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Aléas Anordnungen

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    Kommentare:

  • Aléa Torik: Lieber Christian, auch Ihnen vielen Dank für Ihren Kommentar und den Link zu den Blinden. Es ist immer interessant, wenn ich als Autorin erfahre, was den Lesern gefällt und was nicht....
  • Aléa Torik: Lieber Philipp, vielen Dank für Ihren Kommentar zu meinem Buch. Die Verknüpfung einzelner Lebensschicksale zu einem großen Bild ist das, was ich wollte. Da ich die Wahrnehmungsweise...
  • Aléa Torik: Lieber Dietmar, einerseits hat Mircea Cărtărescu recht, wenn er die deutschen Journalisten anfaucht und sich beschwert, dass die immer bloß nach der Securitate fragen können, weil...
  • Der Buecherblogger: Liebe Aléa, Es ist ja nicht so, dass die Securitate bei Ihnen nicht erwähnt würde: “Der Geheimdienst vielleicht, dessen Namen alle kannten und den doch niemand laut...
  • Christian: Zum Thema blinde Fotografen gibt es hier ein Projekt: http://www.kilianfoerster.de/b linde.htm
  • Aléa Torik: Lieber Philipp, nur vorläufig: Sie haben Recht, es ist völlig überzogen, dass ein Blinder fotografiert: http://www.youtube.com/watch?v =2YfCgFGf9Ak Aléa
  • Aléa Torik: Lieber Dietmar, bevor ich jetzt zum nächsten Nervenzusammenbruch übergehe, Scheißcomputer!, mache ich eine kleine Pause. Ihr Kommentar hat mich wirklich außerordentlich gefreut. Im...
  • Philipp: Liebe Aléa, den Idioten habe ich nicht zu Ende gelesen. Ihren Roman schon. Wenn das kein Kompliment ist… Sehr gut gefallen hat mir der Stil und die Gesamtkomposition. Das liest sich...
  • Christian: Liebe Alea, das kürzen des Textes stell’ ich mir sehr schwer vor. Ehrlich gesagt hat mir die von mir erwähnte Stelle nicht am besten gefallen. Aber sie hat mir am meisten Spass...
  • Der Buecherblogger: Liebe Aléa, gestern nacht habe ich Ihren Roman zu Ende gelesen. Sie mögen sich schon längst zu neuen Ufern Ihrer Identität aufgeschwungen haben, aber in mir brodelt das, was ich...
  • Aléa Torik: Lieber phorkyas, wir Rumänistinnen sind alle auch Romanistinnen, denn die Romanistik umfasst die Sprachen Rumänisch, Italienisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch. Mindestens....
  • phorkyas: Liebe Aléa, dann hatte ich mich da nicht verhört. Bisher war mir nur eine rumänische Romanistin begegnet. In der Tat war das die Verteidigung – viel schlimmer war es aber den Text...
  • Aléa Torik: Lieber Phorkyas, ich vermute, die Situation war die, dass Sie Ihre Dissertation verteidigt haben?! Da habe ich noch Zeit. Rumäninnen können, wenn es die Männer zu beeindrucken gilt, so...
  • phorkyas: Liebe Aléa, bei dem Ausdruck Triumph habe ich auch länger gezögert, aber mir war kein besseres Wort eingefallen. Vor kurzem habe ich etwas Ähnliches hinter mich gebracht, stand aber...
  • Aléa Torik: Lieber Phorkyas, Triumph wäre nicht das richtige Wort. Ich triumphiere nicht, das wäre nicht mein Stil. Ich hätte es vorne sitzend nicht so genießen können wie hinten stehend. Es gibt...
  • phorkyas: Ich stand in der letzen Reihe und konnte mir das in Ruhe anhören. Das klingt nach einem wunderbar in der Stille ausgekosteten Triumph. @Dr. No: Frauen mit Akzent, oh ja! Und ein...
  • Aléa Torik: Lieber NO, Vielen Dank für den Kommentar. Drei Geständnisse an einem Sonntagmorgen? 1) Was die Leselänge betrifft, hatten zuvor alle gewarnt, dass es zu lang werden könnte. Außer Herr...
  • NO: Der Rausch des Werdens Glückwunsch!!!!! In üblichem hanseatischen Stil, den ich ja mit Wolf-Rüdiger Osburg teile, herkunftsbedingt, könnte man von einer gelungenen Veranstaltung sprechen. Die...
  • Aléa Torik: Ich danke Ihnen allen, für die guten Wünsche und statt hier lange zu antworten, schauen Sie meinen neuen Beitrag an. Da können Sie alles sehen, was Sie sehen wollen. Aléa
  • avenarius: Liebe Alea, ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche Lesung und hoffe, Sie treffen den Ton. Führen Sie “das Geräusch des Werdens” mit leisen Schritten herein. avenarius

