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  • bersarin: Literarisches Bloggen, liebe Aléa Torik, funktioniert durchaus. Freilich nur bei den wenigsten. Das meiste, was geschrieben wird, stammt aus dem Klein-Klein der Halbgarküchen, ist Poesiealbumsprosa von Minderleistern, Befindlichkeitsscheiße ohne Form. Ich schreibe dahingehend und als...
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  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, Du hast überschüssige Energie!? Da werden Dich viele drum beneiden, umso besser also, wenn sie in etwas fließt, was Sinn zu machen verspricht. Was soll man also dazu sagen? Ich sage: Es lebe die Literatur! Und Gratulation natürlich zum vollzogenen Ausstieg aus...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, verflixt, hab‘ ich schon wieder Recht? Ich kann sagen, was ich will, ich habe immer recht. Dabei schrieb ich das eigentlich, um zu provozieren. Entweder lässt sich keiner provozieren oder die Provokation im Netz ist so allgegenwärtig, dass man zu ganz anderen Kalibern...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, da triffst Du mal wieder den Nagel auf den Kopf wie die Faust das Auge: fiktional und ein Sein als solches hat ein literarisches Blog zu sein und nicht einfach noch ein weiterer Mitspieler auf dem Markt- und Kampfplatz realer Eitelkeiten. Als Schriftsteller:in...
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  • Aléa Torik: Dann bin ich gespannt, was du von dem Essay hältst.
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  • Aléa Torik: Lieber Norbert, man ist ja einiges gewöhnt bei den Autoren. Was die alles tun, um gelesen zu werden, beispielsweise das Schreiben seltsamer Bücher. Ich fände es allerdings doch etwas übertrieben, wenn sich ein Autor nach dem Schreiben seines Buchs sogleich aus dem Leben verabschiedet:...
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  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, noch habe ich Deinen Essay ja nicht gelesen – kommt aber noch! Bin gespannt wie ein Flitzebogen! Und was meine durch eigenes Lesen hervorgerufene Belebung von Texten inzwischen leiblich von uns gegangener Autor:inn:en angeht, so ist es nicht Trost, den ich da...
  • Aléa Torik: Lieber holio, Sie haben recht, die Politik lassen wir hier außen vor. Richtig glücklich bin ja auch nicht mit dem Etikett der Postmoderne. Aber irgendwie müssen wir es ja benennen. Sagen wir Transmoderne. Die wesentliche Information ist allerdings angekommen, schon lange: dass Sie...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, fein, dass ich dich zum Assoziieren bringe. Dass steter Tropfen den Stein höhlt, habe ich bisweilen schon gehört. Aber hat mal jemand gefragt, was mit all den ausgehöhlten Steinen anzufangen ist? Wozu Steine höhlen? Was Cărtărescu betrifft, ich habe es in dem Essay...

  • 01 Mai 2011

    Das Gute und das wenige weniger Gute

    Mein Blog und ich, wir sind nun seit zwei Jahren im Netz. Das Blog permanent, ich nur bisweilen. Meist bin ich in der sogenannten Wirklichkeit, die so wirklich ja auch gar nicht ist. Sodass ich dann denke: wäre ich jetzt nur im Netz. Da kann einem nichts passieren. Im Netz wird man nicht von der Straßenbahn überfahren, man kann nicht verhungern und nicht verdursten. Und wenn man einsam ist, dann geht man dahin, wo andere auch einsam sind. Ich nutze mein zweites anniversaire, um in die Vergangenheit und in die Zukunft zu schauen. Und in alle anderen Richtungen. Nur wenig ist einzig zukünftig oder vergangen.

    Es liegt ein gutes Jahr hinter mir. Ich kann, durch das wenige weniger Gute bedingt, das viele Gute besser schätzen. Ich habe Leute kennengelernt, ich habe einen Mentor und einen Verlag gefunden, mein erster Roman wird veröffentlicht. Ich habe den zweiten geschrieben. Es hat sich von selbst geschrieben, ich musste bloß die Finger hinhalten.

    Das Schreiben im Netz ist für mich nicht mehr so ganz wichtig wie zu Beginn. Das liegt an einer persönlichen Auseinandersetzung Anfang des Jahres, auf die ich hier nicht noch einmal eingehen will. Ich habe mich aus diesen Kreisen etwas zurückgezogen. Und ich bin zu stark in andere Aktivitäten involviert, um mir neue Kreise zu suchen. Ich kommentiere kaum noch bei anderen. Ich glaube allerdings, dass Leserbindung vor allem durch Kommentare stattfindet. Bloggen ist eine recht hermetische Veranstaltung, die nach dem do-ut-des-Prinzip abläuft: ich gebe, damit du gibst. Oder, strenger, alttestamentarischer: wie du mir so ich dir. Kommst du auf meine Seite, komme ich auch auf deine. Es ist von daher sinnvoller, wenige Artikel zu schreiben und viel bei anderen zu kommentieren. Damit macht man sich eher einen Namen als mit eigenen Artikeln. Ich bin also ein wenig enttäuscht.

