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  • Phorkyas: Liebe Alea, dieses Kommentarfeld hier hatte ich übersehen. Das ist eine sehr runde Sache geworden, Ihr Roman, wie ich finde – das lange Leiden und Feilen hat sich also gelohnt. Mir hat die Beschreibung von Marijans Mobilitätstraining sehr gefallen. Ich weiß nicht, ob Sie das schon...
  • Aléa Torik: Lieber Avenarius, vielen Dank für die wohlmeinenden Worte. Die tun mir mehr gut als Sie glauben mögen. Ich werde weitermachen, weil es auch für den nächsten Roman wichtig ist. Und ich werde wohl die Kommentarfunktion deaktivieren. Das ist eine schwierigere Entscheidung als man...
  • avenarius: Liebe Alea, im Verhältnis zu Ihrer vorherigen Präsenz haben Sie sich bereits aus dem Netz zurückgezogen. Aber warum sollte ein Blog nur wegen verminderter Aktivität aufgegeben werden. Ich würde weiterköcheln – auf Sparflamme. Frohe Ostertage wünscht - avenarius
  • Aléa Torik: Liebe Azadeh, dafür gibt es einige Gründe und einige andere, die dagegen sprechen. Ich muss mir noch überlegen, wie ich das formuliere. Einmal für mich selbst und einmal hier, in der Öffentlichkeit. Ich hatte Anfang März schon überlegt, mich gänzlich aus dem Netz zurückzuziehen:...
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  • Aléa Torik: Liebe Azadeh, ich überlege, die Kommentarfunktion gänzlich auszuschalten. Ich habe mich aber noch nicht entschieden. Aléa
  • Azadeh Sepehri: Liebe Alea, warum kann man unter Ihren letzten Beiträgen keine Kommentare hinterlassen?
  • Azadeh Sepehri: Liebe Alea, ich glaube, ich hatte ihren Beitrag falsch verstanden und dachte, Sie schreiben unter einem Pseudonym. Aber auch falls Sie dies machen würden, fände ich es nicht schlimm. Schließlich hat jeder das Recht, selber darüber zu entscheiden.
  • Aléa Torik: Liebe Azadeh, ich schlage vor, wir warten bis zur Veröffentlichung davon, was im Januar 2013 der Fall sein wird, und dann kann jeder entscheiden, was mein richtiger Name ist, was das richtige und das falsche Verhalten war. Herzlich Aléa
  • Azadeh Sepehri: Interessant. Ich dachte, Sie schreiben unter Ihrem “richtigen” Namen.
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  • Aléa Torik: Lieber Holio, Sie können hier gerne mit Ihrem Meißel klopfen. Und ich habe auch nichts dagegen, wenn dabei etwas anderes herauskommt als ich das beabsichtigt habe. Soviel verstehe ich von Literatur, um zu wissen, dass die Autorin eine Interpretation unter anderen hat. Es stehen, sowie...
  • Aléa Torik: Lieber NO, auch für mich sind Lydijakapitel und Aufzählungskapitel die beiden Höhepunkte dieses Romans. Es sind wohl auch die beiden schwierigsten Kapitel. Das Zentrum des ganzen Textes ist sicher das Aufzählungs- oder Berlinkapitel. Das war geplant als eine Beschreibung des...
  • avenarius: Liebe Alea, ja natürlich, es gibt immer eine Macht. Macht bedarf, ganz anders als die Gewalt, keinerlei Rechtfertigung, “da sie allen menschlichen Gemeinschaften immer schon inhärent ist. Hingegen bedarf sie der Legitimität. Macht entsteht, wann immer Menschen sich zusammenfinden...
  • Aléa Torik: Lieber Ave Narius, ich bin da, soweit ich sehe, völlig einverstanden. Nur mit dem „Medusenhaupt der Macht“ habe ich Schwierigkeiten: es muss eine Verfassung geben, eine Legislative, und dann muss es auch eine Executive und eine Judikative geben. Es muss eine Macht geben und sie muss...

