katze aus dem Sack“. Es gibt kein „Autorenpaar“. Was ich getan habe, ist keine „Mystifizierung“. Das „Ziel der ganzen Angelegenheit“ war nicht, einen Verlag zu finden.

    Und der dritte Roman: den brauche ich nicht. Wozu? Wenn der Literaturbetrieb nicht versteht, was ich mache, dann mache ich es nur für mich. Und dafür mache ich es nicht. Das halte ich für – vielleicht eine Wahnstruktur, dass einer nur für sich sein kann – für seinerseits eine Mystifizierung, das man nicht anders könne – was womöglich auch nur eine schöne Umformulierung davon ist, das man nichts anderes kann. Es gibt den Literaturbetrieb nicht. Das ist eine Mystifizierung. Es gibt einige, die an der Oberfläche schwimmen und die meisten sind nur irgendwo drin im großen Meer. Dazu gehören auch mein und dein Blog und die aller anderen, die hier mal unterwegs waren oder noch sind. Das alles ist gleichermaßen der Literaturbetrieb. Der Literaturbetrieb, der nicht versteht, was ich mache. Oder, sehr viel wahrscheinlicher, mich gar nicht kennt. Der aus Rezensenten besteht, die weder Kierkegaard noch Pessoa noch Beckett noch Jean Paul kennen und die nichts wissen von der modernen Literatur, die auf eine moderne Welt reagiert, in der Wirklichkeit immer unbegreiflicher geworden ist und die dann meinen, wir müssten zurück zur Natur, zurück zum Realismus oder Naturalismus, zur Authentizität. Als könne man dann den anderen oder sich selbst einwandfrei identifizieren. Und sich seiner, weil man sich seiner sicher, ist, auch bemächtigen.

    Der Literaturbetrieb, das ist nicht nur FAZ und Tagesspiegel, das sind die Blogs und die Kommentatoren um mich herum. Das ist der ältere Herr, der erst seine Liebe und jetzt seinen Liebeskummer an mir auslässt, weil er nicht unterscheiden kann, zwischen seinem Anspruch an eine authentische Autorin und ihrer Literatur. Oder diese dumpfe Zeug der vorgeblichen Frauenrechtlerin, die unter dem Deckmantel des Feminismus ihre armseligen Attacken reitet: das alles ist gleichermaßen der Literaturbetrieb. Wenn der nicht versteht, was ich tue, werd ich’s ihm auch nicht erklären können. Und ob der Literaturbetrieb, denn die Leser gehören genauso dazu, nun „Shades of grey“ lesen will oder aufgrund seiner enttäuschten Liebe zur Autorin dieselbe zerstört,dann ist dies das Zeichen der Zeit: alles, was nicht gleich ist, wird kaputtgemacht. Alles, was sich nicht dem Anspruch an Gleichheit anpasst, wird zerstört: ob das andere nun ein historischer oder ein metafiktionaler Roman ist. Wenn selbst der über das poetische Ich promovierte Literaturbetrieb nicht versteht, was ich mache, oder schlicht einfach nicht interessiert ist, dann brauche ich keinen dritten Anlauf, um‘s ihm zu erklären.

    Bisher habe ich, bis auf eine Ausnahme, nicht mit Unterstützung des Förderbetriebs, der sehr vielen Leuten ein Auskommen gibt, gearbeitet, sondern gegen seinen erbitterten Widerstand. Weil ich etwas gegen Mystifizierungen habe, habe ich auch etwas gegen die Annahme, man würde, wenn man nur lange genug schreibe, wenn man erst richtig schön tot sein, dann doch entdeckt. Das ist kompletter Blödsinn. Wie viele Pessoas sind einfach nur tot und nie entdeckt worden. Kafka und Beckett: reine Zufallsfunde. Das hat nichts mit den Fähigkeiten des Literaturbetriebs zu tun, Gutes von Schlechtem unterscheiden zu können. Sondern mit Glück oder Pech. Damit, an wen man gerät und wie viel der oder die dann von der Sache verstehen und verstehen wollen. Und inwieweit man bereit ist, jenen Dingen, die man nicht versteht, Raum zu gewähren. Aber eines ist bisher ganz klar und deutlich: der offizielle Literaturbetrieb, FAZ und Tagesspiegel, waren weitaus interessierter, neugieriger, literarisch offener als es die Blogwelt war. Dort ist Aisthesis bisher die einzige Ausnahme. Und eben eine Handvoll Kommentatoren. Weniger als eine Handvoll.

