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  • Phorkyas: Liebe Alea, dieses Kommentarfeld hier hatte ich übersehen. Das ist eine sehr runde Sache geworden, Ihr Roman, wie ich finde – das lange Leiden und Feilen hat sich also gelohnt. Mir hat die Beschreibung von Marijans Mobilitätstraining sehr gefallen. Ich weiß nicht, ob Sie das schon...
  • Aléa Torik: Lieber Avenarius, vielen Dank für die wohlmeinenden Worte. Die tun mir mehr gut als Sie glauben mögen. Ich werde weitermachen, weil es auch für den nächsten Roman wichtig ist. Und ich werde wohl die Kommentarfunktion deaktivieren. Das ist eine schwierigere Entscheidung als man...
  • avenarius: Liebe Alea, im Verhältnis zu Ihrer vorherigen Präsenz haben Sie sich bereits aus dem Netz zurückgezogen. Aber warum sollte ein Blog nur wegen verminderter Aktivität aufgegeben werden. Ich würde weiterköcheln – auf Sparflamme. Frohe Ostertage wünscht - avenarius
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  • Aléa Torik: Liebe Azadeh, ich überlege, die Kommentarfunktion gänzlich auszuschalten. Ich habe mich aber noch nicht entschieden. Aléa
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  • Aléa Torik: Liebe Azadeh, ich schlage vor, wir warten bis zur Veröffentlichung davon, was im Januar 2013 der Fall sein wird, und dann kann jeder entscheiden, was mein richtiger Name ist, was das richtige und das falsche Verhalten war. Herzlich Aléa
  • Azadeh Sepehri: Interessant. Ich dachte, Sie schreiben unter Ihrem “richtigen” Namen.
  • Aléa Torik: Liebe Azadeh, „Nehmer“ und „Geber“: Nehmen ist ja auch leichter als geben. Sein Recht in Anspruch zu nehmen ist leichter als einer daraus resultierenden Plicht zu entsprechen. Dass Recht und Pflicht so eng miteinander verbunden sind, dass sie dasselbe sind, auseinander hervorgehen,...
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  • 10 Oktober 2011

    Blog – Drogen – Welt – Einstein – Licht – Straßenverkehrsordnung

    Mein Blog war einige Tage nicht zu erreichen. Jedenfalls nicht von meinem Rechner. Ich habe das, da ich jeden Tag einmal hinein schaue, auch recht bald bemerkt. Aber ich war so in meinem Schreiben versunken, dass ich nichts dagegen unternommen habe. Ich habe einen Brief an den Provider geschrieben und ihn auf der Hälfte liegen lassen. Ich habe einige Emails angefangen und liegen lassen. Ebenso diesen Beitrag: angefangen und liegengelassen. Ich wollte etwas für die Zeit formulieren, in der das Blog wieder zu erreichen ist. Jetzt ist diese Zeit überraschenderweise schon da: Ohne meinen Brief an den Provider. Und ich habe keinen Artikel, den ich einstellen könnte. Ich habe gerade andere Drogen. Ich weiß nicht, was ich darüber hinaus sagen soll. Ich bin derzeit in verschiedenen Hinsichten abwesend.

    Die Welt wird sich wohl auch ohne mich weiterdrehen. Und wenn sie sich nicht dreht, dann macht sie etwas anderes, vielleicht schlägt sie Kapriolen. Dieses jahrmillionenlange Drehen ist ja auf Dauer auch eintönig. Das liegt alles an der Relativitätstheorie. Falls das in den kommenden Tagen hier noch einmal ausfällt, schreiben Sie bitte einen Beschwerdebrief an Albert Einstein. Schreiben Sie bitte: das Licht bewegt sich womöglich gar nicht mit Lichtgeschwindigkeit. Oder schreiben Sie etwas anderes.

    Ich komme bestimmt bald wieder: mit einem zwar nicht schnelleren, aber helleren Artikel. Auf die Schnelligkeit, sagen Sie das Mr. Einstein, kommt es im Leben auch nicht immer an. Nicht einmal beim Licht. Das kommt es auf die Helligkeit an. Jedenfalls beim deutschen Licht, siehe Straßenverkehrsordnung, der Paragraf, der die Beleuchtung von Fahrrädern regelt. Da durfte ich mir vor einiger Zeit etwas anhören. Und demnächst darf ich es wohl auch anzahlen.

    Das war ein schöner Rundumschlag: Blog – Drogen – Welt – Einstein – Licht – Straßenverkehrsordnung.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.



    Kommentare

    Kommentar von Rolf S.
    Datum/Uhrzeit 11. Oktober 2011 um 18:18

    Liebe Aléa,

    der aktuellste Einstein-Witz: Ein Neutrino! Klopf klopf.

    Und die Beleuchtung von Fahrrädern ist in der Straßenverkehrszulassungsordnung (§ 67) geregelt, daß wird man ja mal richtig stellen dürfen. Seien Sie gegrüßt.