  • 17 Juli 2011

    Wie sehr ich mich auch anstrenge

    Ich habe eine anstrengende Zeit hinter mir. Monate, in denen ich manchmal so erschöpft war, dass ich nicht ein noch aus wusste. Ich habe eine Grenze nicht, die ich als natürlich und als gesund empfinde. Wo ich, ähnlich wie beim Hunger, wenn ich satt bin aufhöre Appetit zu verspüren. Ich empfinde diese Grenze bei der Erschöpfung nicht. Ich bin kaputt und kaputter. Aber ich höre nicht auf, mich weiter kaputt zu machen. In den vergangenen Wochen war ich bei zwei Ärzten. Der Internistin sagte ich, ich könnte mich nicht erholen, wie sehr ich mich auch anstrenge. Die antwortete mir, dass man den Zustand der Erholung auch nicht durch Anstrengung erreiche, sondern indem man aufhört, sich anzustrengen. Neben ihren eigenen Untersuchungen schickte sie mich zu einem Neurologen. Dem habe ich meine Situation recht ausführlich geschildert und er sagte anschließend, ich rede „wie aus dem Lehrbuch“. Bedauerlicherweise ist es das Lehrbuch für Psychosomatik.

    Ich werde Entspannungstechnicken erlenen müssen, sonst sagte die Ärztin, sagten beide Ärzte, würde ich ernstlich krank werden können. Ich mache also ab sofort Yoga. Und ich schaue mir schöne Bilder an. Wie gestern. Und heute auch. Und morgen. Vielleicht. Allzu viel Entspannung kann ja auch zermürbend sein.

    Hier habe ich es gefunden.

    Noch immer ist der Technik Murks nicht behoben: Bitte geben Sie, wenn Sie kommentieren möchten, beide Worte ein!



    Kommentare

    Kommentar von Philipp
    Datum/Uhrzeit 18. Juli 2011 um 19:51

    Liebe Aléa,

    es sollte doch darum gehen, den Büchner-Preis zu bekommen und nicht wie Büchner (zu früh) zu enden…

    Also bei mir hilft im Fall der Überarbeitung so eine Art Bilder-Yoga, delivered by HBO.

    Konkret: Erwerb einer DVD-Staffel Sopranos, The Wire, Mad Men (spielt in einer Werbeagentur..), Rom oder Twin Peaks (nicht von HBO, aber halt ein Klassiker). Dazu eine Flasche billigen Rot- oder Weißwein öffnen, Bier geht natürlich auch. Und dann 2-3 Folgen auf einem guten Flat-Screen gucken. Pure Entspannung. Ach ja, Pringles Hot&Spicy gehören ebenfalls ins Programm.

    Und von den HBO-Autoren kannst du vielleicht sogar noch was lernen, die machen ihre Sache sehr gut.

    Probiers mal aus. Und arbeite nicht so viel.

    LG
    Philipp

    Kommentar von Phorkyas
    Datum/Uhrzeit 18. Juli 2011 um 21:32

    Auf der verlinkten Seite gab es auch Photos, auf denen der Buchumschlag das dahinter verborgene Gesicht des Lesers ergänzte. So ein Bild ergab sich von mir vor ein paar Jahren auch (wenn ich es hinbekomme und gesehen werden will, werd ich es noch irgendwie verlinken) -

    Ich habe ein schlechtes Gewissen, aber leider bin ich bie der Lyrik nicht über die ersten beiden Gedichte herausgekommen, weil mir eingefallen ist, dass ich irgendwo auch noch ein rumänisches Gedicht haben müsste, das ich dann auch umgehend finden musste – leider konnte ich es natürlich nicht finden, und ich weiß nicht was mich mehr verdross: dass ich es nicht auffinden könnte oder der Absender der Briefe, – das aber.. nur als Versuch der Rechtfertigung.

    Bei mir hilft (fast) nur Musik. Kürzlich wurde ich mal wieder auf diese hier gestoßen: http://www.youtube.com/watch?v=fDzvLHNcAzQ

    ..PS. Das klingt bei Ihnen manchmal schon etwas selbstzerstörerisch – gehört das mit zur Produktivität, zum Ehrgeiz? – (Mir kommt das teilweise bekannt vor,.. nur verweiche ich zunehmenst wie meine Birne – vielleicht auch der Grund warum da nichts mehr herauskommt?)

