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  • Silvia Kühnel: Lieber Claus, habe schon mal vor einigen Jahren geschrieben, weil ich die Idee mit der Kunstfigur gut finde. Ein frohes Fest und ein gutes neues Jahr und viel Freude mit dem Stipendium. Silvia (Buchhändlerin in Dortmund)
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  • Aléa Torik: Ja, Bersarin, seinerzeit hat‘s ziemlich gut funktioniert: es war Literatur und die Leute waren mittendrin. Manche, ohne es zu merken. Manche haben hinterher zufrieden gelächelt, weil sie bei etwas Neuem mitgemacht haben. Oder weil sie selbst zu einer Art literarischer Figur dadurch...
  • bersarin: Literarisches Bloggen, liebe Aléa Torik, funktioniert durchaus. Freilich nur bei den wenigsten. Das meiste, was geschrieben wird, stammt aus dem Klein-Klein der Halbgarküchen, ist Poesiealbumsprosa von Minderleistern, Befindlichkeitsscheiße ohne Form. Ich schreibe dahingehend und als...
  • Aléa Torik: Never ride a dead horse – das hätte auch als Überschrift dieses Beitrags herhalten können. Gestern Nacht bin ich mit dem Rad 35 km durch das ausgestorbene Berlin gefahren, bis weit jenseits der Stadtgrenze. Da ich ziemlich kaputt war, konnte ich dabei nichts denken, aber wenn...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, Du hast überschüssige Energie!? Da werden Dich viele drum beneiden, umso besser also, wenn sie in etwas fließt, was Sinn zu machen verspricht. Was soll man also dazu sagen? Ich sage: Es lebe die Literatur! Und Gratulation natürlich zum vollzogenen Ausstieg aus...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, verflixt, hab‘ ich schon wieder Recht? Ich kann sagen, was ich will, ich habe immer recht. Dabei schrieb ich das eigentlich, um zu provozieren. Entweder lässt sich keiner provozieren oder die Provokation im Netz ist so allgegenwärtig, dass man zu ganz anderen Kalibern...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, da triffst Du mal wieder den Nagel auf den Kopf wie die Faust das Auge: fiktional und ein Sein als solches hat ein literarisches Blog zu sein und nicht einfach noch ein weiterer Mitspieler auf dem Markt- und Kampfplatz realer Eitelkeiten. Als Schriftsteller:in...
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  • Aléa Torik: Dann bin ich gespannt, was du von dem Essay hältst.
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  • Aléa Torik: Lieber Norbert, man ist ja einiges gewöhnt bei den Autoren. Was die alles tun, um gelesen zu werden, beispielsweise das Schreiben seltsamer Bücher. Ich fände es allerdings doch etwas übertrieben, wenn sich ein Autor nach dem Schreiben seines Buchs sogleich aus dem Leben verabschiedet:...
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  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, noch habe ich Deinen Essay ja nicht gelesen – kommt aber noch! Bin gespannt wie ein Flitzebogen! Und was meine durch eigenes Lesen hervorgerufene Belebung von Texten inzwischen leiblich von uns gegangener Autor:inn:en angeht, so ist es nicht Trost, den ich da...
  • Aléa Torik: Lieber holio, Sie haben recht, die Politik lassen wir hier außen vor. Richtig glücklich bin ja auch nicht mit dem Etikett der Postmoderne. Aber irgendwie müssen wir es ja benennen. Sagen wir Transmoderne. Die wesentliche Information ist allerdings angekommen, schon lange: dass Sie...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, fein, dass ich dich zum Assoziieren bringe. Dass steter Tropfen den Stein höhlt, habe ich bisweilen schon gehört. Aber hat mal jemand gefragt, was mit all den ausgehöhlten Steinen anzufangen ist? Wozu Steine höhlen? Was Cărtărescu betrifft, ich habe es in dem Essay...

  • 14 Juni 2012

    Mein Essay zu David Foster Wallace’ Roman “Unendlicher Spaß”: In LETTRE International

    Ich freue mich außerordentlich darüber! Ich weiß das jetzt schon einige Zeit und freue mich noch immer. Vielmehr freue ich mich erneut. Zuerst war Freude, dann Unglauben. Dann Zweifel. Verleugnung, Hoffnung, Wahnsinn. Und jetzt erneut Freude. Hoffentlich hört das bald auf. Ich würde gerne weiterarbeiten.

    Sie finden meinen Essay im aktuellen Heft. Wenn Sie sich das Autorenverzeichnis anschauen, bin ich dort in ausgezeichneter Gesellschaft, fast alles Nobelpreisträger und Professoren. Damit sind die Ziele bündig formuliert. Hoffentlich schieße ich nicht wieder übers Ziel hinaus und erreiche beides. Haha! Es ist zum Heulen. Ich hetze hier von einer Preisverleihung und Anerkennungsveranstaltung zur nächsten. Wirklich wahr. Jedenfalls innerhalb des Wirklichkeitsbegriffs, den man am Eingang des 21. Jahrhunderts noch haben kann, ohne sich schämen zu müssen.

    LETTRE International ist wahrscheinlich eine der besten Adressen Deutschlands für anspruchsvolle Essayistik. Und ganz sicher die beste weltweit.

    Ich mache bei diesem Artikel von der Deaktivierung der Kommentarfunktion eine Ausnahme. Sie können gerne formulieren, was Sie von dem Text halten.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.



