11 Januar 2012
Mit Befremden
Nimmt einer etwas mit Befremden zur Kenntnis, ist das alles andere als positiv. Ich plädiere für eine Umwertung dieser Formulierung. Ich empfinde das Befremden sogar als ausgesprochen angenehm und anregend. Wer mich nicht in mindestens einer Weise leicht befremdet, der interessiert mich gar nicht. Das ist die Vorstufe eines echten Interesses.
Das Fremde steht genau zwischen dem eigenen und dem anderen, es hat an beiden gleichermaßen teil. Es ist sozusagen das einzig stabile zwischen den beiden variabel Beteiligten. Im Befremden treffen das eigene Ich und das Ich des anderen zusammen.
„Sehr geehrte Frau Meier, mit Befremden musste ich feststellen, dass ich mich Hals über Kopf in Sie verliebt habe….“ So sollten Liebesbriefe anfangen. Das ist eine gute Grundlage für eine Beziehung. „Sehr geehrter Herr Müller, mit Befremden habe ich heute Ihr Bekennerschreiben erhalten …“
Irgendwann gerät man sich sowieso in die Haare. Es ist gut, wenn das Befremden nicht erst in diesem Moment entsteht, sondern bereits zuvor dagewesen ist. Dann kann man auf etwas zurückgreifen, wenn es schwierig wird. Ein Reservoir für karge Zeiten.
Bis zum 23 Januar noch: zwei Worte um das Captcha zu überlisten.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: Januar 11th, 2012 unter mittel, Worte, nichts als Worte












Kommentar von Marie
Datum/Uhrzeit 11. Januar 2012 um 21:56
@Aléa,
MIT BEFREMDEN muss ich feststellen, dass du wieder einen wunderschönen Beitrag eingestellt hast
Deine Marie