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  • 20 August 2010

    „Will ich die Wahrheit erfahren, muss ich weiter lügen“

    „Die Leinwand“

    Ein Spiel mit der Identität von Benjamin Stein

    Identität ist eines jener Worte, die auf der derzeitigen Beliebtheitsskala sehr weit oben rangieren. Der Begriff bezeichnet zuerst einmal nichts anderes als die Übereinstimmung einer Sache, und später dann auch einer Person, mit sich selbst. Man formuliert dies gerne, seit der Terminus der Identität Einzug in die Logik gehalten hat, mit der einfachen Formel: a ist a. In den ersten Sätzen der Fichte-Studien von Novalis wird mit wenigen Worten die zentrale Problematik beschrieben: „In dem Satze a ist a liegt nichts als ein Setzten, Unterscheiden und verbinden. Es ist ein philosophischer Parallelismus. Um a deutlicher zu machen wird A geteilt. Ist wird als allgemeiner Gehalt, a als bestimmte Form aufgestellt. Das Wesen der Identität läßt sich nur in einen Scheinsatz aufstellen. Wir verlassen das Identische, um es darzustellen …“.

    Wir verlassen das Identische, um es darzustellen: das klingt nicht nach einer komplexen mathematischen Berechnung. Komplex wird es, wenn ich „A“ durch „Ich“ ersetze: Ich ist Ich. Das müssen wir verlassen, um es darzustellen. Sich selbst zu verlassen, ist nur in begrenztem Maße möglich (Selbstdarstellung hingegen eine Überlebenstechnik in einer Gesellschaft des 21. Jahrhunderts).  Die bekanntesten Methoden sind hier: Reflektion und Erinnerung. Im Idealfall springt dabei so etwas wie Selbsterkenntnis heraus. Will ich mich selbst erkennen, muss ich von mir abstrahieren. Das „Ich“ als Subjekt muss das “Ich” zum Objekt machen. Dieses „Ich“ wird also geteilt. Das Erkennende braucht einen Abstand vom Erkannten. In der totalen Identität mit sich selbst, wäre die Erkenntnis dieses Selbst nicht möglich. Identität besteht in der Differenz.

    Der Roman „Die Leinwand“ hat zwei Teile. Ist der eine Teil gelesen, wendet man das Buch und liest den zweiten. Beide Teile sind gleichberechtigt, etwa gleichlang, beide in Rollenprosa gehalten, beide aus der Perspektive eines Mannes und beide Männer berichten ihr Leben bis zu einem gewissen Punkt und auf diesen Punkt hin. Diese sehr ungewöhnliche Anordnung ist die ideale Form für den hier präsentierten Stoff, denn die beiden Männer treffen am Ende aufeinander. Und sie treffen einander in einer dritten Person. Eine Person, die dem Leser nur durch die Beschreibungen der beiden anderen bekannt ist. Diese dritte Person bildet das imaginäre Zentrum des Romans.

    Dass die zentralen Umstände des Lebens bisweilen nur in der Imagination bestehen, ist vermutlich nicht nur bei mir selbst der Fall, sondern ein allgemein menschliches Dilemma. Dass sie, obwohl sie nur imaginativ sind, eine größere Dichte mitbringen und mehr Druck ausüben als alle physikalischen Umstände es je könnten, ist vermutlich ebenfalls keine singuläre Erscheinung.

    Benjamin Stein hat ein schönes Akronym für die dritte Person gefunden: Minsky. Es handelt sich um einen aus Minsk stammenden Juden, der als Kind Auschwitz überlebt hat. Er wird in der Schweiz von Pflegeeltern erzogen, die jedwede Erinnerung an das Martyrium unterbinden. Eines Tages brechen diese Erinnerungen dennoch hervor. Minsky findet einen Weg, mit den quälenden Erinnerungen umzugehen, indem er ein Buch darüber schreibt: „Aschentage“. Weil das eine beeindruckende Geschichte ist, wird er berühmt. Die BBC entdeckt in Israel Yaakov Gelernter, der Frau und Kind in den Gaskammern von Auschwitz verloren hat. Minsky und Gelernter treffen einander und alle Welt ist bei der glücklichen Wiedervereinigung von Vater und Sohn über fünfzig Jahre nach dem vermuteten Tod von Minsky dabei. Ein DNA Test stellt allerdings unmissverständlich klar: die beiden sind nicht miteinander verwandt. Beide weigern sich jedoch, dies anzuerkennen. Dann erscheint ein Buch mit dem Titel „Maskeraden“, in dem Minsky nachgewiesen wird, dass seine Lebensgeschichte nicht der Wahrheit entspricht. Er ist in der Schweiz geboren. Er war nie Insasse von Ausschwitz und folglich kann er auch nicht unter den traumatischen Folgen der Lagerhaft gelitten haben. Die gerade noch begeisterte Welt ist eine entgeisterte. Der Verdacht liegt nahe, dass da einer den Holocaust aus niederen Beweggründen ausschlachtet. Die Literaturpreise werden ihm wieder aberkannt, er wird sogar vor Gericht gestellt.

