22 September 2011
Alle Künste stehen gleich hoch
Alle Künste stehen gleich hoch. Nur das Schreiben steht ein wenig höher. Denn es hat einen Vorteil gegenüber allen anderen Künsten: es ist billig. Man braucht keine Instrumente, keine Noten, keine Leinwände, keine Farben, keine Übungsräume und keine Probebühne. Man braucht nicht einmal Leute, die einem zuhören. Man ist ganz mit sich allein. Man hungert und dürstet und merkt’s nicht einmal. Es ist das Billigste, was man sich vorstellen kann. Selbst das Nichtstun ist noch teurer. Denn im Nichtstun läuft einem die Zeit davon.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: September 22nd, 2011 unter kurz, Miszellen & Mesalliancen












Kommentar von Irisnebel
Datum/Uhrzeit 22. September 2011 um 19:37
wenn man allerdings das denken, phantasieren, sich vorstellen auch als kunst bezeichnet, benoetigt man keinerlei materie als unser hirn, das zuvor gefuettert wurde…
Marina Abramović behauptete einmal, dass die materialisierte kunst eines tages “ueberflussig”. d.h. verschwinden wuerde, weil uns die vorstellungen/ideen genuegen wuerden. ich suche schon die ganze zeit das originalzitat. vielleicht finde ich es noch.
frau prof. M. Abramovic und viele konzeptkünstler stellten die Idee über alles. es werden durch derartige werke denkprozesse in gang gesetzt, die sich tief einprägen, vielleicht eine Winzigkeit verändern… die vielleicht mehr ausrichten koennen, als jedes auf aesthetik ausgerichtete, haptische Kunstwerk. nur das überlasse ich dem konsumenten. eine Idee lebt genauso begrenzt wie ein materialisiertes werk- nichts existiert ewig. nachkommendes überschreibt vieles.