09 Mai 2012
Die Ceangăi
Die Ceangăi – die Taschangonen – sind eine Volksgruppe mit ungarischen Wurzeln, die vor allem im Norden Rumäniens leben, an der Moldau, sie sprechen neben Rumänisch Ungarisch und ihre eigentliche Muttersprache Limba cengăilor. Das ist ein kleiner Volksstamm, der sehr traditionell lebt, römisch-katholisch, und höchstens 200.000 Mitglieder hat. Sie verfolgen separatistische Tendenzen und wollen ihre Eigenständigkeit und Muttersprache bewahren.
Die Rumänen sehen sich ja ethnogenetisch als direkte – in der strengen Variante: einzig legitime – Nachfolger der Römer. Diese dakoromanische Kontinuität war unter Ceaușescu nicht hinterfragbar, weil damit alle territorialen Ansprüche der Ungarn und Österreicher auf Siebenbürgen zurückgewiesen werden konnten. Auch wenn diese These wohl nicht haltbar ist, ist sie deswegen noch immer populär, weil gewisse nationalistische Tendenzen auch dann noch auf ihr aufbauen, wenn sie sich nicht direkt auf die ‚Erbfolge‘ mit den Römern beziehen.
Die Taschangonen – in Siebenbürgen sagt man auch csángós, das ist dann ein Schimpfwort wie hier die Ostfriesen – sind einer der vielen Volksstämme im multiethnischen Rumänien. Es gibt ganze Gebiete, in denen vor allem Ungarisch gesprochen wird. Die Taschangonen leben, von den Szeklern abgegrenzt und isoliert, in ihren eigenen Dörfern. Dementsprechend verändert sich ihre Sprache kaum, sie unterliegt nur wenigen Einflüssen von außen und kaum modernistischen Tendenzen. Die Sprache ist zwar stark vom Rumänischen durchdrungen, verändert sich aber nur wenig. Es gibt, soweit ich weiß, den Versuch ein Sprachlexikon aufzubauen, wie das ja auch beim Siebenbürgisch-Sächsisches Wörterbuch der Fall ist, das von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gefördert wird. Die genaueste Beschreibung der Ceangăi in deutscher Sprache findet sich hier.
Die FAZ hat eine wunderschöne Fotoserie des ungarischen Fotografen Peter Kollanyi veröffentlicht, hier kann man das sehen.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: Mai 9th, 2012 unter mittel, Paralipomena