    Der Skandal aber ist ein ganz anderer: Minsky kann sich an Auschwitz erinnern! Er kann sich erinnern, dort gewesen zu sein. Obwohl er nie da war. Es handelt sich offenbar um fiktive Erinnerungen, von deren Authentizität Minsky absolut überzeugt ist.

    Im Zentrum dieses Romans steht das Thema Identität. Genauer gesagt, eine personale Identität, die anhand von Erinnerungen gebildet wird. Ich bin der, der ich geworden bin und ich bin so wie ich bin, weil ich so – und nicht anders – geworden bin. Ich habe eine Fülle bestimmter Merkmale, die in ihrer Summe mich als mehr oder weniger einmaliges Individuum charakterisieren. Wer aber ist Minsky, wenn er nicht der ist, der er aufgrund seiner Erinnerungen zu sein glaubt? Was bedeutet das, wenn die Erinnerungen keine verlässliche Auskunft über das Ich geben? Was ist das Ich, wenn einer nicht nur nicht er selbst ist, sondern, schlimmer noch, ein anderer? Der andere mag in erotischer Hinsicht ausgesprochen faszinierend sein, in existentieller ist er eine Bedrohung.

    Was, könnte man weiter fragen, ist wichtiger für die Bildung des Selbstbewusstseins – also des Bewusstseins, ein Selbst zu sein oder zu haben – : die objektive, kalte Wahrheit einer DNA-Struktur, die beweist, dass Minsky nicht der Sohn von Gelernter sein kann? Oder die Emotionen der beiden Männer, die davon überzeugt sind, im je andern den Vater und den Sohn gefunden zu haben? Wenn hier die Emotionen den Ausschlag geben sollten, müsste man dann nicht ebenso entscheiden, wenn es darum geht, ob Minsky in der Schweiz oder in Polen geboren ist? Wenn er nach eigener Aussage davon überzeugt ist, in Ausschwitz gewesen zu sein, dann sagt er die Wahrheit. Selbst dann, wenn es nicht die objektive Wahrheit ist. Was ist Wahrheit und welche Bedeutung hat sie?: „Was, auch diese Frage wälze ich heute, nach über zehn Jahren, noch immer, ist eine Wahrheit, die tötet, wert gegenüber einer Wahrheit, die jemanden leben lässt?“

    Nun die beiden Lebensgeschichten. Ich beginne mit Jan Wechsler. Er wächst in der DDR auf, im, wie er es nennt, kleinen Land. Er interessiert sich für Bücher, weil er so die emotionale und intellektuelle Enge seiner Existenz zu überwinden vermag. Er erzählt von seiner Kindheit, von Gedichten und davon, wie er in die amerikanische Botschaft hineinspaziert ist und sich ein Buch ausleihen wollte. Wechsler interessiert sich für den jüdischen Glauben und beginnt Hebräisch zu lernen. Er kauft ein Ticket nach Israel, das er dann aber verfallen lässt. Einige Jahre nachdem die Mauer gefallen ist, geht er nach München, konvertiert und trägt die Kippa. Er wird Redakteur bei einer Computerzeitschrift und gewinnt viel Geld im Lotto, verspekuliert sich, verliert alles und muss Steuern nachzahlen. Er lernt eine Frau kennen, heiratet, bekommt Kinder und führt einen kleinen Verlag, der keinen Tinnef verlegt, sondern gute Literatur.

    Eines Tages wird ein unscheinbarer Pilotenkoffer bei ihm abgegeben, der auf einem Flug von Tel Aviv nach München verlorengegangen ist. Wechsler kennt den Koffer nicht und will ihn nicht annehmen. Allerdings steht auf dem Adressanhänger sein Name: in seiner eigenen Handschrift. Er lässt den Koffer lange unberührt stehen. Als er den Inhalt zur Kenntnis nimmt, muss er nach und nach erkennen, dass er nicht nur, wie er bis dahin freimütig eingeräumt hatte, bisweilen Schwierigkeiten mit seiner Erinnerung hat; diese Schwierigkeiten sind umfassender, als er das bis dahin in seinen kühnsten Träumen angenommen hätte. Sein gesamtes Leben, alle seine Erinnerungen sind frei erfunden. Er ist nicht in der DDR aufgewachsen, sondern in Israel geboren, Schweizer Staatsbürger, Schriftsteller und Journalist, mit einer nahezu rechten Ideologie. In dem Koffer findet sich ein Buch mit dem Titel „Maskeraden“. Sein Autor heißt Jan Wechsler.

