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  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, ich bin, was die aktuelle Ausformung eines Individuums angeht, in gewisser Weise durchaus deiner Ansicht – doch wenn ich glaubte, mein aktuelles Ich sei die mir höchstmögliche Entwicklungsstufe, so würde ich mich ja vor mir selbst und der Welt lächerlich machen,...
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  • Aléa Torik: Lieber Norbert, auch das ist eine Dimension des Schreibens, der Zwang. Die Unfähigkeit, es abzuweisen. Und die Freiheit, die es verspricht – und manchmal sogar hält. Es bewahrt möglicherweise vor anderen Zwängen. Wer weiß, wie wir geworden wären, wenn wir nicht schrieben. Man...
  • Norbert W. Schlinkert: … freiberuflich ihre Kern-Arbeit verrichten, Kontakte pflegen, zu beruflichen Anlässen reisen, mal eine Kritik und mal einen Artikel schreiben und so weiter. Ich weiß wirklich nicht, ob ich bei solchen Aussichten zum Schreiben gekommen wäre – und wahrscheinlich hätte ich es...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, dass die Schreibschulen-Absolventen in gewisser Weise einen normalen Beruf lernen, scheint mir auch so. Ich kenne einige Absolventinnen, die imgrunde ganz klassisch
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, ich glaube auch den Absolventen der Schreibschulen in Leipzig und Hildesheim geht es nicht anders. Nur weil sie erlernt haben, was wir autodidaktisch können – wenn wir es können – müssen sie Vernunft und Poesie nicht anders bewerten. Ich will Schreiben, aber manchmal...
  • Aléa Torik: Liebe Iris, so wie du das beschreibst, genauso, funktionieren Erinnerungen. Anhand solcher Mythen konstruieren wir ein mit sich selbst identisches Ich, das wir angeblich sind. Und genau das – eigentlich nicht genau das, sondern viel mehr als das, ich habe den Prozess, um ihn deutlich...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, das, was du da über dein Schreiben schreibst, wirkt angesichts der Flut der Nachwuchs-Literaten, die jedes Jahr aus den Schreibschmieden in Leipzig und Hildesheim entlassen werden, fast schon unzeitgemäß, weil in der Tat unvernünftig. Da es mir aber ebenso geht,...
  • irisnebel: Liebe A., “die Zeit kann einem ja nur wegrennen, wenn man sie chronologisch betrachtet”- merk ich mir auch- eine schöne Betrachtungsweise. und zur erinnerung nicht vergessen zu bemerken, dass sie unheimlich täuscht. wir menschen machen unsere märchen daraus, weil wir sie...
  • Aléa Torik: Liebe Miss Lingen, Kommentare sind in der Regel bei Blogbetreibern sehr beliebt, weil die daran erkennen können, dass ihr Blog angenommen wird und sie etwas zu erzählen haben, das diskussionswürdig ist. Wir Schriftsteller sind da genügsamer, uns muss es reichen, dass wir Leser haben....
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  • irisnebel: “meist sind Momente doch von vielen Zeitschichten beeinflusst, von Erwartungen, von Hetze und Eile, von Erinnerungen an andere Orte, aber auch von Stimmungen, vom Wetter, etc.”- ja, stimmt… habe ich in diesem zusammenhang bisher noch gar nicht von dieser warte aus...
  • Aléa Torik: Liebe Iris, der Moment wird, meine ich, überschätzt. Es gibt diese seltenen Momente, die wirklich alles mitbringen. Aber meist sind Momente doch von vielen Zeitschichten beeinflusst, von Erwartungen, von Hetze und Eile, von Erinnerungen an andere Orte, aber auch von Stimmungen, vom...
  • irisnebel: wow!… “Der Wert des Urlaubs liegt in der Zeit danach, wenn sich diese Erlebnisse mit dem Alltag verbinden. (…) Aber in der zeitlichen Verschiebung von vorher und nachher, können die Ereignisse viel mehr bedeuten als in diesem einen Moment.” - ja, das stimmt. das sind...
  • Aléa Torik: Hallo Don, schön, wenn Ihnen meine Überlegungen zusagen. Dass man sich ändern kann, könnte natürlich auch zum genetischen Code gehören, der eine Veränderung innerhalb vorgegebener Linien zulässt, das darunter oder darüber, das Jenseits allerdings ausschließt und der womöglich sogar...
  • DonSilver: Hallo, zuerst einmal danke für diesen wunderbaren Eintrag der mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Die Idee der Simulation, wie sie sie darstellen, ist mir wunderbar neu, da ich mich noch nie mit Kierkegaard beschäftigt habe. Das jeder von uns nur eine Simulation der als gegeben...
  • Aléa Torik: Liebe Iris Nebel, witzig und verdächtig zugleich: wenn Erinnerungen in dem Moment zustande kommen, da der Akku des Fotoapparates leer ist. Für mich ist der Wert von Urlaub auch gar nicht in der Zeit vor Ort zu messen, sieben oder vierzehn Tage, soundso viele Fotos, soundso viele,...
  • irisnebel: hehe deine Betrachtungen haben mich insgesamt schon etwas stutzig und für einiges bewusst gemacht (was man nach einer gewissen zeit- und geldinvestition lieber vergessen möchte)… genau wie jener frankreichurlaub im durchreisemodus… man rast durch unbekannten, interessanten gegenden und...

