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  • 04 April 2013

    „Identität“

    Identität

    „Was ich weiß
    über mich und was andere

    über mich wissen
    was ich nicht weiß
    über mich und was andere wissen

    was ich
    weiß über mich
    und was andere nicht wissen
    und was ich nicht weiß

    über mich und was andere
    nicht wissen. Die Münder meiner Wunden
    wissen etwas zu erzählen
    über mich. Der Trug
    der Wahrheit: Der Faden zwischen mir und den anderen.“

    Asher Reich (aus dem Hebräischen von Lydia und Paulus Böhmer)

    Identität ist das Verhältnis von mir zu anderen. Identität ist das, was sich herausbildet, wenn ich mit anderen ins Verhältnis trete. Das, was übrigbleibt, wenn die anderen mir etwas nehmen von dem, was ich sein will. Das, was andere mir geben, von dem, was ich sein will und von dem, was ich nicht sein will. Von dem, was ich weiß und was ich nicht weiß und sein will und nicht sein will und habe und nicht habe. Was ich retten kann und was untergeht. Identität ist immer in Bewegung.

    Siehe auch hier: Identitäten im 21. Jahrhundert.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.



    Kommentare

    Kommentar von Alice
    Datum/Uhrzeit 4. April 2013 um 21:23

    Liebe Aléa,
    verzeihen Sie, aber da möchte ich nun doch noch einmal Herrn Luhmann bemühen, die Anknüpfungspunkte sind – jedenfalls für mich – frappant:
    Identitätsbildung findet nach Luhmann im Abgleich mit der sozialen Umwelt statt, im Sinne einer (nie wirklich abgeschlossenen) Abgrenzung. Dies geschieht, indem Erwartungen aufgebaut und wechselseitig erfüllt oder enttäuscht werden können (z.B. Aléa Torik, die junge, rumänische Schriftstellerin). In diesem Sinne beschreibt Luhmann Erwartung als „Orientierungsform, mit der das System (das Individuum, Alice) die Kontingenz seiner Umwelt in Beziehung auf sich selbst abtastet und als eigene Ungewissheit in den Prozess autopoietischer Reproduktion übernimmt.“ Dieses gegenseitige Abtasten in Wortspielen finde ich sehr deutlich in den Dialogen Ihres Romans, zum Beispiel bei der ersten Begegnung zwischen Olga und Aléa. Beide sind einander Spiegel in unendlicher Flexion und Reflexion. Das scheinbar harmlose Geplänkel verläuft auf einer Tiefenschicht der Suche und des Durstes, wie man Wasser in der Wüste sucht („Wer bin ich?”). Luhmann: „Erwartungen bilden eine Primitivtechnik schlechthin. Sie kann nahezu voraussetzungslos gehandhabt werden. Sie setzt nicht voraus, dass man weiß (oder gar: beschreiben kann), wer man ist, und auch nicht, dass man sich in der Umwelt auskennt. Man kann eine Erwartung ansetzen, ohne die Welt zu kennen – auf gut Glück hin.“ (Niklas Luhmann: Soziale Systeme; Frankfurt am Main: 1999, S. 363)
    Vielleicht kann ich Sie mir diesen Hinweisen ja doch ein wenig für Luhmann erwärmen, auch wenn die Auseinandersetzung mit seiner exklusiven Begrifflichkeit in der Tat eine Herausforderung darstellt und manchmal schwindlig macht.
    Herzlich, Alice

    Vielleicht noch zwei kurze Anmerkungen: „Individuum“ ist kein korrektes Synonym für Luhmanns Begriff vom psychischen System, weil es etwas Konkretes und Stoffliches vortäuscht, wo Luhmann „nur“ Beschreibung/Beobachtung konstatiert. Autopoiesis meint, salopp gesagt, die Selbstgenügsamkeit psychischer und sozialer Systeme: sie rotieren in sich selbst, nehmen bevorzugt das wahr, was zu ihren bereits vorhandenen und bewährten Schemata passt und sind ansonsten weitgehend blind für (neue) Umwelterfahrungen.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 6. April 2013 um 15:20