    Er ist derjenige, der den Skandal um Minsky verursacht hat. Wechsler hat sich später dann die Identität einer Figur aus seinem ersten Roman als die eigene zurechtgelegt. Im Laufe seiner Nachforschungen entdeckt er, dass er offenbar nicht aus religiösen Gründen konvertiert ist, sondern aus ideologischen. Er wollte alle Spuren beseitigen, die ihn als den Mann identifizieren, der das durchaus zweifelhafte Werk verfasst hat. Er verspürt echte religiöse Gefühle, aber sie basieren auf falschen Voraussetzungen. Was heißt unter solchen Bedingungen „echt“? Wechsler wird von Frau und Kindern verlassen. Er reist nach Israel, weil er wissen will, wer er ist. Auf dem Flughafen wird er vom israelischen Geheimdienst abgefangen und einem Verhör unterzogen. Er war, wie sich dabei herausstellt, Anfang des Jahres schon einmal in Israel, woran er sich nur sehr widerstrebend erinnert. Er hat sich über Mikwaot, rituelle jüdische Tauchbäder, informiert. Einrichtungen, wo man sich von der Vergangenheit und der eigenen Schuld reinigen kann. Wechsler verbringt den Schabbes (Sabbat) bei Amnon Zichroni, erkennt ihn aber nicht als einen Freund Minskys wieder. Die beiden fahren zu einer Mikwe. Zichroni ist seither verschollen. Damit endet die Geschichte von Jan Wechsler. Oder beinahe jedenfalls.

    Die zweite Lebensgeschichte ist die des Amnon Zichroni. In Israel geboren, wird er streng religiös erzogen. Beim Lesen weltlicher Literatur erwischt, wird er zu seinem Nennonkel Nathan Bollag in die Schweiz verschickt. Obwohl der Onkel sich als modern orthodox bezeichnet – „Weltliche Bildung und ein Beruf, Gewandtheit in mehreren Sprachen und intime Kenntnis von Philosophie und Kunst gehörten nach seinem Empfinden unabdingbar zu einem Leben, mit dem man den Ewigen heiligen wollte“ – bewegen er und sein Ziehsohn Amnon sich unter Ihresgleichen, weitab von den „Versuchungen einer modernen europäischen Stadt“. Der junge Mann beendet die chassidische Schule in Zürich und geht nach Amerika, zu weiteren Talmudstudien auf eine Jeschiwa. Hier lernt der Eli kennen, der sein Freund wird und der bereits in jungen Jahren eine Erfahrung mit dem Tod hat machen müssen.

    Mit Eli spricht er zum ersten Mal zu einem anderen Menschen über eine sehr ungewöhnliche Fähigkeit, die er an sich entdeckt: „Ich roch, schmeckte, fühlte, hörte und sah Erinnerungen anderer Menschen; und ich bin unsicher, ob ich es eine Gabe nennen soll.“ In den kommenden Jahren nimmt Amnon diese Gabe an und will an einer Stelle im Leben stehen, wo er anderen Menschen helfen kann, als Psychiater. Dazu muss er Arzt werden. Er verzweifelt aber an der westlichen Schulmedizin, die nur Symptome behandelt, keine Ursachen.

    Während seines Besuchs in Zürich stirbt sein Onkel Nathan Bollag und Zichroni erbt ein beträchtliches Vermögen, das es ihm ermöglicht, eine Lehranalyse zu machen. Er lässt sich als Psychiater in Zürich nieder. Jahre nach dem Tod des Onkels entdeckt er in dessen Hinterlassenschaften eine beschädigte Geige. Er beschließt, sie reparieren zu lassen. Der Restaurateur lädt ihn übers Wochenende zu sich ins Juragebirge ein, um ihm seine Werkstatt zu zeigen und ihm eine Geschichte zu erzählen: eine Geschichte aus den Untiefen des KZ Ausschwitz. Der Restaurateur ist Minsky. Zichroni begreift dessen ungeheuerliche Erinnerungen und kollabiert angesichts dieses unfassbaren Schreckens. Minsky schreibt ein Buch und es kommt zu den bereits beschriebenen Verwicklungen. Zichroni muss wegen des darauffolgenden Skandals seinen Beruf aufgeben und geht, da ihm damit die Lebensgrundlage in der Schweiz entzogen wurde, nach Israel zurück. Jahre später, als er über Schabbes einen Gast aus Deutschland aufnimmt, erkennt er in ihm Jan Wechsler. Sie besuchen zusammen die Mikwe und Zichroni drückt Wechsler unter Wasser und versucht ihn zu ertränken.

