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  • 08 Februar 2011

    Zu viel Arsch und Titten

    Ich war gestern Abend auf der Geburtstagsparty von AHN und seinem Freund, dem Profi. Es war ein ausgewählter Kreis, fast alles Leute, die mit Büchern und Schreiben zu tun haben. Wer nicht selber schreibt, der bewundert die, die es tun. Das hat Alban jedenfalls angedeutet. Ich war nicht lange dort. Ich war und bin noch immer krank, Fieber. Ich bin ein empfindliches Wesen und kann nur bei 37,2 Grad Körpertemperatur existieren. Ich bin dem Gastgeber geradewegs in die Arme gelaufen. Ich wollte mich nicht in den Kreis hinzu bitten lassen, sondern gleich wieder gehen. Ich war krank. Ich kann lamentieren nicht ausstehen. Bei dieser Gelegenheit hat ANH mich dem Norbert Schlinkert vorgestellt. Von dort wo wir drei für kaum mehr als zehn Minuten standen, hatte ich einen ausgezeichneten Blick in den ausgeleuchteten Bereich unter dem Bild des Massenmörders Mao. Was Massenmörder betrifft, habe ich ein nicht minder feines Empfinden. In der Runde, mittiger konnte man kaum sitzen, saß die Freundin von ANH. Die Geliebte. Eine Geliebte. Die fieberte ebenfalls, aber anders als ich. Sie war äußerst aufreizend gekleidet. Sie wollte gut aussehen, sexy vor allem. Sie wollte ihre Brüste zeigen. Sie wollte ihr Körper sein.

    Ich habe nicht immer, aber bisweilen Schwierigkeiten mit Menschen, die ihre Sexualität deutlich in den Vordergrund rücken. Weil dadurch anderes in den Hintergrund gerückt wird. Auf das, was man in den Vordergrund rückt, hat man einen Einfluss. Auf das andere, was dadurch in den Hintergrund gerückt wird, nicht. Wenn die Sexualität in den Vordergrund gerückt wird, wird in der Regel alles andere in den Hintergrund gerückt. Ich empfinde Verführung und Andeutung als explizit weiblich, die Reaktion darauf als explizit männlich. Zu viel Busen, Korsage und BH, zu viel Absatz, Bein und Fessel, zu viel Arsch und Titten: das ist nicht Andeutung. Das ist sehr viel mehr.

    Gegen diese starre und strenge Einteilung ließe sich vieles einwenden: dass die Grenze, wo Andeutung aufhört und das Angedeutete anfängt, natürlich fließend ist. Mal fließt es gemächlicher, mal reißender, mal stehen die Wasser, mal fallen sie. Auch muss nicht notwendig zwischen männlichen und weiblichen Verhaltens- und Erscheinungsweisen unterschieden werden. Wenn Frauen jedoch als Sexualobjekte der Männer auftreten, sieht das für mich geradezu willenlos aus. Und das finde ich unerotisch. Bei Männern wie bei Frauen. Das sieht aus, als geschähe es, das Sexuelle, nicht, weil die Betroffenen es wollen, sondern weil der Trieb es will. Sie machen Sex, weil sie triebhaft sind. Wären sie es nicht, getrieben nämlich, würden sie auch keinen Sex haben wollen. Anders ausgedrückt: Sie machen das nicht, weil sie Lust drauf haben.

    Das ist ein Sex, bei dem es nicht um den anderen geht. Es geht nur noch um einen selbst. Und der Sex, der sich um das eigene Selbst dreht und nicht um das Selbst des anderen: vor dem habe ich Angst. Der etwas schamvoller agierende gefällt mir besser. Auch da fallen irgendwann die Hemmungen. Hemmungen sind ja da, um zu fallen (wir hatten dieses Thema hier schon bei mechanischen Uhren). Ich mag es, wenn Menschen ihre Sexualität etwas verhaltener zeigen. Weil ich den Anlauf mag, das Andeutende und das Mögliche. Ficken kann jeder. Brüllen kann jeder, Raunen und Flüstern nicht.

    Ich bin krank, ich fiebere, ich friere. Ich kann lamentieren nicht ausstehen. Verdammter Kapitalismus.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.



    Kommentare

    Kommentar von ANH
    Datum/Uhrzeit 8. Februar 2011 um 22:56

    “Sie machen Sex, weil sie triebhaft sind.”

    Ja. Und ich finde triebhafte Frauen hinreißend, ich finde den Trieb hinreißend. Ich kann es auch nicht schlimm finden, daß es – auch – der Frau um ihren eigenen Genuß geht. Im Gegenteil, erst dann kann ich es auch um meinen eigenen Genuß gehen lassen. Sexualität ist keine Angelegenheit für ein soziales Genesungswerk.