    Zu dem, was Alice betont, schreibe ich noch einen kleinen Beitrag.

    Aléa Torik

    Kommentar von Norbert W. Schlinkert
    Datum/Uhrzeit 20. April 2013 um 15:33

    Hallo Aléa Torik,

    wenn ich es nicht wohlwollend meinte, würde ich hier nicht kommentieren. Die Polemik auf meiner eigenen Website war nicht zuletzt ein Versuch, weder zu schweigen, noch mich auf eine Seite zu schlagen. Tatsächlich habe ich mich an den Diskussionen über Deine Arbeit und Deine Vorgehensweise ja auch nirgends beteiligt, weil mir persönlich zu viel Unsachlichkeit im Spiel war und auch zu viel Gift (und manchmal auch viel Unkenntnis und Unverständnis). Da will ich nicht zwischen die Fronten geraten (so wie eine Hauptperson meines Romans), denn grade mein “Indifferentismus” führt leider immer wieder dazu, daß mir von allen Seiten abgesprochen wird, tatsächlich mit Recht teilzuhaben, nur weil ich nicht vollends den Stab zu brechen bereit bin. Eben deswegen habe ich ja betont, daß nun die Bücher da sind und man nun die Bücher selbst lesen kann und soll – das ist doch gut, ein Roman steht doch sozusagen immer für sich.

    Die von mir angesprochene “Mystifizierung” ist meiner Ansicht nach nicht von Dir hergestellt wie ein Produkt, sondern hat sich im Diskurs ergeben, sich erzeugt, wie auch immer, jedenfalls war sie nicht zu verhindern, nachdem all die Projektionen und Wünsche bezüglich der Person Aléa Torik in der Welt waren. Jedenfalls sehe ich das so. Was meine Dissertation angeht, so ist die Studie zum poetischen Ich ja keine literaturwissenschaftliche Arbeit, sondern eine kulturwissenschaftliche (und auch kulturhistorische) zur Entstehung des poetischen Ich, also ganz anders angelegt als eine, die die neue Literaturtheorie umfangreich zu berücksichtigen hätte. Was mein Verständnis gegenüber Deiner Arbeit angeht, kann ich nur sagen, daß ich eben nicht viel dazu sagen kann, so lange ich die Romane nicht gelesen habe (was ich ja eigentlich, wie Du weißt, selbstverständlich vorhatte), wenn auch das grundsätzliche Verständnis ohnehin da ist, da ich eben auch einen Roman schreibe, der das Licht der Welt (und eben nicht nur das des “Literaturbetriebs”, der schon tatsächlich so ist, wie Du ihn beschreibst) erblicken soll.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 20. April 2013 um 15:56

    Hallo Norbert,

    - “wenn ich es nicht wohlwollend meinte, würde ich hier nicht kommentieren.” Das ist schon mal gut zu wissen. Ich meine durchaus die eine oder andere Beteiligung und Diskussion meiner Person von dir wahrgenommen zu haben. Aber ich bin nicht kleinlich und nachtragend schon gar nicht, in der Regel jedenfalls nicht. Ich habe weder Lust noch Zeit mich nach hinten zu beugen um nachzusehen, ob das alles so ist wie du oder ich das erinnern.

    - Unkenntnis, Unsachlichkeit, Unverständnis, Missmut, Gleichgültigkeit, Zerstörungswut, Hass. Und nicht zu vergessen: Neid. Und all das, weil ich nicht bin, was ich zu sein vorgebe. Vielmehr: weil ich genau das bin, diese mangelnde personale Identität. Ich werde mich dazu äußern, Aber nicht in diesem oder einem anderen Blog. Ich suche mir andere Möglichkeiten.