    Die beiden Lebensgeschichten enden, auch wenn sie dasselbe Ereignis erzählen, unterschiedlich. Und zwar so deutlich, dass man sagen muss, es könne nur eine der beiden wahr sein. Benjamin Stein mutet seinen Lesern hier eine bittere Pille zu: es gibt nicht die Wahrheit, nicht einmal in der Sphäre der Wirklichkeit. Es gibt nur die Wahrheit des Einzelnen. Es gibt Wege dahin – der Weg von Amnon (!) Zichroni ist die Anamnese und die Psychoanalyse; der Weg von Jan Wechsler ist die Verdrängung – beide Männer aber verfehlen es auf ihre Weise. Dieses doppelte Ende, das ist klug ersonnen und gut umgesetzt. Das gefällt mir sehr und zeigt Steins ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Identität.

    Es handelt sich bei beiden Lebensgeschichten also um Variationen des mit Minsky vorgegebenen Themas: Identität durch Erinnerung. Erinnerungen sind der Ort, an dem nicht zwischen Wahrheit und Unwahrheit unterschieden werden kann. Erinnerungen sind fiktional. Ich persönlich kann mich erinnern, wie sich meine Eltern in Constanța am Schwarzen Meer kennengelernt haben. Da die beiden aber meine natürlichen Eltern sind, kann ich nicht dabei gewesen sein. Ich erinnere mich in Wirklichkeit lediglich an die Erzählung wie sie sich kennengelernt haben; aber nicht daran, dass es eine Erzählung ist. Erinnerungen sind nie die Wahrheit. Die Frage, die Benjamin Stein hier stellt, lautet: wie unwahr dürfen sie sein?

    Erstaunlich bei Wechsler ist, mit welch enormer Hartnäckigkeit er an seinen Erinnerungen und seiner Biografie festhält. Wer Freud gelesen hat, weiß, wie sehr Neurotiker an ihren fiktiven Konstruktionen festhalten können. Und wer sich selbstkritisch beobachtet, der weiß das auch! Der weiß, wie leicht die Erinnerung aus einer Niederlage einen Sieg machen kann. Und das ist auch ihre Aufgabe. Erinnerung muss kein getreues Abbild der Vergangenheit erstellen, sondern uns einen Weg in die Zukunft öffnen. Der Mensch muss mit Schmerzen und Enttäuschungen fertig werden und das wird er nur, wenn die alten Niederlagen mit der Zeit weniger schmerzhaft werden. Keiner begänne je etwas Neues, schmerzte das Alte immer gleich heftig. Unscheinbar, dennoch zentral, ist eine Szene, bei der Wechsler sich an den Markt in Jerusalem erinnert, wo er jemanden beim Handeln beobachtete. Er stellt sich die Frage, ob er tatsächlich nur Beobachter war oder ob er nicht der Handelnde gewesen sein könnte, weil die Jellabas, um die der Handel ging, sich in seinem Koffer befinden. Dies ist die Frage, ob man als Erinnernder Objekt oder Subjekt seiner Erinnerung, ob man Beobachter oder Beobachteter ist. Ob man einen tätigen Zugriff auf die Vergangenheit hat oder einen untätigen. Inwieweit ist der Erinnernde Jetzt und Hier am vergangenen Geschehen beteiligt? Noch erstaunlicher als die Hartnäckigkeit dieser Konstruktion bei Wechsler ist die Situation bei Minsky, der sich an Auschwitz erinnern kann, obwohl er nicht dort war. Er hat nicht nur seine eigene schwere Kindheit mit dem Drama des Holocaust verbunden – wie Erinnerungen sich eben nun einmal mit der Wirklichkeit verbinden und diese verdrehen – es handelt sich vielmehr um authentische Erinnerungen. Sie sind verbürgt durch die Instanz der Amnon Zichroni, der seine außergewöhnliche Gabe von keinem Geringerem bekommen hat als vom Ewigen selbst. Noch eine weitere Steigerung auf der Skala des Erstaunlichen ist eben jener Amnon Zichroni, der die Fähigkeit besitzt, anderer Leute Erinnerungen zu erinnern, der also Grenze zwischen Menschen überspringen kann, von denen man sagen müsste: das ist unmöglich.

    Während Jan Wechsler eher seiner kleinen Welt verhaftet ist, kommen bei Amnon Zichroni größere Zusammenhänge zu Sprache. Er ist die intellektuell interessantere Gestalt. Was mir da insbesondere gefällt, ist, wie die moderne Gesellschaft mit ihrem Wissen hinterfragt wird und wie unsere Welt, in deren Zentrum Kausalität und Determinismus stehen, viele Phänomene schlechterdings nicht zu greifen vermag. Dargestellt wird das anhand eines Professors für Medizin, der den Meridianen der TCM huldigt und die Patienten, die er als Mediziner nicht heilen kann, nach Feierabend mit Akkupunktur weiterversorgt. Gegen diese Welt hält Zichroni, und Benjamin Stein mit ihm, seinen Freund Eli, der eine lebensbedrohliche Krankheit abwendet, und in eine Mikwe steigt. Eli ist eben nicht der Kausalität verhaftet und dementsprechend wird auch nicht gesagt, er durch das Bad geheilt worden. Dieser strenge Determinismus ist in jener Welt nicht vonnöten: Er ist geheilt. Oder vielleicht nicht einmal das, er ist nicht geheilt, weil er nicht heil ist. Vielleicht hat er auch die Krankheit in sich aufgenommen, vielleicht hat er sie solchermaßen unschädlich gemacht. Vielleicht hat er sein Heil in etwas anderem als der Krankheit gesucht. Vielleicht ist das Suchen an die Stelle der Krankheit getreten. Es wird hier keine kausale Erklärung angeboten.