    Bei allem, was Du hier schriebst, Aléa, bin ich nicht nur irrtiert, weil Frau v. Samarkand – sie nämlich war es – zwar durchaus lockend, vielleicht auch aufreizend, auf keinen Fall aber ordinär gekleidet war; sondern sie liebt es, offenbar, mit der “den” Frauen im Patriarchat zugeformten Rollenmustern zu spielen. Sie spielt ausgezeichnet und ist eben nicht nur nebenbei gleichzeitig eine ziemlich gebildete Intellektuelle. Weshalb sie sehr gut beißen kann – in jederlei Sinn des Wortes, auch nämlich metaphorisch. Sondern was mich eigentlich verwundert, ist, daß Olga doch gar nicht a n d e r s ist… jaja, Deine Freundin, mit der Du lebst und die ich ja nun kennenlernen durfte (wir haben uns sehr gut verstanden, auch wenn wir uns, wie Du weißt, permanent gekabbelt haben). Jedenfalls könnten sie und Frau v. Samarkand Schwestern im Geiste und Leibe sein, wäre nicht diese von der Figur eher schmal (woher nahmst Du bloß das mit den Titten? – bloß weil sie einen wundervollen BH trug?), indes Olga der reizvolle Typ der Belluci ist.
    In einer Zeit zunehmenden Neu-Biedermeiers wäre ich, gäbe es ihn, für eine Erscheinung wie die der Samarkandin dem Herrgott auf das allertiefste dankbar – und würde mich verneigen vor ihm. Und zwar in großer Demut: beglückt.

    Kommentar von NWS
    Datum/Uhrzeit 8. Februar 2011 um 23:00

    Liebe Aléa,
    ich hatte mein Fieber bereits in der vorletzten Woche. Dir auf jeden Fall gute Besserung!
    Was war los, gestern Abend in der Bar? Nachdem ANH uns nun also endlich mal bekannt gemacht hat, wurde ja auch Zeit, finde ich, habe ich mich ins Geburtstagsfeiergeschehen gestürzt und mit den Kulturmaschinen und anderen formidablen Menschen gesprochen, wobei ich sagen muß, die von Dir geschilderte Frau ist mir zunächst nicht aufgefallen, und als sie mir endlich ins Auge fiel, dachte ich unwillkürlich, sie sei erfunden. Schließlich ist man unter Schriftstellern, da kommt so etwas vor. Auch saß sie tatsächlich, auch dies spricht für das Erfundensein, immer genau in der Mitte. Doch einer Feierlichkeit ohne solch ein Bienchen würde etwas fehlen, und da dies alle spürten, nahm das selbige nicht nur diese Gestalt an, nein, sie wurde wirklich lebendig. Wie Du weißt, bin ich in Fragen, die das poetische Ich betreffen, einigermaßen bewandert, und es ist immer schön, solch einer Verlebendigung beizuwohnen. Und überhaupt, wo sollte schon der Unterschied liegen zwischen einem realen und einem poetischen Ich?

    Trotzdem bist Du natürlich ein wenig ungerecht, denn womöglich wird das wahre Wesen dieses Wesens durch Kleid, Pumps und Schnürung nicht ent- sondern verhüllt, vielleicht ist das ein geschickter Panzer, den kaum einer oder eben nur Einer durchbrechen kann? Statt des Herdes, an dem alle sich wärmten, findet sich heutigentags eben ein ästhetisch wärmendes Weibsbild in der Mitte, zu dem nur der richtige Abstand gewählt werden muß. Auf der Bühne sind wir indes alle, doch was hinter den Kulissen geschieht, bleibt oft verborgen, nicht immer trotz, sondern manchmal wegen der gezeigten Offenherzigkeit.
    Herzlich,
    Norbert

    Kommentar von Melusine Barby
    Datum/Uhrzeit 9. Februar 2011 um 01:33

    “Das ist ein Sex, bei dem es nicht um den anderen geht. Es geht nur noch um einen selbst. Und der Sex, der sich um das eigene Selbst dreht und nicht um das Selbst des anderen: vor dem habe ich Angst.”

    Diese Sätze, liebe Aléa, erinnerten mich (- und schmerzlich!) an ein Gespräch mit einer lieben Freundin, das fast zum Streit wurde. Vielleicht kann frau schriftlich gelassener damit umgehen. Darum versuche ich das hier mal.

    Ich verstehe die zitierte Aussage schlicht nicht. Gerade beim Sex, in der Tat, ist man doch ganz “egoistisch” und lässt sich auf kein “Tauschgeschäft” ein, oder? Ich wüsste auch keinen andern Grund für Sex als den Trieb. Warum steht er für Sie (wie für meine Freundin, übrigens) im Gegensatz zu Lust?

    Für meine Freundin, lernte ich, ist Sex Ausdruck der Zuneigung und daher möglich auch ohne “Trieb”. Und eben auch ohne eigene Lust, sondern um dem andern Lust zu bereiten. Das wiederum schließe ich für mich völlig aus. Es macht mir sogar Angst (nämlich: Unlust).

    Aber vielleicht verstehe ich das auch nur nicht richtig (Sie und/oder die Freundin).

    Herzliche Grüße
    M.

    Vielleicht mögen Sie das nicht beantworten. Das verstünde ich.

    Kommentar von Melusine Barby
    Datum/Uhrzeit 9. Februar 2011 um 08:43

    Nachdem Herr Herbst in die Dschungel heute morgen nicht nur eine Interpretation Ihres Textes, sondern auch eine Analyse Ihrer Person und Ihrer Weiblichkeit versucht hat, möchte ich meinem Text von gestern Nacht noch anfügen: Ich halte Sie n i c h t für verklemmt und den Gebrauch der Worte Titten und Arsch nicht für “unfraulich”.

