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  • Aléa Torik: @ Lotte Eisen/Bizikova/David/Anne/Sylv ia etc. Das ist also jetzt der intelligente Kommentar? Oder kommt der noch? Lotte, ich erkläre dir jetzt mal was, nicht, weil ich annehme, dass du es verstehst, sondern weil mir gerade eben zufällig sterbenslangweilig ist. Einen Roman zu...
  • lotte eisen: Aber die “allgemeinen erheiterte Menge wird Ihnen Trost spenden.
  • lotte eisen: So ganz frei von Größenwahn scheinen Sie ja nicht zu sein.
  • Aléa Torik: Mensch Lotte, eins kann man dir jedenfalls nicht vorwerfen: dass du nicht zur allgemeinen Erheiterung beiträgst.
  • lotte eisen: Mit bedeutender Philosophie einer Literatur Bedeutung zu verschaffen ist leicht. Der einfache Analogieschluss wird zum Profil der Methode. Eine höhere Qualität des literarischen Materials a l s Kunst wird dadurch nicht hergestellt. Ich denke, dass mit dem von Claus Heck vorgestellten...
  • Aléa Torik: Lieber Bersarin, herrje! Ich dachte ebenfalls, dass endlich einmal ein gescheiter Kommentar zu meinem schönen Roman kommt, aus dem vielgepriesenen, ach so schönen Internet, dem noch viel schöneren literarischen Internet und weil ich auf keinen Fall nur nebenher antworten wollte, habe...
  • bersarin: Als ich die Zeilen des kühnen Daniel Craig las, dachte ich in einer ersten Reaktion, die ich mir fast zutraue, eine spontane Reaktion zu nennen, wenngleich jegliche Spontaneität im Sinne von Unmittelbarkeit mir eher fremd ist: Mein Gott, wie kann jemand so verdammt gute Kommentare...
  • Aléa Torik: @ Bizikova, Lotte Eisen, Anne, David, – welche Pseudonyme du dir auch noch zulegen wirst, und: Sylvia. Deine Schüler? Das hier ist ein literarisches Blog, immer noch. Hier zählen inhaltliche Auseinandersetzungen und, neben der sachlichen Ebene die das hat, vielleicht sogar noch...
  • lotte eisen: Paranoide Intelligenztests sind leider alles, was dabei heraus kommt, wenn die Bildung fehlt. Ich bin hier nur noch, um einigen meiner Schüler, die bei Ihnen hängen geblieben sind, zu zeigen, das von Nichts nichts kommen kann. Ich würde geradezu Geldmittel ausgeben, um dieses...
  • Aléa Torik: @ Bizikova, Lotte Eisen, Sylvia: bitte strengt euch bei eurem nächsten Kommentargeseusel hier ein bisschen mehr an. Ich will nur Kommentare im dreistelligen IQ-Bereich. Wie schade übrigens, dass es „La mer gelée“ nicht mehr gibt: Ihr seht, ich bin mit einem furchtbar guten Gedächtnis...
  • Craig Phillips: Mr Phillips hat den Text leider bei Bersarin geklaut (AT): “Es tut sich in diesem Buch ein spannendes Spiel auf, das sich – unter anderem – um die Autor(innen)schaft und um Fiktionalität von Autoren gruppiert, und es stellt sich in dieser Prosa zudem die Frage „Wer...
  • Orlanda: Zwei!
  • Aléa Torik: Liebe Orlanda, das war leicht! Was hältst du davon, wenn wir das von hier in die Wirklichkeit verlegen. Vielleicht ein Mittagessen in der Mensa. Morgen um zwölf oder um zwei? Misses Torik
  • Orlanda: Guten Tag Aléa Torik, wie ich höre, erwartet man von Ihnen das authentisch-sein. Statt dankbar zu sein, dass Sie einen Künstleroman geschrieben haben, ein Selbstbild in der Kunst und dabei vom Schreiben, von der Tätigkeit des Erfindens berichten. Sie sehen: ich habe am Wochenende doch...
  • Aléa Torik: Lieber Phorkyas jetzt weiß ich wieder, wen ich in meiner Aufzählung vergessen hatte: Sie. Das schlechte Gewissen, Ich hatte den mehrfach versprochenen Essay zur Zeittheorie auch angefangen, wieder weggelegt und dann einfach abgehakt. Hier waren ja in den letzten Monaten andere Sachen...
  • phorkyas: Liebe Aléa, so long and thanks for all the fish. Herzlich, Phorkyas PS. Falls Sie über Herrn Keuschnigs Kommentar gestolpert waren, dass der Konstruktion Ihres Avatars pekuniäre Absichten zu grunde lägen, und eine deutliche Distanzierung meinerseits fehlte, so bitte ich das zu...
  • Aléa Torik: Liebe Orlanda, vielen Dank für die aufmunternden Worte. Sie haben vollkommen recht. Beinahe vollkommen: Ich drohe nicht mir selbst, sondern ich versuche einen sinnvollen Lebensentwurf. Wenn ich nicht erkennen kann, dass das Schreiben diesen Sinn hat, dann kann ich es nicht...
  • Orlanda: Guten Tag Aléa Torik, ich wollte Ihnen schon länger schreiben, fand aber die nötige Ruhe und Zeit nicht. Einige Ihrer Einträge hier, bei Aisthesis und Iris Nebel habe ich gelesen. Ihre Texte gefallen mir sehr, Sie haben einen bisweilen coolen, dann wieder sehr empfindsamen Tonfall....
  • Aléa Torik: Lieber Avenarius, Sie Ihrerseits leben noch? Ich bekenne … dass es das eigene ist, das einmalig eigene Leben: „Das ist keine bloße Wortspielerei und schon gar keine Ungenauigkeit. Hier wird ein Zustand beschrieben, für den kein Wort gebraucht wird. Weil es womöglich keines dafür gibt....
  • Avenarius: Liebe Alea, Ich bekenne: Sie haben gelebt!

