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  • Aléa Torik: Holio, ich hab‘s vergeigt. Das ganze, inzwischen schon etwas länger vergangene Wochenende – obwohl wir uns natürlich ernstlich fragen müssen, ob etwas lang und länger vergangen sein kann, ob es immer weiter in die Tiefe sinkt, oder ob es nur eine Tiefe der Vergangenheit gibt –...
  • Aléa Torik: Lieber Summa, ich habe meine beiden Antworten auf deine Kommentare herausgenommen, vielmehr gelöscht. Von berufener Seite sagte man mir gestern Abend, dass das Jammern nicht sonderlich angenehm sei. Darin musste ich meinem Gesprächspartner zustimmen. Ich selbst kann das Jammern auch...
  • Aléa Torik: Lieber Holio, boah! … Das muss ich jetzt erst einmal verdauen. Ich weiß gar nicht, ob ich noch auf adäquate Weise antworten kann, also im Reim. Aber wir sind ja hier offenbar in der freien Reim-Wirtschaft und nicht in Leipzig oder Hildesheim, wo die Studentinnen sicher streng...
  • holio: Bei Cotten meinte ich vielleicht “elegante Kurven über die Körper der anderen zu beschreiben, mit den Knöcheln komplizierte Xylophonspiele zu spielen.” (Fächer, S. 173). Doch ist mir nicht klar, warum Knöchel, nicht Fingerkuppen? Der K-Kakophonie wegen? Sorry fürs Derailing....
  • Aléa Torik: Lieber Summa, ——-
  • summacumlaudeblog: Hallo Alea, ich glaube schon, dass man Dir das Demaskieren übel nahm und nimmt. Diese versindelte Talk-Show-Gesellschaft will nämlich keine Texte haben, sondern anfassbare und zugleich entrückte “Stars”, die von Zeit zu Zeit sich medial präsentieren und deren...
  • Aléa Torik: Lieber Holio, ich bin mit Senthuran befreundet, er schreibt seine Texte, ich die meinen. Ich habe die weiblichen Passagen des Dialogs jetzt auch noch einmal gelesen und kann mich da nicht wiederfinden. Aber die Frage dahinter, auch wenn‘s keine Frage ist, ist ganz in meinem Sinne: wir...
  • Aléa Torik: Lieber ScumL, ——–
  • holio: Vielleicht bei Cotten doch nicht, aber im Endlosen Spaß. Da kein Versmaß, sondern Unendlichkeitszeichen: “Orin Incandenza, who like many children of raging alcoholics and OCD-sufferers had internal addictive-sexuality issues, had already drawn idle little sideways 8′s on the...
  • holio: Hätten Sie die Eliona-Passagen von Varatharajah geschrieben, würd ich mich nicht daran stören. Könnte mir gut vorstellen, dass Siri weibliche Dialoge bei Paul schriebe und Auster Männliches bei Hustvedt, einfach um die Glaubwürdigkeit des Gegengeschlechts zu erhöhen. Wenn Zweitschreibende...