  • 06 Juni 2010

    Das wahrscheinlich größte und weißeste Weißenfels weltweit

    „Die Südharzreise“ von Frank Fischer. Der Autor stammt aus Weißenfels. Aber nicht irgendein Weißenfels – wie irgendein New York oder irgendein Tokio – nein: es handelt sich um das Weißenfels. Das wahrscheinlich größte und weißeste Weißenfels weltweit.

    Die Lektüre war nicht einfach für mich. Das lag aber nicht daran, dass das Buch so komplex ist, da lag nicht an verschachtelten Satzgefügen oder verwickelten Lebensschicksalen, sondern daran, dass dort Worte und Orte zu finden sind, die ich nicht kenne, Orte wie Schkortleben und Oeglitzsch. Solche Orte müssen auch einen Namen haben, das verstehe ich, einen Namen, an dem man sie erkennen und identifizieren kann. Auch ein Kyffhäuserdenkmal muss irgendwie heißen und warum dann nicht gleich Kyffhäuserdenkmal. Obwohl ich das schon extrem finde, das Wort Kyffhäuserdenkmal. Vor allem war die Lektüre für mich nicht leicht, weil das Buch tief in die Regionalgeschichte dieser Gegend eingreift – indem es sie beschreibt natürlich -, die mir – man ahnt es wohl – nicht sonderlich vertraut ist.

    Frank Fischer will im Prinzip lediglich innerhalb von 24 Stunden die A 38 von Leipzig nach Göttingen fahren, mit ein paar Abstechern ins Umland, und wieder retour. Er fährt alleine, mutterseelenallein. Manche Dinge kann man nur alleine erleben. „Abstrakter Tourismus zwischen Leipzig und Göttingen“, lautet der Untertitel des Buches und das bedeutet bei knapp tausend Kilometern und drei Dutzend besuchter, touristisch relevanter Orte, dass es recht zügig gehen muss: „ … aber ich beende sofort dieses unfreiwillige Zuhören, indem ich weiter zur Unterburg rase, wo ich aus touristischen Gründen einige Sekunden stehen bleibe, und dann wieder zurück zum Ausgangspunkt. “

    Diese Autobahn gehört zu den Verkehrsprojekten Deutsche Einheit und ist also recht neu. Die für die Tourismusindustrie relevanten Gegenstände, also Denkmäler, werden klug eingeschränkt und relativiert: „Die Weltgeschichte hat ein paar Dutzend Orte neben dieser neuen Autobahn verteilt und der Tourismusindustrie einige Superlative und Einmaligkeiten geliefert. Manchmal müssen diese aber auch klug erfunden werden, denn es kann nur ein größtes Denkmal der Welt, eine größte Kirche Europas, ein größtes Gebäude der Stadt geben. Also wird zeitlich, typologisch und regional eingeschränkt, was schnell lächerlich wirken kann wie die sprichwörtlich „größte spätgotische Hallenkirche Ostsachsens“. Los geht es in Leipzig, beim Völkerschlachtdenkmal, „dem größten europäischen Denkmal der Welt“.