    Ich habe einen Gedanken in dem Buch gefunden, den ich zuerst überlesen habe, den ich dann schockierend fand und der mir schließlich nicht mehr aus dem Kopf gegangen ist. Das ist ein Gedanke von solcher radikalen Destruktivität, dass ich ihn erst gar nicht Teil dieser Besprechung habe werden lassen wollen, sondern in einem persönlichen Brief an Benjamin Stein formulieren wollte. Nun habe ich mich doch anders entschieden und ich bitte nachdrücklich, das, was ich hier vorsichtig anspreche, ebenso vorsichtig zu rezipieren. Der Gedanke Benjamin Steins lautet, dass das moderne Judentum zwei Identifikationspunkte hat: Israel und Auschwitz (Benjamin Stein hat mir in einer Mail mitgeteilt, dass dies durchaus nicht seiner Auffassung entspreche, die dieser hier dargelegten sogar diametral entgegen stehe. Folglich kann ich nicht mehr behaupten, dass es ein Gedanke Steins sei, sondern dieser Absatz ist allein meine Vermutung, ich zögere allerdings, ihn einfach zu löschen). Das fand ich erstaunlich. Das Judentum ist eine Kultur der Erinnerung: „Zachor: Erinnere dich!“ ist eine seiner zentralen Botschaften. Weder der Katholizismus, weder die Griechische noch die Russische Orthodoxie sind so deutlich an der Tradition orientiert und beschäftigen sich mit der Auslegung alter Schriften und Überlieferungen wie das Judentum. Im Zentrum der jüdischen Erinnerung steht, wenn ich richtig verstehe, die Botschaft Gottes, dass die Juden das von ihm auserwählte Volk sind. Wenn Gott dem jüdischen Volk dies so gesagt hat und er das damit belegt, dass sie verfolgt werden, und zwar durch ihre ganze Geschichte hindurch, dann erweist sich diese Singularität in einem Ereignis wie in keinem anderen: in der Shoah. Das hieße in aller Konsequenz: das Judentum legitimiert seine Existenz durch die Shoah. Dass es vernichtet werden soll, ist ihm Beweis, dass es das auserwählte Volk ist. Das ist in höchstem Maße der Kausalität verpflichtet und widerspräche damit sich selbst als Alternative zur deterministischen Welt. Und es ist pervers. Das ist das, was bei Freud als pervers bezeichnet wird: Ein Genießen – ich bin der Geliebte, der Auserwählte – das von einem auf einen anderen Punkt verschoben wird, noch dazu auf einen Punkt, der existenzbedrohend ist. Aber das geht über das hinaus, was die Auseinandersetzung mit dem Text hier zu leisten vermag.

    Noch etwas sehr persönliches: Ich höre in diesem Buch immer nur von Männern. Ich lese von einer Welt, die stark an Traditionen hängt, die die Rechte von Frauen sicher nicht in den Vordergrund stellt. Ich komme aus einer sehr viel stärker reglementierten Gesellschaft und ich lebe hier unter, wie es in dem Buch heißt, Goyim Naches, eine scheinbar zügellose Welt. Ich kann allerdings, anders als Stadtmenschen, ganz gut reiten, mit und ohne Zügel. Die meisten Menschen, die von der Zügellosigkeit träumen, können sich nicht auf einem Karussellpony festhalten. Ich will in dieser Welt leben, weil ich es mit den Männern aufnehmen kann. Und das auch will! Das ist erstaunlicherweise auch gar nicht schwer. Es ist sogar ziemlich leicht. Dank der Karussellponys Männer, die es einem leicht machen. Jetzt kommt der letzte Satz und der kommt, wie’s sich gehört, an den Schluss: Frau Torik lacht.

    Ich habe noch einige Links zusammengestellt:
    Zum Judentum, hier und hier.
    Mit Minsky hat Benjamin Stein den historischen Fall Binjamin Wilkomirski gestaltet, hier und hier und hier.
    Das Blog des Autors, der Turmsegler.
    Und hier geht’s zu den Leseproben.