  • summacumlaudeblog: Du darfst Dich ärgern, liebe Alea, aber wundern? Denke daran, was ich Dir vor annähernd einem Jahr schrieb; denke an Forestier aus den 50er Jahren, denke an alle die, die den Literaturbetrieb hochgenommen haben, so wie Du. Hast Du geglaubt, das bliebe ohne Folgen? Die...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, eigentlich bin ich zu Hause geblieben, weil ich meine Steuererklärung machen wollte. Das Finanzamt will, dass ich diese Erklärung mache. Dabei gibt’s da nichts zu erklären. Nun bieten sich jede Menge Ablenkungen. Schöne Mails schreiben und im Internet surfen, wobei ich...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, man muss die Welt eben warten machen – das ist wahrscheinlich die eigentliche Kunst. Dafür allerdings wenden ja zum Beispiel Verlage einiges auf und bearbeiten ganze Käuferschichten mittels eines Propagandaapparates, der von der eigenen Werbeabteilung bis hin...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, ja, es müssen neue Wege gegangen werden. Du kannst dich noch hundert Jahre dahinstellen und auf einen Verleger warten oder Vertretern dieser Gattung Briefe schreiben. Ich halte das inzwischen für keine gute Idee. Die Gründe dafür stehen auf einem anderen Blatt. Aber...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, neue Wege gehen, während man im Sumpf der Schriftstellerei versinkt? Schwierig, aber natürlich hat auch kein Mensch behauptet, es sei einfach. Was “Bozen” angeht, so tritt grad ein nicht ganz aussichtsloser Alternativplan in Kraft, denn es gibt ja...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, ich hatte mir so etwas schon gedacht. Da bleibt nur: neue Wege gehen. Die sehen auf den ersten Blick vielleicht nicht so attraktiv aus, aber sie führen vielleicht dennoch irgendwohin. Also die Wege, die ohne einen Verlag auskommen. Da gibt es heute wirklich genug....
  • Aléa Torik: Hallo Holio, kultureller Wandel, der als Verfall erlebt wird, den gibt es tatsächlich schon immer, den Wandel und den Verfall. Schöne Beispiele, die Sie da bringen, durchaus entlegen. Aber damit zeigt sich ja, dass die Klage nicht nur Hinz und Kunz führen, sondern auch Petron und...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, so wie du auf deiner Suche nach Bozen muß sich ein literarischer Text auf der Suche nach Veröffentlichung fühlen: innerhalb des Systems umgeleitet, weitergeleitet, kurz mal hoffnungsfroh und schließlich dann aber enttäuscht, weil da nun doch kein Platz frei...
  • holio: Kenne das von Chinesen. Da ist an ungeraden Tagen – heute ist so einer, der erste August – nur Autos mit ungeraden Nummernschildern das Fahren erlaubt. Eine ganz praktische Segmentierung, man sollte Halt vorher um sie wissen. Schön Ihr Konjunktiv “wir hetzten”, der...
  • Aléa Torik: Hallo Miss Lingen, gemessen an Ihrem fatalistischen Namen haben Sie den Kommentar ja ganz gut hinbekommen. Vielen Dank auch für das Kompliment. Zu Ihrer Frage: Genova ist einer jener Zeitgenossen, die ein sehr einfaches Weltbild haben, wo es klare Grenzen gibt, zwischen dem, was...

