18 Juli 2012
Der Kulturzustand einer Gesellschaft
„Je höher der Kulturzustand einer Gesellschaft, je größer scheint die Tendenz zur Isolation zu sein.“
Hans Rudolf Picard, Der Geist der Erzählung, Bern 1987, Seite 184.
Woraus allerdings nicht geschlossen werden kann, dass, je isolierter und einsamer einer ist, er desto kultivierter auch sei. Das nun gerade nicht. Noch so viele Isolierte ergeben nämlich keine Gesellschaft. Die Gesellschaft fängt vielleicht sogar gerade erst da an, wo der Einzelne aufhört.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: Juli 18th, 2012 unter kurz, Miszellen & Mesalliancen












Kommentar von Phorkyas
Datum/Uhrzeit 19. Juli 2012 um 21:43
Liebe Aléa,
einen schönen Satz von Picard haben Sie da aufgelesen. Er fordert zur Zustimmung und Widerlegung geradezu heraus.
Zustimmung: Kultur sind wie die Qualia des phänomenologischen Zustands. Nur in mir ist sie wahr, ich muss sie mir aneignen, mein Schatz. Draußen, da ist immer die falsche, die äußerliche, oberflächliche (Massen-)Unkultur. Sie trennt mich also von diesem Außen, diesem liderlichen Treiben.
Und doch ist es natürlich auch Unsinn, ist Kultur in Isolation gar nicht denkbar, hat sie immer ein Umfeld auf das sie sich bezieht, einen Nährboden aus dem sie erwächst etc.
Herzlich,
Phorkyas
PS. Ist der Satz wirklich eine “Je …, je”-Konstruktion?
PPS. An der Lettre mit Ihrem Artikel bin ich nun schon öfter vorbeigekommen, war mir dann aber doch was zu gewaschen der Preis, aber beim nächsten Mal vielleicht.