16 Juni 2011
Vergessen machen
Da wollte ich doch gerade ein Loblied auf meine neue Kategorie singen und betonen, wie gleichermaßen spannend und entspannend es ist, nicht mehr alles, was mir unter die Finger kommt, zu bewerten, es nach seiner Verwertbarkeit zu erfassen und einzustufen. Alles für Dissertation, Roman und Blog zu, wie man heute sagt, scannen, zu durchleuchten; immer wachen Kopfes. Sondern stattdessen, statt des permanenten Denkens, einfach ein Buch aufzuschlagen und ohne darüber nachzudenken einen oder zwei Sätze abzuschreiben. Das scheint nicht zu funktionieren, ie mir Norbert mit seinem Kommentar zu dem ersten meiner Fundstücke deutlich, überdeutlich gemacht hat.
Ich wollte gerade betonen, wie schön das ist, Worte nicht nach der eigenen Interessenlage einzuordnen und, was man ja sonst im Leben nie oder selten tut, nicht zu bewerten, nicht zu sagen, ob man es mag oder nicht mag: da muss ich feststellen, dass das nicht so einfach ist und dass ich da ganz schnell in die Bredouille kommen kann. Ich hatte das mit den Judenschädeln nicht bedacht. Es wird mir hier wohl kaum jemand eine dumpfe Ideologie vorwerfen. Wer das täte, der hat sich nicht ernsthaft mit meinen Texten beschäftigt. Der ist also falsch hier. Die Problematik ist mir natürlich bekannt, aber ich hatte sie nicht so präsent. Nicht in dieser absoluten Gegenwärtigkeit in der die Deutschen in Deutschland diese Präsenz spüren.
Um das vergessen zu machen, stelle ich sicher bald den nächsten Beitrag in dieser Kategorie ein. Weil ich sie nicht aufgeben will. Es sind hier in der Bibliothek zu viele schöne Bücher und Sätze und die grundlegende Idee, nicht zu bewerten, ist für mich ein interessantes Experiment. Nur muss ich eben das „nicht“ relativieren. Ich bewerte, wenn ich in Zukunft nicht bewerte, nur ein klein wenig.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: Juni 16th, 2011 unter Fundstücke, mittel