    - „Was meine Dissertation angeht, so ist die Studie zum poetischen Ich ja keine literaturwissenschaftliche Arbeit, …“ Da hast du recht. Ich meine allerdings auch, dass dort so einiges gesagt und formuliert worden ist, das wohl, auch wenn es Jean Paul oder Kierkegaard, die zwei kenne ich am besten, gesagt wurde, auch auf meine eigene Person zutreffen würde, mit der einen oder anderen Modernisierung. Von daher hatte, nein: hätte, ich ein anderes, deutlicheres, größeres Verständnis von deiner Seite her erwartet. Vielmehr, nicht Verständnis, sondern Erkenntnis. Aber wie gesagt: Vergangenheit.

    Aléa Torik

    Kommentar von Norbert W. Schlinkert
    Datum/Uhrzeit 20. April 2013 um 16:26

    Hallo Aléa,

    ich habe wohl schon etwas zu Deiner Person und der ganzen Angelegenheit gesagt, aber, und das meinte ich, nicht in der letzten Zeit, wo mir eben zu viel Gift und zu viel “Grundsätzliches” oder “Politisches” in der Diskussion ist, zum Teil ohne daß Deine Romane wirklich als Romane berücksichtigt wurden, doch die gehören eben zu der “mangelnden personalen Identität” dazu, weil sie eben, wie bei Jean Paul und Kierkegaard, Rück- und Vorausbezügliches und auch Unfaßbares, Gegenbezügliches beinhalten. Ich kann mich aber erst dazu äußern, wenn ich die Romane tatsächlich gelesen habe, bei allem “vorauseilenden” Verständnis und bei allem Interesse, das ich Deiner Arbeit von Beginn entgegenbrachte und auch entgegenbringe, ganz unabhängig von vergangenen Geschehnissen. (Nun muß ich aber los.)

    Kommentar von NO
    Datum/Uhrzeit 20. April 2013 um 17:42

    Dem, was der Herr Dr. Schlinkert hier schreibt, pflichte ich bei. Insbesondere kann ich mich sehr gut daran erinnern, damals eine Diskussion mitgelesen zu haben, in welcher er (ähnlich wie Alban Nikolai Herbst in einer anderen Diskussion) die Theorie der Kunstfigur nachvollziehbar erläuert und in Bezug auf Alea Torik vehement verteidigt hat.

    Ich teile auch seine Auffassung, dass in der Diskussion damals und heute, hier und in anderen Blogs, viel zu viel Unsachlichkeit und Gift im Spiel war. Und auch immer noch ist, wenn ich so herum lese. Das gilt übrigens auch für diesen Blog hier. Auch hier sind Äußerungen in Bezug auf Dritte gefallen, die – um es einmal ganz vorsichtig zu formulieren – nicht in Ordnung waren. Auch von Ihnen, liebe Alea Torik. Ich verstehe durchaus, dass Ihnen Wunden geschlagen wurde. Aber das rechtfertigt es nicht, Formulierungen zu wählen und Töne anzuschlagen, die sich vielleicht ein Ästhet erlauben mag (er sich, nicht ich ihm) – jedenfalls sehe ich das so.

    Wenn man so herum liest hier und da, bekommt man den Eindruck, es beschäftigen sich so einige damit, in Geschichten und Kommentaren immer wieder übereinander zu schreiben, um zurückzuschlagen. Das ist nach meinem bescheidenen, aber – da bin ich ganz schulterzuckend – unmaßgeblichen Urteil nicht die Aufgabe des literarischen Bloggens.

    Und es macht keinen Spaß, das zu lesen.

    Beste Grüße
    NO

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 21. April 2013 um 10:41

    Hallo NO,

    es mag so sein, dass Norbert Schlinkert genauso reagiert hat wie Sie das hier darstellen. Ich habe das damals nicht alles verfolgt, ich habe irgendwann nicht mehr hin-, sondern weggeschaut. Und vielleicht hat er tatsächlich Dinge verstanden, die in seiner Dissertation so oder so ähnlich zur Sprache kommen. Mich würds freuen. Ich habe es eben nicht mehr verfolgt. Weil ich das verfolgen ebenso wie das verfolgtwerden nicht sonderlich mag. Möglicherweise hat auch Herbst inhaltich dazu etwas beigetragen. Ich schätze, wie Sie wissen, den Mann nicht. Über seine Literatur erlaube ich mir kein Urteil.

