26 Januar 2012
„Das Geräusch des Werdens“: Das Original des Romans
Ich vergaß zu erwähnen: Das Original meines Romans besitze nur ich. Der Verlag hat die Rechte gekauft, alle Rechte bis auf das Urheberrecht. Und das Original. Das liegt in einem Panzerschrank. Wie beim jedem Druck von einer Platte kommt der erste Abzug dem Original am nächsten. Je öfter von der Platte gedruckt wird, desto weiter entfernt es sich davon. Der erste Abzug unterscheidet sich kaum wahrnehmbar vom Ursprung und vom zweiten, beim dritten finden sich schon das eine oder andere veränderte Wort, beim hundertsten geht eine Person, statt nach links nach rechts, beim tausendsten sind ganze Kapitel umgestellt, beim zehntausendsten haben wir andere Handlungsfäden und andere Personen, beim hunderttausendsten ist es ein vollständig anderes Buch und beim millionensten ist es so unvorstellbar anders als das Original, das es wieder dasselbe ist.
Wenn Ihnen etwas unstimmig oder kurios, unscharf oder nur angedeutet erscheint, dann liegt das an dem Druck, den sie gekauft haben. In meinem Original ist alles so wie es idealerweise sein muss.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: Januar 26th, 2012 unter Das Geräusch des Werdens, mittel