    Der Text ist dabei ausgesprochen witzig und sein Autor sehr belesen. Nietzsche ist ein wichtiger Referent für Fischer und wird mehrfach erwähnt, auch der Entdecker Pigafetta, und einer meiner Lieblingsschriftsteller, der Argentinier Julio Cortázar mit „Die Autonauten auf der Kosmobahn“; Novalis wird genannt, der einige, für die weitere Identitätsforschung zentrale Formulierungen niedergeschrieben hat („In dem Satze a ist a liegt nichts als ein Setzten, Unterscheiden und verbinden. Es ist ein philosophischer Parallelismus. Um a deutlicher zu machen wird A getheilt. Ist wird als allgemeiner Gehalt, a als bestimmte Form aufgestellt. Das Wesen der Identität läßt sich nur in einen Scheinsatz aufstellen. Wir verlassen das Identische, um es darzustellen …“; die ersten Sätze aus den „Fichte Studien“); auch Tieck und Tarantino, auch Luther hat einen kleinen Gastauftritt und Einar Schleef mit seinem Roman „Gertrud“.

    Mit Schleef sind wir in einem Ort namens Sangerhausen und im Café Kolditz. Vielmehr außen vor, denn das Cafe hat geschlossen und Frank Fischer und der abstrakte Tourismus müssen sich damit begnügen, durchs Fenster zu schauen. Ich habe den Namen dieses Cafés nie gehört. Es ist aber offenbar berühmt. Ein „Sehnsuchtsort der Popliteratur“. Ich kenne die Popliteratur nicht, da war ich noch nicht in Deutschland und ich war vielleicht auch noch zu jung, um mich dafür zu interessieren. Ich habe einmal ein Buch von Kristian Kracht gelesen, „Faserland“. Ich dachte die ganze Zeit, dass da etwas kommt, ich erwartete, dass da noch etwas passiert. Aber da kam nichts und da passierte auch nichts. Wenn das die Definition von Popliteratur ist, dann ist das nicht meine Literatur. Dennoch freut es mich, dass die Literatur immerhin in der Lage ist, aus einem normalen Café einen Ort der Sehnsucht zu machen.

    Morgens um fünf in Halle-Neustadt, einer Satellitensiedlung des DDR Wohnungsbauprogramms, alles Plattenbauten, heißt es ladipar: „Um diese Uhrzeit wirkt jede Stadt unbewohnt, aber in Halle-Neustadt ist die Diskrepanz zwischen sichtbarem Wohnraum und unsichtbarer Bevölkerung besonders groß.“ Wir bekommen außerdem eine vollständige Interpretation des besten schlechtesten Gedichtes aller Zeiten, oder beinahe jedenfalls. Seltsamerweise wird Pynchons „Die Enden der Parabel“ als Jugendbuch bezeichnet. Hier die, wie ich finde, schönste Formulierung: „Links und rechts frühherbstliche Felder, darüber ein paar Wolkenzitate aus verwitterten Schlachtengemälden.“

    Der abstrakte Tourismus, wie ihn Frank Fischer präsentiert, ist, anders als erwartet, ausgesprochen dicht an Erlebnissen. Möglicherweise liegt das vor allem an dem Autor und seinem Bericht und nicht so sehr an der Art des Tourismus.

    Vielleicht wär es klug von mir gewesen, vorher die Harzreise von Heinrich Heine zu lesen. Habe ich nicht getan. Wer klüger sein will als ich es war, der kann Heine hier nachlesen.

    Im letzten Drittel des Buchs finden sich Fotos jener Orte, die in den beiden vorhergehenden Dritteln beschrieben wurden. Ich hätte mir Fotos von der Autobahn gewünscht. Autobahn, das ist ein sehr deutsches Wort. Und weltweit bekannt. In Rumänien wird die „Deutsche Autobahn“ für das achte Weltwunder gehalten. So eine deutsche Autobahn hat mindestens 30 Spuren in jede Richtung – wohlgemerkt in jede Richtung und nicht nur, wie alle anderen Autobahnen, in zwei Richtungen – Mit einer solchen Autobahn kann man sich die Natur endgültig Untertan machen und die Nachfolge Gottes, sollten da noch Zweifel herrschen, ist geklärt.