    Ich schätze Herbst nicht, aber ich schätze Sie und deswegen frage ich mich, ob Sie recht haben damit, hier bestimmte Formulierungen zu beklagen; Formulierungen, die auch ich getan habe in Bezug auf Dritte, oder ob Sie dies nicht eigentlich bei diesen in Frage stehenden Dritten beklagen müssten, die alle beiden mit einer unglaublichen Obsession hinter mir her sind. Das hat sich teilweise zur einer Art Hexenjagd ausgeweitet. Also ich frage mich, ob hier der Ort ist, an dem das beklagt werden sollte. Möglicherweise haben Sie nicht unrecht. Man, vielmehr ich kann einiges herunterschlucken und einstecken. Aber wie ich das derzeit einschätze, wird das kein Ende nehmen. Und dann muss man sich zur Wehr setzen. Aber das, da sind wir einer Meinung, gehört nicht in einen literarischen Blog. Dass auch ich mich mitunter nicht richtig verhalte, habe ich nie in Frage gestellt. Auch das gehört zu den vielen Projektionen auf mich dazu: dass ich nicht nur jung und schön bin, sondern auch über jeglichen Zweifel erhaben. Mit den ersten beiden Fantasien kann ich noch umgehen, ich bin ja nicht ganz unschuldig an ihrem Entstehen (hier darf man ein Lächeln mitlesen), aber letzteres ist dann doch zu viel (und das Lächeln ist wieder weg).

    Die Diskussion war von Unsachlichkeit und bisweilen blankem Hass gekennzeichnet. Auch das ist ein Zeichen der Blogsphäre. Ich bin seit längerem der Auffassung, dass vor allem literarische Blogs – nur darüber kann ich mir ein Bild machen; wie es bei Technikblogs zugeht, weiß ich nicht – nur innerhalb der eigenen Sphäre einen guten Namen haben. Das liegt sicher auch daran, dass es mitunter anhand von Literatur um private Scharmützel geht. Das sind Orte, an denen persönliche Befindlichkeiten ausgetragen werden. Das, auch, aber nicht allein, ist ein Grund, warum ich den meinen schließe. Ich halte nach wie vor, was hier passiert ist, literarisch für sehr interessant, beispielsweise die Herausverlegung der Erzählers aus dem eigentlichen Text – und zwar an den Ort, von dem er herkommt: zurück in die Wirklichkeit. Ich würde das nicht mehr mit dem Begriff der Kunstfigur bezeichnen. Aber das kann ich nicht an diesem Ort erörtern. Und auch deswegen wird dieser Ort und dieses Blog geschlossen. Ich habe es im Roman ja angekündigt.

    Ebenfalls beste Grüße bei bestem Wetter
    Aléa

    Kommentar von Ulrike Berretz
    Datum/Uhrzeit 21. April 2013 um 14:01

    Liebe Aléa,

    genial – wir werden weiterhin mit – noch – mehr Freude die Verkaufszahlen nach oben bringen.

    Ulrike

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 21. April 2013 um 14:40

    Liebe Ulrike,

    vielen Dank für die ungeteilte Begeisterung! Wir Karpatengirls können uns eben recht gut ausdrücken. Und erdrücken: Habe ich schon mal irgendwo erzählt, wie ich früher auf dem Schulweg eigenhändig Vampire erdrückt und erwürgt habe, einhändig eigenhändig!

    Ich freue mich natürlich, wenn das zweite Buch so ankommt wie das erste. Nicht nur, weil ich damit Geld verdiene, sondern auch, vor allem: weil der Weg vom Schreiben, von der ersten Idee über die jahrelange Verfertigung, bis zum Leser, bei dessen Tätigkeit man ja nicht mehr dabei ist – seltsamerweise! -, weil der Weg so lang und so abstrakt, ist, der Leser, der Nutzer des Textes, so weit weg, in all dieser Zeit, dass man sich selbstverständlich über eine Reaktion freut, selbst dann, wenn man sie gar nicht erlebt, sondern nur von jemand anderem hört.

