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	<title>Kommentare zu: Lieber NO</title>
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		<title>Von: NO</title>
		<link>http://www.aleatorik.eu/2010/07/14/lieber-no/comment-page-2/#comment-1455</link>
		<dc:creator>NO</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 14:08:35 +0000</pubDate>
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		<description>Jahrestage Johnson 

20. Juni 1968

„Aufgewacht von flachem Knallen im Park, Schüssen ähnlich. Unerschrocken stehen Leute an der Bushaltestelle gegenüber. Hinter ihnen spielen Kinder Krieg.“

So fängt die 4. Lieferung der Jahrestage an. Was ist so Besonderes an diesem Anfang?

Dass der Krieg das Schlimmste ist, weil er den Schlaf raubt und Kinder korrumpiert? Dass die Schrecken des 2. Weltkriegs den Vietnam-Krieg nicht verhindern konnten? Dass auch die zivilen Verhältnisse im Central Park, in New York City, im Leben Unerschrockenheit den Menschen abfordert?

All das. Und mehr. Meer! Das wird deutlich beim Vergleich mit den Anfängen des 1., 2. und 3. Bandes:

Erste Lieferung, 20. August 1967: 

„Erste Wellen treiben schräg gegen den Strand, wölben Buckel mit Muskelsträngen, heben zitternde Kämme, die im grünsten Stand kippen.“

Zweite Lieferung, 20. Dezember 1968:  

„Das Wasser ist tief unter der Stadt versteckt, wo sie über einen Felsbuckel muss, chlorgrünes, laues, pralles Wasser in einem Fliesenkasten unter dem Hotel Marseille an der West End Avenue, Manhattan, Obere Westseite, New York, New York.“

Dritte Lieferung, 20. April 1968:

„Das Wasser ist schwarz.
Über dem See ist der Himmel niedrig zugezogen, morgendliche Kiefernfinsternis schließt ihn ein, aus dem Schlammgrund steigt Verdunkelung auf.“

Wasser. Wasser als Symbol der fließenden Zeit.

Da mag man auch andere zitieren:

„Die Zeit. Als gäbe es sie nicht. Nicht, dass sie langsamer vergeht, die Zeit, oder schneller, sie vergeht einfach. Du kannst nichts dafür oder dagegen tun. Wenn einem an normalen Tagen die Zeit davonläuft, wenn sie einem fehlt, wenn man die Zeit füllt wie ein leeres Gefäß, es wird jeden Tag aufs Neue entleert. Nur Einbildungskraft und Imagination formen vielleicht aus dem harten und unnachgiebigen Strom der Zeit etwas Wächsernes und Weiches.“

Aber bei Uwe Johnson ist das Weiche eben Wasser Johnsons Erlösung ist der Blick auf die See. Die Weite des Meers. „Einen Blick Ostsee“, das ist wie „eine Mütze voll Schnee“. Der so ganz andere Anfang der vierten Lieferung der Jahrestage betont aber auch dessen Ende, das Ende des Romans. Da stehen die Protagonisten im Wasser, in der See und bekommen Kiesel gegen die Knöchel, wie schon früher in dieser Eindrücke-Serie beschrieben:

20. Auguste 1968

„Ein Kind, ein Mann unterwegs an den Ort, wo die Toten sind; und sie, das Kind, das ich war.“

Mit diesen Worten geht der Roman zu Ende.
Das Ende weist aber auch auf den Neubeginn, die Weiterführung des Alten und die Frage, ob Dieter Forte denn vielleicht Uwe Johnson zitiert  mit dem Anfangssatz seines Romans „Auf der anderen Seite der Welt“:
„Das Meer lag in der tiefen Nacht in einem schweren ruhigen Atem, in einer Stille wie vor der Geburt, während das herausgestoßene, abbrechende Todesatmen eines Menschen den Tage erwartete, das Licht weite hinter dem Meer, das wie ein jahrtausendealter schwarzer Stein unter den Sternen schlief.“