    Kommentar von Phorkyas
    Datum/Uhrzeit 12. Oktober 2011 um 14:11

    Den Witz versteh’ ich nicht (Würd’ ja noch eher so etwas verstehen: Kommt ein Neutrino in die Kneipe und klopft an.) [Aber Witze erklären ist auch doof, lassen Sie mich also vielleicht besser weitergrübeln..]

    Einstein und Fahrradlampen klingen aber sehr plausibel. Stelle mir gerade vor, wie er in Aarau langradelte und seine Vision hatte, in der er sich vorstellte, wie es sei auf einem Lichtsstrahl zu reiten (Jedenfalls hab ich mal was von so einer Vision gehört, – vielleicht auch nur ein schöne Geschichte so wie Kekules Schlangentraum, Archimedes Badewanne oder Newtons Apfel)

    [Wobei ich das nach wie vor ziemlich unvorstellbar finde, auf Einsteins Fahrrad würde schlichtweg keine Zeit vergehen, alles um ihn herum würde unendlich langsam ablaufen, die Zeit stände still]

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 12. Oktober 2011 um 18:04

    Lieber Rolf,
    den Witz verstehe ich nicht. Ich also auch nicht. Ich habe über die neusten Entdeckungen gelesen. Und auch etwas geschrieben. Aber warum ist, was Sie da sagen, ein Witz?

    Die hat eine Menge Paragrafen, die Straßenverkehrsordnung. Ich werde sie nicht alle lesen. Ich gehe davon aus, dass ein gutes Gesetz das ist, was man mit dem gesunden Menschenverstand begreifen kann. Und ich begreife, dass Fahrräder eine Beleuchtung mit einer gewissen Helligkeit haben sollten. Deswegen zahle ich ja auch ohne Widerspruch.

    Herzlich
    Aléa

    P,.S. Phorkyas: Sie bekommen morgen eine Antwort. Heute habe ich keine Zeit (das wäre auch ein Einstein’scher Witz)

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 13. Oktober 2011 um 21:58

    Lieber Phorkyas,

    Rolf überlegt noch, wie er uns den Witz näherbringen soll, ohne ihn direkt zu erklären. Ihren Witz verstehe ich eigentlich auch nicht. Aber vielleicht hapert es bei mir einfach derzeit.

    Was Sie da als Vision beschreiben: der Lichtstrahl auf dem Herr Einstein und sein Rad reiten oder der Apfel, der Herr Newton angeblich auf die Birne gefallen ist: das ist eben auch eine narrative Variante einer Theorie die man nur entweder in mathematische Formeln oder in Worte fassen kann.

    Woher kommt eigentlich Ihre ausgeprägte Leidenschaft, ja fast schon libidinöse Bindung an Klammern?
    fragt
    Alea

    Kommentar von Phorkyas
    Datum/Uhrzeit 14. Oktober 2011 um 12:06

    Liebe Alea,

    der “Witz”, den ich da zusammenschraubte, beruht darauf, dass wenn Neutrinos schneller als Licht sind, das ganze kausale Raumzeitgefüge bröseln könnte: dann könnte auch etwas vor seiner Ursache passieren.
    Ob diese Mininarrationen schon taugen die ganze Theorie zu transportieren weiß ich nicht… Aber vielleicht sind sie schon ein guter Aufhänger und ähnlich braucht man in Lehrbüchern ja auch ein griffiges Label, das meist nichts mit dem ‘wirklichen’ Entdecker zu tun hat, für die Phänomene (und schon glaubt man etwas verstanden zu haben {diese Klammermanie ist der blödsinnige Versuch, die Unwichtigkeit der weiter eingeschlossenen Äußerungen zu illustrieren}).

    Phorkyas

    Kommentar von avenarius
    Datum/Uhrzeit 14. Oktober 2011 um 18:58

    Liebe Alea,
    das wäre für einen wie mich, dem leistungsmoralische Zwänge sowieso stinken, angenehm. Dann hätte man nämlich den Roman schon gelesen bevor er geschrieben wurde. Ja sogar verstanden (oder missverstanden) v o r der Lektüre. Und der Hund, ruft eben meine Tochter rüber, hätte die Wurst schon gesch… – genug! Tür zu! Auf dieser Ebene kann nicht über so etwas gewichtiges wie die Teilchenphysik verhandelt werden. Die Naturwissenschaftler -wenigstens die gebildeten unter ihnen- machen sich ja auch nicht über die Kunst lustig; obwohl es Gründe genug dafür gäbe. Jeder hat sein Geheimnis.

    O ich war sehr krank! In Tschechien gab es für mich leider keinen Urlaub. Zu einer Tagung geladen, habe ich dort ein paar Auseinandersetzungen gehabt, die wohl mehr Kraft gekostet haben als noch da war.
    Das ist dann die Stunde der Jäger, der Stunde der möglicherweise seit Monaten lauernden Viren, der Moment wo sie eindringen in die bis dahin so gut funktionierende Organeinheit Körper, ihm seine gesunde Neutralität nehmen und im Hirn dann alle Vektoren umlegen. Das Hirn umschalten.
    Nach fünf Tagen war ich heute zum ersten mal wieder auf der Straße. O wie sah alles so grau aus. Und wie hässlich die Bevölkerung! Also gleich wieder ins Bett.
    Nun, gegen Abend, fühlt sich alles lebendiger an.

