25 August 2010
Dieser Wahn des Unfertigen II
Im folgenden Ausschnitt, das ist nicht schwer zu erkennen, geht’s um Liebe. Kein ganz uninteressantes Thema.
„Das bedeutet, dass wir uns im anderen täuschen, immer und notwendig. In der Liebe kultivieren wir dies sogar. Die Liebe ist nicht mehr und nicht weniger, als die Kunst sich in einem anderen zu täuschen. Und das ist eine sehr bedeutende Kunst.“
Sie antwortete nicht und sah an mir vorbei aus dem Fenster.
„Du versteht nichts von der Liebe“, sagte ich.
„Das sagst du mir? Ausgerechnet du?“
„Wieso nicht?“
„Ich dachte, du verstündest lediglich etwas von Betrug.“
Ich spürte ein klein wenig Verärgerung.
„Was für ein lächerliches Wort“, sagte ich schließlich.
„Und was verstehst du davon?“
„Immerhin doch so viel, dass ich weiß, dass die Vorstellungen von der Liebe sehr unterschiedlich sein können. Für dich ist die Liebe nun einmal von romantischen Emotionen bestimmt, für andere ist sie aber vielleicht ganz anders. Wenn ein Mann dir sagt, dass er dich liebt, meint er damit womöglich ganz etwas anderes als du. Er denkt lediglich an Liebe und du bist gerade in der Nähe und deswegen liebt er eben dich. Genauso gut könnte er eine andere lieben. Oder vielleicht sogar noch viel besser. Und vielleicht hat er auch eine ganz andere Auffassung von der Liebe, eine andere Vorstellung, du denkst an eine Liebkosung, aber er hat viel handgreiflichere Vorstellungen, er will dir lediglich mit der flachen Hand mal richtig auf den Arsch hauen und dieses klatschende Geräusch trifft seine Vorstellung von der Liebe besser als alles andere und es ist ihr weitaus näher als alle deine kitschigen Fernsehvorstellungen es jemals sein werden.“
„Du versuchst doch lediglich, deine Untreue zu rechtfertigen.“
„Untreue: das ist genau derselbe Blödsinn wie Betrug. Was ist Treue? Die treuesten Seelen denken ununterbrochen an andere und die untreuesten immer nur an den einen, den sie zu vergessen suchen, indem sie ihn betrügen.“
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: August 25th, 2010 unter Belle-e-triste, mittel












Kommentar von Olga B
Datum/Uhrzeit 25. August 2010 um 22:23
Aléa, warum gehst du nicht ans Telefon und beantwortest du nicht meine Mails?
Olga