    Kommentare

    Kommentar von Christian
    Datum/Uhrzeit 18. Juni 2012 um 16:48

    Herzlichen Glückwunsch zur Publikation.

    Unendlicher Spass ist ein Roman, der mich sehr beeindruckt hat. Aus unterschiedlichen Gründen. Da ich beruflich mit psychisch erkrankten Menschen arbeite, war ich z.B. von der Beschreibung der Innenwelt einer Kate Gompert (US S. 99ff) mehr als begeistert. Oft musste ich einfach auch laut lachen vor lauter Komik. Falls Sie ähnliche Romane kennen, die psychische Erkrankungen so faszinierend aus der 1. Person Perspektive beschreiben, wäre ich über einen Tipp dankbar.

    “Sprechen und Schreiben können wir als das Umarbeiten von Simultaneität in Sukzessivität verstehen, als Verwandlung von Dauer in Flüchtigkeit…”.

    Spontan hätte ich es umgedreht: Flüchtigkeit in Dauer. Werde über diesen Absatz noch länger sinnieren…

    Aber IaV kenne ich noch nicht von DFW und werde es lesen.

    viele Grüße
    Christan

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 19. Juni 2012 um 22:01

    Lieber Christian,
    bitte geben Sie mir für eine Antwort ein paar Tage Zeit. Ich habe gerade sehr viel um die Ohren. Obwohl ich eigentlich mehr mit den Händen lebe als mit den Ohren. Aber eine Antwort lässt sich auch nicht mal eben mit links formulieren, ich brauche beide Hände dazu. Das ist ein Nachteil des Zehn Finger Systems.
    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 24. Juni 2012 um 10:57

    Es gibt eine Auseinandersetzung Holios mit meinem Essay, hier. Holio endet, indem er sagt, ihm gefalle die apodiktische Äußerung am Ende meines Artikels nicht „Das – und nur das – ist die Aufgabe der Literatur“. Schriftsteller hätten die Neigung, ihr Gewicht in der Welt zu erhöhen, indem sie die Sprache und ihre Produkte erhöhen. So paraphrasiere ich das einmal. Damit macht er es sich ein wenig zu einfach. Ich mache es mir auch etwas zu einfach, indem ich retourniere: Dichter glauben an die Literatur wie andere an die Wirklichkeit.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 24. Juni 2012 um 13:23

    Lieber Christian,

    auf den ersten Blick haben Sie mit Ihrem Einwand recht.

    Wir haben ein mit zunehmendem Alter zunehmendes Problem: die Zeit rennt uns weg. Wir glauben, dem Einhalt gebieten zu können, indem wir Gegenwart schaffen, kleine Momente oder Oasen erschaffen, in denen es sich besonders intensiv lebt und die Zeit angeblich besonders langsam vergeht. Diese Auffassung hat so einiges für sich. Wir bieten der objektiven Zeit unsre subjektive Stirn. Aber sie hat auch viel gegen sich. Wir wissen doch, dass die Zeit, gerade wenn wir genießen, schnell vorübergeht. Die Zeit jedoch, da wir es nicht tun, da wir uns langweilen oder auf die Uhr schauen, weil wir nicht erwarten können, dass es weitergeht; wir wissen, dass gerade dann die Zeit nicht vorübergeht. Das ist die subjektive Erlebensweise, die hier, und bei Depressiven vielleicht sogar besonders stark, zum Tragen kommt. Wir haben den Eindruck als müssten wir etwas festhalten, aber wir können es nicht. Was wir damit erzeugen, ist höchstens Stillstand.

    Ich spreche von etwas anderem: von einer sprachtheoretisch fundierten Zeitauffassung. Am Ende des ersten Teils des Essays, wo ich Gegensätze miteinander konfrontiere, stelle ich Bewegung und Bewegungslosigkeit gegenüber und das appliziere ich dann darauf wie wir Wirklichkeit erleben. Wir können Erfahrungen nur machen, indem wir sie versprachlichen. Sprache ist eine Verlaufsform, wir müssen die Dinge, um sie erleben zu können, in ein sukzessives Nacheinander bringen. Dauer können wir, in dieser sprachlichen Welt, nicht erleben. Die Welt entsteht „durch die schlichte, widersinnige, nämlich paradoxe Tatsache, dass, vielmehr weil Zeit vergeht“. Gegenwart, so könnte mein Einwand prononciert lauten, ist das Verfließen von Zeit, nicht ihr Stillstand.

    Ich hoffe, das ist verständlich. So, der Rest steht in meinem Essay. Jedenfalls müsste er da stehen.

    Herzlich
    Aléa

    P.S.
    Den Wallace, den Sie aus US kennen, den lesen Sie auch in In alter Vertrautheit und in Vergessenheit. Es gibt noch einige andere Geschichten, die mir aber nicht so gut gefallen haben, und es gibt auch einige, die sind einfach nicht sonderlich gut. Diese Kreuzfahrtgeschichte Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich hat mir gar nicht gefallen.