    Kommentar von MelusineB
    Datum/Uhrzeit 18. Juli 2011 um 22:27

    Den Empfehlungen von Philipp kann ich mich nur anschließen. (Und hinzufügen: Breaking Bad. Rome). Außerdem: Lecker essen. Yoga (sowieso). Musik auch (last.fm – ich höre immer das Radio meines australischen “Freundes” Bobearth). Spaziergehen. Schwimmen (einfach von einem Steg in den See gleiten lassen im Morgengrauen, auf den Rücken drehen, treiben). Alles Liebe M.

    Kommentar von avenarius
    Datum/Uhrzeit 19. Juli 2011 um 00:10

    Wer nicht helfen kann soll auch nicht raten.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 19. Juli 2011 um 10:48

    An alle: ich danke für Ihre Anteilnahme. Ich war vor meinen Arztbesuchen etwas besorgt.

    Was ist Entspannung? Wann ist die Spannung niedriger? Geht sie weg, weil ich einmal ein schönes Lied höre –die Lieder, die man mir angeboten hat, finde ich alle schön – ? Oder muss ich die zehn Mal hören, um zu entspannen? Ist das Entspannung, wenn ich für einen Abend neunzig Minuten ins Kino gehe, in eine andere Welt eintauche, wenn ich in meiner eigenen Welt die Luft anhalte und dann, wenn ich aus dem Kino herauskomme, japsend die Luft der eigenen Welt wieder einatme? Ist Entspannung eine körperliche Veränderung, ein niedriger Blutdruck und eine moderatere Herzfrequenz? Es gibt Leute, die können entspannen, wenn sie schlafen. Oder wenn Wochenende ist. Es gibt Leute, die können an einem Wochenende einen Sommerurlaub machen und kommen extrem entspannt am Montag ins Büro oder in die Praxis oder ins Lehrerzimmer. Oder ist das eine Typfrage? Die einen stehen anders unter Strom als die anderen. Ich kann unmöglich mit meinem Laptop auf der Coach sitzen und schreiben. Weil das Schreiben Arbeit ist und ich nur an einem Schreibtisch sitzend arbeiten kann. Muss ich, um zu entspannen, einfach nur die Worte verschieben, vom Schreibtisch auf die Coach?

    Das Problem ist jedenfalls größer. Aber vielleicht ist das das Problem, dass es größer ist. Weil es in Wirklichkeit ja kleiner ist. Kann ich mich noch klar ausdrücken?

    Jedenfalls werde ich mit Yoga anfangen. Da haben schon andere Erfolg mit gehabt. Erfolg im Rahmen der Entspannung. Ich sitze auch derzeit auf dem Balkon und schaue ins Buch. Und das ist ja auch schon wieder nicht wahr: ich sitze am Rechner. Da werde ich meine Füße in einen Eimer stellen und dann ein wenig Zement hinein kippen. Dann kann ich da nicht mehr weg. Dann muss ich notwendig entspannen.

    Aléa

    Kommentar von NO
    Datum/Uhrzeit 21. Juli 2011 um 17:34

    The Power of Books

    Liebe Aléa Torik! Fasziniert frage ich mich, was das wohl für Bücher sind, die Sie da lesen, die da Macht ausüben auf den Leser.

    Der Kopf platzt. Das Blut spritzt. Splatter Movie. Kopfschuss, Kriegsfilm. – Radion Raskolnikov, sein Kopf birst vom fiebrigen Nachdenken, er schlägt mit dem Beil auf den Kopf der Alten und tötet sie. Kann also Dostojewski passen? „S c h u l d u n d S ü h n e“? Oder moderner? Wie wäre es mit D.F. Wallace‘ „U n e n d l i c h e r S p a ß“, wo das Rauschgift im Kopf explodiert und die Depressiven sich die Kugel geben?

    Schmetterlinge in meinem Bauch. Flugzeuge. Grönemeyer. Ganz leicht setzt der Falter auf. Ganz sanft. Frühling, erste Liebe, ganz vorsichtig ganz zart. „V o n a l l e m A n f a n g an“ könnte stimmen. Aber bei Christoph Hein ist es ein Junge. Besser passt ein Mädchen. Zerbrechlich. Sterblich. „E f f i B r i e s t“!