    Das Führen eines Blogs ist viel Arbeit. Bisweilen frage ich mich, wofür ich das eigentlich tue. Ich habe die Antwort gefunden: Ich tue es für niemanden. Nicht einmal für mich selbst. Ich tue es einfach so. Weil es ein Medium ist, das man bedienen kann und vielleicht sogar muss. Ich werde keine Tagebücher herausgeben, das Blog steht an dieser Stelle. Ich habe zweihundertfünfzig Seiten Text dafür geschrieben und hundertfünfzig Seiten Kommentare. Es sind einige Kommentatoren abgesprungen, wenige neue hinzugekommen. Ich danke allen, die sich hier beteiligt haben und die dies Blog mit Lesen und Schreiben unterstützen.

    Ich mache mir periodisch wiederkehrend Gedanken zum Thema Geldverdienen. Es wird einen postuniversitäten Zeitraum meines Lebens geben, den es zu überbrücken gilt. Man geht ja nicht gleich, frisch von der Uni, in die Rente. Ich habe mich jüngst mit einigen Leuten getroffen, die alle schreiben und die alle wissen, dass man damit kein Geld verdienen kann. Diese profane Erkenntnis gilt es nun zu veredeln und anschließend zu monetarisieren. Wir sind da ganz optimistisch.

    Im Ernst: Das Entlohnungsmodell für Schriftstellerinnen ist revisionsbedürftig. Man bekommt zwischen 8 und 12 Prozent des Nettoumsatzes der tatsächlich über den Buchhandel verkauften  Bücher. Wenn man die durchschnittliche Anzahl verkaufter Exemplare anspruchsvoller Literatur in Deutschland hochrechnet, wird der Autoir für einen oder zwei Monate leidlich bezahlt. Die verbleibenden zehn oder hundert Monate muss er eben sehen wo er bleibt. Da das kein ernstzunehmendes Modell ist, werden über kurz oder lang andere Modelle entstehen. Dazu zählt auch, dass man seine Texte im Netz anbietet. Die ersten drei Kapitel gibt’s gratis, der Download des gesamten Werks kostet dann 3,99 Euro. Man bietet ein selbstgestaltetes Cover an. Der potentielle Leser kann entscheiden, ob er den Text auf dem Bildschirm liest oder ob er sich das ausdruckt. Die Entlohnung des schreibenden Personals ist aus wirtschaftlicher Sicht kompletter Unsinn, jeder Lektor und jede beteiligte Agentur verdient besser als der Produzent des Primärgutes. Und weil es Unsinn ist, werden andere Modell entstehen. Auch Blogs sind da nicht das letzte Wort, weil da alles gleichermaßen gratis angeboten wird, sie sind eine Art Übergangserscheinung. All das ist spannend und auch belastend.

    Ich werde dieses Jahr im August nach Rumänien fahren. Ich werde in Transsilvanien auf der faulen Haut liegen. Ich werde mit Minerva – wer meinen zweiten Roman liest, wird auch Minerva kennenlernen – nach Bukarest fahren, um bei der Eröffnung seiner (sic!) Securitate-Akte dabei zu sein. Das muss man sich so vorstellen, dass einer nach vielen, nach beinahe zwanzig Jahren, in denen er immer wieder gezögert hat und vor diesem Schritt zurückgeschreckt ist, sich in einen Raum zurückziehen wird, wo er mit einer dicken Akte und seiner Vergangenheit konfrontiert ist. Wer hat damals über ihn berichtet? Welcher seiner Freunde hat einen Bericht geschrieben? Welche seiner Freundinnen hat ihn denunziert? Wo unterscheiden sich Bericht und Denunziation? Wer hat das nur aus Notwehr getan, wer aus Überzeugung. Kann man das heute noch unterscheiden? Das wird eine emotional sehr angespannte Situation. Was erwartet Minerva da? Wie sehr wird das schmerzen? Wäre es nicht besser, diesen Teil der Vergangenheit auf sich beruhen zu lassen? Warum das Leichentuch anheben? Warum diese Zeit und das eigene Leben jetzt noch in einem anderen Licht sehen wollen? Minerva fährt mit seiner Freundin. Ich begleite die beiden lediglich.

    Ich gehe voller Hoffnung ins neue Jahr. Der Roman wird erscheinen. Allerdings nicht, wie angekündigt im Herbst 2011, sondern erst im Frühjahr 2012. Ich hatte mich so sehr gegen das Cover gesperrt, dass dem Verlag vielleicht nichts anderes übrig blieb, als es erst einmal aufzuschieben. Das ist mehr als ein Wehrmutstropfen. Das ist sehr bitter. Es sind die Fetzen geflogen und als es sich wieder beruhigt hatte, war der Verlagsprospekt für den kommenden Herbst bereits gedruckt. So ist das, wenn uns Rumänen das Blut in den Kopf steigt, dann schlagen wir um uns. Ich um mich. Wenn der Roman nicht untergeht, dann wird er besprochen, er wird gelesen. Unter den biografischen Angaben  – die denen aufs Haar gleichen, die Sie alle kennen – ich kann mich nicht jede Woche neu erfinden, nicht einmal jedes Jahr : „Ich kann mir nicht jeden Tag ein Ohr abschneiden“ – wird sich auch die Adresse dieses Blogs finden. Es werden also Reaktionen auf das Buch kommen, auf die ich meinerseits reagieren werde. Auch das wird spannend.