    Kommentar von Christian
    Datum/Uhrzeit 1. Juli 2012 um 10:49

    Hallo Alea,

    vielen Dank für die weiteren Ausführungen. Das hilft mir weiter.
    Zum Thema subjektives Zeiterleben gibt es ein schönes Kapitel in Mann’s Zauberberg. (“Exkurs über den Zeitsinn”; S. 143ff).

    viele Grüße
    Christian

    Kommentar von genova
    Datum/Uhrzeit 20. Juli 2012 um 10:12

    Also, ich finde es ja sehr schade, dass man hier nicht mehr kommentieren kann. Es ist da bei mir selbst was abgeschnitten, wenn ich in einem Blog nicht mehr kommentieren kann, wenn ich das Bedürfnis habe. So eine Art geistige Beschneidung. Wollte ich nur mal sagen, liebe Aléa.

    genova

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 20. Juli 2012 um 21:31

    Lieber genova,

    ich find‘s auch schade, aber ich kann jetzt ganz viel Fernsehen schauen. Ich kann mich gar nicht entscheiden, heute Abend: „Die Gebrauchtwagen-Profis: Glanz für alte Kisten“. Oder: „Eröffnungsspiel der Drittliga Saison“. Auch „Die 25 peinlichsten Promi Patzer der Welt“ scheinen verlockend zu sein. „Ich, Du und der andere“, ist mit „Kumpelkomödie“ untertitelt. Mann-O-Meter!

    Ich weiß, dass ein Blog mit abgeschalteter Kommentarfunktion nur ein halbes ist, das Viertel eines Blogs. Das sehe ich auch an den Zugriffszahlen. Zeigt uns das etwa, dass in alphabetisierten Kreisen das Schreiben wichtiger ist als das Lesen? Oder nur, dass es eine Einheit ist?

    Es bestand leider nur die Alternative zwischen abschalten, also stillstellen, und einer Art verminderter Anteilnahmne, also weniger und Kommentarfunktion deaktivieren. Ich vermisse das manchmal auch. Aber stattdessen schaffe ich auch wirklich Dinge, die ich sonst nicht geschafft hätte. Siehe Lettre. Und dazu kommt: der neue Roman wird im Februar erscheinen und da fängt gerade der Druck an, sich aufzubauen. Das nehme ich mit mehr Gelassenheit, wenn ich das Blog nicht noch an den Hacken habe.

    Danke dennoch für den Kommentar!
    Aléa

    Kommentar von genova
    Datum/Uhrzeit 21. Juli 2012 um 14:50

    Es ist eine Einheit, finde ich. Blog ohne Kommentiermöglichkeit ist kein Blog. Aber wenn du dadurch anderes schaffst.

    Und wenn ich dich schon mal am Wickel habe eine Dr.-Dr.-Rainer-Erlinger-Frage:

    Bei Amazon habe ich gesehen, dass man deinen Roman gebraucht schon für 6,79 Euro erstehen kann. Ist es deines Erachtens in Ordnung, das Angebot zu nutzen? Oder bist du dann enttäuscht, weil es den Anschein hat, dein Buch werde würdelos verschachert? Oder würdest du einfach gerne mehr dabei verdienen?

    fragt: genova t. aus b.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 21. Juli 2012 um 20:16

    Lieber Genova,

    du hast recht, Blog ohne Kommentarfunktion ist tot. Es ist wie Tagebuch, so nutze ich es derzeit vielleicht. Ich lasse nur alles Persönliche weg. Das muss ich aber auch nicht aufschreiben, das kann ich mir merken!

    Ich will Schriftstellerin werden und Bücher verkaufen. Beides ist über das Netz nicht möglich. Das ist mein Urteil über die vergangenen drei Jahre, über den Literaturbetrieb und das Bloggen. Ich werde mich dazu aber noch ausführlicher äußern. Ich schalte das hier nach dem Erscheinen des kommenden Romans ab, vielmehr mache ich eine langweilige Autorenseite daraus. Und vorher werde ich noch so einiges formulieren. Unter anderem meine Einschätzung des vorwiegend literarischen Bloggens.

    De facto hat Amazon die Buchpreisbindung in Deutschland längst gekappt. Die Amazonmitarbeiter machen einfach den Schutzumschlag ab, diese Plastikfolie, und können es dann als gebraucht verkaufen. Ich verdiene 8 % vom Nettoverkaufswert eines Buches, also etwa 1,50 bei intakter Buchpreisbindung. Damit kann ich bei den derzeit verkauften Exemplaren, nicht einmal den Storm bezahlen, den mein Laptop in den Jahren des Schreibens gefressen hat, geschweige denn denn Laptop selbst oder das eine oder andere Butterbrot, das man ja auch mal zwischen den einzelnen Kapiteln verdrücken muss, damit die Blutzuckerwerte nicht so absacken und die Figuren nicht alle miteinander verhungert umkippen. Kaufs bitte zum Originalpreis. Wenn’s irgend geht.

    Antwortet Aléa auch aus B.

    Kommentar von Phorkyas
    Datum/Uhrzeit 23. Juli 2012 um 10:30

    Liebe Aléa,

    wie genova empfand ich diese Kommentardeaktivierung als Amputation – aber es war schon deutlich, dass es sich um eine willentliche (Zwangs-)amputation handelt. Kommentarquerschläger werd ich zu vermeiden suchen, aber vielleicht müssen Sie bei Ihrem phantomgeschmerzten Publikum ab und an damit rechnen.

    wirft Phorkyas aus der Provinz ein

    PS. Lettre ist gekauft, aber noch nicht gelesen. Inhaltliches also später.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 24. Juli 2012 um 21:54

    Lieber Phorkyas,

    Sie haben Lettre also wirklich gekauft? Schön. Ich freue mich auf Ihre Einschätzung. Der Artikel ist gut und ich hatte wirklich Glück. Aber Wallace hat auch für Harpers Magazine geschrieben, warum soll ich nicht für Lettre schreiben? Ich sehe weit und breit keinen einzigen Grund, der dagegen spräche. Hehe!