    Benjamin Stein
    Die Leinwand, Roman
    C.H.Beck, München 2010. 416 S.:
    ISBN 978-3-406-59841-8
    19,95 €



    Kommentare

    Kommentar von MelusineB
    Datum/Uhrzeit 20. August 2010 um 14:10

    Nun haben Sie, liebe Aléa, meine Leseliste wieder verlängert. Ich hatte schon viel gelesen über Benjamin Steins Buch, aber erst Ihre Rezension macht es nun absolut drängend, es zu lesen. Aus 2 Gründen: a) die Überlegungen zur Identität des jüdischen Volkes (was mich schon viel länger beschäftigt, als Teil einer Auseinandersetzung mit den verschiedenen Textschichten des Alten Testamentes nämlich) und b) Ihre Lesart, die nicht vom Geschlecht (dem eigenen) absehen will.
    Die Zeit ist so knapp. Aber ich werde dies Buch lesen müssen.
    Eine sehr gelungene Rezension, finde ich.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 20. August 2010 um 15:02

    Liebe Melusine,

    Ihr Kommentar freut mich überaus. Aus zwei Gründen, einmal, das wissen Sie ja sehr gut, ist eine Buchbesprechung zehnmal so viel Arbeit wie irgendein dahingeworfener Artikel. Und zum anderen, weil ich keine einzige andere Besprechung gelesen hatte. So etwas macht mich nervös, ich will bei einem Buch meine eigenen Gedanken hören, nicht die der anderen. Zum Glück bin in noch darauf gestoßen, dass es sich bei dem Fall Minky um einen historischen Fall handelt. Das wusste ich natürlich nicht. Ich hoffe, ich habe nichts schwerwiegendes übersehen.

    Dass Sie offenbar jenen Teil als interessant betrachten, den ich beinahe herausgelassen hätte, meine Überlegungen zur Shoah, freut mich.

    Aléa

    Pingback von Tweets that mention Aleatorik » „Will ich die Wahrheit erfahren, muss ich weiter lügen“ — Topsy.com
    Datum/Uhrzeit 20. August 2010 um 16:03

    [...] This post was mentioned on Twitter by litblogs.net, Benjamin Stein. Benjamin Stein said: Erinnerungen sind der Ort, an dem nicht zwischen Wahrheit und Unwahrheit unterschieden werden kann. http://bit.ly/aWfu3Y [...]

    Kommentar von Benjamin Stein
    Datum/Uhrzeit 20. August 2010 um 20:54

    Liebe Melusine,

    ich fürchte, den fraglichen Satz haben Sie doppelt missverstanden. Es handelt sich um die Aussage eines jüdisch-säkularen BRD-Autors, die Wechsler da wiedergibt. Und Wechsler stellt fest, dass weder Auschwitz noch Israel für ihn je so etwas wie Identitätsanker haben sein können.

    Man kann das nicht auf das “jüdische Volk” übertragen. Es ist rein eine Frage säkularer Juden in Deutschland nach der Shoah. Wodurch können sie sich noch “jüdisch” fühlen, also ihre Wurzeln finden. Und auf diese Frage kam die zitierte Antwort.

    Wie Wechsler teile auch ich diese Auffassung nicht, und ich meine, mit der “Leinwand” wird dies auch deutlich: Beides KANN Identität stiften, aber beides sind in meinen Augen “destruktive” Identifikationsflächen. Man kann sie sich ja nicht in jedem Fall aussuchen, etwa wenn man Nachfahre von Überlebenden ist. Aber wenn man wählen kann, sehe ich nur die Verbindung mit der religiösen Tradition, also der ererbten Aufgabe, als konstruktive Identfikationsmöglichkeit.

    Für Zichroni stellt sich die Frage überhaupt nicht. In seiner Familie gibt es weder Tote noch Überlebende der Shoah, und er hat sein Leben lang innerhalb der Orthodoxie gestanden.

    Für Wechsler sieht die Sache anders aus: Er ist ein Rückkehrer zur Tradition. Und erst mit seiner Rückkehr tritt ja so etwas wie eine Festigung in seiner Identität ein – ein Grund mehr dafür, dass er nicht von der darin gefundenen Festigkeit lassen mag, als er sich mit seiner “wahren” Vergangenheit auseinandersetzen muss.

    Das wollte ich hier unbedingt festhalten, weil Ihre Vermutung im obigen Text meiner Ansicht diametral widerspricht.