    Ich werde ein Urlaubssemester einlegen. Das bedeutet, dass ich von Juni 2011 bis März 2012 nicht für die Uni arbeiten werde. Ich muss den zweiten Roman fertig machen und wie ich am ersten, von dem ich meinte, er sei es, fertig nämlich, erkennen musste, gibt es verschiedene Phasen der Fertigkeit. Die letzen Schritte kosten Kraft, da man kaum noch Fortschritte erkennen kann. Es wird eben nur immer fertiger. Der neue Text ist sehr viel leichtsinniger als der erste. Das dauert, bis man sich Leichtigkeit und Leichtsinnigkeit erarbeitet hat. Zitat Torik aus diesem neuen Text: „Man braucht Erfahrung beim Schreiben, bis man erkennt, dass die falschen Wege sehr wohl in die richtige Richtung führen können. Eine Richtung, die man nie und nimmer nehmen könnte, ginge man den richtigen Weg.“

    Ich habe mich nicht verliebt. Was immer der Grund dafür war. Es gab einige Möglichkeiten, ich habe sie nicht genutzt. Anderen bin ich vorher schon ausgewichen. Ich habe bei einigen Gelegenheiten eine ablehnende Haltung einnehmen müssen und einmal eine direkte und unmissverständliche. Ich habe jemandem weh getan, was auch mir wehgetan hat. Dazu gäbe es noch das eine oder andere zu sagen, aber ich habe mir Anfang des Jahres vorgenommen, sehr viel vorsichtiger mit Intimitäten in der Öffentlichkeit umzugehen und das mache ich auch.

    Mein Zusammenleben mit der bisweilen kapriziösen Frau aus Russland läuft nach wie vor sehr gut. Olga war drei Monate nicht da, mir ist die Decke auf den Kopf gefallen. Der Vermieter erklärte, er sei nicht zuständig.

    Ich bin in den Zoologischen Garten in Berlin eingebrochen und habe Knut erwürgt. Und so die deutsche Kultur vor der Infantilität gerettet. Vielleicht kann ich mir das vom Senat fördern lassen.

    Ich habe schöne Musik gehört, schönen Wein getrunken, schön gelacht, schön geheult: was man so macht, wenn man auf diesem Planeten lebt. Auf anderen Gestirnen herrschen sicher andere Gepflogenheiten, aber wir kommen hier nicht weg und deswegen müssen wir uns an die Dinge anpassen. Nicht an alle – ich predige sicher keinen Konformismus -, aber an einige: Wein trinken, lachen, weinen und manchmal, bei Liebeskummer, Geschirr fallen lassen und, wenn‘s ganz dick kommt, aus dem Fenster werfen.

    Bevor ich es vergesse, das ist nicht unwichtig für alles weitere, ich stelle mit dem heutigen Tag, der früher einmal mein Geburtstag gewesen ist, das Altern ein. Ich sag’s nur, nicht dass da später Unklarheiten entstehen. Ich halte das Altern für keine zeitgemäße Art, für keine adäquate Methode des Reifeprozesses. Ich bleibe ab sofort gleichalt. Ich mach da einfach nicht mehr mit.

    Totul este frumos și bine. Totul va fi și mai bine. –  Alles ist schön und gut und wird noch viel besser sein.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.



    Kommentare

    Kommentar von avenarius
    Datum/Uhrzeit 1. Mai 2011 um 22:32

    Guten Abend Alea.

    Ich erinnere mich, es ist jetzt tatsächlich schon ein Jahr her. Da wurde Ihnen hier im Blog mehrfach gratuliert.

    Zum Geburtstag schönstes Glück wünschend, übersende ich Ihnen folgendes Gedicht:

    Wie der Apfel sich rötet, der süße,
    hoch oben am Baume,
    hoch im höchsten Gezweig, ihn vergaßen
    die Pflücker zu holen -
    Ei doch, nein! Nicht vergaßen:
    sie konnten ihn bloß nicht erreichen -

    (Sappho)

    Möge das nächste Jahr Ihnen und den Ihrigen günstig sein.

    avenarius

    Kommentar von Philipp
    Datum/Uhrzeit 2. Mai 2011 um 18:47

    Na dann schreibe ich zum Jahrestag mal meinen ersten Kommentar hier. Verfolge das Blog schon länger via RSS und freue mich auf jeden Artikel von dir – Dankeschön!

    Noch etwas dazu: “Ich habe mich jüngst mit einigen Leuten getroffen, die alle schreiben und die alle wissen, dass man damit kein Geld verdienen kann.”

    Da gibt es einen Ausweg, der aber auch Leidensweg sein kann. Schon mal daran gedacht, freiberuflich als Werbetexterin zu arbeiten? (Ist mein Job, da es bei mir zum Roman o. Drehbuch schreiben nicht reicht :)
    Mit deinem Talent sicher kein Problem und eine Möglichkeit, das “echte” Schreiben zu finanzieren.

    Jedenfalls alles Gute zum B-Day oder nicht B-Day.

    Philipp

    Kommentar von Irisnebel
    Datum/Uhrzeit 2. Mai 2011 um 22:36

    Liebe Aléa,

    alles Liebe! Ich wuensche Ihnen Gesundheit und Erfolg mit dem ersten und zweiten Roman. Moege der Sommer in der Heimat schoen werden. Ihre wunderbaren Fotos und Berichte aus Rumaenien werde ich nicht so schnell vergessen. Behalten Sie Ihre offene und humorvolle Art auch durch die naechsten Stuerme hindurch bei. Ihre individuelle/spezielle Art (nicht nur im Schreiben oder das Leben zu reflektieren) ist wohltuend.
    „Die blaue Blume ist aber das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es nun Gott, Ewigkeit oder Liebe.“

    Liebe Gruesse
    Irisnebel

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 2. Mai 2011 um 22:44

    Lieber Phillip,

    vielen Dank für den Kommentar. Sie lesen hier also schon länger ja? Sozusagen hinter meinem Rücken, soso.

