22 Juli 2011
Rezepte zum Blaumachen
Ich mag durchaus längere Artikel, ich schreibe die mitunter ja selbst. Auch wenn sie im Netz nicht gut ankommen. Man liest nicht gerne so lange Sachen am Bildschirm. Ich verweise in der Regel nicht auf andere Blogs. Was ich lese, kann man meiner Blogroll entnehmen. Heute mache ich eine Ausnahme und weise auf einen Artikel von Iris Nebel hin: Rezepte zum Blaumachen. Dort finde ich wiederholt Artikel, die einen umfassenden Wissenshorizont zeigen und einen geradezu enzyklopädischen Anspruch haben. So auch mit diesem Artikel über die Farbe Blau. Lapislazuli, Indigo oder Azur, Steine und Stoffe, die sich hoher Wertschätzung und Beliebtheit erfreuen.
Das Blaue am Ischtartor in Babylon oder in Buchara an der Seidenstraße oder in Marokko: „Chefchaouen, Nordmarokko 2009, Vibragiel Chefchaouen / Chefchaouen oder (Arabisch : شفشاون / الشاون, Spanisch :. Chefchaouen, = „Hörner„; Shawen – nichtoffizielle Kurzform, aus der die spanische Form Xauen entstand, heute auch Chauen, aus der französischen Form Chaouen gebildet) ist eine Stadt im Nordwesten von Marokko, die 1471 in den Ausläufern des Rif-Gebirges, in der Nähe von Tétouan gegründet wurde. Es ist die Hauptstadt der Provinz gleichen Namens und berühmt für seine blauen Gebäude. … Über Jahrhunderte hinweg galt Chefchaouen als heilige Stadt, die Ausländern unter Androhung der Todesstrafe versperrt war (bis 1920), was wiederum dazu beitrug, dass ihre mittelalterliche Architektur erhalten blieb“.
Mit Blau verbinden wir den Himmel und das Meer, das Gefühl der Tiefe und wenn die Seele eine Farbe hätte, dann wäre sie sicher blau. Blau soll gegen den bösen Blick schützen. Fliegen mögen kein Blau und meiden Häuser, die so angestrichen und gekalkt sind. Das kennte ich auch. Die guten Geister hingegen zieht es an. Da mag sehr rückständig aussehen, alte Mythologie aus dem Orient und auch dem Balkan. Aber tatsächlich findet sich auch in hoch zivilisierten Ländern – ich sage das mit einem kleinen Lächeln, nicht abschätzig und nicht ironisch – eben auch: Jungen zieht eher blaue Sachen an, Mädchen eher rote oder verwässerte rote: rosafarbene. Nun ist es ja nicht so, dass Blau natürlicherweise maskulin ist, rot feminin. Das hat etwas mit der Wertschätzung zu tun. Die Farbe war wertvoller und blaue Farbpigmente teurer als rote. Junge waren wertvoller als Mädchen, weil sie die Sippe und Familie erhalten konnten, Mädchen hingegen, waren nur das Gefäß, in dem der männliche Same seiner Vollendung im Leben des Säuglings entgegen sieht.
„Bevor es blau erscheint, ist die ungebrannte Farbe erst einmal rot.“ Ich weiß nicht wie das Wort auf Deutsch heißt. Es gibt ein Mittel, das man in die Wäsche gibt, ein tiefes dunkles blaues Pulver, mit dem färbt man weiße Wäsche. Vielmehr gibt man den vergilbten und ausgewaschenen weißen Sachen ihren ursprünglichen Farbton zurück, indem man die komplementäre Farbe verstärkt: indem man sie blau färbt, macht man sie weiß. Genau verstehe ich den Effekt nicht.
Und das verstehe ich auch noch nicht: Wenn Sie kommentieren wollen, denken Sie bitte daran, dass sie beide Wörter eingeben müssen. Auch wenn das Captcha etwas anderes behauptet.
Geschrieben: Juli 22nd, 2011 unter mittel, Paralipomena















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Datum/Uhrzeit 22. Juli 2011 um 14:42
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