    Die strategische (meinethalben auch ironische) Zurichtung eines Frauenkörpers als Sexualobjekt für Männerblicke ist selbstverständlich zulässig; sie als emanzipatorischen Akt zu verstehen aber sehr fragwürdig. Für Frauen ist es wesentlich interessanter und befreiender, finde ich, auf sich selbst mit dem Blick einer Frau zu schauen und sich auf für diesen zu inszenieren.

    Deshalb bitte ich, meine Fragen als Beginn eines Gesprächs unter Frauen zu verstehen. Ich betone das noch mal, weil ich an den Unterstellungen, Abgrenzungen und Rangordnungen (wer ist freier, tabuloser, offener, emanzipierter bzw. verklemmter, getriebener, ahnungsloser) überhaupt k e i n Interesse habe.

    Herzliche Grüße
    M.

    Kommentar von NO
    Datum/Uhrzeit 9. Februar 2011 um 12:44

    Nicht unübel, Frau Torik.
    Kompliment!
    Beste Grüße
    NO

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 9. Februar 2011 um 13:14

    Lieber NO,

    Unübel? Das fand der Alban nicht, der bezeichnet mich als verklemmt und frauenfeindlich: http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/in-die-serengeti-arbeitsjournal-mittwoch-der-9-februar-2011-mit-einer/

    Wo haben Sie denn gesteckt?

    Herzlich

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 9. Februar 2011 um 13:34

    Lieber Alban,
    ausführlich habe ich dir hier http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/in-die-serengeti-arbeitsjournal-mittwoch-der-9-februar-2011-mit-einer/ geantwortet und das will ich auch nicht wiederholen. Ich bin gleichermaßen irritiert: Dass die Dame, die ich nicht kannte, mit der ich mich auch nicht unterhalten haben, ordinär sei, habe ich nichts geschrieben. Wie kommst du darauf?
    Dass ich Olga mit anderen Maßen messe als die meisten anderen Menschen ist allerdings wahr. Das habe ich mir nicht zum ersten Mal anhören müssen. Darüber werde ich mir wohl mal Gedanken machen müssen.
    Selbstverständlich geht es Männern und Frauen um Genuss. Dagegen sage ich ja nichts. Ich sage etwas dagegen, dass in blinder Gefolgschaft des Triebes Genuss gar nicht möglich ist.
    Aléa

    Kommentar von NO
    Datum/Uhrzeit 9. Februar 2011 um 13:43

    @ AT
    Nirgendwo gesteckt. “Ich bin müde, ich schaue nur zu.”
    Beste Grüße
    NO

    Kommentar von avenarius
    Datum/Uhrzeit 9. Februar 2011 um 14:07

    Achtung!

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 9. Februar 2011 um 14:30

    Liebe Melusine,

    wie Sie in Die Dschungel lesen können, habe ich mich aufgeregt über diesen Text, den der Herr Herbst da eingestellt hat. Er geht in keiner Weise auf meinen Texte in, er ist nur diffamierend und verletzend. Und Frauenbewegung ist da gleichbedeutend mit der Zurichtung des weiblichen Körpers für die männlichen Lüste. Nun bin ich gar nicht so sonderlich feministisch, aber wenn man mir unterschieben will, die Frauenbewegung hätte ich dann durchgesetzt, der Kampf hätte sich gelohnt, wenn man sich als Sexobjekt anbietet, das als emanzipatorischen Akt zu verstehen ist schlicht und ergreifend Blödsinn. Und mir dann vorzuwerfen, ich sei verklemmt, ist noch mal blödsinniger, weil das eine keinen Rückschluss auf das andere zulässt.

    Sie machen das nicht, Sie haben den Text gelesen und fragen wie ich es gemeint habe. Und ich muss zugeben, ich weiß es nicht einmal richtig. Was wäre, wenn wir den Trieb nicht hätten? Ich glaube Genuss und Trieb lassen sich nicht aufeinander abbilden. Wir wollen Sex, weil wir triebhaft sind. Wären wir es nicht, täten wir etwas anderes. Sex ist dreckig, anstrengend und führt, wenn es nicht der von allen Emotionen gereinigte Sex ist, zu emotionalen Verwicklungen. Ich glaube dennoch, dass der Genuss sich nicht aus dem Trieb ergibt. Wir wollen Sex, weil wir triebhaft sind, aber wir genießen ihn nicht, weil wir triebhaft sind. Wir genießen ihn, weil er uns gut tut.

    Der Pauschalvorwurf, dieses oder jenes sei verklemmt, ist nicht der Anfang einer Diskussion, sondern ihr Ende. Weil es eine inhaltslose Aussage ist. Es ist nicht das Verklemmte das Schlechte und das Enthemmte das Gute. Auch ich habe überhaupt kein Interesse an solchen pauschalen Verurteilungen. Weder die Löwin noch der Herr Herbst kennen meine Sexualität.

    Aléa

    Kommentar von June
    Datum/Uhrzeit 9. Februar 2011 um 14:50

    Liebe Aléa,

    eine spannende Dynamik ist das, die sich hier ergeben hat.
    Ohne diesen ersten Absatz, ob die Reaktion wohl auch nur annähernd vergleichbar gewesen wäre? Ich würde ihn für mich einfach gerne ausblenden, kenne ich doch (zumindest persönlich) keine der erwähnten Figuren.