  • Archiv vom März, 2011

    26 März 2011

    Auch das Lassen ist ein Tun

    Jetzt tue ich gerade dies. Zuvor habe ich etwas anderes getan. Der Text wird mit einem kleinen Abstand auch hier erscheinen. Wer es kommentieren möchte, muss sich noch ein paar Tage gedulden und kann das dann unter dem Artikel. Wer es nicht kommentieren möchte, kann das schon heute tun. Auch das Lassen ist ein Tun. Es macht nur weniger Arbeit.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    23 März 2011

    Literatur und Kitsch: kitch as kitch can

    Ich habe mir das aufgebürdet und jetzt muss ich es auch tun: etwas zum Kitsch formulieren. Am liebsten würde ich einen Rückzieher machen, weil es ein sehr anspruchsvoller Anstieg ist, mit mäßiger Aussicht (auf Erfolg). Voraussichtlich werde ich auf der Hälfte stehen bleiben und später behaupten müssen, ich sei ganz oben gewesen, mit fantastischer Aussicht.

    Es gibt für Autoren mit ernsthaften Absichten offenbar wenig Ungemütlicheres, außer dem Plagiat, wenige Gefährlicheres als Kitsch. Ein schlechter Text wird einem verziehen. Vor allem von denen, die selbst mit Worten arbeiten und wissen, wie leicht man sich versteigen kann. Es gibt sogar jene, die schlechte Texte nicht nur verzeihen, sondern sich sogar freuen: endlich mal ein etwas, das man versteht. Kitsch wird in der Regel nicht verziehen. Aber verstanden. Kitsch ist eine Katastrophe. Aber es gibt viele, die das nicht verstehen. Kitsch und Kunst scheinen die beiden entgegengesetzten Enden des Universums.

    Mit Kitsch lässt sich in der darstellenden Kunst prima Geld verdienen. Was ist Kitsch? Das hier oder das oder das oder das ? Ist Kitsch nur schlechter Geschmack? Massengeschmack? Trivialität? Die banale Seite der Romantik? Eine leere und hohle Ästhetik, die keine andere Dimension hat? Schönheit? Bloßes dekoratives Element? Effekthascherei? Sentimentalität? Idylle? Glänzende Oberfläche ohne Tiefenstruktur? Einseitigkeit? Banalität? Ist Kitsch vielleicht nicht die kluge, sokratische Variante der Unwissenheit, sondern ihre dämliche Schwester?

    Ist Kitsch das Gegenteil von Kunst? Gibt es die Kunst und den Kitsch? In einer oppositionellen Auffassung wird die Kunst auf-, der hingegen Kitsch abgewertet. Kunst muss aber kein elitäres Genusserlebnis, sie kann aber ebenso gut Alltagskunst sein. Bekommt Kunst damit nicht ein geradezu theologisches Ansinnen, die Erlösung vom Bösen, vom Ordinären und Gewöhnlichen? Sind nicht viele Darstellungen gleichermaßen Kitsch, ob die Objekte nun Jesus, David oder Tyler heißen? Dem einen huldigen wir als Religion, dem anderen als Ideal, dem dritten als Erotik.

