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  • Aléa Torik: Liebe Ulrike, es muss nicht jede_r eine vollständige Rezension einstellen. Ich freue mich, wenn du etwas mit dem Buch anfangen kannst und Leute kennst, die das auch können. Nicht nur...
  • Aléa Torik: Liebe Claudia, hier wird’s auch kalt, aber keine sibirische Kälte. Nur einfache Kälte. Ich mag Winter und Kälte auch sehr, vor allem draußen, wenn man schön warm angezogen ist und wenn...
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  • Aléa Torik: Lieber Avenarius, da muss noch mal der Mann mit dem Bohrer oder dem Hammer ran! Ich werde dem gleich mal eine Mail schreiben. Was haben die Menschen eigentlich früher gemacht, als...
  • avenarius: Liebe Alea, komisch, dass diese Internetzseiten regelmäßig in funktioneller Hinsicht kollabieren. Selbst Fachleute wundern sich, wenn sie sehen, wie ihr Model auf dem Laufsteg aus den...
  • Aléa Torik: Ich fürchte fast, dass da noch einiges nicht in Ordnung ist. Der Kommentar steht dort, wo er stehen soll, aber er ist dreimal vorhanden. Oder zehn Mal. Da muss ich noch etwas ändern.
  • Aléa Torik: Lieber Phorkyas, ich bin heute kurz angebunden. Entweder bin ich im Stress oder ich bilde mir das nur ein. Warten Sie noch ein paar Tage und dann kommt der Artikel. Allerdings dürfen...
  • phorkyas: Liebe Alea, dann warte ich gespannt. Vielleicht gibt es dann ja auch was Neues zu überlichtschnellen Neutrinos, Higgs-Bosonen oder dunkler Materie. Herzlich, Phorkyas
  • Aléa Torik: Lieber Herr Iffland, ich bin auf Ihre Reaktion gespannt. Es wird sicher viele verschiedene Reaktionen geben und was dem einen gefällt, ist dem anderen ein Graus. Das ist der Reichtum,...
  • Iffland: Liebe Aléa Torik, manchmal ist man ja verblüfft über so manche Entwicklung in unmittelbarer Nähe, so dass Ihre Frage nach meinem Befinden ausgerechnet heute -und trotz meiner Sparsamkeit...

  • 21 Juli 2010

    Die Liebe. Oder: An Palermo zweifeln

    „Die Liebe besteht zu drei Vierteln aus Appetit“ Bei Giacomo Casanova heißt es: „Die Liebe besteht zu drei Vierteln aus Neugier.“

    Hier findet sich das erste selbstgemachte Foto, mit meiner zarten Hände Arbeit. Ich habe es an den unteren Rand  verbannt. Das Bild ist Kacke.  Das ist nicht zu leugnen. Oder doch nur mit einem erheblichen theoretischen Aufwand, den ich derzeit nicht leisten kann. Es gab einmal Ansätze wie: Kunst ist Scheiße. Der Versuch also, Kunst aus den elitären Zirkeln der Ästhetik und Theorie und aus den gewohnten Wahrnehmungsmustern herauszulösen. Kunst ist Scheiße: dem kommt mein Bild ziemlich nahe. Fast neige ich zu der Annahme, dass es dem weit näher als nur nahe kommt. Mein erstes Bild: ein echter Volltreffer! Ich bin eine Naturbegabung im fotografieren. Das sieht man ja wohl auch sofort.

    Es ist zum Heulen und je länger ich dieses Bild ansehe, desto schlimmer wird es. Es ist in Friedrichshain entstanden, ich kann da jetzt nicht noch einmal hinfahren. Und wer sagt mir, dass das zweite Bild nicht noch schlechter wird?

    Zu Rettung meiner Ehre sei gesagt: Ich war in dem Moment, als das entstand, in einer ausgesprochen anspruchsvollen fotografischen Situation: die Kamera steckt in meinem Handy und da weiß ich schon nicht wie das richtig funktioniert; es war außerdem das erste Bild, das ich mit dem Ding gemacht habe, es war sogar das erste Bild meines Lebens, ich musste durch eine Scheibe hindurch fotografieren, und neben mir stand so ein Typ, der mich die ganze Zeit taxierte und mich angaffte; statt mir zur Hand zu gehen. Außerdem war die Luft verschmutzt!

    Und schließlich und endlich, um der Angelegenheit die Krone aufzusetzen: als ich das Bild in die Kamera hinein gemacht habe – als ich es geschossen habe – war das auch noch besser. Der Versuch es dort wieder herauszubekommen – schon unter Zuhilfenahme eines USB Kabels und nicht etwa eines Schraubenziehers – hat es sich leider verschlechtert. Ich kann bedauerlicherweise nichts dafür, das ist Technik. Ohne diese Technik wäre das viel besser geworden, viel natürlicher.