NO</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Jahrestage Johnson </p>
<p>20. Juni 1968</p>
<p>„Aufgewacht von flachem Knallen im Park, Schüssen ähnlich. Unerschrocken stehen Leute an der Bushaltestelle gegenüber. Hinter ihnen spielen Kinder Krieg.“</p>
<p>So fängt die 4. Lieferung der Jahrestage an. Was ist so Besonderes an diesem Anfang?</p>
<p>Dass der Krieg das Schlimmste ist, weil er den Schlaf raubt und Kinder korrumpiert? Dass die Schrecken des 2. Weltkriegs den Vietnam-Krieg nicht verhindern konnten? Dass auch die zivilen Verhältnisse im Central Park, in New York City, im Leben Unerschrockenheit den Menschen abfordert?</p>
<p>All das. Und mehr. Meer! Das wird deutlich beim Vergleich mit den Anfängen des 1., 2. und 3. Bandes:</p>
<p>Erste Lieferung, 20. August 1967: </p>
<p>„Erste Wellen treiben schräg gegen den Strand, wölben Buckel mit Muskelsträngen, heben zitternde Kämme, die im grünsten Stand kippen.“</p>
<p>Zweite Lieferung, 20. Dezember 1968:  </p>
<p>„Das Wasser ist tief unter der Stadt versteckt, wo sie über einen Felsbuckel muss, chlorgrünes, laues, pralles Wasser in einem Fliesenkasten unter dem Hotel Marseille an der West End Avenue, Manhattan, Obere Westseite, New York, New York.“</p>
<p>Dritte Lieferung, 20. April 1968:</p>
<p>„Das Wasser ist schwarz.<br />
Über dem See ist der Himmel niedrig zugezogen, morgendliche Kiefernfinsternis schließt ihn ein, aus dem Schlammgrund steigt Verdunkelung auf.“</p>
<p>Wasser. Wasser als Symbol der fließenden Zeit.</p>
<p>Da mag man auch andere zitieren:</p>
<p>„Die Zeit. Als gäbe es sie nicht. Nicht, dass sie langsamer vergeht, die Zeit, oder schneller, sie vergeht einfach. Du kannst nichts dafür oder dagegen tun. Wenn einem an normalen Tagen die Zeit davonläuft, wenn sie einem fehlt, wenn man die Zeit füllt wie ein leeres Gefäß, es wird jeden Tag aufs Neue entleert. Nur Einbildungskraft und Imagination formen vielleicht aus dem harten und unnachgiebigen Strom der Zeit etwas Wächsernes und Weiches.“</p>
<p>Aber bei Uwe Johnson ist das Weiche eben Wasser Johnsons Erlösung ist der Blick auf die See. Die Weite des Meers. „Einen Blick Ostsee“, das ist wie „eine Mütze voll Schnee“. Der so ganz andere Anfang der vierten Lieferung der Jahrestage betont aber auch dessen Ende, das Ende des Romans. Da stehen die Protagonisten im Wasser, in der See und bekommen Kiesel gegen die Knöchel, wie schon früher in dieser Eindrücke-Serie beschrieben:</p>
<p>20. Auguste 1968</p>
<p>„Ein Kind, ein Mann unterwegs an den Ort, wo die Toten sind; und sie, das Kind, das ich war.“</p>
<p>Mit diesen Worten geht der Roman zu Ende.<br />
Das Ende weist aber auch auf den Neubeginn, die Weiterführung des Alten und die Frage, ob Dieter Forte denn vielleicht Uwe Johnson zitiert  mit dem Anfangssatz seines Romans „Auf der anderen Seite der Welt“:<br />
„Das Meer lag in der tiefen Nacht in einem schweren ruhigen Atem, in einer Stille wie vor der Geburt, während das herausgestoßene, abbrechende Todesatmen eines Menschen den Tage erwartete, das Licht weite hinter dem Meer, das wie ein jahrtausendealter schwarzer Stein unter den Sternen schlief.“</p>
<p>NO</p>
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	<item>
		<title>Von: Der Buecherblogger</title>
		<link>http://www.aleatorik.eu/2010/07/14/lieber-no/comment-page-2/#comment-1439</link>
		<dc:creator>Der Buecherblogger</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Sep 2010 19:00:08 +0000</pubDate>
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		<description>@ Siegfried Unseld
Gerade erschienen: Siegfried Unseld Chronik 1970 Bd. 1

http://faustkultur.de/kategorie/literatur/buchbesprechung-chronik-siegfried-unseld.html

Interessante Besprechung...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Siegfried Unseld<br />
Gerade erschienen: Siegfried Unseld Chronik 1970 Bd. 1</p>
<p><a href="http://faustkultur.de/kategorie/literatur/buchbesprechung-chronik-siegfried-unseld.html" rel="nofollow">http://faustkultur.de/kategorie/literatur/buchbesprechung-chronik-siegfried-unseld.html</a></p>
<p>Interessante Besprechung&#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Aléa Torik</title>
		<link>http://www.aleatorik.eu/2010/07/14/lieber-no/comment-page-2/#comment-1435</link>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Sep 2010 14:10:01 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber NO, 

ließe sich hier eine Überschrift eingeben, lautete sie: Erzählen Sie von Yvette Alberdingh-Theym! 

