26 November 2010
Noroc si spor la muncá
Stimmungen und Stimmungsschwankungen unterliegt ein jeder und eine jede. Das ist auch gut. Ein ununterbrochen dahinfließendes emotionales Kontinuum wäre ein horror vacui. Ich war in den vergangenen Tagen etwas niedergedrückt. Meist kann ich mich ganz gut dagegen wehren, gegen die allzu düstere Ausmalung der Wirklichkeit. Oder gegen die Wirklichkeit überhaupt. Ich wehre mich, indem ich zur Tat schreite. Manchmal aber gibt es nichts zu tun. Oder die möglichen Taten erscheinen einem zu unbedeutend. Nun hatte ich gestern ein schönes Erlebnis, man hat mir Honig ums Maul geschmiert. Ich habe mir, später, als ich wieder alleine war, die Lippen geleckt. Da hat es nach Honig geschmeckt. Möglicherweise habe ich den nicht identifizierbaren Geschmack einfach in Honig umgedeutet. Jetzt ist die Gesamtsituation wieder besser. Obwohl der Mensch ja nicht nur, nicht vorzüglich von Honig lebt. Da fällt mir Dietmar Dath ein, „Für immer in Honig“.
Mit Arbeit alleine kommt man nicht weiter. Also man kommt schon weiter, aber es ist mühevoll. Und es ist auch die Frage, ob man dahin wollte, wo man dann ist. Man braucht bisweilen ein bisschen Glück. So bedauerlich das ist, wenn man Pech hat. Dann erkennt man nämlich, dass man das Glück braucht. In Rumänien sagt man: Noroc si spor la muncá. Glück und die Fähigkeit zur Arbeit.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: November 26th, 2010 unter Allzupersönliches, mittel












Kommentar von NWS
Datum/Uhrzeit 27. November 2010 um 16:10
Liebe Aléa,
das hört sich aber schwer nach Novemberkrise an! Und der Winter kommt ja erst noch, doch das ist ein Glück, denn wäre das Wetter ein ununterbrochen dahinfließendes Kontinuum, woher sollte dann die uns allen so notwendige schlechte und gute Laune kommen, immer schön abwechselnd, auch wenn das natürlich nicht allein vom Wetter abhängt? Dieses zu zwingen, endlich besser zu werden, scheint aussichtslos, trotzdem wird es aber irgendwann besser, und das selbe gilt auch für das Glück, nur daß man keine Wettertänze aufführt, sondern daran arbeitet. Und schon sind wir bei der rumänischen Redewendung “Noroc si spor la muncá” – was soll da noch schiefgehen!
Herzlich,
Norbert