29 November 2011
Ändern Sie Ihr Gehen!
Es gibt Dinge, die ich wirklich nicht gerne tue. Putzen und Spülen gehören dazu. Ich telefoniere auch nicht gerne. Man muss die ganze Zeit dieses Telefon festhalten und das stört mich. Ich weiß oft nicht einmal, wo sich mein Telefon gerade befindet. In der vergangenen Woche musste ich allerdings ein wichtiges Telefonat führen. Es waren die letzten Änderungen an den Fahnen zu besprechen. Das war ein fünfstündiges Gespräch mit meinem Lektor Ulrich Steinmetzger! Danach war ich richtig platt. Mein Ohr tat mir weh und mein Mund auch. Man muss ja beim telefonieren die ganze Zeit reden oder zuhören. Das ist ein frappanter Unterschied zum normalen Miteinander, wo man auch mal schweigen kann. In dieser Woche wird die Setzerin alle Änderungen einarbeiten und dann gibt es einen weiteren Fahnenabzug, allerdings nur noch in elektronischer Form. Dieses Dokument wird noch ein letztes Mal vom Lektor und der Autorin überprüft. Wenn dann noch etwas übersehen wurde, dann ist es wohl nicht mehr zu ändern? So in der Art fragte ich. Und mein Lektor antwortete mit einem Zitat von Volker Braun: „Was nicht zu ändern geht, ändert das Gehen.“
Falls Sie den Text einmal lesen und einen Fehler finden sollten: ändern Sie Ihr Gehen! Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: November 29th, 2011 unter Das Geräusch des Werdens, mittel












Kommentar von Philipp
Datum/Uhrzeit 30. November 2011 um 08:41
Liebe Aléa,
wollen Sie mich heiraten? Dann könnten Sie mir in unserer sympathisch verlotterten (in Putzen habe ich auch ne 4 Minus), telefonfreien Wohnung den Strukturalismus am Beispiel Dostojewski erklären. Ich zeige Ihnen, wie man Werbung macht und warum das nicht so schlimm ist wie Sie vielleicht denken.
Zum Telefonieren: Stimmt, alles jenseits der halben Stunde ist anstrengend. Vor allem, wenn der eine in leicht alkoholisierter Plauderlaune ist, der andere (z.B. ich) nicht. Wie kann man so ein Gespräch stilvoll beenden? Anregungen werden dankend angenommen.
Ich freue mich schon auf Ihr weitgehend fehlerfreies Werk.
Herzlich grüßt
Philipp