Was Sie über Jacky Kennedy schreiben, die ich nicht kenne, von der ich nichts kenne, außer ihrem Nachnamen, das ist sehr sehr schön, man kann Ihnen anmerken, wie beeindruckt Sie waren. Und das hat ja eine lange Zeit gehalten, dieser Eindruck, vielleicht länger als der durch Yvette. 

Ich weiß gar nichts über Sie, Sie haben in Amerika studiert? 

Jeder gab das Beste, was er hatte: ich weiß, was sie meinen, ich kenne so eine Situation, die Sie beschreiben, nicht so gut und so beeindruckend, wie sie das erlebt haben, aber ich weiß dennoch ungefähr, was Sie meinen, wenn sie von der auratischen Erscheinung sprechen, die manche Menschen an sich haben. 

Dennoch will ich hier einen Satz sagen, der dem scheinbar widerspricht. Wenn man ein Blog führt, dann sammelt sich mit der Zeit auch eine Menge Müll an, Ideen, die man nicht zu Texten verarbeitet hat, weil sich wiederholt anders davor geschoben hat, und die alten Sachen dann eine Art Textschimmel ansetzten, oder weil sich die Idee nicht hat umsetzen lassen. Eines meiner vielen angefangenen Projekten sollte sich mit dem Satz Sigmund Freuds auseinandersetzen, eine Formulierung, die er im Brief an seinen Freund Wilhelm Fließ gemacht hat: „Sein Bestes gibt nur, wer nicht anders kann.“

Ihnen gefällt das Gedicht von Rilke über den blinden auch? Ich habe das ganz zu Anfang meiner Karriere als Bloggerin zitiert. 

So, wieder ins Bett: Wärmflasche, Wadenwickel, Wollsocken, das ist der dialektische Dreischritt zur &lt;del datetime=&quot;2010-09-28T14:06:21+00:00&quot;&gt;Wahrheit &lt;/del&gt;Gesundheit! 

Aléa</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber NO, </p>
<p>ließe sich hier eine Überschrift eingeben, lautete sie: Erzählen Sie von Yvette Alberdingh-Theym! </p>
<p>Was Sie über Jacky Kennedy schreiben, die ich nicht kenne, von der ich nichts kenne, außer ihrem Nachnamen, das ist sehr sehr schön, man kann Ihnen anmerken, wie beeindruckt Sie waren. Und das hat ja eine lange Zeit gehalten, dieser Eindruck, vielleicht länger als der durch Yvette. </p>
<p>Ich weiß gar nichts über Sie, Sie haben in Amerika studiert? </p>
<p>Jeder gab das Beste, was er hatte: ich weiß, was sie meinen, ich kenne so eine Situation, die Sie beschreiben, nicht so gut und so beeindruckend, wie sie das erlebt haben, aber ich weiß dennoch ungefähr, was Sie meinen, wenn sie von der auratischen Erscheinung sprechen, die manche Menschen an sich haben. </p>
<p>Dennoch will ich hier einen Satz sagen, der dem scheinbar widerspricht. Wenn man ein Blog führt, dann sammelt sich mit der Zeit auch eine Menge Müll an, Ideen, die man nicht zu Texten verarbeitet hat, weil sich wiederholt anders davor geschoben hat, und die alten Sachen dann eine Art Textschimmel ansetzten, oder weil sich die Idee nicht hat umsetzen lassen. Eines meiner vielen angefangenen Projekten sollte sich mit dem Satz Sigmund Freuds auseinandersetzen, eine Formulierung, die er im Brief an seinen Freund Wilhelm Fließ gemacht hat: „Sein Bestes gibt nur, wer nicht anders kann.“</p>
<p>Ihnen gefällt das Gedicht von Rilke über den blinden auch? Ich habe das ganz zu Anfang meiner Karriere als Bloggerin zitiert. </p>
<p>So, wieder ins Bett: Wärmflasche, Wadenwickel, Wollsocken, das ist der dialektische Dreischritt zur <del datetime="2010-09-28T14:06:21+00:00">Wahrheit </del>Gesundheit! </p>
<p>Aléa</p>
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	<item>
		<title>Von: NO</title>
		<link>http://www.aleatorik.eu/2010/07/14/lieber-no/comment-page-2/#comment-1433</link>
		<dc:creator>NO</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Sep 2010 12:58:59 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Bücherblogger,
 
schön, dass wir „übers Hölzchen zum Stöckchen“ kommen und jetzt bei Unseld sind, Hesses Statthalter auf Erden. 