  • 19 Mai 2012

    „Unverkennbar genauso schauderhaft und böse“

    „Die Drehung der Schraube“ von Henry James

    Die Novelle The turn of the screw ist das wohl bekannteste Werk Henry James‘. Der Text lässt zwei deutlich auseinanderfallende Lesarten zu, ist also sehr offen für seine Interpretation. Auf der einen Ebene wird eine Gespenstergeschichte erzählt und auf der anderen die Geschichte eines erstaunlichen Wirklichkeitsverlustes. Dass diese beiden Ebenen so nah nebeneinander liegen und sich dennoch auszuschließen scheinen, ist das eigentlich gespenstische.

    Die erste Geschichte ist, wie die meisten Geschichten, die nicht von der Handlung leben, schnell erzählt. Die Ereignisse sind lange vorüber, eine Gouvernante hat sie als junge Frau erlebt, als alte Frau hat sie es aufgeschrieben und das Manuskript einem Bekannten übergeben, der es seinerseits auf dem Totenbett an jemanden weitergibt. Jahre vorher wurden diese Aufzeichnungen einer illustren Gesellschaft vorgelesen, mit dem Zusatz, dass es das Gruseligste sei, was man sich denken könne. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive berichtet.

    Die junge, namenlose Gouvernante nimmt ihre erste Stellung auf dem Land an, wo sie die beiden Kinder Flora und Miles beaufsichtigen und erziehen soll. Deren Eltern sind verstorben und der erziehungsberechtigte Onkel will mit den beiden nicht behelligt werden. In dem Landhaus leben noch einige Bedienstete, vor allem die Haushälterin Mrs Grose. Das Haus mit dem Garten und dem angrenzenden Park ist eine geradezu paradiesische Landschaft, in die allerdings das Grauen einbricht. Die Vorgängerin der Gouvernante, Miss Jessel, ist auf mysteriöse Weise verschwunden und dann verstorben. Verstorben ist auch der Diener Peter Quint. Bei beiden soll es sich, nach Aussage von Mrs Grose, um ruchlose Personen gehandelt haben und andeutungsweise wird hier auf ein Verhältnis der beiden hingewiesen. Die beiden Toten erscheinen der Gouvernante mehrfach, allerdings auch nur ihr. Sie steigert sich nach und nach immer weiter in diese Sache hinein. Sie ist davon überzeugt, dass Miss Jessel an Flora und Peter Quint an Miles heranwill. Diese Überzeugung verstärkt sich soweit, dass sie schließlich sogar meint, die Kinder seien mit den beiden Erscheinungen – also mit den Toten und natürlich mit dem Bösen – im Bunde. Auf dem Höhepunkt der Entwicklung kommt zu einer Konfrontation zwischen der Gouvernante, Flora, Mrs Grose und Miss Jessel; mit dem allerdings irritierenden Umstand, dass keine Spur von Miss Jessel zu sehen ist. Die beiden erkennen in dieser Situation den Wahn der Gouvernante. Flora wird daraufhin krank und fährt mit der Haushälterin ab. Die Gouvernante bleibt mit dem Jungen vor Ort, wo es dann zu einer weiteren Konfrontation zwischen ihr, Peter Quint und Miles kommt. Am Ende liegt der Junge tot in ihren Armen: „Wir waren allein mit dem friedvollen Tag, und sein kleines Herz hatte, der Macht des Bösen entrissen, aufgehört zu schlagen.“ Damit endet die Novelle. Der Text findet also nicht, in die, wie immer man das verstehen will, Wirklichkeit zurück, zu jenem Abend, da die Gesellschaft am Kamin sitzt und das Manuskript vorgelesen bekommt. Eine Wirklichkeit, die verbürgen könnte, dass es sich bei der Erzählung um eine Geschichte gehandelt hat.

    Die zweite Geschichte, die des Wirklichkeitsverlustes der Gouvernante, ist die interessantere. Die Gouvernante hat, das weiß sie, eine gewisse Neigung für Erscheinungen, sie spricht von ihrer „schrecklichen Anfälligkeit für Eindrücke dieser Art“, sie sagt von sich, dass „mich ein Verlust dieser Fähigkeit, die Erscheinungen zu sehen, weit mehr beunruhigen würde als ihr Erhalt“ und sie spricht von ihrer eigenen „fixen Idee“ und erkennt, dass sie unter einem „Zauberbann“ steht. Das wird nicht weiter spezifiziert und hindert sie vor allem auch nicht, diese Idee immer weiter in Szene zu setzen, wie ein Regisseur ein Theaterstück inszeniert. Sie ist sehr reflektiert und befragt nahezu ununterbrochen ihr Tun. Aus jeder dieser Selbstbefragungen resultiert dann eine weitere Drehung der Schraube. Sie lässt nicht locker, sie schraubt nie zurück, sondern zieht sie immer weiter an. Das könnte man eine Wahnstruktur nennen, da es dem Subjekt nicht mehr möglich ist, sich selbst in seinen wahnhaften Handlungen zu erkennen. Der Verstand hat keine distanzierende, sondern eine dienende Funktion.