    Sie schreiben:
    Ich habe nicht immer, aber bisweilen Schwierigkeiten mit Menschen, die ihre Sexualität deutlich in den Vordergrund rücken. Weil dadurch anderes in den Hintergrund gerückt wird. Auf das, was man in den Vordergrund rückt, hat man einen Einfluss. Auf das andere, was dadurch in den Hintergrund gerückt wird, nicht. Wenn die Sexualität in den Vordergrund gerückt wird, wird in der Regel alles andere in den Hintergrund gerückt.
    Als eine, die selbst sehr gerne kurze Röcke oder enge Hosen trägt und kaum ein Paar flacher Schuhe besitzt, kann ich Ihren Gedanken hier problemlos folgen.

    Weiter geht es für mich bei “Wenn Frauen jedoch als Sexualobjekte der Männer auftreten, sieht das für mich geradezu willenlos aus. Und das finde ich unerotisch.” Dann jedoch kommt für mich der Bruch in dem Text.

    Was will die “willenlose” Frau? Geht es ihr noch um sich selbst? Geht es ihr überhaupt um Sex? Oder braucht es die Inszenierung um von fehlendem eigenen Verlangen abzulenken? “Ich inszeniere mich als Sexualobjekt, um das schmerzhaft abwesende tatsächliche Begehren in einer Rolle zu sublimieren? (So, wie die Pornodarstellerin die fehlende Lust durch möglichst lautes Stöhnen und große Posen wett zu machen versucht?)

    Um es weiter zu denken: Ist das verstörende wirklich der Sex, in dem es (vermehrt) um eine/n selbst und nicht um den/die andere/n geht, oder nicht sogar der Sex, in dem es nur noch um die Inszenierung geht, in einer Rolle als sexuell aktives Wesen?

    Es grüße herzlich
    June

    Kommentar von NWS
    Datum/Uhrzeit 9. Februar 2011 um 17:07

    Liebe Aléa,
    da hast Du ja was losgetreten! Und ich dachte noch, wir sahen uns am Montag ja zum ersten Mal in echt, ein bißchen weniger Rouge hätte es auch getan – das war das Fieber, das schließlich dann in den Text geflossen ist. Wärest Du geblieben, nichts mehr hätte Dich in Deinem Anfangsverdacht bestärkt, denn dort war tatsächlich keine Anmachatmosphäre, vielmehr wurde über Buch, Theater, Kaffeehäuser und die Welt gesprochen, geraucht und getrunken. Auf das Wie des Angezogenseins achtete man zu Beginn instinktiv, so wie Du, übersah es dann aber als Teil des Gegenübers. So ist es ja gemeinhin immer. Du hättest also bleiben sollen, um möglichst viel Bier zu trinken, denn das hilft bei Fieber. Ein Taxi zurück in die Prenzlauer Berge hätten wir Dir dann schon spendiert.

    Kommentar von Melusine Barby
    Datum/Uhrzeit 9. Februar 2011 um 18:23

    Liebe Aléa,

    Ihre Aufregung (und das ist sicher ein Euphemismus) kann ich verstehen. Diese Vorwürfe und Unterstellung sind gleichermaßen unverschämt wie unbegründet.

    Richtig finde ich Ihre Aussage, dass gerade, wer behauptet, kein Problem mit Sexualität zu haben, sehr wahrscheinlich eines hat. Denn die Sexualität treibt uns an Grenzen (unserer selbst) und lässt uns welche überschreiten (die des Anderen). Das ist “problemfrei” nicht zu haben. (Auch nicht -wie ich denke – “schamlos”, jedoch nicht im Sinne traditioneller Moral, sondern weil es eine “natürliche” Hemmung gibt, sich auszuliefern und zu entgrenzen.)

    So wie Sie schreiben: “ich weiß es nicht einmal recht”, so geht es mir selbst ja auch. Sexualität führt an eine Grenze, weil und wenn man sich einverständlich gegenseitig in ein Objekt verwandelt und gleichfalls sich selbst “entäußert”. Was ich nicht verstand, war der Gegensatz, den Ihr erster Text zwischen Trieb und Lust macht. Aber ich glaube, es jetzt besser zu verstehen: der Lustgewinn liegt gerade in der (Selbst-)Wahrnehmung der Grenze und in der Art, wie man sie (gemeinsam) überschreitet, während der bloße Trieb dieses (Ver-)Zögern nicht kennt.

    Dieser Erfahrung im Wege, denke ich, steht jedes vorgängige Besitzverhältnis, jede Auspreisung des Sexuellen, jede Professionalisierung des Akts- weil sie zur puren Inszenierung der Grenzüberschreitung gerät (wie June schreibt).

    Mir ist wichtig, das Sex weder eine Dienstleistung ist, noch ein Gnadenakt, weder eine Belohnung noch eine Strafe, dass er keinen Zweck hat außer sich selbst, nichts beweist und nichts symbolisiert.

    Herzlich
    Melusine

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 9. Februar 2011 um 19:58

    Liebe June,

    vielen Dank, dass Sie sich in so einer Situation beteiligen.