Unseld ist in der Tat nicht zu übersehen gewesen (außer für Robert Gernhardt) und dasselbe gilt auch für seine Briefwechsel. Einen (weiteren) haben Sie da genannt, den ich aber auch (noch) nicht kenne. Jedoch ein wahres, diplomatisches, forderndes, ermutigendes, juristisches, kritisierendes, kurz: verlegerisches Meisterstück ist sein Briefwechsel mit Wolfgang Koeppen. Wie jener sich um das Schreiben des geforderten Romans drückt und dabei Geschichten erfindet (zum Teil aus der Hölle, wenn er nämlich über seine alkoholkranke Frau schreibt), ist nicht nur einzigartig, sondern stellt selbst den Roman dar. Und am Ende sind drei Briefe des Sterbenden an den Freund „Siegfried“ („Ich ging an Deiner Seite…“), da könnten einem die Tränen in die Augen treten -  wenn man nicht so cool wäre.

Beste Grüße
NO</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Bücherblogger,</p>
<p>schön, dass wir „übers Hölzchen zum Stöckchen“ kommen und jetzt bei Unseld sind, Hesses Statthalter auf Erden. </p>
<p>Unseld ist in der Tat nicht zu übersehen gewesen (außer für Robert Gernhardt) und dasselbe gilt auch für seine Briefwechsel. Einen (weiteren) haben Sie da genannt, den ich aber auch (noch) nicht kenne. Jedoch ein wahres, diplomatisches, forderndes, ermutigendes, juristisches, kritisierendes, kurz: verlegerisches Meisterstück ist sein Briefwechsel mit Wolfgang Koeppen. Wie jener sich um das Schreiben des geforderten Romans drückt und dabei Geschichten erfindet (zum Teil aus der Hölle, wenn er nämlich über seine alkoholkranke Frau schreibt), ist nicht nur einzigartig, sondern stellt selbst den Roman dar. Und am Ende sind drei Briefe des Sterbenden an den Freund „Siegfried“ („Ich ging an Deiner Seite…“), da könnten einem die Tränen in die Augen treten &#8211;  wenn man nicht so cool wäre.</p>
<p>Beste Grüße<br />
NO</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Aléa Torik</title>
		<link>http://www.aleatorik.eu/2010/07/14/lieber-no/comment-page-2/#comment-1424</link>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Sep 2010 21:04:15 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.aleatorik.eu/?p=2762#comment-1424</guid>
		<description>Lieber NO, 

also einverstanden, wir tauschen. Sie bekommen &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Espresso_hb-2.jpg&amp;filetimestamp=20080410145933&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;dies &lt;/a&gt; von meinen Eltern und bringen mir im Gegenzug  &lt;a href=&quot;http://www.obstkulinarium.at/images/groeer.jpg&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;dies &lt;/a&gt; dafür mit nach Berlin. 

Auf Ihren Beitrag zu Johnson gehe ich morgen ein. Ich muss früh ins Bett.

Herzlich

Aléa</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber NO, </p>
<p>also einverstanden, wir tauschen. Sie bekommen <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Espresso_hb-2.jpg&amp;filetimestamp=20080410145933" rel="nofollow">dies </a> von meinen Eltern und bringen mir im Gegenzug  <a href="http://www.obstkulinarium.at/images/groeer.jpg" rel="nofollow">dies </a> dafür mit nach Berlin. </p>
<p>Auf Ihren Beitrag zu Johnson gehe ich morgen ein. Ich muss früh ins Bett.</p>
<p>Herzlich</p>
<p>Aléa</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: NO</title>
		<link>http://www.aleatorik.eu/2010/07/14/lieber-no/comment-page-2/#comment-1417</link>
		<dc:creator>NO</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Sep 2010 15:34:14 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.aleatorik.eu/?p=2762#comment-1417</guid>
		<description>Jahrestage Johnson

5. Juni 1968

„Wo warst Du, Marie, wo warst Du?“

Mutter Gesine Cresspahl fragt, höchst besorgt, denn das Kind war den Tag über nicht aufzufinden. Begonnen hatte es am Morgen. Marie verlässt das Haus und sieht einen Studenten sitzen:

„Neben ihm das Radio, eine Überseekoffer, ganz aufgeregte Stimmen. Da habe ich es gehört. Kennedy erschossen.“

Nicht der ehemalige Präsident natürlich, das war ja 1963, sondern sein Bruder, Robert. Die Hoffnung der Demokraten, die neue Hoffnung Amerikas. Ein Schock für das Land. Ein Schock wohl auch für Uwe Johnson, Künstler, Demokrat, links. Bobby Kennedys Credo wird von Johnson übersetzt (Jahrestag 8. Juni 1968):

„Manche sehen die Dinge wie sie sind, und sagen: Warum muss das so sein?
Ich träume von Dingen, die gab es noch nie, und ich sage: Warum kann das nicht sein?“

Es ist schwer, finde ich, sich dem Charisma der Brüder zu entziehen, dem Mythos Kennedy, der Aura der Familie. Und warum sollte man auch? Es sei denn, natürlich, man ist amerikanischer Republikaner.  