    Obwohl ich Ihrer Meinung bin, die Deaktivierung der Kommentarfunktion ist eine Amputation eines Blogs, kann ich dennoch derzeit nicht anders. Und ich will es auch nicht! Ich habe gerade das Semester hinter mich gebracht, jetzt ist der Roman wieder da. Der Lektor hat‘s gelesen und mir seine Einschätzungen zu den einzelnen Kapiteln gesagt. Und weil das Ganze nun schon pressiert – Simsalabim: ein neues, vielmehr ein altes Wort! – baut sich da ganz schnell Druck auf. Ich habe sieben Wochen Zeit, dann geht’s an den Lektor, der einen Monat hat, dann bekommen es einige andere Leute, die im Text eine Rolle spielen, während ich noch die Möglichkeit habe, letzte Feinarbeiten zu machen, die sich der Lektor noch einmal anschaut. Ende November muss das komplett stehen, Mitte Dezember geht es an die Setzerin, Weihnachten werden die Fahnen gelesen, Anfang Januar muss es in den Druck, wenn es Ende Februar da sein soll. Und das muss es, weil es sonst zur Buchmesse nicht greifbar ist. Bücher sind, wie ich auch erst lernen musste, nur zu einem kleinen Teil Texte. Der weitaus größere Teil sind Zeitpläne.

    Und von Urlaub, von den zwei Wochen Rumänien, die ich im Jahr haben möchte, ich brauche das einfach, war noch gar nicht die Rede. Vielleicht fahre ich erst im kommenden Frühjahr. Oder im nächsten Herbst. Da ist wieder das Oskar-Pastior-Festival in Sibiu. Es gibt einfach ein paar Termine im Jahr, da kann man Berlin vergessen. Da muss man in Sibiu sein. Ist wirklich wahr!

    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von genova
    Datum/Uhrzeit 27. Juli 2012 um 11:01

    Liebe Aléa,

    mit bloggen verdient man kein Geld und verkauft keine Bücher, ja. Aber, wie du selbst schreibst, mit Büchern verdient man auch kein Geld, nur die oberen Tausend. Ich finde es schade, diesen Blog ohne Kommentare zu lesen, unter anderem weil die Kommentare einen angenehmen Ton hatten. Bloggen inklusive Kommentieren und hauptberufliches Schreiben sind doch eh zwei Paar Schuhe, ich würde das eine nicht vom anderen abhängig machen. Und Kommentatoren, die etwas zu den Büchern schreiben, sind doch lesenswert, oder? Egal.

    Es sind Amazonmitarbeiter, die den Schutzumschlag abreißen und das Buch für die Hälfte verkaufen? Und was zahlt Amazon im Einkauf für das Buch? Und sind diese Informationen seriös? Das wäre ja ein starkes Stück.

    Wie auch immer: Dann kaufe ich dein Buch halt neu, aber das mache ich dann eh nicht bei Amazon, sondern bei mir um die Ecke bei einem sehr skurrilen Buchhändler. Der freut sich dann.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 28. Juli 2012 um 09:15

    Lieber genova,

    die Buchhändler, die ja von irgendetwas leben müssen, bekommen Rabatte von, soweit ich weiß, 30 %. Je nach eingekaufter Menge. Amazon bekommt Rabatte von 50 %, das ist das gesetzlich Erlaubte. Aber ich habe gehört, das auch das noch unterboten wird. Warum glaubst du, dass die Amazonen dir dein Buch schicken, ohne dir die Portokosten zu berechnen? Weil die Verlage indirekt das Porto bezahlen. Eine Buchpreisbindung gilt für Neuware. Neu ist die Ware aber nicht mehr, wenn der Schutzumschlag fehlt. Das ist kein Skandal, sondern alltägliches Geschäft. Ich glaube, die dürfen das nicht selbst, sondern haben diese Unterhändler, was die Amazonen sich natürlich bezahlen lassen. Sehr vielen Verlagen geht es nicht nur extrem schlecht, weil sie zu wenige Bücher verkaufen, weil die Leute lieber in Blogs lesen oder sie selbst betreiben, weil heute überhaupt alle selbst schreiben. Das ist ja ein Nebeneffekt der Alphabetisierung: dass nicht nur alle lesen können, sondern auch alle schreiben können. Es geht den Verlagen auch wegen solcher Geschäftsstategien schlecht.

    Was die Opposition von Blog und Buch angeht: man wird keine Schriftstellerin, indem man einen Blog betreibt. Du hast recht, Geld verdienen im Buchgeschäft die oberen Tausend. Die Hunderttausend darunter, müssen das Schreiben irgendwie finanzieren. Entweder haben die einen Job, die bekommen ein Stipendium oder die finanzieren es mit ihrer Armut. Armut ist das beliebteste Finanzierungsmodell. Aber ich kenne keinen der tausend oberen, die einen Blog haben – ich kenne sowieso keinen von denen, ich weiß gar nicht, wer die sind -. Weil sich das meines Erachtens ausschließt. Ich kann nur oben mitspielen, wenn ich es mit aller Kraft mache, wenn ich alle Kraft in dieses eine Ziel stecke. Natürlich kann ich bisweilen auch was anderes tun, ich kann Schlafen, ins Kino gehen, für eine Zeitschrift schreiben oder für mein Blog. Aber so wenig wie ich mich an die Spitze der hunderttausend hinschlafe, so wenig blogge ich mich da hin.