    Sie macht sich ihre eigene Sensibilität für solche Dinge zunutze, die Phantasie läuft ein Stücken voraus. Sie überlegt sich eines Abends wie es wohl wäre, jetzt einem Mann zu begegnen. Und natürlich – „ – von einem Entsetzen erfüllt, wie es noch kein Alptraum in mir je ausgelöst hatte -, war der Eindruck, meine Phantasien seinen unversehens Wirklichkeit geworden“ -  trifft sie in diesem Moment auf ihn. Vor allem weiß sie sich der intellektuell und emotional deutlich ungelegeneren Haushälterin auf eine geradezu perfide Weise zu bedienen. Im scheinbaren Miteinander, im Gespräch und in der Beratung, in der Zuneigung der beiden Frauen macht sie Mrs Grose zu einem willenlosen Instrument, sodass die immer genau das tut, was die Gouvernante von ihr erwartet. Durch ihre Überlegungen und mittels ihrer Fähigkeiten, den neuen Entwicklungen genau jene Neigung zu geben, die es braucht, um die ganze Angelegenheit immer weiter zu steigern – vielmehr, um im Bild zu bleiben, zu kippen – vermag sie es mit traumwandlerischer Sicherheit Mrs Grose für ihre Zwecke einzuspannen. Als sie ihr Peter Quint beschreibt, den sie nie lebend gesehen hat, tut sie das im Grunde genau nach den Vorgaben von Mrs Grose: „Als ich daraufhin an ihrem Mienenspiel erkannte, dass sie, zu ihrer großen Bestürzung, aufgrund dieses Hinweises erste Umrisse eines Bildes ausgemacht hatte, fügte ich rasch Pinselstrich um Pinselstrich hinzu.“

    Auffallend ist, dass die Gouvernante immer vollkommen sicher ist über die Bedeutung des eigenen Mienenspiels wie die des anderen. Sie weiß mit absoluter Sicherheit, was andere denken und fühlen. Sie ist niemals im Zweifel über deren Reaktionen und Empfindungen, sie „weiß“, „spürte sogleich“ etc.. Im Grunde genommen unterscheidet sie gar nicht zwischen den eigenen Gefühlen und denen der anderen. Jedes Wort wird Mrs Grose im Mund herumgedreht, bis es genau jene Bedeutung hat, die es von Anfang an für sie selbst hatte. Aus diesem Grund versteht sie auch nicht, dass sie andere manipuliert. In gewisser Weise manipuliert sie nicht einmal, weil ihr keine Absicht unterstellt werden kann, sie selbst ist vielmehr die erste, die ihren Illusionen erliegt. Immer wieder gelingt es ihr, die Haushälterin dazu zu bringen, eigene Gedanken und Vermutungen auszusprechen, denen sie dann nur noch zustimmen muss.

    Die Gouvernante kommt auf den Gedanken, dass die Kinder sie hintergehen. Während Flora nichts anderes tut als sich altersgemäß zu verhalten, nämlich zu spielen, ist sie der festen Überzeugung, Miss Jessel sei im Raum und Flora wisse dies, „wolle mich aber glauben machen, sie sehe sie nicht, während sie gleichzeitig und ohne sich etwa anmerken zu lassen, zu ergründen trachtete, ob ich meinerseits die Frau sähe! Es war ein Jammer, dass ich mir die ominösen kleinen Manöver erneut vergegenwärtigen musste, mit denen sie meine Aufmerksamkeit abzulenken suchte – ihre merklich gesteigerte Geschäftigkeit, der größere Spieleifer, das Geträllere, das Daherplappern von Unsinn und die Aufforderung, mit ihr herumzutollen.“