Tagelang hängt Marie vor dem Fernsehgerät und schaut die Berichterstattung. Für die Schule bereitet sie Aufsätze vor über den Senator und den Attentäter Sirhan Sirhann. Im TV verfolgt sie – zusammen mit D.E. - die Beerdigungszeremonie. Dort hat auch die Witwe des ermordeten früheren Präsidenten, John Kennedys Frau Jacqueline Bouvier, ihren Auftritt. Jedenfalls sieht Johnson ihr Verhalten beim Warten der trauernden Familie auf den Konvoi mit dem Sarg so kritisch und beschreibt es (Jahrestag 8. Juni 1968) so:

„Sie [Marie] gesteht vorerst nur D.E. den Spaß zu, den er hat mit dem Benehmen der anderen Mrs. Kennedy, der Witwe des Präsidenten, steif und still steht sie fast vier Minuten auf der obersten Treppenstufe, as sühst mi woll, mag doch die Wagenkolonne unheilbar in die Verspätung geraten, sie will ihren Anteil am öffentlichen Aufsehen, und Marie sagt schließlich doch, halb geniert, halb ärgerlich: Das möchte ihr so passen. Sie lädt doch geradezu ein zum Schießen.“

Mag sein. Mag damals so gewesen sein und vielleicht ist sie erst später anders geworden. Jacky Kennedy. Ich habe sie einmal getroffen. Getroffen ist nicht das richtige Wort. Sie hat mich nur einmal angeschaut. In einem ganz kleinen Restaurant im Village, sechs, sieben Tische. Als meine Freunde und ich herein kamen, saß sie schon da mit ihren beiden Kindern und einem Mann. Unser Tisch war der daneben. Ihr Sohn JohnJohn studierte in meinem Jahrgang, und meine Lieblings-Kommilitonin, sie könnte Yvette Alberdingh-Theym geheißen haben, war mit Caroline befreundet. Wir alle feierten dort den Abschluss irgendeiner Prüfung. Ein langer Blick aus dunklen Augen. Dass vergisst niemand. So ernst. So still. So schön. So traurige Würde. Es gibt Menschen, die fluten einen Raum. Es gibt Zauberer. Von ihr ging eine Aura aus, als hätte jemand das Licht angemacht. Das ging nicht nur mir so. Ich habe in diesen Stunden in dem Restaurant nicht ein einziges lautes Wort gehört. Nicht ein einziges Mal hat Besteck geklappert. Die Bedienungen kellnerten nicht, sie schritten. Die Gäste waren freundlich wie nie, das Personal aufmerksam wie nie, alle gingen gemessen miteinander um. Jeder in diesem sonst so unkonventionellen Laden gab das Beste, was er hatte.   

Es gibt Dinge, die vergisst man in seinem Leben nicht mehr. 

Es gibt auch Literatur, die vergisst man auch nicht mehr. Wie Johnsons. Bücher, welche die „Katze Erinnerung“ hervorlocken können. Bücher, welche den Widerschein der Dinge spiegeln, auch so:

