20 November 2011
Die Worte der anderen
„Indem man die Worte der anderen für die eigenen hält, lernt man eine Sprache.“
Das ist ein Zitat. Ich zitiere mich selbst. Der Formulierung werde ich erst einmal – Achtung: Schöne Formulierung! – Glauben schenken.
Erst hält man die Worte der anderen für die eigenen und dann ihre Meinungen und Auffassungen. Es ist ein Wunder, wenn man nicht sich selbst für einen der anderen hält.
Falls es Sie überkommt und Sie sich dazu äußern möchten: bitte zwei Worte beim Captcha eingeben.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: November 20th, 2011 unter "Aléas Ich", kurz, Miszellen & Mesalliancen












Kommentar von Der Buecherblogger
Datum/Uhrzeit 21. November 2011 um 23:48
Liebe Aléa,
Sprache ist immer Nachahmung. Im Gegensatz dazu sollten die Texte eines Schriftstellers eine eigene Sprache erkennen lassen. Nichtdestotrotz ist ihr Material etwas Gebrauchtes, sie sind Gebrauchtwarenhändler. Dieses epigonale Grundverhältnis zum Material lässt sie bisweilen verzweifeln. Haben sie jedoch im Schreiben den eigenen Ton gefunden, sind sie keine Tontechniker mehr, sondern Künstler. Ihre Sprache baut aus dem gebrauchten Material ein unsichtbares, aber einzigartiges Netz. Dann kommen die Kritiker und bewundern das Gesponnene oder zerreißen es als nachahmendes Geschwätz.
Wenn sie so kleine Knochen hier in die Runde werfen, muss wenigstens ein Labrador zubeißen. Einen kommentarlosen Knochen kann ich als Hundefreund nicht liegen lassen.
Grippale Grüße
Dietmar