09 Januar 2012
Meine Artikel kosten in Zukunft zehn Cent
Das ist mein Ernst. Die kürzeren Artikel bekommen Sie bereits für die Hälfte, für überdurchschnittliche gescheite Äußerungen wird ein Einmalaufschlag von fünfundzwanzig Cent fällig. Die Definition von „überdurchschnittlich gescheit“ liegt bei Ihnen. Die ersten beiden Absätze der kommenden Artikel sind für jedermann frei lesbar. Danach müssen Sie sich entscheiden, ob Sie den Rest lesen wollen oder diese Seite wieder verlassen.Es ist der strukturelle Fehler im Netz, dass nahezu alles gratis ist. Vieles ist deswegen auch umsonst. Und nicht wenig ist dann sogar vergebens.
Mit dieser Aktion verliere ich etwa 90 % meiner Leser. Da ich aber sowieso nichts davon habe – bis auf den Umstand des persönlichen Plaisirs – ist das einerlei. Der Spaß wird davon nicht weniger, womöglich wird er sogar mehr. Ich weiß dann nach dem Geldeingang, dass die Leute das wirklich lesen, dass es ihnen etwas wert ist. Auch für den Leser ist es von Vorteil. Er (und sie) hat dafür bezahlt und dadurch hat er ein Recht an dem Artikel. Er kann das Lesen anders genießen, weil er in einem umfassenden Sinne als Ansprechpartner fungiert. Was zuvor nur in den leeren Raum des Netzes geraunt worden ist, ist nun für ihn bestimmt.
Das hat natürlich nur dann einen Sinn, wenn alle mitmachen. In welcher Dimension man „alle“ auch interpretieren mag: Alle bei LITBLOGS. All die, die ich auf der Blogroll habe. Oder all jene, die ich mit einer frisch gegründeten Initiative und meinen Argumenten von dieser Sache überzeugen kann. Selbst all die, die einfach mitmachen, weil sie immer überall mitmachen.
Alle Abrechungssysteme, die ich kenne, sind völliger Mumpitz. Selbst das System der VG-Wort, das nicht den konkreten Leser, sondern die Leserschaft im Allgemeinen zur Kasse bittet, ist nichts anderes. Das macht für ein Blog wie dieses so viel Arbeit, dass jeder Artikel das Zehnfache kosten würde. Ich kann das leider nicht als meinen Verdienst abrechnen, ich kann es nicht eintreiben. Ich kann mir am Ende des Jahres keine schöne Jacke kaufen oder davon zum Essen gehen, geschweige denn davon leben. Aber ich würde es gerne! Ich würde gerne das, was ich hier tue als meine Leistung empfinden und sie dementsprechend in Rechnung stellen.
Ich erwarte oder erhoffe, dass Sie am Ende des Jahres, den von Ihnen überschlagenen Betrag von zehn oder zwanzig Euro an ein karitatives Unternehmen überweisen, wie Terre des hommes. Oder drücken Sie einem Clochard, den Sie kennen, dem sie jeden Tag über den Weg laufen, zu Weihnachten den entsprechenden Betrag in die Hand. Dann müssen Sie mir nur noch sagen, was Sie für Ihre Kommentare haben wollen. Und den Betrag überweisen Sie dann bitte hierhin: Médecins Sans Frontières.
Sehr viel ausführlicher und seriöser, Argumente bewertend, die Kollegin hier.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: Januar 9th, 2012 unter Allzupersönliches, mittel












Kommentar von avenarius
Datum/Uhrzeit 10. Januar 2012 um 13:29
Liebe Alea,
das ist eine gute Idee.
Wir schicken für jeden Artikel, der einigen Wirbel macht und mehr als 25 Kommentare assimiliert einen Silberlöffel(Stirlingsilber wohlgemerkt).
avenarius