„Sieh, er geht und unterbricht die Stadt,
die nicht ist auf seiner dunklen Stelle,
wie ein dunkler Sprung durch eine helle
Tasse geht. Und wie auf einem Blatt
Ist auf ihm der Widerschein der Dinge
aufgemalt …..“</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Jahrestage Johnson</p>
<p>5. Juni 1968</p>
<p>„Wo warst Du, Marie, wo warst Du?“</p>
<p>Mutter Gesine Cresspahl fragt, höchst besorgt, denn das Kind war den Tag über nicht aufzufinden. Begonnen hatte es am Morgen. Marie verlässt das Haus und sieht einen Studenten sitzen:</p>
<p>„Neben ihm das Radio, eine Überseekoffer, ganz aufgeregte Stimmen. Da habe ich es gehört. Kennedy erschossen.“</p>
<p>Nicht der ehemalige Präsident natürlich, das war ja 1963, sondern sein Bruder, Robert. Die Hoffnung der Demokraten, die neue Hoffnung Amerikas. Ein Schock für das Land. Ein Schock wohl auch für Uwe Johnson, Künstler, Demokrat, links. Bobby Kennedys Credo wird von Johnson übersetzt (Jahrestag 8. Juni 1968):</p>
<p>„Manche sehen die Dinge wie sie sind, und sagen: Warum muss das so sein?<br />
Ich träume von Dingen, die gab es noch nie, und ich sage: Warum kann das nicht sein?“</p>
<p>Es ist schwer, finde ich, sich dem Charisma der Brüder zu entziehen, dem Mythos Kennedy, der Aura der Familie. Und warum sollte man auch? Es sei denn, natürlich, man ist amerikanischer Republikaner.  </p>
<p>Tagelang hängt Marie vor dem Fernsehgerät und schaut die Berichterstattung. Für die Schule bereitet sie Aufsätze vor über den Senator und den Attentäter Sirhan Sirhann. Im TV verfolgt sie – zusammen mit D.E. &#8211; die Beerdigungszeremonie. Dort hat auch die Witwe des ermordeten früheren Präsidenten, John Kennedys Frau Jacqueline Bouvier, ihren Auftritt. Jedenfalls sieht Johnson ihr Verhalten beim Warten der trauernden Familie auf den Konvoi mit dem Sarg so kritisch und beschreibt es (Jahrestag 8. Juni 1968) so:</p>
<p>„Sie [Marie] gesteht vorerst nur D.E. den Spaß zu, den er hat mit dem Benehmen der anderen Mrs. Kennedy, der Witwe des Präsidenten, steif und still steht sie fast vier Minuten auf der obersten Treppenstufe, as sühst mi woll, mag doch die Wagenkolonne unheilbar in die Verspätung geraten, sie will ihren Anteil am öffentlichen Aufsehen, und Marie sagt schließlich doch, halb geniert, halb ärgerlich: Das möchte ihr so passen. Sie lädt doch geradezu ein zum Schießen.“</p>
<p>Mag sein. Mag damals so gewesen sein und vielleicht ist sie erst später anders geworden. Jacky Kennedy. Ich habe sie einmal getroffen. Getroffen ist nicht das richtige Wort. Sie hat mich nur einmal angeschaut. In einem ganz kleinen Restaurant im Village, sechs, sieben Tische. Als meine Freunde und ich herein kamen, saß sie schon da mit ihren beiden Kindern und einem Mann. Unser Tisch war der daneben. Ihr Sohn JohnJohn studierte in meinem Jahrgang, und meine Lieblings-Kommilitonin, sie könnte Yvette Alberdingh-Theym geheißen haben, war mit Caroline befreundet. Wir alle feierten dort den Abschluss irgendeiner Prüfung. Ein langer Blick aus dunklen Augen. Dass vergisst niemand. So ernst. So still. So schön. So traurige Würde. Es gibt Menschen, die fluten einen Raum. Es gibt Zauberer. Von ihr ging eine Aura aus, als hätte jemand das Licht angemacht. Das ging nicht nur mir so. Ich habe in diesen Stunden in dem Restaurant nicht ein einziges lautes Wort gehört. Nicht ein einziges Mal hat Besteck geklappert. Die Bedienungen kellnerten nicht, sie schritten. Die Gäste waren freundlich wie nie, das Personal aufmerksam wie nie, alle gingen gemessen miteinander um. Jeder in diesem sonst so unkonventionellen Laden gab das Beste, was er hatte.   </p>
<p>Es gibt Dinge, die vergisst man in seinem Leben nicht mehr. </p>
<p>Es gibt auch Literatur, die vergisst man auch nicht mehr. Wie Johnsons. Bücher, welche die „Katze Erinnerung“ hervorlocken können. Bücher, welche den Widerschein der Dinge spiegeln, auch so:</p>
<p>„Sieh, er geht und unterbricht die Stadt,<br />
die nicht ist auf seiner dunklen Stelle,<br />
wie ein dunkler Sprung durch eine helle<br />
Tasse geht. Und wie auf einem Blatt<br />
Ist auf ihm der Widerschein der Dinge<br />
aufgemalt …..“</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Der Buecherblogger</title>
		<link>http://www.aleatorik.eu/2010/07/14/lieber-no/comment-page-2/#comment-1416</link>
		<dc:creator>Der Buecherblogger</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Sep 2010 11:23:30 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.aleatorik.eu/?p=2762#comment-1416</guid>
		<description>@NO
Den Dank muss ich demütig zurückweisen, mein Blog ist zu marginal, allerdings finde ich meinen eigenen Kommentar an der Stelle gar nicht schlecht. Aber ich habe eine Frage, wenn jemand krank ist, muss man ihn mit ein wenig Spass aufmuntern. Sind Sie mit diesem viel zu bösartigen Kerl etwa verwandt?