    LG
    Benjamin Stein

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 20. August 2010 um 21:33

    Lieber Herr Stein,
    mit Melusine meinten Sie wohl mich: Aléa Torik.
    Vielleicht habe ich da etwas übersehen, oder ich war von dem dann folgenden Gedanken so sehr betroffen, dass ich ihn lieber als den Ihren, denn als meinen eigenen hingestellt haben wollte. Ich weise nun im Text deutlich darauf hin, dass Ihre Meinung zu dem Thema eine ganz andere ist.
    Aléa Torik

    Kommentar von Der Buecherblogger
    Datum/Uhrzeit 20. August 2010 um 21:56

    Ich finde es schon schlimm, dass Sie Ihren Text nachträglich korrigieren, wirkt auf mich wie Zensur. Gerade die beiden “ketzerischen” letzten beiden Absätze haben mich, wie wohl auch Melusine, am meisten beeindruckt. Bloß keine Zensur im Kopf, davon gibt es schon genug.
    Mit Gott und den Menschen, also “a ist a”, ist das so wie mit dem Huhn und dem Ei, wer war zuerst da? Träumt Gott die Welt oder träumen wir Gott? In der Welt der Orthodoxie wird gar nicht geträumt, da wird geglaubt. Dass sich ein Autor nicht falsch verstanden wissen will, scheint mir zwar sein gutes Recht, aber auch eine Form eben dieser Orthodoxie zu sein. Die überall so positiven Kritiken haben mir das Buch auch etwas verdächtig gemacht, aber durch Ihren Beitrag bin ich jetzt doch so neugierig, dass ich es wohl lesen werde.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 20. August 2010 um 22:13

    Lieber Bücherblogger,

    das mit der nachträglichen Korrektur: das ist nicht schlimm. Zensur ist das schon gar nicht. Zensur gab‘s unter der Securitate und der Stasi, Zensur ist Manipulation. Ich will niemanden in so einer Sache, und ich habe deutlich darauf hingewiesen, dass ich bei dem Punkt Magenschmerzen habe, verletzen. Das war ja eine These, die schon ins Persönliche hineinreicht und vielleicht hat Herr Stein sich da angegriffen gefühlt.

    Das ist hier kein objektives Rezensionsforum, sondern ein literarisches Blog einer Frau, die sich ärgert, wenn offizielle Rezensenten ihre Objektivität betonen, und dann im selben Verlag veröffentlichen wie der Autor oder ein Freiexemplar bekommen haben. Objektivität ist etwas anderes, eine objektive Rezension ist ein schwarzer Schimmel. Das Feuilleton ist nicht objektiv. Ich bin’s auch nicht, ich will ja diskutieren. Ich will eine Auseinandersetzung. Ich will etwas lernen. Und ich will, dass die anderen auch etwas lernen.

    Was macht die Rayuela-Lektüre?

    Aléa

    Kommentar von MelusineB
    Datum/Uhrzeit 20. August 2010 um 22:18

    Liebe Aléa, lieber Herr Stein,

    da ich das Buch (noch) nicht gelesen habe, kann ich keinesfalls eine Aussage darüber treffen, in welcher Weise die Frage nach der jüdischen Identität im Roman vorkommt. Mich interessiert allein die Tatsache, dass sie vorkommt.

    Sie ist für mich als Christin von Belang, wenn ich das Alte Testament lese. Ich könnte von der These ausgehen, die Tora (die Schrift) sei die jüdische Identität (oder jedenfalls ein wesentlicher Teil davon). Dann wäre der Zugriff der Christen auf diese Schrift ein “Übergriff”. Das ist die Frage, die mich – neben anderen – beunruhigt.

    Verzeihen Sie, Herr Stein, ich habe mich mit der Aussage oben noch gar nicht auf Ihr Buch bezogen. Dass aber Aléa Torik bei der Lektüre auf diese Frage gestoßen ist, hat mein Interesse erneuert, den Roman zu lesen.

    Herzliche Grüße

    Melusine

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 20. August 2010 um 22:23

    Liebe Melusine,
    Benajmin Stein hat uns beide wohl verwechselt, also unsere Namen. Er meinte einen Absatz in meinem Text, an diese Stelle habe ich jetzt einen deutlichen Hinweis eingefügt.
    Aléa

    Kommentar von Der Buecherblogger
    Datum/Uhrzeit 20. August 2010 um 23:22

    @Rayuela
    Ich habe auf S. 441 (Kap. 73) angefangen und bin dabei mit der Maga Regenschirme wegzuwerfen, also 1963 konnte man auch schon Bücher auf zwei oder mehrere Arten lesen. Die “Maga” erinnert mich stark an “Nadja” von Breton. Eigentlich lese ich aber gerade in Lumpen-, Hadern-, Gossengeschichten und Pöbelromanen herum. Sie wissen schon. An Ihrer “Leinwand”-Besprechung kann ich mir nur ein Beispiel nehmen. Ihre Beiträge sind einfach gut, ob kurz oder lang, was mache ich bloß in Ihrem Urlaub? -:)

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 20. August 2010 um 23:48

    Lieber Bücherblogger,

    Sie haben also diese Variante gewählt, ich war konservativer und habe die andere, die klassische von vorne nach hinten gewählt, später bin ich dann zum Springen übergegangen.