    Liebe Alice,

    Identität als nie abgeschlossene wechselseitige Kommunikationssituation zwischen mir und den anderen, eine Auseinandersetzung, in der ich mich und die anderen mich und ich die anderen, sagen wir: bilde. Gehen wir also ruhig von mir aus, die rumänische Schriftstellerin, die so manches Männerherz, und das ein oder andere ganz besonders, gebrochen hat (oder die zumindest die Männer mit den kaputten Organen anzieht, und die dann bloß behaupten, ich sei‘s gewesen, der‘s ihnen kaputt gemacht hat). Und die helleren unter ihnen könnten dann nach der Enttäuschung, die, qua wechselseitige Kommunikationssituation, reflektieren, was ihr eigener Anteil an der Enttäuschung ist, ob sie vielleicht nicht den netten älteren Herrn vorgetäuscht habe, obwohl sie es gar nicht sind. Das ist, was Luhmann die Kontingenz und die eigene Ungewissheit nennt? Aber was bezeichnet er dann als „Prozess autopoietischer Reproduktion“?

    Über diese Worte von Ihnen habe ich mich übrigens, das ahnen Sie, nein Sie wissen es, sehr gefreut: „Dieses gegenseitige Abtasten in Wortspielen finde ich sehr deutlich in den Dialogen Ihres Romans, zum Beispiel bei der ersten Begegnung zwischen Olga und Aléa. Beide sind einander Spiegel in unendlicher Flexion und Reflexion. Das scheinbar harmlose Geplänkel verläuft auf einer Tiefenschicht der Suche und des Durstes, wie man Wasser in der Wüste sucht („Wer bin ich?”)“. Ja, es scheint wie ein harmloses plätscherndes Gespräch, aber es geht bereits dort, auf der ersten Ebene, ums Ganze: Wer bin ich? Genau! Das ist wichtig für mich, weil ich natürlich solche Situationen, Gespräch, Dialoge und überhaupt Situationen anspruchsvoller konstruieren könnte. Aber das will ich nicht. Das ist eine poetologische Überlegung, die mich das so machen lässt. Ich finde, was auch in den Rezensionen, leider, hervorgekehrt wird – die auch ein wenig Ratlosigkeit widerspiegeln; die Sächsische Zeitung spricht von meinem fruchteinflößenden Intellekt -, dass die Konstruktion sehr anspruchsvoll ist, aber durch die eher einfache und poetische Sprache, durch auf den ersten Blick nicht sehr tiefsinnigen Dialoge, will ich das sozusagen überdecken. Der Leser kann – wenn er will, wenn er dazu in der Lage und willens ist – sehr viel tiefer einsteigen; er spürt, dass unter der Textoberfläche dunkle Dinge stattfinden; er kann, wenn er will, aber er muss nicht: tiefer einsteigen und sich auf die Dämonen in diesem Text einlassen.

    Zurück zu Herrn Luhmann: „Erwartungen bilden eine Primitivtechnik schlechthin. Sie kann nahezu voraussetzungslos gehandhabt werden. Sie setzt nicht voraus, dass man weiß (oder gar: beschreiben kann), wer man ist, und auch nicht, dass man sich in der Umwelt auskennt. Man kann eine Erwartung ansetzen, ohne die Welt zu kennen – auf gut Glück hin.“ (Niklas Luhmann: Soziale Systeme; Frankfurt am Main: 1999, S. 363) Das finde ich absolut überzeugend: jeder Trottel kann eine Erwartung haben, ja, jeder hat eine. Und im erwarten sind wir alle immer Trottel. Sie als Primitivtechnik zu bezeichnen, ist beinahe poetisch. Aber: wenn wir immer in der Erwartungshaltung sind, widerspricht das dann nicht jenem Verhalten, dass Sie – oder Luhmann – Selbstgenügsamkeit nennen? Obwohl das hier wieder sehr treffend formuliert ist: „Autopoiesis meint, salopp gesagt, die Selbstgenügsamkeit psychischer und sozialer Systeme: sie rotieren in sich selbst, nehmen bevorzugt das wahr, was zu ihren bereits vorhandenen und bewährten Schemata passt und sind ansonsten weitgehend blind für (neue) Umwelterfahrungen.“ Denn tatsächlich sind wir in der Erwartung nur scheinbar auf andere bezogen, wir perpetuieren vielmehr unseren Anspruch an ihn und sind doch nur auf uns selbst bezogen.