  • 25 Februar 2012

    Der Atlas des Westens V

    Das ist jetzt meine letzte Bemerkung zu der Auseinandersetzung mit dem Text von Daniele Del Giudice. Ich habe das schon einmal an anderer Stelle gesagt. Da wollte das keiner hören. Deswegen sage ich es jetzt noch einmal. Ich wiederhole das so lange, bis man mir endlich Gehör schenkt oder mir widerspricht: Die Bilder der Physiker – vom Universum und dem ganzen Rest – sind sehr schöne, in erster Linie allerdings poetische Bilder. Wir visualisieren die Umstände, um sie uns vorstellen zu können. Aber was wir uns vorstellen können, ist nicht die Wahrheit über das, was da draußen wirklich ist. Es ist die Wahrheit über das, was wir uns vorstellen.

    Meine Vermutung zu dieser Teilchen-Physik ist: diese Leute sind auf der Suche nach einem Bild und nicht nach einem Ereignis. Oder in den Worten, die wir hier bereits hatten: unter den Worten verbergen sich die Bilder.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.



    Kommentare

    Kommentar von Alice
    Datum/Uhrzeit 25. Februar 2012 um 13:38

    Liebe Aléa,

    ich möchte Ihnen mit zwei Zitaten antworten. Es geht darin um die Subjektivität und Zirkularität von Erkenntnisprozessen. Die chilenischen Autoren Humberto R. Maturana und Francisco J. Varela stehen in der Nachfolge von Wittgenstein, Bateson und Luhmann.

    “Wir sind aufgefordert, unsere alltäglichen Einstellungen beiseite zu legen und aufzuhören, unsere Erfahrung als versehen mit dem Siegel der Unanzweifelbarkeit zu betrachten – so als würde sie eine absolute Welt widerspiegeln. In diesem Sinne werden wir ständig festzustellen haben, dass man das Phänomen des Erkennens nicht so auffassen kann, als gäbe es “Tatsachen” und Objekte “da draußen”, die man nur aufzugreifen und in den Kopf hineinzutun habe. (…) Die Erfahrung von jedem Ding “da draußen” wird auf eine spezifische Weise durch die menschliche Struktur konfiguriert, welche “das Ding” das, in der Beschreibung entsteht, erst möglich macht. Diese Zirkularität, diese Verkettung von Handlung und Erfahrung, diese Untrennbarkeit einer bestimmten Art zu sein von der Art, wie die Welt uns erscheint, sagt uns, dass jeder Akt des Erkennens eine Welt hervorbringt.”

    in: Humberto R. Marurana; Francisco J. Varela: Der Baum der Erkenntnis. Bern und München, 1987, S.31

    Natürlich stellt sich hier die Frage, wie es in einer Welt ohne festen Bezugspunkt, in einer Welt, die wir über Kommunikation immer wieder neu hervorbringen, möglich sein kann, allgemeine Aussagen über Wahrheit, Ethik, Moral zu treffen.