http://www.mgm.com/view/Movie/566/Dr.-No/

Was Johnson betrifft, noch heute werde ich online die &quot;Jahrestage&quot; in der GWLB bestellen, zum &quot;Reinschnuppern&quot;, (ich weiss, genügt nicht,) ist immer Zeit.Was den Herrn Suhrkamp, Entschuldigung Unseld betrifft bin ich schon von anderer Seite auf seinen Briefwechsel mit Thomas Bernhardt aufmerksam gemacht worden; muss ein sehr interessanter Verlagsleiter und Briefschreiber gewesen sein. Außerdem war er ja auch federführend, wie der gesamte Verlag, bei dem Bekanntermachen der Lateinamerikanischen Literatur in Deutschland.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@NO<br />
Den Dank muss ich demütig zurückweisen, mein Blog ist zu marginal, allerdings finde ich meinen eigenen Kommentar an der Stelle gar nicht schlecht. Aber ich habe eine Frage, wenn jemand krank ist, muss man ihn mit ein wenig Spass aufmuntern. Sind Sie mit diesem viel zu bösartigen Kerl etwa verwandt?</p>
<p><a href="http://www.mgm.com/view/Movie/566/Dr.-No/" rel="nofollow">http://www.mgm.com/view/Movie/566/Dr.-No/</a></p>
<p>Was Johnson betrifft, noch heute werde ich online die &#8220;Jahrestage&#8221; in der GWLB bestellen, zum &#8220;Reinschnuppern&#8221;, (ich weiss, genügt nicht,) ist immer Zeit.Was den Herrn Suhrkamp, Entschuldigung Unseld betrifft bin ich schon von anderer Seite auf seinen Briefwechsel mit Thomas Bernhardt aufmerksam gemacht worden; muss ein sehr interessanter Verlagsleiter und Briefschreiber gewesen sein. Außerdem war er ja auch federführend, wie der gesamte Verlag, bei dem Bekanntermachen der Lateinamerikanischen Literatur in Deutschland.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: NO</title>
		<link>http://www.aleatorik.eu/2010/07/14/lieber-no/comment-page-2/#comment-1415</link>
		<dc:creator>NO</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Sep 2010 08:40:42 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.aleatorik.eu/?p=2762#comment-1415</guid>
		<description>Liebe Aléa Torik,
Sie machen mir großen Spaß. In vielerlei Hinsicht.
Unter anderem damit, dass Sie Gewichtsprobleme haben.
Mit dem Kürbis, das wird sich machen lassen. Nur noch vielleicht nicht in diesem Jahr.
Gäbe es denn Kaffee bei Ihren Eltern?
Liebe Grüße und gute Besserung!
NO</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Aléa Torik,<br />
Sie machen mir großen Spaß. In vielerlei Hinsicht.<br />
Unter anderem damit, dass Sie Gewichtsprobleme haben.<br />
Mit dem Kürbis, das wird sich machen lassen. Nur noch vielleicht nicht in diesem Jahr.<br />
Gäbe es denn Kaffee bei Ihren Eltern?<br />
Liebe Grüße und gute Besserung!<br />
NO</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: NO</title>
		<link>http://www.aleatorik.eu/2010/07/14/lieber-no/comment-page-2/#comment-1414</link>
		<dc:creator>NO</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Sep 2010 08:21:22 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.aleatorik.eu/?p=2762#comment-1414</guid>
		<description>Lieber Bücherblogger,
meine Hoffnung ist, dass Sie sich bei dem &quot;wenn&quot; verschrieben und tatsächlich &quot;sobald ich demnächst&quot; (oder die zeitliche Auslegung von &quot;wenn&quot;) gemeint haben. 
Die Brief-Sprache von Johnson ist von ganz besonderem Reiz und anders als die in den Romanen, Sie werden sehen. Außerdem würde ich Ihnen dann parallel auch den Briefwechsel mit Frisch und ganz besonders den mit seinem Verleger Siegfried Unseld ans Herz legen, der ist wirklich Weltklasse.
Besten Dank übrigens auch für Ihre freundliche Erwähnung in Ihrem Blog (&quot;ein NO&quot;).
Herzliche Grüße
NO</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Bücherblogger,<br />
meine Hoffnung ist, dass Sie sich bei dem &#8220;wenn&#8221; verschrieben und tatsächlich &#8220;sobald ich demnächst&#8221; (oder die zeitliche Auslegung von &#8220;wenn&#8221;) gemeint haben.<br />
Die Brief-Sprache von Johnson ist von ganz besonderem Reiz und anders als die in den Romanen, Sie werden sehen. Außerdem würde ich Ihnen dann parallel auch den Briefwechsel mit Frisch und ganz besonders den mit seinem Verleger Siegfried Unseld ans Herz legen, der ist wirklich Weltklasse.<br />
Besten Dank übrigens auch für Ihre freundliche Erwähnung in Ihrem Blog (&#8220;ein NO&#8221;).<br />
Herzliche Grüße<br />
NO</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Aléa Torik</title>
		<link>http://www.aleatorik.eu/2010/07/14/lieber-no/comment-page-2/#comment-1388</link>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Sep 2010 14:16:04 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.aleatorik.eu/?p=2762#comment-1388</guid>
		<description>Lieber NO,