    Auch die außerordentliche Schönheit der Kinder ist von wichtiger Bedeutung. Ihrer Verzweiflung setzt die Gouvernante immer deutlicher die Kinderwelt entgegen: „Sie war erfüllt vom Märchenzauber des Kinderzimmers und der Poesie des Schulzimmers.“ Auffällig ist die permanente Anwesenheit der Erotik, die Kindern werden nahezu ununterbrochen geküsst und in den Arm genommen; eine Erotik die dadurch sogleich wieder verleugnet wird, indem die Kinder aus der menschlichen Sphäre herausgehoben werden, engelsgleiche Schönheiten, ja sogar gottgleich. Damit ist die Unschuld auch immer gleich wiederhergestellt. Die Gouvernante versteht die Zurückweisungen durch die Kinder nicht und als Miles ihr deutlich sagt, dass er in Ruhe gelassen werden will, reagiert sie mit verstärkter Zärtlichkeit. Sie erkennt zwar, dass sie ihre beiden Schützlinge wie Gefangene hält, aber sie erkennt nicht, dass sie damit genau jenem Bild entspricht, dass sie selbst von Miss Jessel und Mr Quint zeichnet, die über ihren eigenen Tod hinaus, an den Kindern festhalten. Ebendies tut sie auch, wenn sie am Ende den Jungen, über seinen Tod hinaus, in den Armen hält, ihn an sich drückt und sich selbst wohl an ihn klammert.

    Es wird unablässig, nahezu auf jeder Seite, mit Gegensätzen gearbeitet – das schöne Antlitz des Jungen und das eigene hässliche Gesicht; das Grauenvolle und das Köstliche, das Sehen das Aufklärerische und das Unverständliche und Rätselhafte, der „Zauberbann“ den die Kinder auf sie ausüben, der „zauberhaften Sommer“ wird kontrastiert wird mit einem „Albtraum“, von „Entsetzen“ ist die Rede. Das Ganze wird wiederholt als „Grauen“ bezeichnet, aber es scheint sich gar nicht so anzufühlen, die Gouvernante nimmt das sogar sehr sportlich, von großer Furcht jedenfalls ist nicht viel zu spüren. Vielleicht besteht dieses Unheimliche gerade darin, dass es dieses Unheimliche gar nicht gibt. Von Entsetzen wäre nicht die Spur, wenn es nicht permanent als das bezeichnet würde. Das gespenstische ist weniger die Anwesenheit dieser beiden Toten, es geht keinerlei Bedrohung von ihnen aus und man merkt sehr schnell, dass es lediglich die Wahrnehmungen der Gouvernanten sind, Das gespenstische ist, inwieweit die Wahrnehmung der Wirklichkeit zurücktreten kann und die Umstände, die einzelnen Teile eines Puzzles, wahnhaft neu gelegt werden können. Die Nähe von ‚normaler‘ und ‚wahnhafter‘ Wahrnehmung ist erschreckend.

    Zu den interessantesten Bedingungen gehört, dass die Sache aus der Perspektive der Gouvernante erzählt wird, also aus der befangenen Ichperspektive mit der Hellsicht der späteren Jahre, da die Ereignisse lange vorüber und, so steht zu vermuten, vielfach überdacht und beleuchtet worden sind. Aber auch aus dieser gereifteren Position der Erzählerin, die sich immer sehr genau erinnern kann, kommt es niemals dazu, das Erlebte in Frage zu stellen. Auch hier wird Reflexion nicht als eine Fähigkeit verstanden, sich selbst kritisch zu erkennen, sondern immer als eine Art Verstärkung der Emotionalität. Da ist niemals der geringste Zweifel am eigenen Tun und Denken.

    Ich habe mich nicht gegruselt bei dieser Gespenstergeschichte, aber ich grusele mich bei der Vorstellung, so ganz und gar man selbst und nur man selbst zu sein wie es diese Frau ist, in deren Welt nichts und niemand eindringen kann.

    Ich hatte einmal vermutet, dass William Faulkner vieles von dem, was er geschrieben hat, nicht bewusst, nicht in voller Absicht getan habe. Ich glaube einfach, dass er zu jenen Autoren gehört, deren Schriften auch davon leben, dass ihren Verfassern nicht jede Regung bewusst war. Henry James gehört meiner Auffassung nach zu der anderen Sorte Autoren. Der Text ist hochgradig durchgearbeitet und sehr artifiziell gehalten. Die Personen müssen ihm vollkommen klar vor Augen gestanden haben. Ich bin beeindruckt, aber ich glaube, dass ich selbst zu der andere Gruppe gehöre.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.