    Die Autoren machen dazu zum Ende ihres Buches folgende Aussage, in meinem Verständnis als Türöffner zur weiteren und vertiefenden Reflexion:
    “Alles menschliche Tun findet in der Sprache statt. Jede Handlung in der Sprache bringt eine Welt hervor, die mit anderen im Vollzug der Koexistenz geschaffen wird und das hervorbringt, was das Menschliche ist. So hat alles menschliche Tun eine ethische Bedeutung, denn es ist ein Tun, das dazu beiträgt, die menschliche Welt zu erzeugen. Diese Verknüpfung der Menschen miteinander ist letztlich die Grundlage aller Ethik als eine Reflexion über die Berechtigung der Anwesenheit des anderen.” a.a.O. S. 265

    Zum Stichwort “visualisieren” möchte ich noch auf das Phänomen des “blinden Flecks” hinweisen, das mit der biologischen Beschaffenheit unseres Auges zu tun hat: Dort, wo der Sehnerv aus der Netzhaut austritt, befinden sich keine Sehnzellen, wir sehen dort also nichts. Diese “visuellen Löcher” nehmen wir aber nicht wahr. Wir bilden uns ein, “das Ganze” zu sehen.

    Mit herzlichem Gruß,

    Alice

    Kommentar von avenarius
    Datum/Uhrzeit 26. Februar 2012 um 02:10

    Liebe Alea Torik,
    ich habe gerade wenig Zeit. Aber Sie werfen hier eine Frage auf, die sehr wichtig ist und den Namen des Philosophen Wittgenstein ins Spiel gebracht hat. Dieser Denker war sehr genau.
    Wittgenstein hat die Abbildungsrelation im Tractatus logico-philosophicus analysiert, und er bemerkt dort richtig: „ Nach dieser Auffassung gehört also zum Bilde auch noch die abbildende Beziehung, die es zum Bild macht“; und dieser Satz ist eine Erweiterung der bloßen Abbildbeziehung, die besagt: „Daß sich die Elemente des Bildes in bestimmter Art und Weise zu einander verhalten, stellt vor, daß sich die Sachen so zueinander verhalten (…) Was das Bild mit der Wirklichkeit gemein haben muß, um auf seine Art und Weise -richtig oder falsch- abbilden zu können, ist seine Form der Abbildung.“ (Ludwig Wittgenstein, Schriften, Frankfurt am Main 1960, S. 15. Der erste zitierte Satz trägt die Nummer 2.1513, die beiden anderen die Nummern 2.15 und 217.)
    Jedoch erst wenn die abbildende Beziehung mit in die Form der Abbildung einbezogen wird, kann der Wirklichkeitsgehalt des Falschen bestimmt und in die Falschheit des Falschen begründet werden. Und so kann Wittgenstein den Punkt 2 des T r a c t a t u s mit dem Satz schließen: „Ein apriori wahres Bild gibt es nicht“; wohl aber gibt es ein Apriori der Abbildung : „Was jedes Bild, welcher Form immer, mit der Wirklichkeit gemein haben muß, um sie überhaupt -richtig oder falsch- abbilden zu können, ist die logische Form, das ist die Form der Wirklichkeit“. (Ebd., S. 17 [Satz 2.2225] und S. 16 [Satz 2.18])

    avenarius

    Kommentar von avenarius
    Datum/Uhrzeit 26. Februar 2012 um 10:03

    Gestern habe ich bei meinem Buchhändler Ihren Roman bestellt. “Das ist aber ein schöner Titel”, hat er gesagt.

    Mit freundlichem Gruß- avenarius

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 26. Februar 2012 um 11:58

    Liebe Alice,

    „Die Erfahrung von jedem Ding “da draußen” wird auf eine spezifische Weise durch die menschliche Struktur konfiguriert, welche “das Ding” das, in der Beschreibung entsteht, erst möglich macht.“ Diese Auffassung von Maturana und Varela entspricht der meinen. Die Konstruktion einer absoluten Wahrheit ist genau das: ein Konstrukt, das möglicherweise etwas über uns Menschen aussagt oder über den einzelnen, der nicht erkennt, dass es ein Konstrukt ist. Aber es sagt nichts über die Welt aus.