    Es gibt etwas, das wichtiger ist, als die Frage ‘bloggen oder nicht bloggen’: und das ist meine Auffassung, dass das, was ich tue, was ich arbeite, mich ernähren können muss. Meine Arbeit muss so viel wert sein, dass ich davon leben kann. Ich muss mich ernähren können. Und da bin ich mit dem Bücherschreiben, auch wenn ich Lichtjahre davon entfernt bin, näher dran als beim Bloggen.

    Übrigens habe ich gerade ein Stipendium bekommen: fürs Schreiben, nicht fürs Bloggen. Ich muss einen Abschlussbericht fabrizieren. Das mache ich jetzt. Auch das ist bezahltes Schreiben!

    Schönes Wochenende (in Bukarest sind gerade siebenunddreißig Grad und drei Millionen Klimaanlagen laufen auf Hochtouren).

    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von genova
    Datum/Uhrzeit 12. August 2012 um 11:04

    “Meine Arbeit muss so viel wert sein, dass ich davon leben kann.”

    Kein schlechter Satz, liebe Aléa, ein selbstbewusster Ansatz, der heute egozentrisch scheint. Das Problem sind das “muss” und die Umstände. Es ist ein Satz aus deinem aktuellen Blogeintrag und du merkst, dass ich mich an einen Blog ohne Kommentarmöglichkeit nicht gewöhne.

    Toll, die 37 Grad in Bukarest, ich fordere ja 37 Grad das ganze Jahr über. Es ist die Körpertemperatur und deshalb die optimale Temperatur für den Menschen. Ist ja auch kein Wunder, dass die Wiege der Menschheit dort steht, wo es immer 37 Grad hat. Und dann haben sich Menschen dort angesiedelt, wo die 37 Grad nur einmal alle zehn Jahre erreicht werden. Ein Fluch unseren Vorfahren.

    Ich schweife ab und vielleicht sind solche Kommentare auch der Grund, weswegen man diese Funktion auch einstellen kann.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 13. August 2012 um 22:01

    Lieber genova,

    37 Grad ist die Hölle! Bei solchen Temperaturen werden in Bukarest Anlagen aufgestellt, die sehen aus wie Bushaltestellen, gebogenes Plexiglas, unter denen wird Wasser versprüht, fein gestäubt, da stellen sich alle drunter und lassen sich nassregnen, vielmehr einfeuchten. Eine Art Dusche: man geht da drunterher und wenn man auf der anderen Seite rauskommt, ist man schön feucht. Aber bei 37 Grad war man auch vorher schon feucht.

    Für dieses Gerät gibt es auf Deutsch kein Wort, weil es das in Deutschland nicht gibt. Wozu auch Worte ins Lexikon aufnehmen, die keine Entsprechungen in der Dingwelt haben? Stell dir vor, im Lexikon steht ein Wort und man weiß nicht was es ist: dann kann man es auch nicht erklären. Deswegen steht es erst gar nicht drin. Um Verwirrung und Erklärungsnot zu vermeiden! Anders ausgedrückt: Worte und Dinge entsprechen einander und das nicht nur dann, wenn es beide gibt, sondern auch dann, wenn es keines von beiden gibt. Dabei ist es logisch ausgeschlossen, dass es nur das eine gibt ohne das andere. Es gibt keine Dinge, die keinen Namen haben und keine Namen denen keine Dinge entsprechen!

    Kann ich mich klar ausdrücken? Das wäre mir deswegen wichtig, weil ich ja eines Tages davon leben können will.

    Berieselungsanlagen heißen die. Verdammter Mist: meine ganze Theorie im Eimer!

    Aléa

    Kommentar von genova
    Datum/Uhrzeit 17. August 2012 um 11:37

    Ja, liebe Aléa, du kannst dich klar ausdrücken, zumindest schriftlich. Wäre mir auch neu, wenn nicht.

    Wenn man bei 37 Grad sowieso feucht wird, dann ist doch alles in Ordnung. So ist das nämlich gedacht von der Natur: Man wird feucht und führt dadurch Wärme ab, wodurch die Außentemperatur weiter steigt. Feuchtigkeit ist gut, ohne Feuchtigkeit kein Leben.

    Ich bin mir darüber im klaren, dass ich bei diesem Thema eine Minderheitenposition vertrete. 37 Grad sind schlecht, darüber wird nicht diskutiert. Selbst in vorgeblich seriösen Wetterberichten werden solche Temperaturen nur in Verbindung mit negativen Kommentaren genannt. Ich halte meine These aufrecht, dass Menschen, die 37 Grad nicht leiden können, ein tiefes inneres Problem haben, ein körperliches mit sich selbst, sich im Grunde genommen von ganz innen her ablehnen, weil sie ihre eigene Körpertemperatur ablehnen und somit ihre Körperlichkeit. Wir sind alle dahin erzogen, dass Schwitzen etwas Negatives ist. Das ist schlimm, wirklich schlimm. 37 Grad und die damit verbundene Körperlichkeit sind wahrscheinlich zu direkt, zu intensiv, zu spürbar, drohend unkontrollierbar, und wer weiß, was dann alles passiert. Es entstehen auch Gerüche, das ist ja eh verpönt.