    Diese Bilder mögen bei den anderen vielleicht besser aussehen. also bei Frl. Zucker oder bei Aisthesis,  bei Syra Stein oder im Hermetischen Cafe´. Das sieht dort vielleicht besser aus. Aber man muss sich doch fragen: ist es das auch? Nur weil diese Fotos besser aussehen, sind sie deswegen schon besser? Worin besteht denn die Qualität, die Güte, das Gutsein, von etwas? In diesem Fall von einem Foto.

    Die Situation war genauso wie sie da auf meinem Bild zu erkennen ist. Das ist ein realistisches Foto, kein kunstvolles. Da wird nichts geschönt: kein Weichzeichner, wo die Situation hart war, keine Abenddämmerung wo es Mittag war. Das Bild gibt exakt das wieder, was in dem Moment die Wirklichkeit war. Ich schmücke mich ja nicht einmal jetzt mit Fähigkeiten, die ich nicht besitze.

    Während ich so nachdenke – deswegen bin ich als Künstlerin besser denn als Wissenschaftlerin: ich schreibe erst und denke dann, Wissenschaftler machen es umgekehrt – fällt mir noch etwas anderes auf. Die Fotografie hat einen schwerwiegenden Nachteil: man muss sich am Ort des fotografierten Objektes befinden. Oder zumindest in der Nähe. Ich müsste, wenn ich ein Bild von Palermo machen wollte, durch halb Europa fahren. Was ist denn das bitteschön für eine primitive Kunst? Gibt es da nichts Moderneres? Diese physische und physikalische Nähe, die das Fotografieren notwendigerweise erfordert, das macht mich skeptisch. Ich bleibe lieber bei der Sprache. Da muss ich nicht nach Palermo, um „Palermo“ zu sagen. Wenn ich jetzt ein Bild von dieser Stadt einstellte, würden sich sicher viele fragen: ist das überhaupt Palermo? Die meisten waren wahrscheinlich noch nie dort. Die müssten dann erst einmal dahin, um das zu überprüfen und sich davon zu überzeugen, dass das auch wirklich Palermo ist. Also muss erst ich dahin und dann müssen die Zweifler und Skeptiker hinterher.

    Ich bleibe bei der Sprache. Ich sage einfach „Palermo“ und ich nehme an, dass hier weit und breit keiner ist, der daran zweifelt.



    Kommentare

    Pingback von Tweets that mention Aleatorik » Die Liebe. Oder: An Palermo zweifeln — Topsy.com
    Datum/Uhrzeit 21. Juli 2010 um 18:09

    [...] This post was mentioned on Twitter by litblogs.net, TheNewLove. TheNewLove said: RT @litblogs_net: Aleatorik » Die Liebe. Oder: An Palermo zweifeln http://bit.ly/c5tyOR [...]

    Kommentar von Syra Stein
    Datum/Uhrzeit 22. Juli 2010 um 21:20

    “Die Liebe”… “oder an Palermo zweifeln…”

    Passender konnten Sie das nicht benennen. Für das, was da auf dem Plakat steht, bekommen Werbetexter auch noch Kohle. Ich versteh nicht, warum Sie ausgerechnet Ihr erstes Foto selbst so negieren. Die Ironie dieser Aussage haben Sie gnadenlos gut eingefangen und zum Ausdruck gebracht. Primär ist’s die Aussage, die man mit dem, was man da fotografiert hat, machen möchte. Deshalb find ich das Foto gelungen, sehr gelungen. Außerdem ist’s doch erst ihr erster Versuch, Sie müssen sich auch nicht immer extra zum begehrten Objekt begeben, fotografieren Sie einfach, was Ihnen vor die Linse kommt.

    Aber so ganz im Stillen dachte ich nach lesen Ihres Eintrags…. “Diese Frage sollte sie Manuel stellen.”

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 22. Juli 2010 um 22:31

    Liebe Syra,

    die Aussage eines Fotos, das war in dem vorliegenden Fall klar, die Aussage war der Satz auf dem Plakat. Ich bin mit diesem Foto in dem Referenzsystem geblieben, in dem ich zu Hause bin: Sätze. Ich wollte den Satz fotografieren, vielleicht dachte ich, dass das nicht schwer sein kann. Das Fotografieren war auch einfach: ich habe nur auf den Knopf gedrückt. Wahrscheinlich gibt es auch bei Kameras diese berühmten Knöpfe, an denen man drehen kann. Damit muss ich mich ein wenig beschäftigen. Es war einfach, aber ich war schockiert, als ich das Bild gesehen habe. Ich hab‘s mir anders vorgestellt.