    Nach der Lektüre hat mich das merkwürdige Gefühl beschlichen – ich kann das nicht belegen, das ist etwas, was sich mit den Jahren der Lektüre einstellt – dass, während Frank Fischer den Wagen gesteuert hat, jemand auf dem Beifahrersitz saß, ein hübsches blondes oder doch eher brünettes lyrisches Ich, das dem Herrn Fischer all sein Wissen eingeflüstert hat, welches er uns mit lockerer Hand präsentiert. Woher, frage ich mich, sollte ein Mann das sonst alles wissen?

    Frank Fischer ist übrigens der Betreiber von Der Umblätterer, und hat außerdem eine Webseite.

    Frank Fischer, Die Südharzreise
    Abstrakter Tourismus zwischen Leipzig und Göttingen
    Nachwort von David Woodard
    Bilder von Andreas Vogel
    96 Seiten, Broschur, EUR 10,00
    ISBN 978-3-941592-12-4



    Kommentare

    Pingback von Tweets that mention Aleatorik » Das wahrscheinlich größte und weißeste Weißenfels weltweit — Topsy.com
    Datum/Uhrzeit 6. Juni 2010 um 11:23

    [...] This post was mentioned on Twitter by litblogslitblogs.net and Frank Fischer, Frank Fischer. Frank Fischer said: RT @litblogs_net: Aleatorik » Das wahrscheinlich größte und weißeste Weißenfels weltweit http://bit.ly/doOBeb [...]

    Kommentar von MelusineBarby
    Datum/Uhrzeit 6. Juni 2010 um 21:17

    Liebe Alea,

    1988 überquerte ich erstmals den sogenannten “eisernen Vorhang” von Westen in Richtung Osten. Ich war bis dahin nicht einmal im anderen deutschen Staat gewesen. Wir fuhren nach Prag und plünderten die Buchhandlungen. Dort erstand ich auch für umgerechnet 2 (in Worten zwei!) DM mein Heine-Lesebuch vom Aufbau Verlag. Ich liebte Heine sofort. Vor allem die Lyrik. Seine Harzreise vollzogen wir – soweit möglich – im kommenden Sommer nach. Seither bin ich nicht mehr dort gewesen. Auswendig aber kann ich noch immer diese Verse:

    Auf die Berge will ich steigen,
    Wo die dunklen Tannen ragen,
    Bäche rauschen, Vögel singen,
    Und die stolzen Wolken jagen.

    Lebet wohl, ihr glatten Säle,
    Glatte Herren! Glatte Frauen!
    Auf die Berge will ich steigen,
    Lachend auf euch niederschauen.

    (Frank Fischers Buch wird in unserem Haushalt schon gelesen und – offenbar – sehr geschätzt. Wenn´s ausgelesen ist, schnappe ich es mir…- Vielleicht schaffen wir es in diesem Jahr noch auf die A 38…und wieder, nach so vielen Jahren, in den Harz, auf Heines und Fischers Spuren.)

    Herzliche Grüße
    M.B.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 7. Juni 2010 um 23:20

    Liebe Melusine,
    das wird jetzt eine sehr private Antwort.

    Ich habe gestern schon den Kommentar gelesen, aber ich habe es nicht mehr geschafft, ihn zu beantworten. Und heute war ich nach der Bibliothek mit einer Freundin in Kreuzberg Falafel essen und rote Linsensuppe, im „Baraka“ am Lausitzer Platz. Es ist endlich wieder warm und ich liebe das, wenn ich Sandalen anziehen kann und meine Füße an der Luft sind. Ich würde gerne mehr mit meinen Füßen machen und weniger mit meinen Händen. (Meine Freundin Stella, die im selben Haus wohnt und inzwischen sieben Jahre alt ist, hat ganz ähnliche Phantasien. Letzten Sommer sagte sie zu mir: Lea du sollst mir die Füße küssen.) Das war ein sehr lustiger Abend heute, wir beide haben uns eine lange Zeit nicht gesehen und dann haben wir geredet und geredet und geredet als müssten wir so die Welt vorm Untergang retten und das haben wir ja auch gemacht: sie ist ja nicht untergegangen. Morgen werden sie andere retten.