    Es soll am Wochenende in Deutschland wenigstens mal 33 Grad werden, immerhin, ein Anfang ist gemacht.

    Mir ist dieses 23-Grad-Ding zuwider, weil bei solchen Temperaturen nichts Gutes gedeiht. 23 Grad ist die Temperatur, bei der Vorabendserien gedreht werden. Schwarzwaldklinik ist eine typische 23-Grad-Serie, da sitzt man im Sonnenschein beim Kaffee, im Lacosteshirt und schwitzt nicht und kann banales, kontrolliertes Zeug reden, weil die 23 Grad eine banale, kontrollierte Atmosphäre schaffen. Es ist grauenhaft, es ist medioker.

    Bei 23 Grad entsteht auch kein guter Roman, Aléa, also sei froh, dass du dein Buch bei 37 Grad schreibst, lass die Temperatur einfließen, dann wird das toll. Literatur muss spürbar sein.

    Kommentar von Edwin
    Datum/Uhrzeit 18. August 2012 um 14:53

    Sehr geehrte Frau Torik!

    Ich erlaube mir höflichst, zwei Anmerkungen zu äußern:

    1.) Sie hatten mal viele Leser, bis Sie an Kommentaren kein Interesse mehr zeigten.
    2.) Sie wollen (so scheint es mir jedenfalls) nicht Leser, sondern Käufer!

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 18. August 2012 um 21:12

    Lieber Genova,

    Iris Nebel schrieb ich einmal, dass ich Wolle mag und, wenn ich so etwas sage, auch sofort prüfe, ob ich mit dem Satz etwas anfangen und im Roman gebrauchen könne. Und natürlich ist es drin, und sogar an ziemlich prominenter Stelle. Ich habe aber, soweit ich sehe, nichts mit Temperatur, hingegen sehr viel mit Regen im Roman. Ich mag den Regen am liebsten von allen meteorologischen, semimeteorologischen und hermaphroditisch meteorologischen Phänomenen. Was ich aber insgesamt am Wetter ein wenig ärgerlich finde, ist, dass es sich dauernd ändert: die Temperatur, der Luftdruck und auch die Zeit, wann es dunkel und wieder hell wird. Man kann sich ja hier auch auf nichts verlassen, man weiß nicht, ob das, was heute geht morgen wiederkommt oder ob‘s für immer vorbei ist. Aber dass 23 Grad nichts taugen, da gebe ich dir recht. Man weiß nicht, ob das warm oder kalt ist, ob man weinen oder lachen soll. Das ist eine Temperatur, die sich nicht entscheiden kann, was sie will: die kann ich auch nicht leiden!

    Schreib einen Text ans Bundesverfassungsgericht – oder eine ähnliche Instanz – davon gibt es doch sicher in diese Land tausende! Schreib einen vernünftigen Beschwerdetext und stelle ihn dann in dein Blog. Ich kommentier das. Ich unterscheibe auch einen Wisch, mit dem du Stimmen und Unterschriften sammelst.

    Morgen ist dein Tag! Da kommen fünfunddreißig Grad, nicht nacheinander, sondern gleichzeitig!. Und wenn es nicht reicht, kannst du dir dann noch einen Tauchsieder unter die Achseln klemmen!

    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 18. August 2012 um 21:21

    Sehr geehrter Edwin,

    ich möchte Leser, die mein Buch kaufen, also möchte ich durchaus Leser. Ich biete ein Produkt an. Und zwar für Leute, die erkennen können (und wollen), dass dieses Produkt Geld wert ist. Das ist so bei Büchern und da unterscheiden sich Bücher und Autos in nichts voneinander. Wenn man in einen Laden geht und einen Mercedes will ist das genauso. Da das Produkt, das ich anbiete, Texte sind, kann man wirklich nicht davon sprechen, dass ich das eine ohne das andere will. Ich will nicht Käufer statt Lesern, ich will Leser, die mein Buch kaufen (weil es nun einmal nicht anders denn als Produkt greifbar ist). So wie Sie sicher auch irgendein Produkt verkaufen, an Ihren Arbeitgeber oder andere Kunden. Wenn Ihr Chef zu Ihnen käme und sagte, das Sie jetzt kein Geld mehr bekommen, weil Sie ja sowieso nur des Geldes wegen arbeiten und nicht, weil Sie die Arbeit gerne tun, denn dann, so seine Argumentation weiter, würden Sie ja umsonst arbeiten: dann würden Sie was tun: kündigen oder weiter arbeiten? Aber das Fragezeichen können Sie löschen, ich halte eine Diskussion dieses Punktes für Energieverschwendung, ich muss derzeit mit jeder Kalorie haushalten.
    Dennoch vielen Dank für den Kommentar.
    Aléa

    Kommentar von Ulrike Berretz
    Datum/Uhrzeit 20. August 2012 um 06:50

    Liebe Aléa,

    der sogenannte Literaturbetrieb… ich habe dir ja schon Mal geschrieben, was ich davon halte … nichts … und im Buchladen muss ich immer wieder erleben, wie die Kundschaft darauf abfährt.
    Hier in Drensteinfurt habe ich deinen Roman mittlerweile 30 mal verkauft – und alle – ob jung oder älter – männlich oder weiblich – waren begeistert. Allerdings weiß ich nicht, was ich denen als nächstes in die Hand drücken kann????
    Weiterhin alles Gute (zur Weihnachtszeit wird die Absatzzahl weiter in die Höhe gehen- versprochen!)
    Ulrike

    Kommentar von genova
    Datum/Uhrzeit 20. August 2012 um 10:21

    “Hier in Drensteinfurt habe ich deinen Roman mittlerweile 30 mal verkauft – und alle – ob jung oder älter – männlich oder weiblich – waren begeistert.”