    Der Tipp mit der Texterei ist keine schlechte Idee. Werbetexte schreiben, darauf bin ich gar nicht gekommen. Ich habe nämlich einen kleinen genetischen Fehler: ich bin nur teilweise gesellschaftsfähig. Mit anderen Worten: ich bin immun gegen Werbung. Ich schaue nicht hin, ich höre nicht hin. Ich kenne das alles nicht. Ich habe keinen Fernseher und ich weiß überhaupt nicht, wie die Mechanismen da sind. Also wenn das kein Nachteil ist, mache ich das gerne.

    Werbetexte: aber wofür? Zahnpasta oder Glühsparlampen? Ich bewerbe auch nur FCKW-freie Produkte. Keine toten Tiere! Und jede Form von Intoleranz und Ausländerfeindlichkeit ist mir schlichtweg ein Gräuel!

    Am Hackeschen Markt in Berlin Mitte ist Scholz & Friends. Soll ich denen mal was schicken, eine kleine Rezension vielleicht? Oder soll ich ein angenommenes Produkt mit Werbung betexten? Wie macht man das? Vielleicht rufe ich da mal an und erzähle denen, dass ich in Literaturwissenschaften promoviere und sehr, sehr lange über sehr sehr abstrakte Dinge nachdenken kann und dass ich mich höchst ungerne dabei unter Druck setzen lasse und absolut allergisch auf Vorgesetzte reagiere, die ja schon mal gar keine Ahnung haben. Dass ich ausraste und ein Blutbad anreichte, wenn das nicht nach meinen Vorstellungen läuft.

    Vielleicht sollte ich mir da mal eine Strategie überlegen, um solche Äußerungen zu vermeiden. Die Frage ist, ob ich für den hiesigen Arbeitsmarkt tauglich bin.

    Und Überstunden mache ich schon mal gar nicht! Ich habe ja einen Hauptberuf. Das Geld gleich sofort auf die Hand, keine langen Überweisungen über irgendwelche Steuerparadiese. Weil ich ansonsten meine großen Brüder hole. Das muss ich ja nicht erzählen, dass ich in gewaltfreier Atmosphäre aufgewachsen bin und als verwöhntes Einzelkind gelten darf, mit einer ausgeprägten Inselbegabung, die sowieso erst ab 30 Grad Celsius funktioniert; und Sandstrand soweit das Auge reicht.

    Philip: die Idee ist super. Ich muss nur noch an der Umsetzung arbeiten.

    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 2. Mai 2011 um 22:51

    Ach ja: wer kommentieren möchte. Zwei Worte eingeben, auch wenn das Captcha etwas anderes behauptet. Ich hab‘s noch immer nicht geschafft, einige kleine Änderungen in Auftrag zu geben.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 2. Mai 2011 um 22:59

    Liebe Iris,

    ich hätte, was das Zitat betrifft, auf Novalis getippt, aber es war Ricarda Huch. Na sowas!

    Dass meine Art, das zu nehmen, was so kommt, Ihnen gefällt, freut mich. Ich kann aber auch anders. Das können Sie sich vorstellen, wenn ich daran erinnere, dass die Veröffentlichung des ersten Romans verschoben werden musste. Aber man muss auch sagen können, was man mitmacht und was nicht. Und manchmal muss man das auch in aller Deutlichkeit. Das hat mich jetzt ein halbes Jahr gekostet. Ich habe eine spezielle Art, aber so speziell ist die auch nicht. Ich glaube sogar, dass ich recht normal bin.

    Vielen Dank für Ihre Worte!

    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 2. Mai 2011 um 23:02

    Lieber Avenarius,
    vielen Dank auch für Ihre Worte und das Gedicht. Warum haben Sie gerade dies ausgewählt? Dass man die hoch hängenden Äpfel eben nicht bekommt. Außer man stellt eine Leiter an. Oder man schüttelt den Baum.
    Ich hoffe auch, dass das ein günstiges Jahr wird.
    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Philipp
    Datum/Uhrzeit 3. Mai 2011 um 14:58

    Liebe Aléa,

    hier noch ein paar Tipps für die Umsetzung:
    Große Agenturen bieten einen Copytest mit ein paar Probeaufgaben.
    Siehe z.B. http://www.kolle-rebbe.de/de/jobs/copy-test

    Einfach mal angucken, ob du das was für dich ist. Wenn ja, schicke doch einfach einen raus und schau’ was passiert.

    Ganz gut für einen ersten Einblick in die “Szene” sind die Webseiten horizont.net und wuv.de

    Dass du kein TV glotzt ist nicht weiter wild, es werden auch Texte gebraucht für Webseiten, Flyer, Newsletter, Prospekte, Broschüren, Mailings Geschäftsberichte etc.pp.

    Durch dein Studium/Roman/Rezensionen und vor allem deinen Blog hast du beste Referenzen bzw. bist überqualifiziert. Deshalb lass` dich nicht mit einem Praktikum abspeisen.