    Kein anderes Sujet eignet sich so sehr zum Kitsch wie die Liebe. An kaum ein anderes Sujet haben wir so hohe Erwartungen. Sie muss uns vor allem retten, vor der Einsamkeit, vor der Armut und vor allem vor uns selbst. Von der Liebe habe ich, wie viele andere auch, ziemlich kitschige Vorstellungen. (Sind die Bilder da unten kitschig? Ich finde sie schön! Reicht das, um sie vor dem Kitsch zu retten? Ich dachte natürlich, dass der Kitschartikel sofort hinterherkommt, um die Bilder zu relativieren). Und die möchte ich auch behalten. Ich lasse mir eine Menge gefallen – körperliche Auseinandersetzungen lasse ich mir sogar sehr gefallen, das wurde hierher gestellt – aber ich lasse mir nicht meine Vorstellungen von der Liebe nehmen.

    Was ist Kitsch? Es wird in der deutschen Literatur oft ein Name genannt, den ich nicht nenne, weil ich nie etwas von ihr gelesen habe. Auch in der rumänischen Literatur wird häufig ein Name genannt, den ich ebenfalls nicht nenne, weil ich das nicht kenne. Aber auch anerkannt große Erzähler haben den einen oder andern Griff ins Kitschige gemacht. Es bedarf sicher bestimmter Bedingungen, damit große Erzählernaturen gedeihen, dazu mag eine gewisse Angstlosigkeit gehören, vielleicht klimatische oder geografische Bedingungen wie sie in Paris, in London und in Sibiu zu finden waren. Diese drei haben mitunter auch Kitsch geschrieben, den wir heute nicht mehr so empfinden. Das sind Klassiker, kein Kitsch. Womöglich wurde das damals nicht als kitschig empfunden. Ist, was heute ernst erscheint, morgen schon lachhaft oder kitschig? Ist das, was wir als Kitsch bezeichnen, künstlerisch nur nicht besonders ausgeformt, weil die fortschreitende Erzählung wichtiger ist als die Form, in der diese Erzählung angeboten wird?

    Um es auf Wolf von Niebelschütz, „Die Kinder der Finsternis“, an dem sich diese Diskussion entzündet hatte, anzuwenden: Ich empfinde es als kitschig, wenn Barral alle Frauen bekommt. Er nimmt sich, wen er haben will und die Frauen wollen auch immer. Ich sagte, dass mir das nicht gefällt, habe es aber als Jungenphantasie abgetan. Und ein Dichter muss phantasieren, das vergessen Leser manchmal. Die nehmen als Natur, was Kunst ist. Als Wahrheit was erfunden wurde. Und vielleicht auch als Kitsch, was beim Schreiben bloß Gefühl war.

    Die erste Liebesszene: „Ohne Wut lud er sie über die Schultern, trug sie, den Messergurt in der Hand, wie ein Lamm zur Bergweide empor, die voll Herden war, und warf sie aufs Lager. Ohne Wort, im Rausche der Zeugung, schöne, leise und schlanke Tiere, verlangten sie einander immer aufs Neue, bis aus den Lustgewittern die schwarze Windstille der Schwermut brach.“ Kitsch kann es meiner Meinung nach nicht sein, weil der Sprachstil so anspruchsvoll ist, dass er sich der einfachen Konsumierbarkeit entzieht: Lustgewitter, aus denen “die schwarze Windstille der Schwermut“ bricht: Das ist kein Massengeschmack. Ist es vielleicht Romantik? Selbst wenn das Arrangement ‚hübsches Fräulein und starker Ritter‘ Elemente des Kitsches enthalten, so meine ich, dass die Sehnsucht nach Kitsch, oder dem, was Kitsch sein könnte, auch eine Sehnsucht ist, die in allen arbeitet. Oder nicht arbeitet.

