13 März 2011
Die Gravitation hat mich am Wickel
Es läuft gerade nicht rund bei mir. Ich stecke sehr viel Arbeit in die letzen Korrekturen an meinem Roman bevor der Ende kommender Woche an den Lektor geht. Ich stecke nicht viel Arbeit hinein, sondern viel Zeit, lähmend viel. Die Diss liegt, ich wollte noch einen Aufsatz zu einem theoretischen Thema schreiben, das liegt auch, der zweite Roman sowieso. Es liegt auch dieses Blog, der Artikel über den Kitsch (zentraler Satz sollte lauten: Kitsch ist das Fehlen von Realität. Die Formulierung ist gut, provokant, aus solchen Dingen lässt sich mitunter etwas machen. Aber mir fällt nicht ein, wie es weitergehen soll, es darf nicht bei der Provokation bleiben), der nächste Artikel zu Niebelschütz ebenfalls. Es liegen Ideen herum, angefangene Artikel. Ich mache eine Besprechung eines Romans für eine Zeitschrift, auch die bewegt sich derzeit nicht. Die Wohnung müsste mal geputzt werden. Auch hier ist es so: alles, was ich liegen lasse, liegt herum. Ist das sonst anders? Meine Stimmung ist ein wenig deprimiert, weil ich die Dinge nicht so überfliege wie oft, die Schwerelosigkeit fehlt. Die Gravitation hat mich am Wickel.
Normalerweise abstrahiere ich von den Ereignissen der Welt. Ich will damit gar nicht erst anfangen, weil ich nicht weiß, wo und wie ich damit aufhören sollte. Jetzt aber kann ich mich von den Ereignissen in Japan kaum lösen. Ich kann nicht aufhören, dahin zu schauen. Es ist nicht so, dass ich Angst habe, hiervor nicht und auch nicht hiervor. Obwohl es sicher in beiden Fällen Gründe gibt, Angst zu haben, Angst ist auch nichts Schlechtes. Es ist vielmehr so, dass ich es fehl am Platze fände, jetzt etwas zur Literatur zu sagen.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: März 13th, 2011 unter Allzupersönliches, kurz












Kommentar von parallalie
Datum/Uhrzeit 14. März 2011 um 00:57
und doch hätte die literatur gerade dann ihre berechtigung, als katalysator, der zwar nichts berichtigen kann, aber doch berichten.