    In meinem Urlaub? Da lesen Sie meinen Roman: es werden hier einige zusammenhängende Kapitel erscheinen, ich werde mich da nicht einmischen, ich schaue in Hermannstadt bisweilen im Internetcafe auf meine Seite, aber ich werde nicht viel machen. Die Texte stelle ich vorher ein und schaue, ob‘s Kommentar gibt, die ich zumindest mal freischalten kann. Aber ich will im Urlaub meinen Kopf ausschalten. Weg von Diss und Roman und Blog und weg vor allem von der Tastatur. Ich will “Kleiner Onkel” striegeln, so heißt das Pferd auf dem Hof meines Opas. Ich habe, als wir das bekommen haben, Pipi Langstrumpf gelesen.

    Es ist ganz erstaunlich wie manche Artikel ankommen und kommentiert werden und andere nicht. Ich weiß nie im Voraus, ob etwas gut läuft, also viel kommentiert wird, oder nicht. Ich dachte, dass ich so etwas im Laufe der Zeit besser einschätzen kann.

    Gute Nacht.

    Kommentar von Terpsichore
    Datum/Uhrzeit 21. August 2010 um 11:33

    Interessante Gedanken zum Buch und einen schönen Durchstrich durch die Karusellponys. Ich lese das Buch jetzt mit einem ganz anderen Fokus. DANKE dafür.
    Liebe Grüße – Terpsichore

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 21. August 2010 um 13:09

    Lieber Terpsichore,
    freut mich, dass es Ihnen gefällt. Durchstich ist ein schönes Wort. Das war nicht böse gemeint, mit den Ponys, es hat sich einfach angeboten. Und man schlägt solche Angebote nicht aus, das macht man einfach nicht.
    Was ist denn mit dem eigenen Blog los? Doch die posttraumatische Depression nach dem Geburtstag bekommen?
    Herzlich grüßt das stärkste Mädchen der Welt: Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraims Tochter Langstrumpf

    Kommentar von Terpsichore
    Datum/Uhrzeit 22. August 2010 um 18:06

    Liebe Alea,
    nein, keine Depression, im Gegenteil. Zu viel Glück auf einmal, und ohne Leid kein Schreiben bei mir. Scheint absurd, aber ist so. Verliebt bin ich, und kein Ende in Sicht dieses Zustandes. So ist alles, was ich beginne, in rosa Kitschwolken getaucht und taugt mir so gar nicht zur Poesie. Ich bin ein Schmerzenskind, geübt darin und gewandt, das in Worte zu kleiden. Für das Glück habe ich (noch) keine Sprache.
    Wallerie Wallera Wallehopsassa *träller*
    Aber ich tröste mich mit Lesen, z. B. hier bei Ihnen. Liebe Grüße – Terpsi

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 22. August 2010 um 18:24

    Lieber Terpsichore,

    da beneide ich Sie sehr. Das ist der beste Zustand von der Welt. Aber nicht immer so haltbar. Wenn es allerdings schon länger andauert, dann klingt das gut. Männer und Frauen wollen ja, indem sie etwas anderes voneinander wollen, doch dasselbe.

    Das Unglück und Schreiben zueinander passen, das allerdings kann ich für mich nicht bestätigen. Das Leiden am Leben, das kann man auch imaginieren. Texte, die unter glücklichen Umständen entstanden sind, können gut sein.

    Es gab einmal eine weltweite Umfrage der “London School of Economics and Political Science”, der LSE, und danach waren die Menschen in Bangladesch und in Indien die Glücklichsten. Glück und Reichtum scheinen einander auszuschließen.

    Ich versuche es mir gerade schön zu reden, dass ich derzeit nicht sonderlich glücklich bin (und ich weiß gar nicht warum), aber es klappt nicht, dennoch: alles Gute!!

    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Terpsichore
    Datum/Uhrzeit 15. September 2010 um 15:39

    Das kommt wieder, die Seile werden auch wieder straff, in denen man hängt. Ich bin derzeit ans Bett gefesselt durch zwei gebrochene Füße – Ei der Daus! und schon sind sie wieder da – meine Worte. Der Liebste ist ja 700 km weg und ich kann mich nur noch schemenhaft erinnern, es war vor 4 Wochen, dass wir uns sahen, keine Leidenschafft zerrt an mir, das einzige was mir ein wenig die Sinne verstellt sind diese Hammerdrogen gegen die Schmerzen, die ich nehmen muss, ansonsten bin ich frei, und das ist gerade ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Auch, weil ich jetzt Zeit habe, wieder HIER zu lesen.

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    Datum/Uhrzeit 24. Oktober 2010 um 17:46

    [...] 17 ff3. Julio Cortàzar: Erzählung mit einem tiefen Wasser. Interpretation4. Benjamin Stein: Die Leinwand. Buchbesprechung5. Mario Vargas Llosa: Lob der Stiefmutter. Buchbesprechung6. Gipfeltreffen. [...]