    Meine These, meine Behauptung, meine Vermutung lautet: Kitsch ist das Fehlen von Realität. Das ist provokant formuliert. Das kann ich ja gut. Etwas ausgewogener: Im Kitsch kommt die Realität zu kurz. Sie kommt zu kurz, weil sie überbetont wird. Weil sie in den Vordergrund gestellt wird.  Weil sie keinen Antagonisten hat. Im Kitsch und in der Kunst haben wir es mit dem Verhältnis zweier Strebungen zu tun: Fiktion / Imagination auf der einen und Wahrheit / Wahrhaftigkeit / Authentizität auf der anderen Seite (wer glaubt, ich würde meine Diss hier verwursten der täuscht sich mehrfach, einfach täuscht er sich bereits darin, dass ich gar nichts verwurste, ich bin Vegetarierin). Das Verhältnis nennen wir Realität. Diese Realität ist im Kitsch eine andere als in der Kunst, vielmehr ist das Verhältnis der beiden Strebungen ein anderes. Im Kitsch kommt die eine Strebung, das fiktive Element, zu kurz. Etwas behauptet Wirklichkeit zu sein, weil es diese eine Seite so stark in den Vordergrund rückt, dass die andere Seite dahinter verschwindet. Es sieht aus wie Realität, ist es aber nicht, weil die Realität das Verhältnis zweier Strebungen ist. Nach langem Suchen habe ich das Wort gefunden: Bimetall. Die Realität ist ein Bimetall, das, literarisch erhitzt, sich in der Kunst und im Kitsch jeweils in andere Richtungen verzieht.

    Das ist die Höhe, die ich noch mühelos erreiche. Für den Rest des Anstiegs, um die richtig gute Aussicht zu erreichen, will ich Geld!

    Nachtrag: Ist Kitsch ein Problem? Oder beschreibt es nicht vielmehr ein Problem, das größer ist, weil es sich dahinter versteckt. Die Infantilität der Kultur. Mit einem Wort: Knut. Eine ganze Gesellschaft, die einem Eisbären huldigt. Das sagt eine Menge über die Bewohner des Geheges aus, diesseits der Gitterstäbe. Das sind keine Kinder, das sind erwachsene Menschen die jetzt im Zoologischen Garten in Berlin Schilder hochhalten auf denen „Warum?“ steht. Erwachsene Menschen, die sich fragen, ob Knut gemobbt worden ist! Menschen, die ein Wahlrecht haben und die bei der nächsten Wahl über das politische Geschick der Bundesrepublik Deutschland entscheiden. Menschen die sich, wenn sie das nächste Mal zur Wahl gehen, fragen, ob man ein Kreuz für die artgerechte Haltung von Eisbären machen kann. Damit habe ich ein Problem. Nicht mit Kitsch.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    22 März 2011

    Verkannte Genies

    Verkannte Genies gibt es viele. Sie unterscheiden sich von den echten Genies dadurch, dass sie sich selbst verkennen. Echte Genies werden von anderen verkannt. Genies brauchen andere. Deswegen gibt es so wenige. Von anderen verkannt zu werden, ist eine Kunst. Sich selbst verkennen kann jeder.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    20 März 2011

    Jaaaaahhhhhhhhh

    Roman beim Lektor abgegeben! 323 Seiten, 114.962 Wörter, 594.724 Zeichen, mit Leerzeichen sind es 709.034, 2.683 Absätze, 9.822 Zeilen. Hoffentlich ist alles in der richtigen Reihenfolge. Gute Literatur ist einfach nur die richtige Reihenfolge aller beteiligten Zeichen.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    16 März 2011

    Aparte Buchhalter und Buchhalterinnen

    Mehr davon finden sich auf der Seite Book Porn, dort habe ich die Bilder her.





    13 März 2011

    Die Gravitation hat mich am Wickel

    Es läuft gerade nicht rund bei mir. Ich stecke sehr viel Arbeit in die letzen Korrekturen an meinem Roman bevor der Ende kommender Woche an den Lektor geht. Ich stecke nicht viel Arbeit hinein, sondern viel Zeit, lähmend viel. Die Diss liegt, ich wollte noch einen Aufsatz zu einem theoretischen Thema schreiben, das liegt auch, der zweite Roman sowieso. Es liegt auch dieses Blog, der Artikel über den Kitsch (zentraler Satz sollte lauten: Kitsch ist das Fehlen von Realität. Die Formulierung ist gut, provokant, aus solchen Dingen lässt sich mitunter etwas machen. Aber mir fällt nicht ein, wie es weitergehen soll, es darf nicht bei der Provokation bleiben), der nächste Artikel zu Niebelschütz ebenfalls. Es liegen Ideen herum, angefangene Artikel. Ich mache eine Besprechung eines Romans für eine Zeitschrift, auch die bewegt sich derzeit nicht. Die Wohnung müsste mal geputzt werden. Auch hier ist es so: alles, was ich liegen lasse, liegt herum. Ist das sonst anders? Meine Stimmung ist ein wenig deprimiert, weil ich die Dinge nicht so überfliege wie oft, die Schwerelosigkeit fehlt. Die Gravitation hat mich am Wickel.