    Ich finde das derzeit ein wenig anstrengend, aber das liegt vor allem am Fieber, es ist gar nicht so anstrengend. Es ist sogar nötig. Es war immer klar, seit ich ANH kenne, dass wir unterschiedliche Auffassungen von Sexualität haben. Früher oder später wären sowieso wir aneinander geraten. Entweder wir können uns da einigen oder wir gehen getrennte Wege.

    Ich war in meinem Text einfach nur ehrlich. Damit können viele Menschen nicht umgehen, die Anhänger von ANH sowieso nicht. Wenn man solche Schwierigkeiten mit Sexualität hat -und die meisten haben Sie, auch wenn sie vielleicht nichts davon wissen, wenn die Gesellschaft ihnen zumutet, diese Schwierigkeiten zu verdrängen, zu sublimieren oder sich zu verstellen – dann wird man sofort als verklemmt. Sehr beliebt auf der Straße ist auch die Variante: lass dich mal richtig durchficken. Ich war ehrlich und ich bin auch mutig. Ich kann so etwas thematisieren.

    Ich trage auch gerne Sachen, die meinen Körper betonen. Ich finde ihn schön, ich finde mich schön ich fühle mich wohl. Ich finde mich sexy. Nicht zu jedem Zeitpunkt, aber ich bin mir zu jedem Zeitpunkt bewusst, dass ich eine Frau bin. Vielleicht ist das bei Männern ähnlich, dass sie ihre Maskulinität spüren. Aber ich glaube das nicht. Und indem ich das spüre, spüre ich auch, dass ich ein Objekt bin. Nicht, dass ich es nicht auch sein will: begehrenswert. Ich spüre das eine und das andere gleichzeitig, während, meine ich, viele, vor allem diese Sexspielzeuge, nur das eine spüren. Und dann posaunen sie noch ihre Emanzipation heraus und ihre Freizügigkeit.

    Die willenlose Frau: ich mag solche Menschen nicht. Da treffen Sie genau den Punkt um den es geht: Sexualität wird reduziert auf seine Inszenierung. Diese Inszenierung ist für andere. Sie dreht sich nicht um mich oder mein gegenüber, sondern sie wird arrangiert für ein imaginäres Publikum. Der Blick des anderen ersetzt darin den eigenen Blick, den ich gar nicht mehr habe. In meinen Ohren klingt das entseelt. Und ich sehe auch keinen Fortschritt zu der Weise wie man vor zweihundert Jahren Frauen behandelt hat, ob man sie einfach verheiratet und ins nächste Bett gesteckt hat oder ob sie sich heute ins nächste Bett stecken lassen.

    „Ist das verstörende wirklich der Sex, in dem es (vermehrt) um eine/n selbst und nicht um den/die andere/n geht, oder nicht sogar der Sex, in dem es nur noch um die Inszenierung geht, in einer Rolle als sexuell aktives Wesen?“ Ich empfinde beides gleichermaßen als verstörend. Aber das ist auch nicht weiter schlimm, ich finde Sexualität durchaus verstörend. Sexualität, die banal ist, alltäglich, die nur noch praktiziert wird, die ist für mich reizlos, vielmehr abstoßend.

    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 9. Februar 2011 um 20:11

    Lieber Norbert,

    du hast sicher recht damit, dass man in einem solchen Outfit nicht nur Dinge zeigt, sondern vor allem verbirgt. Wer weiß, was diese Frau dahinter verbirgt, ihre Ängste, ihren Wunsch geliebt zu werden. So sind ja viele Frauen, wenn du dir sie als kleine Mädchen anschaust, unsicher und schüchtern. Dann stellen sie in der Pubertät fest, dass die Männer ihren Köper toll finden und das ist dann der Punkt, über den sie sich nicht mehr erheben: das ist das, was Männer an ihnen gut finden. Die entwickeln sich niemals weiter. Das ist und bleibt der Grund ihres Selbstbewusstseins. Jungs nehmen da eine ganz andere Entwicklung, viel freizügiger, lauter und ungehemmter. Und manche Mädchen versuchen sich dann ans Ungehemmte ranzuwerfen und es zu imitieren. Und bemerken gar nicht, dass es trotz hübscher Brüste und Beine, männliche Verhaltensweisen sind.

    Aléa

    Kommentar von avenarius
    Datum/Uhrzeit 9. Februar 2011 um 22:49

    …liebe…schweige.

    Die Ambivalenz von Eros und Sexualität ist unkonventionell. Das Schweigen beginnt, wo die Konventionen aufhören. Die Klasse eines Denkens zeigt sich im Umgang mit dem, worüber man übereingekommen ist.

    Kommentar von Madame
    Datum/Uhrzeit 9. Februar 2011 um 23:25

    Auch ich war Gästin auf jener Party und ich habe das Gefühl, ich war auf einer anderen, als der oben beschriebenen.
    Was mir nun bleibt ist ein sehr unangenehmes Gefühl, das mich immer dann beschleicht, wenn es gerade Frauen sind, die Frauen denunzieren, demontieren und vorführen (wollen).
    In diesem Fall war der geworfene Stein wohl eher ein Bumerang und ich bin recht dankbar, dass wir, Alea Torik, einander nicht kennenlernen mussten.

