18 August 2012
Man träumt von Meteoren
Ich hatte Anfang der Woche eine Verabredung mit Frank Berberich und Esther Gallodoro von LETTRE International. Ich wollte meine Belegexemplare persönlich abholen und mich auch vorstellen. Das war eine sehr interessante Verabredung. Frau Gallodoro zeigte alle acht Seiten ihres schönen kubistischen Gesichts. Herr Berberich, ein Intellektueller wie er im Buche steht und bisweilen auch im wirklichen Leben existiert, hat mir einen Schriftsteller empfohlen – Romain Gary, mit dem Nancy Housten ein Interview gemacht hat -, ich habe gleich auch ein Exemplar von der Nummer mitbekommen, einen Vortrag zur Geschichte der Stadt Weimer gehalten und mir dann vom Internationalen Essay Contest erzählt, den LETTRE zusammen mit Weimar im Jahr 1999 organisiert hat.
Wir sprachen über das ostentativ Weibliche meines Namens. Am Ende des Gesprächs hat er nach meinem Blog gefragt und ich habe kurz erzählt, was mir passiert ist. Er hat nicht einmal müde gelächelt. Und ich habe wieder einmal verstanden, dass Blogs eine miserable Reputation haben. Und ich habe auch verstanden, warum das so ist. Mit dem Blog hier werde ich nichts erreichen. Vor allem keine Leser. Ich hatte mal mehrere hundert davon am Tag. Von denen haben keine zehn mein Buch gekauft. Bloggen ist beinahe ein Zeichen unseriöser Literatur. Keiner der Nominierten hat einen Blog, weder beim Deutschen Buchpreis noch bei der Hotlist der unabhängigen Verlage. Ich verstehe inzwischen, warum das so ist.
Man könnte Steine in den Himmel werfen, in der Hoffnung, dass sich richtige Meteore daraus entwickeln, die mit mehreren tausend Stundenkilometern zurück auf die Erde rasen und riesige Löcher schlagen, kilometertiefe Krater und Verwüstungen. Aber die Steine werden lediglich langsamer, sehr schnell sogar, stehen dann für einen kurzen Moment lang still und fallen schließlich kunstlos wieder herunter. Aber man träumt von Meteoren.
(Ja, Holio: was Sie twittern ist richtig!) (Und man macht sogar schon Werbung für mich, sehr schön)
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: August 18th, 2012 unter mittel, Paralipomena