    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Norbert W. Schlinkert
    Datum/Uhrzeit 21. April 2013 um 19:32

    @NO: Lieber NO, ich hatte ja tatsächlich (naiverweise?) gehofft, mit dem Erscheinen des zweiten Romans von Aléa Torik würde Ruhe einkehren, die die einen zum Lesen der Texte und die anderen eben zum Nichtlesen der Texte (also für anderes) nutzen, ohne sich noch weiter in die Haare zu geraten. Stattdessen scheint es, so lange keine Moderation der Angelegenheit in Sicht ist, weiter teils ideologisch motivierte Grabenkämpfe zweier “Parteien” zu geben, die mich fast fürchten lassen, allein wegen dieser meiner Ansicht in eben diese mit hineingezogen und womöglich beschimpft zu werden (also nicht von Ihnen natürlich). Dabei ist ja weder der Literatur ein Schaden entstanden, ganz im Gegenteil – ich denke, Sie sehen das sicher auch so – noch irgendeiner Gruppe ein solcher zugefügt worden, wenn es auch wohl persönliche Enttäuschungen gab, weil der Eine oder die Andere nicht mit der Person korrespondierte, mit der er oder sie zu korrespondieren glaubte. Das kann ich nachvollziehen, auch wenn es mich nicht betrifft. Aber wie ich schon weiter oben andeutete, jetzt sind die Geschichten ja als Buch in der Welt (das meinte ich mit “Katze aus dem Sack”), man sollte also wieder runterkommen und lesen o d e r wieder runterkommen und die Sache ad acta legen, denn “recht” hat hier ohnehin niemand und überhaupt würde ein wenig weniger Verbissenheit und auch Humor durchaus nicht schaden. So jedenfalls sehe ich das. Mit sonnigen Grüßen aus dem Ostteil der Stadt!

    Kommentar von Alice
    Datum/Uhrzeit 22. April 2013 um 16:49

    Liebe Aléa, schade, dass Sie Ihr Blog schließen wollen, sehr schade! Ihre Alice

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 22. April 2013 um 17:12

    Liebe Alice,
    ja, ich hab’s mehrfach angekündigt, die Entscheidung ist gefallen, es kommen noch einige Kleinigkeiten, das ist alles schon geschrieben, und am 1. Mai ist hier definitiv Schluss. Ich miss-brauche diese Seite dann nur noch als starre Webseite, wo ich mal Ankündigungen mache. Also nur so‘ n Zeug, was eh keiner liest. Ich finde es auch schade, aber es geht nicht anders.
    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Georg
    Datum/Uhrzeit 22. April 2013 um 23:34

    Wirklich Margenta? Ich kenne nur Magenta. Ohne R. Aber wer weiß, vielleicht ist das ein Insider-Witz? :)

    Viele Grüße.

    P.S. Ihr Auftritt bei Bauerfeind hat mich immerhin auf die Suche nach ein bisschen mehr Infos geschickt. :-)

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 22. April 2013 um 23:42

    Guten Abend Georg Simmel,
    nein, kein Insiderwitz, einfach nur Nachlässigkeit, oder Magentafication. Und wenn Sie auf der Suche nach etwas oder jemandem sind: haben Sie es oder ihn oder sie gefunden?
    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Ulrike Berretz
    Datum/Uhrzeit 25. April 2013 um 21:22

    Liebe Aléa,

    sollte wirklich Schluss sein, das alles wird mir fehlen. Nicht immer habe ich alles verstanden – aber verfolgt und Neues daraus gezogen.
    Weiterhin viel Glück , im wahrsten Sinne des Wortes.
    Ulrike

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 25. April 2013 um 21:37

    Liebe Ulrike,
    ich habe auch nicht immer alles verstanden, hehe! Das ist aber auch gar nicht nötig. Mit allzu viel Verständnis kann man sich jede Intuition kaputt machen. Ja, hier wird definitiv Schluss sein. Es kommt jetzt noch jeden Tag ein Beitrag. Und am ersten Mai ist dann das Ende erreicht. Mit anderen Worten: noch leben wir hier! Ich danke dir, für deine jahrelange Anteilnahme!
    Herzlich
    Aléa

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