    Das ist die tollste Werbung, die man für das Buch machen kann. Es handelt sich um einen Ort mit 15000 Einwohnern, wo naturgemäß Leser guter Bücher Außenseiter sind. Wenn ich etwas zu sagen hätte, würde ich das Zitat der Buchhändlerin sofort auf den Buchrücken drucken. Viel, viel angenehmer wäre das als die üblichen Versatzstücke aus Zeit und Spiegel und Brigitte.

    Es scheint sich auch deshalb um einen interessanten Ort zu handeln, weil die Leser nach der Lektüre in den Laden kommen, um ihre Begeisterung mitzuteilen. Wo gibt es das noch?

    Liebe Aléa, ja, gestern war mein Tag, wobei ich betrübt feststellen musste, das hektische körperliche Aktivitäten bei 35 Grad eine weitreichende Fitness voraussetzen, die in meinem hohen Alter nur noch mit Training zu haben ist. Dennoch: ich habe es sehr genossen (vor allem im ICE mit defekter Klimaanlage, man kommt da in der Tat in Grenzbereiche).

    Es freut mich, dass dir die 23 Grad auch nicht gefallen. Regen ist auch gut, gerade runter am besten, ohne Wind, gleichmäßig stark. Es ist halt als Brillenträger nervig.

    Kommentar von kid37
    Datum/Uhrzeit 20. August 2012 um 14:58

    Pessoas “Buch der Unruhe” hilft auch in den handtuchwarmen Hitzestunden. Übrigens gibt es durchaus Blogger, die mittlerweile auch Bücher geschrieben haben, aber das Bloggen ebenso schätzen. Else Buscheuer wiederum hat das Bloggen eingestellt, weil es sie beim Schreiben hindere, Wolfgang Herrndorf “bloggt” aus persönlichen Gründen (wobei man bei ihm streiten kann, ob die Seite ein klassisches Blog ist). Ich denke, es gibt für jede Entscheidung gute Gründe. Alles Gute!

    Kommentar von avenarius
    Datum/Uhrzeit 20. August 2012 um 16:13

    Ich erlaube mir, liebe Torik, einen Denkspruch loszuwerden:

    Bücher stehen in der Distribution wie Segelschiffe im Wind.

    Mit freundlichem, leider sehr seltenem Gruß -

    avenarius

    Kommentar von Phorkyas
    Datum/Uhrzeit 23. August 2012 um 17:04

    Liebe Aléa,

    Ihr Aufsatz ist äußerst anregend, mir fällt es jedoch trotzdem immer noch schwer eine adäquate Antwort zu formulieren. Ihre Begeisterung für Wallace und sein Werk ist ansteckend. Vielleicht nehme ich mir doch den Unendlichen Spaß oder sein Unendlichkeitsbuch vor (das ich einmal aus dem Buchregal nahm und beim Durchblättern schon so vernünftig aussah, dass ich meinen eigenen Essay – ttp://phorkyas.files.wordpress.com/2010/09/unendlich1.pdf – über das Unendliche nie weitergeführt habe).

    Zunächst hat mich Ihre Erklärung verwundert, das lineare Erzählen sei nicht zu überwinden, weil Sie doch gerade auch in Ihrem Debütroman nicht chronologisch erzählen. Einer der Haupteinwände gegen diesen, die Herr Keuschnig vorbrachte, war auch gerade, dass dies eine unnötige Verkomplizierung sei, die Komplexität nur vortäusche. Auch wenn ich diesen Vorwurf zurückwies, ist diese Denkfigur nun für mich schon fast zu einer fixen Idee geworden. Bei dem Verfolgen eines Hörstückes, das einige verflochtene, nichtlineare Verästelungen aufwies, dachte ich dann schon: Ja, das wär jetzt linear genauso gut gegangen.

    Aber ich schwafle, schweife ab und bin noch immer zu weit davon entfernt Kritik üben oder gar eine Gegenposition beziehen zu können.