    Ich hatte mir fest vorgenommen, Heine in der Bibliothek zu lesen, aber es ist wieder einmal etwas dazwischen gekommen. Ich habe einen Text für die Bolano-Webseite geschrieben. Das wird natürlich auch in ein paar Tagen hier erscheinen.

    Ich war noch nie im Harz, ich kenne ganz viele Gegenden in Deutschland nicht. Ich war noch nicht einmal in Bayern, aber an der Ostsee war ich schon.

    Das scheint ja ein sehr belesener Haushalt den sie da führen: Der Verlag ist ja nicht riesig und die Auflage wird dementsprechend auch nicht so sein, dass da jetzt Millionen Bände durch die Buchhandlungen schwirren und dennoch kennen Sie die Südharzreise!

    Ich habe mir mal die Seite Gleisbauarbeiten angeschaut. Ich werde mich da demnächst mal ein bisschen umtun, am Wochenende bin ich meist entspannter und habe Zeit – jetzt kommt ein neues Wort in meinem Wortschatz– herumzuklüngeln.

    Herzlich
    Aléa T.

    Kommentar von Gachmuret
    Datum/Uhrzeit 8. Juni 2010 um 11:25

    Die “Südharzreise” gehört zu den besten Büchern, die mir diese Saison unter die Finger kamen.
    Bemerkenswert fand ich allerdings, daß es Dir die Lektüre schwer fiel, weil die Kenntnisse der Regionalgeschichte fehlten – ich fand gerade den leichtfüßigen Stil mit dem nonchalant ein Abriß der hiesigen Geistesgeschichte geboten wird, äußerst entspannend und die Lektüre eher erleichternd.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 8. Juni 2010 um 19:55

    Lieber Gachmuret,
    ich komme aus Rumänien und von deutscher Geschichte kenne ich ungefähr: Weimarer Republik, Deutsches Reich, BRD und DDR (naja, ein bisschen untertrieben). Dass das besprochene Buch dennoch sehr angenehm zu lesen war, – und einiges darüber hinaus, jenseits des Schweirigkeitsgrades – hoffe ich dargestellt zu haben.
    Sag mir noch eisn: woher kennst du mein Blog?
    Herzlich Aléa

    Kommentar von Gachmuret
    Datum/Uhrzeit 8. Juni 2010 um 23:33

    Liebe Alea,

    auf Deinen Blog bin ich durch den Hinweis auf diese Rezension via Frank Fischers twitter-Account (http://twitter.com/umblaetterer/status/15545275328)gestoßen und werde mich nunmal etwas einlesen. ;)

    Grüße,

    Gachmuret.

    Kommentar von MelusineB
    Datum/Uhrzeit 9. Juni 2010 um 09:33

    Liebe Alea,
    Ihre Antwort hat mich nachdenken lassen, ob wir ein “belesener” Haushalt sind. Wir lesen viel. Aber wir rezitieren nicht. — Jedenfalls bin ich mal durch die Räume gegangen und habe nach geschaut, was gerade so offen herumliegt (und also gelesen wird). Die Mischung ist erstaunlich: von Gedichten, über Geschichtswerke, Bibelexegese, Comic bis Kicker. (Hat mir auch zu einer Idee für einen Blog-Eintrag verholfen).

    Aber noch was anderes ist mir (wieder) eingefallen dabei, worüber ich früher schon einmal viel nachgedacht habe: wie die Haltung und der Ort, wie und wo man liest die Lektüre prägen. Sie lesen in der Bibliothek, lese ich. Bei mir ist es sehr unterschiedlich: Es gibt Bücher, die lese ich nur am Schreibtisch, andere nur im Zug, wieder andere nur im Sessel und wenige: nur im Bett. Es gibt Leser, die gern am Stehpult stehen (Goethe) und Leser, die im Bett liegend Angst haben müssen, sich ein Loch in die Decke zu brennen (Lichtenberg). Und ich glaube fast, wie einer liest (wie er seinen Körper dazu einrichtet und seine Umgebung) wirkt sich auch wieder darauf aus, wie er schreibt. —Das Thema werde ich “verfolgen” und versuchen Zitate dazu zu sammeln und Beobachtungen zu machen.