    Kommentar von Der Buecherblogger
    Datum/Uhrzeit 10. Februar 2011 um 00:02

    Das Wichtigere zuerst: Gute Besserung und ein hoffentlich sinkendes Thermometer!!!
    Beim Thema “Sex” kann man(n) sich nur den Mund verbrennen, ihn zu halten scheint mir aber auch verkehrt.
    Ihre Beschreibung des Geburtstagstreffens in einer Berliner Bar und Ihre Positionen dazu kann ich sehr gut nachvollziehen. Mit Verklemmtheit hat das absolut gar nichts zu tun! Man darf aber auch ruhig Herrn Herbst darin verstehen, dass er einfach seinen dionysischen, maskulinen Standpunkt vertritt. Der Phallus sucht eben auch Bestätigung in seiner männlichen Rolle und das männliche Besitzergreifen wirkt wiederum attraktiv auf Frauen, die sich in einer Rolle gefallen, männliche Aufmerksamkeit zu erregen und mit dieser zu spielen. Diesen männlichen Standpunkt hat Herr Herbst schon einmal bei “Tainted Talents”, dort allerdings gegen zu sehr sublimierende Männer, verteidigt. Er verdächtigte sie, bei einem Foto, dessen Zentrum und Ziel des männlichen Blicks, das weibliche Geschlecht, zu verdrängen und zu verschweigen. Ich bin da großzügig und lasse zunächst einmal jedem seinen eigenen Blick auf das andere Geschlecht. Sexuelle Freiheit sollte aber immer beide Geschlechter meinen. Außerdem dominiert der männliche Blick, die männliche Sehgewohnheit und die männlich geprägte Auffassung von einer befreiten Sexualität seit Jahrhunderten und selbst seit der angeblich sexuellen Befreiung in den 60ziger Jahren. Wir haben uns daran gewöhnt, männliche Sexualität in Werbung und Pornofilmen vorgeführt zu bekommen und zu konsumieren. Ihre Anspielung auf die mechanischen Uhren ist da sehr treffend. Sex ist dort das Abspulen männlicher Phantasien am weiblichen Körper, der eigene Lust meistens nur vortäuscht. Aber das genügt ja bei einem mechanischen Ablauf. Von einer menschlichen, respektvollen Sexualität ist das natürlich weit entfernt. Diese Schablonen erfüllen allerdings durchaus ihren Zweck, für den männlichen Blick erregend zu wirken. Am Ende handelt es sich aber nur um Libidoreduktion, zumeist nur einseitig auf der männlichen Seite. Was man oder frau nur sehr selten beim Sex erfährt, ist die Gleichzeitigkeit von zwei doch ziemlich voneinander getrennt vorkommen könnenden Gefühlsbereichen: Sex und Liebe. Für Männer ist das ein Dilemma. Der Trieb will befriedigt werden und dennoch bleibt die Sehnsucht nach Liebe. Erfüllten Sex mit Liebe gepaart, seien wir ehrlich, den gibt es eher selten. Andererseits, Wischi-Waschi-Sex, Friede-Freude-Eierkuchen-Zärtlichkeit meine ich damit auch nicht. Aber Sex sollte mehr sein als Benutzen und Begehren des anderen als Objekt. Von einem solchermaßen befreiten Umgang miteinander sind wir immer noch weit entfernt und er müsste von beiden Geschlechtern ständig neu erst erlernt werden.

    Herzlich

    Dietmar

    Kommentar von Otto Schröder
    Datum/Uhrzeit 10. Februar 2011 um 00:08

    Hochverehrtes Fräulein Aléa!

    Ich erlaube mir, Ihnen die Frage zuzurufen: Wie groß, meine Liebe, muss Ihre Küche sein, bei dieser Größe Ihrer Küchenphilosophie!
    Und ich stehe nicht an, Sie zu dem Mut zu beglückwünschen, mit dem Sie Dinge, die Sie offenbar zu verstehen nicht in der Lage zu sein scheinen, in die Ihnen zur Verfügung stehenden Formen pressen.
    Ja, und ich stehe auch nicht an, Ihnen zuzurufen: Machen Sie weiter so! Desavourieren Sie sich. Zweifeln Sie nicht an der Macht, den der Schmerz des zu recht Unverstandenseins gerade einem literarischem Geist zu geben in der Lage ist. Kämpfen Sie gegen offenkundige, kampfen Sie doppelt gegen als von Ihnen als aggressiv empfundene Sexualität. Schaffen Sie sich ein Refugium des Biedermeiers, kehren Sie in sich diese Dekade in die Fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts! Zögern Sie nicht. Lesen Sie zwielichtige Vampirromane, welche ganz ohne Sexualität auskommen! Fordern Sie gestrickte Pullover, rufen Sie nach Latzhosen! Tun Sie es laut! Seien Sie wahrhaftig. Lassen Sie sich nicht ein, auf den Wahnsinn der individuellen Freiheit! Wir alle brauchen nur ein Korsett: Ein moralisches! Eines aus adenauerscher Produktion. Rufen Sie auch: Hoch lebe die Volksmusik!
    Anstand, Ordnung und sich sittsam gebärdende Weibchen – das ist es, was wir brauchen.
    Sie erlauben mir sicherlich, hochverehrtes Fräulein, dass ich Ihnen natürlich in keiner Weise inhaltlich zustimmen kann! Doch ich will Ihren eigenartigen Attitüden nicht nur nicht im Wege stehen, sondern jene zu Ihrem Frommen bestärken, damit aus Ihnen wird, was zu wünschen wäre: Eine wahre Frau von faltenrockigem Schrott und Korn.