    Freundlichst avenarius

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 15. Oktober 2011 um 09:45

    Lieber Phorkyas,

    Sie haben recht: diese Mininarrationen taugen nicht, um die entsprechenden Theorien außer Kraft zu setzen. Aber sie haben womöglich getaugt, sie in Kraft zu setzen (in Kraft: das kann man nicht sagen, oder?).

    Nur weil ein Neutrino sich möglicherweise schneller als das Licht bewegt, wird noch lange nicht das sogenannte kausale Gefüge durcheinander gebracht. Selbst wenn alle Neutrinos sich schneller bewegten, ginge davon nicht eine Ursache Ihrer Wirkung voraus. Denn sie bewegen sich dann ja schon immer schneller als das Licht und dann gingen ja schon immer die Wirkungen ihren Ursachen voraus. Es dauert nicht lange und die Physiker fangen an, die Auswirkungen ihrer Theorie auf den Strafvollzug zu diskutieren, denn es ist ja logisch, dass wenn die Neutrinos schneller sind als das Licht, derjenige, der mit einer Schusswaffe in die örtliche Sparkasse kommt, dafür nicht die Verantwortung übernehmen kann: Kommt also ein Neutrino in die Sparkasse ……

    Das und ähnliches sind wilde Spekulationen der sogenannten aufgeklärten Welt, die überall ihre Mythen sucht: im Weltraum, in schwarzen Löchern und in der Vagina dendata.

    Wenn ich Ihnen einen kleinen Ratschlag geben dürfte: Lassen Sie die Klammern weg. Die liest hier sowieso keiner.

    Mir fällt ein: Sie bekommen ja noch einen Kommentar zu Blecher

    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 15. Oktober 2011 um 09:48

    Lieber Avenarius,

    Sie waren krank. Das tut mir leid! Das Kranksein geht ja leider mit sehr unangenehmen Emotionen einher. Sonst wär es halb so schlimm, wenn man einfach nur kränk ist, so wie man einfach nur gesund ist. Dummerweise aber ist das eine die Abwesenheit des anderes. Das ist nicht gut eingerichtet! Auch das liegt möglicherweise an den Neutrinos.

    Sie lassen in dem Kommentar mehr persönliches von sich sehen als in allen Ihren bisherigen Kommentaren zusammen,wie kommt das? Die Krankheit?

    Ich wollte mich nicht lustig machen über die Teilchenphysik. Aber diese, wie die Kunst auch, begreifen wir nach der Maßgabe unserer Kaufwerkzeuge. Und unseres Verstandes. Davon bin ich überzeugt. Es ist ein Wahn zu glauben, wir hätten Teil (Teilchen) an einem absoluten Wissen. In einer solchen Einschätzung der Dinge, ist der alte Glaube an die Abstammung des Menschen vom göttlichen Geschlecht erkennbar. Steht es bei Heredot oder bei Ovid? So sehe ich die Sache. Die Physiker fummeln nicht am Ende des Universums herum oder an seinem Anfang. Sondern sie fummeln mit ihrem Gehirn: das ist der springende Punkt. Lassen wir das: der, der diese Diskussion angefangen hat, ist schon lange nicht mehr dabei. Ich spreche jetzt nicht von Gott, sondern vom blinden Hund! Ob Gott noch dabei ist, wissen wir allerdings nicht.

    Gute Besserung!

    Aléa

    Kommentar von Phorkyas
    Datum/Uhrzeit 16. Oktober 2011 um 19:58

    Das mit dem Raumzeitgefüge, sagen die Teilchenphysiker auch selbst:

    “By boosting the [spacelike paths in the spacetime], you could create neutrinos that would move backwards in time and you could kill your grandfather before he had his first sex with your grandmother”
    ( http://motls.blogspot.com/2011/09/italian-out-of-tune-superluminal.html )

    Herr Motl aus Pilsen liefert auch seitenweise, (für mich sehr) unterhaltsamen trash talk, obwohl er eigentlich nur weiß:
    “Of course, the claim is false although I can’t tell you exactly why because I wasn’t told any further details about the rumor, either.”
    Ich weiß nicht, ob die Physiker jetzt schon weiter sind bei der Fehlersuche, den Spekulationen…

    Ach, jetzt hätte ich gerne so ein leckres tschechisches Bier – über Drogen kann man ja auch in seinem Hirn fummeln, und da gehört für mich die Literatur auch dazu, den Geistesstimulantien.

    Physik/Wissenschaft und Narration ist wohl ein weites Feld, da weiß ich gar nicht wo ich anfangen sollte – Kuhn würde ich wohl zustimmen, dass auf jeden Fall schon einmal die Selbstnarration ziemlich kaputt ist, also die Geschichte, die ein Fach von sich selbst erzählt, da ist meist eine glättende, linearisierende Lehrbuchtradition – aber sonst? Ist Physik nicht sehr geschichtenlos? Weil es keine (subjektive, irreversible) Zeit gibt? Jedenfalls in den meisten Theorien.