    Noch als Anreiz: Für freie Texter sind Stundensätze von ca. 50-80 Euro drin (kenne die Berliner Preise nicht).

    Also dann: Willkommen im Club (vielleicht). Wenn man das nicht zu ernst nimmt, ist die Werbung eigentlich ganz ok.

    Gruß
    Philipp

    PS: Hätte ich vielleicht lieber als E-Mail schreiben sollen, aber was soll’s…

    PPS: “Das muss ich ja nicht erzählen, dass ich in gewaltfreier Atmosphäre aufgewachsen bin und als verwöhntes Einzelkind gelten darf, mit einer ausgeprägten Inselbegabung, die sowieso erst ab 30 Grad Celsius funktioniert; und Sandstrand soweit das Auge reicht”.
    -> Das ist schon ein richtig guter Ansatz für einen Bewerbungs-Text, auf so was stehen CD (Creative Director)

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 3. Mai 2011 um 20:32

    Lieber Phillip,

    vielen Dank auch noch für diese Hinweise. Ich werd‘s mal probieren, diesen Fragebogen auszufüllen. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass die sich für eine Literaturwissenschaftlerin interessieren, die nur in Teilzeit arbeiten kann. Aber dass die sich das vorstellen können, wäre ja auch wichtiger.

    Zum Geld: 50-80 € in der Stunde? Was immer die sich mit mir vorstellen können, ganz sicher können sich nicht vorstellen wie extrem langsam ich arbeite. Da sind mindestens hundert Stunden am Tag drin. Aber locker!

    Danke noch mal für die Tipps. Ich mache mir nicht allzu viele Hoffnungen. Ich nehme es auch nicht so ernst, ich nehme nicht mal das Schreiben an meinem Roman ernst. Obwohl das das wichtigste in meinem Leben ist. Gerade deswegen nehme ich das nicht so ernst. Das verzeiht der Leser später nicht. Ein Autor kann ruhig dann und wann hungern, aber ernst nehmen soll er das nicht.

    Schluss für heute. Jetzt gibt’s noch Abendessen – Salat mit Ziegenkäsen – lecker nicht? Und dann lese ich in Dieter Fortes Roman „Auf der anderen Seite der Welt“. Dazu muss demnächst hier was kommen. Und ich habe ja so eine veraltete Blogvariante: da kommt nichts von alleine.

    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Phorkyas
    Datum/Uhrzeit 4. Mai 2011 um 08:19

    Liebe Aléa,

    einige deiner illusionslosen Ausführungen über das Bloggen, kommen mir sehr bekannt vor. Ich habe auch versucht ohne Illusionen zu starten; immer eingedenk, dass meine Schreibseleien da irgendwo in einer digitalen Ecke, wenn schon nicht vermodern können, so doch so gut wie unbeachtet durch die Weiten des Webs schippern werden.

    Bloggen ist eine recht hermetische Veranstaltung [..] Oder, strenger, alttestamentarischer: wie du mir so ich dir. Kommst du auf meine Seite, komme ich auch auf deine. Es ist von daher sinnvoller, wenige Artikel zu schreiben und viel bei anderen zu kommentieren. Damit macht man sich eher einen Namen als mit eigenen Artikeln. Ich bin also ein wenig enttäuscht.

    Enttäschung, Zweifel und auch der Wunsch aufzuhören kommen bei mir auch öfters hoch – und bei anderen Bloggern, so meine Beobachtung, auch. Wie Sie sagen:

    Das Führen eines Blogs ist viel Arbeit. Bisweilen frage ich mich, wofür ich das eigentlich tue. Ich habe die Antwort gefunden: Ich tue es für niemanden.

    Die Antwort musste ich mir auch geben: Nur für mich selbst. Ich meine, dass mein Blog keine “Relevanz” oder Bekanntheit erlangen würde, sollte mir ja von Anfang an klar gewesen sein – nur war da doch eine kleine Hoffnung, einmal Wirkung zu haben? – Gefährliche Illusion. Stattdessen sollte ich genießen, dass ich einfach schreiben kann, was ich will, nur meinen eigenen Vorstellungen von Qualität und ‘Relevanz’ folgend,.. sollte man sich über die schönen Diskussionen freuen, die Dispute, die eigenen Einträge, die einem gefallen, die etwas auf den Punkt gebracht haben,… letztlich die eigene Entwicklung, die man da durch macht (digitale “Individuation”?). Das Reifen des eigenen “Avatars” und vielleicht hat man dann ja irgendwann in irgendeiner Kommentarspalte mal einen “Namen”(;

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 4. Mai 2011 um 21:08

    Lieber Phorkyas,

    diese Diskussion hatten wir hier schon einmal, was nicht heißen soll, dass es zu dem Thema nichts mehr zu sagen gibt. Dieser Gedanke ist letztlich der, der Überflüssigkeit. Und Überflüssigkeit ist der Zweckfreiheit nicht fremd.

    Letztlich ist alles künstlerische Streben, oder doch vieles, überflüssig und sinnlos. Ob es dieses oder jenes Buch nun gibt oder nicht, das ist für den Markt doch vollkommen gleichgültig. Wenn man das für sich geklärt hat, nicht ein für alle Mal, sondern für heute, denn morgen muss man es erneut klären, dann ist man schon mal ein Stück, ich will nicht sagen weiter, weil es kein weiter gibt: man ist etwas abgehärtet. Ich für meinen Teil bin das ein wenig. Noch nicht genug. Aber ich weiß was ich will. Und ich weiß, was ich kann. Das ist wichtig.