    Sie nennen eine wichtige Erkenntnis, wenn Sie sagen, dass ich ja eigentlich nicht zum Objekt hin muss, sondern dass die Objekte bei mir sind. Das muss ich mir merken, das werde ich ausprobieren, also die Dinge zu sehen, die um mich herum sind. Ein Auge dafür zu entwickeln.

    Woher kennen Sie Manuel? Meinen Sie den blinden Manuel? Haben Sie hier etwas darüber gelesen? Manuel ist eine Figur aus meinen Roman und die hat biografische Züge. Es gab ein Vorbild, ein Blinder mit dem ich zwei Jahre zusammen war, der hieß allerdings Marijan. Und Marijan kann ich nichts fragen, ich habe ihn verlassen und seither haben wir keinen Kontakt. Wenn ich ihn allerdings noch etwas fragen könnte, könnte ich ihn nicht zu dem Thema Fotografie fragen: das gehört nur zu der poetischen Gestalt. Marijan hätte sich darüber eher gewundert, der war ganz pragmatisch, ein Physiker.

    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Syra Stein
    Datum/Uhrzeit 24. Juli 2010 um 08:55

    Liebe Aléa,

    dann fotografieren Sie “Sätze”, die Ihrem Auge und Schädel begegnen… so bleiben Sie in Ihrem Referenzsystem. War der Schock sehr groß, als Sie das Foto sahen? Sie äußern da etwas in seinem Grund, was in der heutigen Zeit kaum noch Beachtung findet. Wir leben in einer sehr schnelllebigen Zeit, auch das Auge läßt sich nicht mehr viel Zeit, um ein Bild zu betrachten, es existiert inzwischen so etwas wie ein Automatismus mit einem begrenzten Zeitfenster, in dem wir uns gestatten, ein Bild anzuschauen und wahrzunehmen. Wir sind trainiert im schnellen Anschauen, danach springt unser Blick schon zum nächsten Bild. Wenn Sie beim Betrachten dieses Bildes wußten, daß sie sich mit diesem fotografierten Satz in Ihrem Referenzsystem aufhalten wollen, gaben Sie Ihren Augen mehr als die übliche Zeit, das Bild betrachten zu können. Ihre Augen hielten das Bild an, erledigten sekundenschnell das Offensichtliche, begannen dann aber mit ihrer eigentlichen Arbeit. Ihr Blick dehnte sich über den Raum der schnelltaxierten Oberfläche hinaus, schaffte einen Raum…. den eigenen Referenzraum, den sie so, auf der Fotografie dann natürlich nicht wiederfinden.

    Manuel? Ja, Manuel begegnete ich hier… denke viel an die Figur, die Sie da schufen… blind sein, trotzdem fotografieren. Ich will das am nächsten Wochenende mal selbst ausprobieren, die Augen schließen, nur auf die Geräusche, die Düfte, die Gerüche achten…. und auf den Knopf drücken.

    Ihnen ein schönes Wochenende.
    Syra

    Kommentar von Der Buecherblogger
    Datum/Uhrzeit 24. Juli 2010 um 10:03

    Das “Referenzsystem” dieses Textes finde ich auch interessant, z. B. “Boxi”, aber das hat ja alles nichts mit Liebe zu tun, schade…
    Das erste Foto und schon so viel Werbung (wahrscheinlich ungewollte), trotzdem, weiter so! Sie haben doch zum Frühstück keinen Burger gegessen, kann ich mir nicht vorstellen.

    Burgerbegehren

    Darauf ein Katerfrühstück: Sonntagvormittag gegen halb zwölf. War spät gestern. Und jetzt Hunger. Direkt am Boxi ist der Burgeramt Frühstücksklub eine prima Anlaufstelle für ein spätes Katerfrühstück. Am schönsten ist es an den Tischen draußen, mit bester Sicht auf die Familien, Punks und Indie-Jungs in Röhrenjeans, die sonntags den Flohmarkt bevölkern. Aufgetischt wird Französisches, Italienisches oder Orientalisches – letzteres mit Knoblauchwurst, Oliven, Feta und Tee. Oder auch Müsli mit Früchten, belegte Toasts oder Tramezzini. Falls das nicht reicht, gibt’s für alle, die nach einer harten Nacht richtig zuschlagen wollen, auf der Karte mehr als zehn verschiedene Burger zur Auswahl – vom Chickenburger mit Mango- und Paprikastreifen, roten Zwiebeln und Guacamole bis zum Orientalburger mit Köfte. Auch Vegetarier werden bestens versorgt: Chef Cevahir Sadecolak legt großen Wert darauf, nicht nur Burger mit den üblichen Gemüsebratlingen anzubieten. Stattdessen lockt der Mediterran-Burger mit gegrillten Auberginen und Zucchini, Pesto und Rucola und der Halloumi-Burger mit extra aus Holland importierter Erdnuss-Sauce. Sie gibt dem Burger eine besondere nussige und leicht scharfe Note und schmeckt übrigens auch zu Pommes ausgezeichnet.