    Es grüßt
    Prof. Otto Schröder (101)

    “Non ignara mali, miseris succurrere disco.”

    P.S.: Einen schönen Gruß auch von meiner Haushälterin (75). Sie bereitet für den morgigen Tag einen ihrer berüchtigten Hackbraten vor.

    Kommentar von NWS
    Datum/Uhrzeit 10. Februar 2011 um 00:45

    Liebe Aléa,
    ein klein wenig anders sehe ich das schon, denn wie langweilig wäre unsere Welt, wenn nicht gespielt würde, mit Verhaltensweisen, mit Traditionen, mit Geschlechterrollen usw. Imgrunde mag ich das alles zunächst einmal, zumindest dann, wenn Mädchen nicht etwa brüllend und alles zerschlagend durch die Straßen rennen, denn das mag ich bei Jungs auch nicht. Ungehemmtheit aber, die keinem weh tut, steht allen zu, auch die sexuelle, die sportliche, die künstlerische und so fort, denn an sich ist die Welt ja groß genug.
    Herzlich,
    Norbert

    Kommentar von Melusine Barby
    Datum/Uhrzeit 10. Februar 2011 um 08:20

    @Madam

    Frau Torik beschreibt in dem Text oben ihre eigenen Gefühle beim Anblick einer Frau, die ganz offensichtlich ihren Körper in einer Weise inszeniert und einsetzt, der dem traditionellen Tauschgeschäft, das die Beziehung zwischen Männern und Frauen in unserer Gesellschaft über Jahrhunderte bestimmt hat, entspricht: Frau setzt ihre Sexualität als Pfand ein, um Geld, Ruhm, Status und Aufmerksamkeit vom Mann zu bekommen. Manche Frauen und auch viele Männer wünschen sich Beziehungen, die nicht auf diesem Tauschhandel (das betrifft die bürgerliche Ehe wie die Prostitution) beruhen. Sie halten Sexualität für einen so kostbaren Bestandteil der Persönlichkeit, das er dem Warenverkehr entzogen bleiben sollte. Zu dieser Frage kann man kontrovers diskutieren. Wer allerdings, wie die von Herbst (womöglich fälschlich oder fiktiv) zitierte sogenannte Löwin, einer anderen Frau Verklemmtheit, Ahnunglosigkeit und Eifersucht unterstellt (und damit nebenbei eine weibliche Selbstbefragung wieder ausschließlich auf das Verhältnis zum Mann zurückführt und sich dessen Schau-Bewertung damit direkt unterwirft:”ich hätte – um ihn??? -gekämpft”), beendet diese Auseinandersetzung, die interessant sein könnte.

    Kommentar von ANH
    Datum/Uhrzeit 10. Februar 2011 um 09:36

    Da ich mich gestern nicht persönlich zu diesem Fall äußern konnte, habe ich das nunmehr >>> dort ausführlich und für mich erschöpfend nachgeholt.

    Kommentar von Spratzky
    Datum/Uhrzeit 10. Februar 2011 um 10:10

    Unsere Dichtergesellschaften sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Kastraten fabulieren über Sex, Blinde über Farben …

    Kommentar von Leander Sukov
    Datum/Uhrzeit 10. Februar 2011 um 13:36

    “Von dort wo wir drei für kaum mehr als zehn Minuten standen, hatte ich einen ausgezeichneten Blick in den ausgeleuchteten Bereich unter dem Bild des Massenmörders Mao. Was Massenmörder betrifft, habe ich ein nicht minder feines Empfinden. In der Runde, mittiger konnte man kaum sitzen, saß die Freundin von ANH. Die Geliebte. Eine Geliebte. Die fieberte ebenfalls, aber anders als ich. Sie war äußerst aufreizend gekleidet. Sie wollte gut aussehen, sexy vor allem. Sie wollte ihre Brüste zeigen. Sie wollte ihr Körper sein.”, schreiben Sie. Wissen Sie, was sie da schreiben? Ja, natürlich wissen Sie das. Da wird in einem Absatz Ihr Gespür für Massenmörder verkoppelt mit Ihrem Gefühl für unbotmäßigen Sex. Das mag Ihnen so durchgegangen sein, wissend zwar, aber eben durchgegangen. Weil Sie es hübsch fanden, weil es eine schöne Dramaturgie des Textes ergibt: Der Massenmörder und die nicht verschleierte Sexualitätsanmutung.
    Ihr Bild von dem, was eine Frau zu sein hat, ist ein schreckliches Bild. Ihre Versuche, sich aus dem Bild produzierten Bild herauszuleugnen, in dem Sie angeben, es ginge ja gar nicht um das Objekt Ihrer Nichtbegierde, sondern nur um Sie, macht die Sache schlimmer.