    Normalerweise abstrahiere ich von den Ereignissen der Welt. Ich will damit gar nicht erst anfangen, weil ich nicht weiß, wo und wie ich damit aufhören sollte. Jetzt aber kann ich mich von den Ereignissen in Japan kaum lösen. Ich kann nicht aufhören, dahin zu schauen. Es ist nicht so, dass ich Angst habe, hiervor nicht und auch nicht hiervor. Obwohl es sicher in beiden Fällen Gründe gibt, Angst zu haben, Angst ist auch nichts Schlechtes. Es ist vielmehr so, dass ich es fehl am Platze fände, jetzt etwas zur Literatur zu sagen.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    05 März 2011

    Gierige, Neugierige und Neugierigerinnen

    Man hatte mir angekündigt, dass mein Ranking bei Wikio sich deutlich geändert habe und ich im Monat März sehr hoch eingestuft werde. Nun ist das aber gar nicht der Fall, ich bin ein wenig hochgerutscht, von Platz zwanzig auf Platz zwölf, und morgen rutsche ich wieder herunter. Das ist mir nicht so wichtig, wo ich nach Meinung anderer rangiere. Wichtig ist, wo ich mich wirklich befinde. Hier nämlich.

    Falls sich neue Leser und Leserinnen einfinden sollten, oder die Vorstufe dazu, Neugierige und Neugierigerinnen – oder die anderen, die Gierigen – ob also die, die bloß die Nase hereinstecken wollen oder die anderen: die Türe steht offen. Die Texte sind oft lang, bisweilen anspruchsvoll, manchmal witzig, manchmal wahnwitzig, mitunter sogar ärgerlich. Diese Seite habe ich zu meinem Vergnügen. Ich freue mich, wenn andere dasselbe Vergnügen empfinden. Und es dann auch äußern. Ich will allerdings den Überblick behalten und schalte die Kommentare frei. Das hat nichts mit Zensur zu tun, auch nichts mit Macht. Sondern damit, dass ich keine Lust auf Trolle habe. Eine Auseinandersetzung mit der Trolllologie findet hier nicht statt, weil das Phänomen mich nicht interessiert. In der Regel gibt es eine Antwort auf einen Kommentar, das kann allerdings auch mal zwei Tage dauern.

    Trolllologie: Achtung Urheberrecht! Ich habe das Wort erfunden, wer‘s nutzen will kann das gerne tun, mit dem Hinweis auf mich und einem Obolus auf mein Konto. Obolus und Talent waren antike Währungen. Obolus war wenig wert, Talent hingegen sehr viel. Das empfinde ich ebenso. Und das ist auch ein schönes Wort: talentiert!

    Das hier ist eine ernste Veranstaltung. Ernste Autorin, ernste Leserinnen und überall ernste Gesichterinnen. Ernsthaft zumindest. These der möglicherweise talentierten Frau Torik: Der ernsthafte Leser unterscheidet sich vom nicht ernsthaften dadurch, dass er seinen Spaß haben will. Der nicht ernsthafte Leser will bloß Unterhaltung. Und davon verstehe ich nichts. Oder doch? Zweite These der talentierten Torik: Unterhaltung ist, wenn man alles versteht. Dritte These: Neugierig kann man nur dann sein, wenn man nicht alles versteht. Viertes: Unterhaltung ist der Untergang der Neugier. Fünftens: der Untergang der Neugier ist der Untergang der Kultur.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.