    Wenn ich dieses Blog nicht führen würde, dann täte ich etwas anderes. Dann würde ich Tagebuch schreiben. Tagebücher von unbekannten Autorinnen, die können Sie wegwerfen, das veröffentlich kein Verlag. Damit verglichen ist das hier sogar sehr sinnvoll. Und bei mir kommt dazu, dass ich die Gewichtung sehr klar vor Augen habe: ich will Schriftstellerin werden. Das hier ist meine Spielwiese. Schreiben muss man tun, das muss man üben. Schreiben und Lesen: das ist eine Lebenseinstellung. Wie Musikmachen. Oder Jonglieren. Das kann man nicht mit 80 %, nicht einmal mit 95%.

    Ich habe heute in der Bibliothek gesessen und ein kleines Problem an meinem Roman gelöst. Ich hatte plötzlich eine Idee und habe das Dokument aufgerufen und siehe da: was tagelang nicht lösbar schien, ist mit einem Gedanken geklärt. Ein Gedanke mit erheblichen Auswirkungen, die ich aus organisatorischen Gründen noch gar nicht bedenken konnte. Das bedeutet mir sehr viel. Ich war den ganzen Tag ausgesprochen gelöst und zufrieden.

    Das war jetzt alles nur von mir. Ich weiß nicht, ob Ihnen das in Ihrer Situation hilft oder Ihren Gedanken eine neue Richtung gibt. Ich kenne Sie ja nicht. Auch das ist eines der seltsamen Phänomene des Netzes: man kennt sich kaum oder nicht und doch tauscht man Dinge aus, öffentlich oder halböffentlich, die recht privat sind.

    Einen schönen Abend!
    Aléa

    Kommentar von Teresa
    Datum/Uhrzeit 4. Mai 2011 um 22:21

    Liebe Aléa,

    auch von meiner Seite alle guten Wünsche für Deinen Doppelgeburtstag, den eigenen und den Deines Blogs! Der Ausblick aufs kommende Lebensjahr – von Euch beiden – klingt sehr viel versprechend! Auch wenn ich es sehr bedaure, dass Dein Buch erst im kommenden Frühjahr erscheint. Ich hatte mich schon auf eine gute Herbstlektüre gefreut! Doch wie heißt es so schön, gut Ding will Weile haben. Insofern hoffnungsfrohe Aussichten auch für uns Leser[innen], dass Deinem Debüt dann bald die Fortsetzung mit dem zweiten Roman folgt ;-)

    Gut, dass Du weiterhin Dein Blog führst, ich befürchtete schon Schlimmstes… nach den Vorgängen Anfang des Jahres…. Auch wenn ich nun zu jenen gehöre, die hier mehr Zaungast als Kommentatorin sind, so heißt dies nicht, dass ich weniger interessiert bin, an dem, was hier bei Dir geschrieben steht. Allerdings, wie Du schon feststelltest, “das Führen eines Blogs ist viel Arbeit”. Insofern hatte ich früher mehr Zeit zum fundierten Kommentieren als heute, wo mich das eigene Schreiben ständig auf Trab hält – aufgrund der Themen, die mir ständig in die Finger fallen. Insofern geht es mir im eigenen Blog wie Dir beim Buch schreiben – es schreibt sich quasi von selbst. Doch auch dies kann nicht darüber hinweg täuschen, dass ich meine Zeit nur einmal vergeben kann, weil der Tag – zu den Verpflichtungen der realen Welt – auch virtuell nicht unendlich ist ;-) Insofern ist es immer die Entscheidung zwischen für sich selber ins eigene Blog schreiben oder bei anderen zu kommentieren. Heute habe ich mich für Dich entschieden :-)

    Meine Erfahrungen als Online-Autorin sind allerdings andere wie diejenigen, die Du hier beschreibst. Vielleicht weil ich natürlich aus einer anderen Ausgangslage heraus schreibe. Und es dabei halten kann wie der Philosoph Jakob Böhme, der über sein Schreiben einmal sagte: “Wer es verstehen kann, der verstehe es. Wer aber nicht, der lasse es ungelästert und ungetadelt. Dem habe ich nichts geschrieben. Ich habe für mich geschrieben.” Wenn sich dann dennoch interessante Diskussionsstränge entwickeln, dann freue ich mich natürlich um so mehr [das gestehe ich schon ein].

    Vielleicht sehe ich die virtuelle Autorenschaft in einem Jahr, wenn ich zwei Jahre Netzerfahrung hinter mir habe, ja auch anders ;-)

    Jetzt aber erst nochmal: “Hoch die Tassen auf Dich, liebe Aléa!”
    Mit Dir herzlich verbundenen Grüßen
    Teresa

    Kommentar von Melusine Barby
    Datum/Uhrzeit 4. Mai 2011 um 23:41

    Auch von mir herzlichen Glückwunsch zu beiden Jubiläen!