    Herzliche Grüße
    M.B.

    (Heute – hoffe ich – beginne ich mit der “Südharzreise”: im Zug.)

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 9. Juni 2010 um 23:25

    Liebe Melusine,
    Ihre Nachricht hat nun wieder mich nachdenken lassen.

    Ich halte den Ort der Lektüre auch für sehr wichtig. Ich schreibe derzeit vor allem in der Bibliothek. Lesen kann ich dort nur wissenschaftliche Bücher. Belletristik lese ich grundsätzlich im Bett, nicht im Café, nicht am Strand und nicht im freien Fall.

    In der Bibliothek gibt es Leute, die müssen immer an einem bestimmten Platz sitzen, die verzweifeln geradezu an anderen Plätzen. Dann gibt es welche, die richten sich ihren Arbeitsplatz komplett ein, mit Wasserflasche, Bücher, Stifte, Handy, Stromkabel und Sicherungskabel (vom Laptop) Oropax, ete etc: unfassbar was die alles anschleppen, um sich dort häuslich einzurichten. Das braucht alles eine ganz bestimmte Position auf dem Schreibtisch, an der Sonne oder am Mond ausgerichtet, nahezu zwangsneurotisch werden die Dinge um einen herum positioniert, so dass sie durch, ich weiß nicht welche Magie, durch einen magischen Kreis die schlechten und sündigen Gedanken außen vorlassen und die andern durchlassen. Es gibt die, die immer herum gucken, die, die nie gucken. Es gibt die, die dauernd ihre Sitzposition ändern, ihre Körperhaltung und vielleicht auch ihre innere Haltung, die sich alle zwei drei Sekunden bewegen und es gibt die, die störrisch auf der Stelle sitzen, stundenlang und die nur oder vielleicht nicht einmal das, den Platz verlassen, weil sie zur Toilette müssen.

    Sie scheinen eine weitläufige Existenz zu führen. Ich fahre extrem selten mit dem Zug und wenn ich fahre, habe ich sofort das Gefühl, dass es in den Urlaub geht.

    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von MelusineB
    Datum/Uhrzeit 10. Juni 2010 um 21:56

    Liebe Alea,
    so “weitläufig” ist es nicht – eine Pendlerexistenz eben.
    Ich habe tatsächlich – im Zug – angefangen die “Südharzreise” zu lesen: ein feines Buch. Ich lerne auf jeder Seite was dazu. Meine Oma sagte immer: “Ich kenne meine Pappenheimer.” Aber glauben Sie, ich hätte gewusst, dass man das sagt, weil Pappenheim mit seiner Einheit rechtzeitig vor Lützen Wallenstein zu Hilfe eilte? Oder habe ich Schiller einfach nicht gründlich genug gelesen? Sagt Wallenstein das da? (Er sagt´s leicht abgewandelt; habe ich gerade bei wikipedia ermittelt :-) )

    Und so geht es Seite für Seite.
    Bin schon gespannt auf die weitere Lektüre – immer im Zug.

    Liebe Grüße
    M.B.

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 10. Juni 2010 um 22:08

    Liebe Melusine

    mir ist noch etwas eingefallen: ich sagte, dass ich nie mit dem Zug fahre. Das stimmt auch, es hat mich aber offenbar noch länger beschäftigt. Jetzt habe ich es doch herausgefunden, was mich da beschäftigt hat: ich fahre nie mit dem Zug, weil ich gar nicht wüsste wohin. Vielleicht lebe ich falsch, ich habe zu wenig Ziele, zu wenig Ziele außerhalb, die man nur erreichen kann, wenn man den Zug nimmt. Ich muss vielleicht mein Leben ändern.

    Und dazu kommt: ich will ja mehr mit den Füßen machen, ich überlege, ob ich daraus einen Blogbeitrag machen kann. Außer abstrakten Überlegungen bin ich allerdings noch nicht weitergekommen. Ich müsste erzählen wie ich mir das vorstelle, mehr mit den Füßen zu machen. Mehr mit den Füßen zu leben. Und dazu kommst ja jetzt noch “Ziele und Züge”.

    Aléa