    Ihr Ansatz erscheint mir jedenfalls sehr sprachzentriert. Für einen Dichter nicht so weit hergeholt. Mein Archimedischer Punkt zum Verständnis all dieses menschlichen Gewusels ist da eher das (Selbst-)Bewusstsein. Beides scheint ja manchmal auch kaum trennbar; wo soll denn die vom Bewusstsein erzeugte Welt anders stattfinden als in Sprache und Kommunikation? Aber Kommunikation, das menschliche Erleben ist eben auch nicht nur in Sprache (Gestik, alle sinnlichen Erfahrungen – aber vielleicht sitzt man mit Sprache und Bewusstsein als dem kleinen Schaumkrönchen auf dem Ozean der darunter befindlichen Prozesse, vielleicht sitzt man damit ohnehin ein bisschen weit weg von der ganzen Suppe da unten). Es treibt die Dichtung wohl unaufhörlich an die Grenze des Ausdrückbaren, und Wittgensteins
    “Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt”
    ist so falsch vielleicht nicht. Nur gerät man unwillkürlich in Paradoxien: Wie kann denn Sprache, wie in diesem Satz, von ihren eigenen Grenzen sprechen wollen? Manchmal kann ich dann die Skepsis einiger Philosophen vor der lügenden Sprache der Dichter verstehen, die vorgeben sich über diese Grenzen hinüberzuschwingen. Oder ist in diesem Unbehagen auch Neid?
    Eine ähnliche Paradoxie, meine ich bei Ihnen auszumachen, wenn Sie sagen, die Sprache könne die Dinge nie in ihrer wahren Ausdehnung darstellen. – Vielleicht ist es nur Klügelei, aber ist diese sprachliche Äußerung nicht gewissermaßen, der Versuch sprachlich etwas aufzuzeigen (oder zu konstruieren?), das sprachlich nicht dargestellt werden könne; wie können Sie denn das? Und es schreit geradezu nach Ihrem Wallace-Zitat: “Wer seine Grenzen kennt, hat keine.” Wenn sich die Grenzen der Sprache sprachlich einfangen ließen, wie könnte man noch davon sprechen, dass sie welche hätte?

    Bei dem was Sie über Zeit schreiben sind Sie mir Lichtjahre voraus; zwar kann ich mit meinen Vierervektoren Raum und Zeit ein bisschen mischen, aber mir ergeht es da immer noch wie Augustinus. Die Physik gibt mir überhaupt keinen Aufschluss darüber, was diese Zeit überhaupt ist. Sie schließen dann absurd, existenziell. Die Sinnlosigkeit unserer Existenz, wie könnte ich das leugnen, doch nur, in dem ich einen Sinn angäbe – aber den Sinn, dann in der Auflehnung, dem Trotzen gegen die Sinnlosigkeit zu sehen, dem kann ich immer weniger folgen. Ist das nicht ein bisschen mutwillig; zuerst die Sinnlosigkeit, die metaphysische Bedürftigkeit in die Welt hineinzutragen, um sie dann im Absurden zu überwinden und zu lindern?

    Nun denn – ein schönes, bedenkenswertes Stück Ihr Essay, an dem ich, wie man sieht immer noch zu knabbern habe.

    Herzlich Phorkyas

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 23. August 2012 um 21:59

    Lieber Phorkyas,

    ich freue mich wirklich über Ihren langen und ausführlichen Kommentar, sogar sehr. Da ich darauf ausführlicher eingehen möchte, muss ich nun meinerseits um etwas Geduld bitten. Möglicherweise schaffe ich es an diesem oder am nächsten Wochenende, sonst sind es noch drei Wochen. Das ist leider für einen Kommentar in einem Blog eine Zumutung, aber da ich eigentlich die Kommentarfunktion deaktiviert hatte, ist es zügig. Ich habe gerade zu viel um die Ohren, sodass ich es an den Wochentagen nicht schaffe und sonntags habe ich meistens keine Lust mehr zum Atmen. Da schaue ich aus dem Fenster und warte auf den Montag. Aber allein schon meine Behauptung, dass es keine Überwindung des linearen Erzählens geben könne, weil es keine des linearen Lesens gibt, braucht etwas Platz.
    Also bitte ich Sie um Geduld. Oder ich bitte Sie nicht und mache es am Sonntag. Wir werden sehen.
    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Phorkyas
    Datum/Uhrzeit 30. August 2012 um 00:17

    Liebe Aléa,

    keine Hetze. Mein Kommentar hat auch schon ‘ne Woche auf meiner Festplatte gelegen ehe ich ihn dann rausgezerrt hab’, weil ich dacht’, dass ja doch keinen Zweck mehr hat.

    [..] braucht etwas Platz – Ihr Text machte auf mich einen sehr kondensierten Eindruck, mussten Sie da aus Platzgründen Dinge etwas eindampfen? Mir hat das sehr gefallen, war wie ein kräftiges Konzentrat – oder ‘nen Espresso.

    Herzlich,
    Phorkyas

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 30. August 2012 um 21:50

    Lieber Phorkyas,

    vielen Dank für die Geduld.

    Ich habe den Text zuerst an einem anderen Ort angeboten und dort gab es eine Zeichenbegrenzung. Das kenne ich auch von vielen Publikationsmöglichkeiten, dass Sie sich bei der Abgabe eines Essays oder Aufsatzes an die Formalitäten halten müssen. Bei LETTRE ist es anders, da kann man auch sehr viel längere Texte einreichen. Ich habe den Essay sehr stark verdichtet und hätte das noch einmal auseinander ziehen können. Aber es wäre dadurch nicht besser geworden, nur länger. Und mir gefällt es so wie er ist. Und offenbar gefiel er auch bei LETTRE.

    ¬ „weil ich dacht’, dass ja doch keinen Zweck mehr hat“ – aber es hatte doch einen: Sie haben mich, die ich der Bloggerei ja einigermaßen überdrüssig bin, zu einem längeren Kommentar gezwungen, also Sie zwingen mich noch immer, weil ich auf den Zwang noch nicht reagiert habe.

    Herzlich
    Aléa

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