    Kommentar von avenarius
    Datum/Uhrzeit 10. Februar 2011 um 18:51

    @sukov
    Torik hat den Mao da nicht hingehängt.
    Wollte sich offenbar auch nicht druntersetzen, wäre ihr wahrscheinlich unangenehm gewesen.
    Dann saß da noch diese Frau, die ihr nicht gefallen hat, sie idiosynkratisch abstieß.
    Das hätte in jeder Provinzgarage passieren können.
    Warum sollte sie das nicht sagen dürfen?

    avenarius

    Kommentar von storckmeier
    Datum/Uhrzeit 10. Februar 2011 um 19:16

    alea hat die sache schon richtig erfasst. die einsamkeit der berliner künstlersimulanten unter dem maobild, die völlige bedeutungslosigkeit der lebensgesten, die abgrundtiefe einsamkeit dieser geburtstags-feiersimulanten, die gebärde des herumstehens unter dem maobild, das masobild, maso ze dong, menschen mit der ausstrahlung einer energiesparglühlampe, gerafft in ihren röcken

    Kommentar von ANH
    Datum/Uhrzeit 11. Februar 2011 um 08:53

    @Storckmeier:
    Was fällt Ihnen, Sie Arschloch, e i n, sich jetzt ebenfalls über andre, die Sie nicht kennen, zu erheben? Ich kann hier nur alle warnen: wer in diesem Fall weitermacht, riskiert es, auf das allerschlimmste Aléa zu schaden. Es ist etwas, das ich wirklich nicht will, vor allem nicht, nachdem sich Aléa >>>> nunmehr so erklärt hat Indem sie, die jeden Kommentar moderiert, bevor er eingestellt wird, solche Kommentare wie den Ihren weiterhin zulößt, verwirft sie Ihre Erklärung nämlich wieder, die jetzt einen Unterton der Falschheit bekommt, etwas, das ich Aléa nicht unterstellen möchte.
    Also, Sie Arschloch, lassen Sie es sein. Sie können sich aber gerne, falls Sie Mumm haben, bei mir persönlich melden; wir regeln die Sache dann mit der einzigen Antwort, die gegenüber einer Person wie der Ihren angemessen ist. Seien Sie dessen gewiß.
    ANH
    http://www.albannikolaiherbst.de

    Kommentar von Norbert W. Schlinkert
    Datum/Uhrzeit 11. Februar 2011 um 12:27

    Wer ist Storckmeier? Jedenfalls dürfte und darf er wohl nicht die Macht haben, der aufrichtigen Erklärung von Aléa http://www.aleatorik.eu/2011/02/10/confusion-sexuelle/ bzw. ihr selbst Schaden zuzufügen. Da äußert sich ein Storckmeier-”Jemand” und will (warum auch immer) gleich alle beleidigen und zudem Aléa schaden. Das ist schon alles, auch wenn es nicht schön ist.

    Es wäre gut, die ganze Angelegenheit nun, was Aléa betrifft, als beendet zu betrachten – vorausgesetzt, alle unmittelbar Beteiligten sind sich einig – um sich nunmehr anderen Dingen zuzuwenden.

    Kommentar von Thekla
    Datum/Uhrzeit 11. Februar 2011 um 12:44

    Storckmeier hat es wahrscheinlich genau getroffen, sonst würde der Dings nicht so aufheulen. Was für eine Schmierenkomödie unter den Grossliteraten und Grosskünstlern in Grossberlin. Zum Piepen.

    Kommentar von avenarius
    Datum/Uhrzeit 11. Februar 2011 um 16:37

    Verehrte Alea Torik.

    So einfach kann sich hier niemand aus der Affäre ziehen.
    Sie brauchen das nicht ins Netz zu stellen Alea, obwohl ich mich von der nahezu paranoischen Atmosphäre nicht anstecken lassen würde. Ja paranoisch ist die Aussage, man könne Ihnen allerschlimmsten Schaden zufügen. Woher denn? Eine geradezu absurde Drohung.
    Leider passt schon wieder ein hartes, diesmal allerdings trostloses, Adornozitat: „Die blinde Befangenheit in der Zufälligkeit des Eigenen ist die Motivation des Bösen.“

    Über das „Arschloch“ vom Herbst und den in Aussicht gestellten „Kinhacken“ haben wir uns hier unter den Tisch gelacht. „Dichter dürfen das“, haben wir gerufen,“Dichter dürfen das!“
    (Stockmaiers Rundumschlag ist natürlich billig, da geben wir dem Herbst recht.)
    Aber nicht nur der Herbst ist ein Dichter -und wir halten ihn wirklich für einen solchen-, auch andere, und nicht zuletzt Sie, haben das Wort. Behalten Sie es.

    avenarius

    Kommentar von Melusine Barby
    Datum/Uhrzeit 11. Februar 2011 um 16:54

    Liebe Aléa,

    hiermit kündige ich ein Experiment an. Ich werde in einigen Wochen oder Monaten, wenn niemand mehr das eigentliche Thema mit einer bestimmten Person oder einem bestimmten Ereignis verknüpft, meine Position dazu sehr pointiert darstellen.

    Bei einer Person meines Vertrauens werde ich eine Liste der sexistischen Beleidigungen, Kränkungen und Unterstellungen hinterlegen, die dann gegen mich vorgebracht werden.

    Herzlichen Gruß

    M./J.

    Kommentar von avenarius
    Datum/Uhrzeit 13. Februar 2011 um 19:06

    Gewiss, Alea, man hat Sie getroffen, aber man hat Sie nicht da getroffen, wo man Sie treffen wollte.

    Gute Reise -

    Ihr Avenarius

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