13 November 2010
Roman „Aléas Ich“ II
Die Auszüge aus dem Roman finden sich in der Kopfzeile unter dem Buchstaben R.
Ich stelle noch zwei weitere Textstücke des Romans ein. Dabei wird es bleiben. Ich brauche in paar Referenzen, wie ich das bei „Berlin am Meer“ auch getan habe. Es gibt also jetzt drei Textstücke: der Beginn des Romans, die Verabredung mit Marie eine Woche vor Aléas Fahrt nach Siebenbürgen und dann der Aufenthalt selbst, den ich bereits in der vergangenen Woche präsentiert hatte.
Die Nähe von „Aléas Ich“ und meinem eigenen Leben ist, wenn ich das so sagen darf, nicht ganz zufällig. Dem liegen zwei Erlebnisse zugrunde. Meine Mitbewohnerin hat in einem Film mitgespielt. Als ich sie fragte, was sie gespielt habe, antwortete sie: „Mich selbst. Etwas anderes könnte ich gar nicht.“ In der Nacht darauf bin ich wach geworden und habe die ersten zwanzig Seiten, Ideen, Personen und Handlungsstränge niedergeschrieben. Das zweite Erlebnis geht auf meinen Prof zurück. Bei dem habe ich mich über die Schwierigkeiten mit meinem Namen beklagt. Mein Name werde, sagte ich, fortwährend in Frage gestellt, und damit auch ich als Person und ich könne nichts dagegen tun. „Doch“ antwortete er, „stellen Sie sich selbst in Frage“. Das tue ich mit „Aléas Ich“.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: November 13th, 2010 unter "Aléas Ich", mittel












Kommentar von Norbert W. Schlinkert
Datum/Uhrzeit 13. November 2010 um 23:14
Liebe Aléa,
da hat sich ja meine Frage in der Mail an Sie schon beantwortet. Sie stecken mitten drin, und zwar in ALLEM. Ich habe ein wenig in Ihren Romantext hineingelesen und sage hier nichts dazu, was weder das eine noch das andere bedeutet. Die Arbeit an einem Roman, immerhin die Königsdisziplin der Literatur, ist harte Arbeit, da will ich nicht einfach so Querschläger produzieren.
Interessant ist für mich vielmehr, daß Sie parallel arbeiten, denn eben dies habe ich eine Weile auch getan; die Dissertation ist nun fertig (und wird bald veröffentlicht), der Roman ist mit 260 Seiten ungefähr halb fertig und bedarf noch einer Menge Arbeit. Zwar habe ich nicht so unverblümt mich selbst in Texte hineingeschrieben, dennoch aber sind Dissertation und Roman eng verknüpft, speziell über eine Person, die sowohl Gegenstand meiner Forschung als auch Protagonist meines Romans ist. Das ist ein Risiko, kann also schiefgehen, muß aber nicht und wird es nicht. Wichtig ist nur, denke ich, den Figuren Raum zu geben für ein eigenständiges Leben, sich als Autor also überraschen zu lassen vom Anderssein. Ob das bei einem ja letztlich autobiographisch angelegten Roman gelingen kann, weiß ich natürlich nicht, ich selber gebe mir immer nur Nebenrollen.
Herzlich,
Norbert