    Zur “virtuellen Autorschaft”: Sie ist macht sich lächerlich, wo immer sie autoritär auftritt. Ihr fehlt die Aura. Das bedauern manche. Geheimnisse können sie nicht ersetzen. Mir fehlt nichts. Es wird alles anders. Das freut mich (noch?). Wenn´s so nicht wäre, ließe ich den Avatar Selbstmord begehen (in gelben Hosen).

    Machen Sie weiter.

    Herzliche Grüße
    M.

    Kommentar von Norbert W. Schlinkert
    Datum/Uhrzeit 5. Mai 2011 um 13:49

    Liebe Aléa,
    Du bist, das zeigt sich hier mal wieder, außerordentlich ehrgeizig, was an sich nichts Negatives ist, es sei denn, dies geht mit Ungeduld und Trotz einher. Nun willst Du sogar in die profanen Niederungen der Werbewirtschaft hinabsteigen, alle ethisch-moralischen Bedenken über Bord werfend, nur um “gutes” Geld zu verdienen. Was soll man dazu sagen? Ist das noch Pragmatismus oder schon Söldnertum? Deine schönen, hart erarbeiteten schriftstellerischen Fähigkeiten, angewendet auf Werbemagazine der Atomstromwirtschaft, der Waffenindustrie, der Massentiermörderindustrie? Oder doch nur Texte für die physiotherapeutische Praxis nebenan? Letzteres bringt auch nicht viel Schotter, das ist sicher. In jedem Fall mußt Du vollen Einsatz bringen, die Konkurrenz, auch der unbezahlten Praktikanten, ist groß! Da scheint mir doch das von Dir angedeutete Projekt zusammen mit anderen schreibenden Menschen viel besser zu Dir zu passen, denn so was bringt auch dann noch Lust & Laune, wenn es bei allem Einsatz nicht viel Geld bringen sollte. Wer mit Kunst von Anfang an (nur) Geld verdienen will, der verkauft das Fell des Bären, bevor dieser erlegt ist. Ich persönlich lehne das Erlegen von Bären ohnehin strikt ab. Es gibt andere Möglichkeiten, sich zu wärmen.

    Was also tun? Du kannst weiter Dein Blog füttern und so Deine Chancen erhöhen, innerhalb des Literaturbetriebs so etwas wie eine bezahlte Anstellung (sic) zu bekommen, denn erfolgreiche Blogbetreibung zusammen mit der baldigen Veröffentlichung zweier Romane – das könnte Eindruck machen. Geduld allerdings mußt Du schon haben und natürlich die Fähigkeit, die Unwahrscheinlichkeit von Erfolg zu ignorieren, denn wenn er da ist, ist er da, und wenn er dann bleibt, bleibt er. Letzteres ist natürlich auch ziemlich unwahrscheinlich, denn im Gegensatz zur Bildenden Kunst, wo zumindest einige wenige Künstler gut bis extrem gut verdienen, wird in den Literaturbetrieb nur wenig Geld gepumpt, welches zudem eigentlich immer nur “öffentliches” Geld ist, “freiwillige Leistungen”, kein privates. Ein, zwei Jahrzehnte Geduld solltest Du also schon aufbringen, denn erst dann wirst Du sehen, ob diese sich “auszahlt”. Bis dahin wirst Du viel unnütze Schriftarbeit verrichten müssen, Du wirst von wenig Geld leben müssen, doch immerhin wird Deine Leidensfähigkeit professionelles Niveau erreichen, so daß Du Dich über die schließlich errungenen Erfolge vielleicht garnicht mehr freuen kannst. Das sind die Aussichten, mithin ein Teil des künstlerischen Materials, mit dem wir uns herumschlagen.

    Was schließe ich daraus? Nichts weiter natürlich, außer daß sich die Lage der Schriftsteller und Schriftstellerinnen in diesem Land seit über zweihundert Jahren nicht wirklich verbessert hat. Wer schlau ist, der versucht, einen Brotberuf zu ergreifen, der einem möglichst wenig schadet oder sogar Freude macht, damit er oder sie dann in der übrigen Zeit Kunst machen kann. Die Variante habe ich selbst ausprobiert, doch das waren andere Zeiten, in denen sich viele Künstler mit 3-Tage-Jobs ziemlich gut über Wasser halten konnten, was heute angesichts der Preisentwicklung nicht mehr funktioniert.

    Es gibt also überhaupt keinen Grund, sich aufzugeben oder zu verkaufen, denn auch die Zweifel am eigenen Tun sind nichts weiter als Material für die hohe Kunst des literarischen Schreibens. Das war schon immer so, das ist sicher, das ändert sich nicht.

    In diesem angesichts der Sinnlosigkeit dieses Textes gutgelaunten Sinne,
    Norbert

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 5. Mai 2011 um 22:50

    Lieber Norbert,

    das mit der Werbung, nun naja, das ist doch nur mal ein Versuch. Ich muss mich und die anderen bisweilen erheitern. Das kann man ja mal probieren. Und ein schönes Eisbärenfell, das ist gar nicht schlecht. Derzeit liegt Knut auf dem Boden, aber im Winter, wenn es kalt wird in der Grimmschen Bibliothek, dann nehme ich mir den Knut mit und hänge ihm mir da um die Schultern, das sieht dann ungefähr so aus. Ein bisschen weiblicher vielleicht und auch ein wenig eisbäriger.

