Archiv vom 11.07.2010
11 Juli 2010
Geschichten aus Siebenbürgen
Ich habe nach Videos aus meiner Heimat gesucht. Es war nur Kitsch zu finden. Bis ich auf einen Film vom RBB stieß, der offensichtlich 2007 gedreht wurde, als Hermannstadt – Sibiu wie es auf Rumänisch heißt – Kulturhauptstadt Europas war. Da war ich schon längst in Bukarest zum Studium. Der Film beschreibt Siebenbürgen nach der Wende, die ja mit dem Tod von Nicolae Ceauşescu auch in Rumänien stattgefunden hat und, anders als in Deutschland, noch immer stattfindet. Er geht um die Siebenbürger Sachsen, um die Deutschen und Österreicher die im Mittelalter nach Rumänien gekommen sind und sich dort gesiedelt haben. Ich stamme nicht von denen ab, mein Vater ist vor 30 Jahren nach Rumänien gekommen und hat eine Rumänin geheiratet, meine Mutter nämlich. Jedenfalls behaupten die beiden das unisono. Ich war nicht dabei, was ich als Kind nicht wahrhaben wollte. Ich meinte mich erinnern zu können und wusste nicht, dass es sich bei dem, was ich da erinnerte, nicht um meine eigenen Erinnerungen handelte, sondern um das, was die beiden mir erzählt hatten, es handelte sich um ihre Erinnerungen.
Ich finde den Film nicht schlecht, er romantisiert (ohne dabei zu romanisieren) ein wenig. Oder ich habe das Gefühl, dass er das tut. Aber er ist gut gemacht, sehr viele schöne Bilder. Bei den Landschaftsaufnahmen, den Aufnahmen aus den Dörfern, und vor allem aus Hermannstadt, da musste ich ein bisschen weinen. Da hatte ich ziemlich Heimweh. Aber ich fahre ja auch in sieben Wochen dahin. Das war bis gerade noch ganz weit weg.
Der Film besteht aus fünf Teilen zu jeweils zehn Minuten:
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Thema Allzupersönliches, mittel | Eintrag von Aléa Torik | um 12:36 eingtragen | Kommentare: 4 | Kommentieren