    Text: Lene Bayerlein

    Kommentar von Der Buecherblogger
    Datum/Uhrzeit 12. August 2010 um 16:56

    Das man an dem Wort “Palermo” doch zweifeln kann, habe ich als Ungebildeter erst heute gelernt. Gestern beschäftigte ich mich mit der Erzählung “Lena Ponce” von ANH, in der der Satz vorkommt:
    “Es gibt eine segensreiche Adresse in Palermo.”
    Die Geschichte hat Buenos Aires zum Schauplatz und die Adresse meint wahrscheinlich ein Bordell, in dem der Protagonist sich von seinem Libidostau befreien soll, weil er so hoffnungslos verliebt ist. Wahrscheinlich kein guter Ratschlag, aber da müssten wir ANH selbst fragen. Ich Unwissender, über den die Schmach der Gebildeten hereinbrechen wird, habe mich immer gefragt, warum der Verliebte nun extra nach Sizilien reisen soll. Erst heute, wie gesagt, weiß ich, dass Palermo auch ein Stadtteil von Buenos Aires ist, in dem J. L. Borges wohnte. Wörter können also eine ganz andere Bedeutung haben, je dümmer die Leser sind. Soviel zur Eindeutigkeit der Sprache.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 12. August 2010 um 22:22

    Lieber Bücherblogger,
    Das doppelte Palermo? In meinem Roman, dem ersten, kommt das Dorf aus dem der Blinde stammt, sogar gleich dreimal vor. Anders ausgedrückt, und jetzt zeige ich Ihnen mal, zu welchen Eskapaden wir Ostblockgirls in der Lage sind: es ist kein Mangel, dass etwas mehr als einmal vorkommt; das ist Kunst KA-UU-ÄN-ES-TE. Der Herr Herbst meint vielleicht, sich was einbilden zu können, dass er das, was es schon einmal gibt, noch ein zweites Mal erfindet. Selbst, wenn es das zweite auch schon gibt. Aber der kennt die Frau Torik noch nicht richtig. Ich kann‘s noch besser, ich erfinde das, was es schon gibt nicht nur ein zweites, sondern auch noch ein drittes Mal. So, da gucken Sie. Oder nicht?
    Aléa

    Kommentar von Der Buecherblogger
    Datum/Uhrzeit 13. August 2010 um 22:52

    Das dreifache Apoptygma, gibt es das Dorf mit diesem Namen wirklich? Heute habe ich von Elena und dem Tod der Großmutter gelesen und das “die Seele zu Fuß mit den Zähnen in den Himmel geht” oder so ähnlich. Von rumänischer Kindheit schreiben kann Herr Herbst bestimmt nicht. Der Tod aus der Perspektive eines Kindes und dann aus der Sicht einer erwachsenen Frau, die Umsetzung fand ich nicht schlecht. Dialoge können Sie doch auch. Vielleicht fehlt nur der Feinschliff. Schade, dass sich kein Verlag finden will, für den zweiten Versuch drücke ich die Daumen.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 14. August 2010 um 09:41

    Lieber Bücherblogger,

    der Verlag findet sich derzeit nicht, weil ich nicht suche. Ich suche nicht, weil mich die Absagen zu lange von der Arbeit abhalten. Der Name des Dorfes ist erfunden. Aber sehr viel von dem, was da auf 380 Seiten steht, ist ebenfalls erfunden. Was man so erfinden nennt. Richtig erfinden kann man ja kaum etwas. Behaupten die, die fiktional schreiben. Wenn ich wirklich etwas erfinden wollte, dann eine Funkverbindung, die das lästige Kabel beim Laptop überflüssig macht. Man kann ja auch drahtlos telefonieren, warum nicht auch drahtlos den Akku aufladen. Können die Leute nicht einmal etwas Sinnvolles erfinden? Warum hat man nicht gleich die Funkverbindung erfunden, statt dieses, vom Erfinderischen her betrachtet, minder revolutionäre Kabel?

    Guten Morgen
    Aléa

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