    20 Jahre Geduld ist indiskutabel. Man muss ja nicht alle Sperenzchen des Literaturbetriebs mitmachen.

    Dein Lob der Arbeitsgruppe ist ja schön und gut. Aber so schön und so gut eben auch nicht. Ich bin da die einzige, die nicht promoviert ist. Das kann nicht sein. Es gibt immerhin in diesem Land ein Gleichstellungsgesetz. Da werde ich mal drei, vier Heerscharen von Anwälten auf die anderen hetzen. Ich musste da einen wochenlangen Registrierungsprozess über mich ergehen lassen, den ich dann auch erfolgreich habe abschließen (und gewinnen! das war eben ein Prozeß) können, ich musste angeben was ich studiere, warum ich studiere, wie lange ich noch studiere, was ich danach noch alles machen will, wen ich an der Uni alles kenne, wen ich kennenlernen möchte, wer dasselbe studiert wie ich, wer was anderes studiert, wer gar nicht studiert, ich musste Urlaubsbilder hochladen, etcppusw.

    Erinnere mich bitte morgen noch mal daran, dass ich dich fragen wollte, was ich eigentlich den Hendrik fragen soll. Das ist mir nicht klar. Ich frag ihn gerne, aber ich müsste schon auch Näheres wissen. Und ich hatte den Eindruck, dass du das weißt, dieses Nähere.

    Aléa

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 5. Mai 2011 um 22:51

    Liebe Teresa,

    vielen Dank für die Glückwünsche.

    Ich brauche mein Blog ja auch noch für andere Dinge und nicht nur als Projektionsfläche für mich selbst. Es hat eine wesentliche Funktion in meinem zweiten Roman. Ich werde sicher auch mal weniger schreiben und die Welt wird’s nicht bemerken. Man darf das nicht so wichtig nehmen.

    Ich glaube, wir sehen das durchaus ähnlich, auch wenn ich es nicht direkt für mich tue. Ich tue es, weil das Medium interessant ist, weil Autoren im Netz sein sollten, weil sie da schreiben können, was sie wollen. Weil sie das wollen lernen können. Und nicht, weil man da was bewegen könnte, was sich anderswie nicht bewegen ließe.

    Ich danke dir für deinen Kommentar.

    Aléa

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 5. Mai 2011 um 22:52

    Liebe Melusine,

    vielen Dank für die Glückwünsche.

    Der Selbstmord in gelben Hosen gefällt mir sehr gut. Nicht, dass ich Sie dazu anhalten will, ganz und gar nicht. Was mir gefällt ist vielmehr, dass Sie eine Phantasie dazu entwickeln, wie Sie das Ende gestalten wollen. Das zeugt doch von einem intensiven Lebenswillen. Ein Urlaub oder einen Ausflug an den See kann ja jeder Tölpel gestalten, aber einen Selbstmord in Gelb, das kann nicht jeder. Ich begehe zuerst Selbstmord, in Margenta, und dann mache ich weiter, in derselben Farbe.

    Aléa

    Kommentar von Norbert W. Schlinkert
    Datum/Uhrzeit 5. Mai 2011 um 23:40

    Liebe Aléa,
    promoviert sein oder nicht promoviert sein, das ist nicht die Frage. Qualität setzt sich so oder so durch, wenn auch meist nicht sofort, wie Du ja jetzt weißt. Der Registrierungsprozeß war ja auch nur ein Scherz, leider hatte man vergessen, Dir das rechtzeitig zu sagen. Naja, halb so wild. Und den Hendrik solltest Du fragen, ob er mitmachen will, mindestens bei all dem, was nach Rampenlicht aussieht, Du weißt schon, Bühne, Publikum, Applaus, empört den Saal verlassene Literaturkenner und so weiter, kurz: bei all den Sachen die man machen muß, um später was zu erzählen zu haben. Und darauf kommt es ja schließlich an.
    In diesem Sinne,
    Norbert

    Kommentar von Phorkyas
    Datum/Uhrzeit 6. Mai 2011 um 00:41

    Liebe Aléa,

    (das ist schön Kommentare so zu beginnen, das hat noch etwas von Briefen) –

    Alte Themen wollte ich natürlich nicht unnötig aufrühren.. ich bin eben noch neu hier.

    Ich habe heute in der Bibliothek gesessen und ein kleines Problem an meinem Roman gelöst.

    Solche Gefühle hätte ich auch gerne mehr. Dass sich nach langem Grübeln die Dinge endlich fügen…

    {Tut mir leid, dass ich mit diesen Persönlichkeiten angefangen haben, das war nicht meine Absicht, in der Tat ist es merkwürdig, dass das im Netz [anonym oder nicht] schon öfter vorkommt: also ich versuche es von der feindlichen Seite her aufzuzäumen, soll heißen bin in einem MINT-Fach gelandet, zu dem auch weiterhin stehe – jetzt bin ich aber eben ein bisschen neidisch auf Leute, wie Sie, die die Sache einfach durchziehen… [aber dennoch könnte es jetzt passieren, dass ein Roman von mir im Kleinstverlag erscheinen wird - ich bin gespannt] – genug. Sie beschweren sich ja auch nicht, nur ist das Gras eben immer grüner auf der anderen Seite…}

    …Ein Selbstmord in gelben Hosen erscheint mir sehr… schlüssig? – (Auf eine solche Erfindung könnte ich.. gelb vor Neid werden)

    Ist jetzt besser mal still:
    Phorkyas

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