    Was Sie hier mit den visuellen Löchern beschreiben ist, wenn ich richtig verstehe, eher eine Metapher, weil nicht davon auszugehen ist, dass die zentralen Dinge und Umstände immer an genau der Stelle zu finden wären, an der zufälligerweise gerade der Sehnerv austritt. Aber es beschreibt als Metapher das, was auch ich auch an dem Umstand hier spannend fand: http://www.aleatorik.eu/2012/02/13/gehirn-und-gedicht-2/

    Herzlich

    Aléa

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 26. Februar 2012 um 11:58

    Lieber Avenarius,

    verstehe ich richtig, dass für Wittgenstein der dynamische Prozess des Abbildes in das scheinbar statische Bild einbezogen werden muss? Das ist auch meine Auffassung. Was ich jedoch nicht verstehe, ist der Begriff der „logischen Form“: wenn etwas, ein Bild von etwas, seine Form von uns bekommt, durch den Prozess der Abbildung, was ist dann die logische Form?

    Ich weiß, Sie haben keine Zeit. Aber Wittgenstein hatte sicher auch keine und hat es dennoch so hingeschrieben. Also müssen Sie auch die Zeit für eine Antwort finden. ‚Wofür wir keine Zeit haben, hat auch für uns keine Zeit‘: endete nicht mit genau diesen Worten der Tractatus?

    P.S. Was den Titel meines Romans angeht, da hat Ihr Buchhändler ja auch verdammt recht.

    Herzlich

    Aléa

    Kommentar von avenarius
    Datum/Uhrzeit 26. Februar 2012 um 22:53

    Liebe Alèa.
    Der oben zitierte Satz Wittgensteins, es handele sich bei der logischen Form des Bildes um die Form der Wirklichkeit, ist nur irrtümlich ein Indiz für die Wiederauferstehung der klassischen, metaphysisch begründeten Ontologie. Bei Ontologie im Sinne Wittgensteins handelt es ich um die semantische Explikation von allgemeinsten, unser Weltverständnis bestimmenden sprachlichen Strukturen, wie Habermas hinreichend gezeigt hat (J. Habermas, Nachmetaphysisches Denken, Ffm 1988 S. 269). Diese von Frege begründete und von Wittgenstein ausgebaute Semantiktheorie rückt die Relation zwischen Satz und Sachverhalt, zwischen Sprache und Welt ins Zentrum. Man spricht von der „ontologischen Wendung“ in der Semantiktheorie. Aber speziell bei Wittgenstein: “ Die Sätze können die ganze Wirklichkeit darstellen, sie können aber nicht das darstellen, was in ihnen mit der Wirklichkeit gemeint sein muß, damit diese Darstellung möglich werde – die logische Form . . . Die Sätze können die logische Form nicht darstellen , sie spiegelt sich in den Sätzen . Was sich in der Sprache spiegelt kann die Sprache nicht darstellen. Was sich in der Sprache ausdrückt, können wir durch die Sprache nicht ausdrücken. Die Sätze zeigen die logische Form der Wirklichkeit. Sie zeigen sie auf . . . Was man zeigen kann, das kann man nicht aussprechen.“
    Worüber man nicht reden kann, sollte man schweigen.
    Der Frage nach der Intention auf Erneuerung der Metaphysik in der Aufhebung der Metaphysik will und kann ich hier nicht nachgehen.

    Mit freundlichem Gruß
    avenarius

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 27. Februar 2012 um 19:55

    Lieber Avenarius,

    Sie gestatten, dass ich nur kurz antworte? Auch mich jagt die Zeit, Frechheit, es ist abends kurz vor acht und dennoch jagt sie mich. Aber zum Jagen gehören ja zwei, der Jäger und das Wild.

    Was Sie hier zitieren gefällt mir ausgezeichnet: „Was sich in der Sprache spiegelt kann die Sprache nicht darstellen. Was sich in der Sprache ausdrückt, können wir durch die Sprache nicht ausdrücken. Die Sätze zeigen die logische Form der Wirklichkeit. Sie zeigen sie auf … Was man zeigen kann, das kann man nicht aussprechen.“

    Darüber muss ich noch mal nachdenken. Vielmehr muss ich es mir durch den Kopf gehen lassen, was mit Denken nicht viel zu tun hat. Bei mir nicht: das wackelt mehr so hin und her und vielleicht passiert dann was. Vielleicht auch nicht. Wenn ja, melde ich mich noch mal. Auf jeden Fall ist das jetzt eine wesentliche Erweiterung des eigentlichen Themas, dass wir uns ein Bild machen, von den Dingen, die wir nicht verstehen.

    Mehr oder weniger herzlich (Haha!)

    Aléa

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    Datum/Uhrzeit 28. Februar 2012 um 18:34

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