    Das muss für heute reichen. Ich muss die Bude fegen. Und auch wenn ich in „Aléas Ich“ Aléas Ich als ein Konstrukt herausstelle, als ein falsches und scheinbares Ich, das langsam durch ein poetisches, aber echtes Ich ersetzt wird – die Autorin verschwindet mit fortschreitendem Text immer mehr und macht der Figur Platz: so jedenfalls verstehe ich es (aber ich will es nicht von jedem so verstanden haben, ich weiß, dass jeder sein eigenen Verständnis hat) -; auch wenn da, dem ersten Eindruck nach, wenig von mir drin ist (in Wirklichkeit ist da sehr viel von mir drin) so stimmt es doch, dass ich Wohnung-fegen nicht ausstehen kann. Aber heute muss es sein.

    Also ein schönes Wochenende!
    Aléa

    Kommentar von bersarin
    Datum/Uhrzeit 6. April 2013 um 15:22

    Es ist dies ein sehr schöner und guter Hinweis auf Niklas Luhmann. Er trifft es exakt. Luhmanns Theorie ist hinreichend komplex, um darunter einen Vielzahl an Sachverhalten zu befassen – auch das Spiel der Literatur. Der Begriff des Individuums kommt aus gutem Grund in Luhmanns Theorie nicht vor. Er schrieb in dem Aufsatz „Selbst-Thematisierung des Gesellschaftssystems“: „Das Subjekt ist kein Objekt, was soll es also in der Theorie?“ In diesem Text geht es auch um die Möglichkeiten der Selbstthematisierung. Dieses Unterfangen gerät für einige leider zu einer Art Wahn in Paranoia, wie ich unlängst an einer Bekannten erfahren mußte, die solchen Spielen und Versuchen in keiner Weise als gewachsen sich zeigte. Ich frage mich immer, weshalb solche Menschen Bücher lesen und sich mit Kunst beschäftigen, anstatt Haushalt, Garten, Kinder, Ehemann zu bewirtschaften.

    Ansonsten sei mit Herrn Spinoza ergänzt: Omnis determinatio est negatio.

    Meine Besprechung von „Aléas Ich“ steht noch aus. Sie folgt nächste Woche.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 6. April 2013 um 16:00

    Lieber Bersarin,

    gehst du inzwischen auch den Weg, der direkt zur Misogynie und Feministinnenfeindlicheit führt, den hier?

    „Das Subjekt ist kein Objekt, was soll es also in der Theorie?“ Der Satz hat etwas sehr eingängiges, aber ich frage dennoch, so wie alle anderen auch immer fragen: ich mache das Subjekt doch zu einem Objekt, indem ich es untersuche. Also ist es dann auch eins. Zugegeben, ein schwieriges Objekt, weil es sich nicht wie ein Objekt verhält, weil es nicht wie eins aussieht und nicht wie eins riecht, sondern weil es nach allen uns möglichen Kriterien sich wie ein Subjekt verhält, Aber wenn ich es untersuche als sei es ein Objekt, dann verhält es sich auch so. Oder ich verhalte mich so, dass e sich wie ein Objekt verhält. Das ist dritte Klasse Quantenphysik.