    Welt am Draht. Kabel. Puppet on a Chain. Ströme, Gedanken, Computer. Abhängigkeiten. Das leitet wie eine Lautsprecherverkabelung hin zu: technisch und unromantisch. Technisch, kalt, grausam. Tonband, Lautsprecher. „F l u g h u n d e“. Marcel Beyer.

    Pflanze im Topf. Nein: Dschungel im Kopf. Marquez und: „L i e b e i n Z e i t e n d e r C h o l e r a“.

    Die Krake. Schleim und Ekel. Das Monster. Alien. Nein, das Monster aus dem Meer. „M o b y D i c k“. Aber Fangarme. Schlange. Glipschig, schleimig, gefesselt. Ekelerregend, aber es hält einen fest. Gerade das fesselt. Das Buch, nicht das Tier. Das Tier Max Aue im Buch. Der Dreck von Jonathan Littell, der im Regal nicht umfällt, weil „Der Turm“ daneben steht (Elmar Krekeler). Also die 1300-Seiten-Krake „D i e W o h l g e s i n n t e n“!?

    Feuer und Flamme. Der Leser verbennt. Darauf passt Rolf Rothmann: „Feuer brennt nicht“; habe ich aber nicht gelesen. „Vom Winde verweht“? Nein, jemand brennt, nicht etwas. Verbrennt innerlich, verbrennt vor Leidenschaft. Gewalt. Tod. Der Kopf auf dem Tablett. Julien Sorel. Das Bild sagt: „R o t u n d S c h w a r z“.

    Schöne Sammlung!

    Beste Grüße
    NO

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 21. Juli 2011 um 22:16

    Lieber NO,

    sehr guter Kommentar. Aber leider, leider hatte ich zum Teil andere Assoziationen.

    Unstrittig ist Moby Dick von Herman Melville, links unten. Die Krake von Litell habe ich nicht gelesen. Das war mir zu viel Hype um ein Buch. Wenn so viel Wind gemacht wird, ist mir das suspekt (deswegen habe ich auch „Vom Winde verweht“ nicht gelesen). Der Krekeler war damals bei „Unendlicher Spaß“, wenn ich mich recht erinnere, ja nicht so begeistert von den „Wohlgesinnten“.

    Rechts unten ist deutlich zu erkennen: Unter dem Vulkan von Malcolm Lowry.

    Links oben, Blut und Splatterfilme und -literatur, nicht ganz mein Fall, aber eins davon habe ich gelesen. Das war gut geschrieben: Starfish Rules von Tobias O. Meissner. Das kann man nur mit einer Blutkonserve in der Nähe lesen.

    Gleich daneben, in Deutschland nicht so richtig bekannt: Jan Potocki, Die Handschrift von Saragossa

    Und die beiden in der Mitte: Nicht leicht zu erkennen. Das eine ist möglicherweise Italo Svevo Zeno Cosini oder Alessandro Manzoni, Die Brautleute. Oder etwas moderner, dann wahrscheinlich Italo Calvino, Der Baron auf den Bäumen. Und daneben steht, was hier demnächst kommt, einer der großen rumänischen Autoren M. Blecher Aus der unmittelbaren Unwirklichkeit.

    Sie kennen mein loses Maulwerk Mundwerk, deswegen sehen Sie es mir doch bestimmt nach, dass ich Ihnen beim letzten Mal Şlapii und Pantofilor habe pfänden lassen?

    Aléa

    Nachtrag: Wie gewonnen, so zerronnen: das ist das Thema des Romans von Forte gewesen. Was immer man im Leben gewinnt, sich erarbeitet – durch Fleiß, Rücksichtslosigkeit, Beständigkeit oder Zuverlässigkeit -, was immer man erreicht – Geld, Geborgenheit oder Ruhe -: am Ende wird man es verlieren. Das klingt sehr negativ. Ist es auch. Aber man kann es sich ein wenig schön reden. So sagte Norbert Schlinkert bei einer ganz anderen Gelegenheit – wir sprachen über die Existenz als Schriftsteller – : „Das ist ein Kampf, den man nicht gewinnen kann. Aber das heißt noch nicht, dass man ihn verlieren muss.“