ich lese weiterhin Ihre Texte zu Johnson. Sie meinen mit Sibirien nicht etwa Sibiu? 

Persönlichkeit und Haltung: Zu dem Thema Persönlichkeit weiß ich nicht viel zu sagen: Haltung ist mir auch wichtig, und vielleicht entsteht Persönlichkeit ja daraus. Was sonst sollte Persönlichkeit sein? Bildung nicht und Anstand und Adel und Geld auch nicht. Und eine Haltung muss man vorweisen, dauernd eigentlich sogar, nicht nur in Extremsituationen, wen Ausländer in der U-Bahn beschimpft werden. Sondern morgens, wenn man in den Spiegel schaut und die Frage stellt oder das Gegenüber sie stellt, ob man das ist und sein will. Das sollte man möglichst im Leben bejahen. Das ist doch die Haltung: zu einem Begriff von der Stelle ich kommen. 

Das Ziel, das Sie da formulieren, finde ich auch ein schönes. Ich  meine mich erinnern zu können, dass ich auch schon mal so etwas gesehen habe, wo ich dachte, das ist ein lohnenswertes Ziel, also ein lebenswertes Leben vor dem Ziel, ein Leben, das auf darauf hinarbeitet; bezeichnenderweise fällt mir das jetzt gerade nicht mehr ein. Vielleicht war‘s nicht das richtige Ziel, das ich da hatte. 

Ich arbeite schon wieder an vielen Sachen gleichzeitig, aber es hapert noch ein wenig: eine zusammenfassende Antwort auf BaM, die nächsten Blogkommentare, die Faulkner-Sachen, der neue Roman, Unikrempel, etc. 

Sie sind nicht zufällig demnächst mal in Sibiu, um mir den Kürbis, den ich bei meinen Eltern aus Gewichtsgründen habe liegen lassen müssen, nach Berlin mitzubringen, oder etwa doch? 

Herzlich 
Aléa</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber NO,</p>
<p>ich lese weiterhin Ihre Texte zu Johnson. Sie meinen mit Sibirien nicht etwa Sibiu? </p>
<p>Persönlichkeit und Haltung: Zu dem Thema Persönlichkeit weiß ich nicht viel zu sagen: Haltung ist mir auch wichtig, und vielleicht entsteht Persönlichkeit ja daraus. Was sonst sollte Persönlichkeit sein? Bildung nicht und Anstand und Adel und Geld auch nicht. Und eine Haltung muss man vorweisen, dauernd eigentlich sogar, nicht nur in Extremsituationen, wen Ausländer in der U-Bahn beschimpft werden. Sondern morgens, wenn man in den Spiegel schaut und die Frage stellt oder das Gegenüber sie stellt, ob man das ist und sein will. Das sollte man möglichst im Leben bejahen. Das ist doch die Haltung: zu einem Begriff von der Stelle ich kommen. </p>
<p>Das Ziel, das Sie da formulieren, finde ich auch ein schönes. Ich  meine mich erinnern zu können, dass ich auch schon mal so etwas gesehen habe, wo ich dachte, das ist ein lohnenswertes Ziel, also ein lebenswertes Leben vor dem Ziel, ein Leben, das auf darauf hinarbeitet; bezeichnenderweise fällt mir das jetzt gerade nicht mehr ein. Vielleicht war‘s nicht das richtige Ziel, das ich da hatte. </p>
<p>Ich arbeite schon wieder an vielen Sachen gleichzeitig, aber es hapert noch ein wenig: eine zusammenfassende Antwort auf BaM, die nächsten Blogkommentare, die Faulkner-Sachen, der neue Roman, Unikrempel, etc. </p>
<p>Sie sind nicht zufällig demnächst mal in Sibiu, um mir den Kürbis, den ich bei meinen Eltern aus Gewichtsgründen habe liegen lassen müssen, nach Berlin mitzubringen, oder etwa doch? </p>
<p>Herzlich<br />
Aléa</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
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