    Die Besprechung meines kleinen Romans in der kommenden Woche: ich freue mich drauf, dazu etwas von dir und deiner bissigen Feder zu lesen. Ich werde mich sicher beteiligen. Der Termin ist gut gewählt. Hier kommen nämlich in der Woche darauf hunderttausend neue potentielle Leser vorbei und die wollen wissen, worum‘s in dem Roman geht. Da wär‘s sehr gut, wenn ihnen das einer erklären könnte. Und da verweise ich dann auf dich.

    Auch dir ein erholsames und fleißiges Wochenende. Meine Küche ruft. Obwohl ich auf dem Ohr ja eigentlich taub bin.

    Aléa

    Kommentar von bersarin
    Datum/Uhrzeit 6. April 2013 um 20:56

    Diese Schwierigkeit im Verhältnis von Subjekt – Objekt und da, wo das Subjekt zum Objekt wird, das sehe ich ebenso. Allerdings löse ich das gerne mit Hegel auf.

    Was den Feminismus betrifft, den es freilich nicht im Plural gibt, da wettere ich gegen eine bestimmte Dummbatzigkeit, nicht gegen den Feminismus per se. Wenn ich mir aber Blogs wie die Mädchenmannschaft und auch andere Dir bekannte, ansehe, dann ist das kein Feminismus, sondern das Gegenteil davon bzw. akademische Quaselkasperei. Wer Bücher nach Quote liest, besitzt die kann man mit guten Gründen als amusisch bezeichnen.

    Der Don Alphonso hat mit seinen Ausführungen schon recht. Weniger gefallen mir seine Kommentatoren. Und wo Mikrophonfrequenzen angeblich auf Männerstimmen eingestellt sind. weils besser klingt, und wenn sich bestimmte Frauen wie Nadine Lantzsch auf Kongressen von Familien mit Kindern gestört fühlen, dann wird es nur noch gruselig. Der Begriff Heteronormativität ist mittlerweile so ausgelaugt, daß er nur zum Wegwerfen noch taugt. Es wurde mit ihm ganz einfach zu viel Unfug angerichtet.

    Kommentar von bersarin
    Datum/Uhrzeit 6. April 2013 um 20:57

    Ach ja, die Küche, die habe ich fertig, jetzt wird gelesen und eine Flasche Grüner Veltiner wird geleert. Das geht zum Glück wieder.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 7. April 2013 um 10:56

    Lieber Bersarin,

    meine Wahnvorstellungen: wo nur ein Feminismus ist, sehe ich viele. Das ist wirklich dem Barbiepüppchen anzurechnen, die, wie ich, keine Feministin ist, sondern, anders als ich, unter dem Deckmäntelchen des Feminismus ihre psychotische Persönlichkeit verstecken möchte.

    Das glaube ich allerdings auch: dass man mit Qutotenfeminismus sozusagen am Rande der Überflüssigkeit manövriert. Findet man aber derzeit an vielen Stellen: 50 % Frauen im Management, 50 % Frauen im Wartezimmer von Ärzten, 50 % Frauenlektüre. Wenn eine gelesen wird, weil eine andere ihre Quote erfüllen muss, werde ich lieber gar nicht gelesen. Wer so liest, kommt aus ihren Zwängen auch anderswo nicht heraus und dreht sich ausweglos im Kreis, permanent wiederholend, dass es ja einen Unterschied zwischen Männern und Frauen gäbe: um ihn dann mit der Quote zu nivellieren. Es wird jetzt alles gleich behandelt. Und wer fegt meine Küche? Olga fegt ja leider nur ab dritte Etage und höher, Russinnen sind kapriziös. Lassen wir diesen Genderquotenblödsinn. Zum Glück gibt es auch noch ernste Auseinandersetzungen, wenn ich das richtig verstehe: Judith Butler. Ich kenne nur Ausschnitte aus “Körper von Gewicht”.

    Ich finde, es müsste mal jemand über den Sexismus bei Feministinnen reden. Aber das traut sich keiner. Ich übrigens auch nicht.

    Einen schönen Tag, dir und allen, die das hier lesen. Und allen anderen einen schlechten: Hehe!
    Aléa

    Kommentar von bersarin
    Datum/Uhrzeit 7. April 2013 um 19:45

    Ach, die Frau Barby, sie ist narzißtisch und es hapert dort leider auf der Ebene des Intellekts ein wenig. Es paßt nur in ihr zartes Köpflein hinein, was ihren schmalen, restringierten Wahrnehmungsfilter passiert. Zudem stapelt sie gerne ein wenig hoch, nennt, was Philosophie, Kunstgeschichte oder Ästhetik betrifft, Namen und Texte, die sie nie oder nur halb gelesen hat. Eigentlich eher traurig.

    Judith Butler, Julia Kristeva, Cixous, Irigaray und andere: das ist in der Tat interessante Theorie, mit der es sich lohnt zu beschäftigen. Was es beim Feminismus sicherlich im Plural gibt, sind verschiedene Theorien.

    Feminismus und Gender-Theorie halte auch ich für Bereicherungen, wenn es denn Neues und eine andere Perspektive bringt. Skeptisch bin ich aber, wenn man mir, wie vor einiger Zeit in einer Blogdebatte bei jener oben Genannten geschehen, alten Wein in neuen Schläuchen serviert und mir ein Kommunikationskonzept, das sich bereits bei Habermas findet, als Ausweis feministischen Denkens unterjubelt.

    Ich selber lese diese Konzepte zum Feminismus und Gender-Theorie in einem übergeordneten Rahmen Kritischer Theorie, zu der ich eben auch Foucault, Derrida und Agamben zähle. (J. Butler hat ja immerhin den Adorno-Preis bekommen, und was sie Kritisches zum Irak/Afghanistan-Krieg schrieb ist ja auch weit mehr als Gender-Theorie. Fragen der Frau, Fragen des (weiblichen?) Schreibens interessieren mich primär in Form der Literaturtheorie (von der her ein Teil der Gender-Forschung ja herkommt.) und im Hinblick auf Philosophie und Psychoanalyse.

    Ich hoffe, Deine Küche ist inzwischen so wie sie sein soll. Grüße mir Olga!

    Beste Grüße und auch Dir einen schönen Tag bzw. eher schon: einen Abend (“einen richtig kriminellen Abend …” wie es die Lassie Singers einst sangen.

    Bersarin

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 7. April 2013 um 21:30

    Lieber Bersarin

    Narzisstisch sind wir alle, erstens ist die Zeit so und zweitens ist die Schrift, mehr noch als der Film mit seinem Starrummel, sehr geeignet, um Narzissmus zu fördern: wir spiegeln uns in jedem Wort und verstecken uns doch dahinter. Das ist oft nicht dieser harmlose Narzissmus des Namensgebers, sondern mitunter auch der gefährliche, der annimmt, dass immer nur die anderen sich verstecken, man selbst aber nicht.

    Julia Kristeva habe ich auch ein wenig gelesen, eine sehr gescheite und belesene Frau; aber ich habe sie nie als Feministin wahrgenommen. Obwohl ich den Feminismus, was ich kenne, im Grunde als die große Theorie nach der Postmoderne empfinde und auch als eine Literaturtheorie. Seltsamerweise wird sie von manchen als eine Art Kriegserklärung entweder angewendet oder verstanden. Aber ich scheue mich eigentlich darüber zu reden, weil ich zu wenig davon verstehe. Ich rede einfach lieber über Texte, nicht über Autoren.

    Was die Küche angeht: Ich bin der lebende Beweis, dass Frauen nicht zu Kinder, Küche und Kirche taugen. Nicht einmal zur Küche alleine: es sieht immer noch so aus wie vor der Aktion. Und von Olga keine Spur.

    Vielleicht meldet sich Alice ja noch einmal zu Luhmann?

    Ich bin neugierig auf deinen Artikel zu “Aléas Ich”.

    Aléa

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