30 Mai 2010
Nachschlag
Ich bin gestern vom Besuch einer Freundin gekommen und auf dem Weg zur S-Bahn habe ich ungefähr zweihundert Leute getroffen. Die waren schon da, ich habe mich einfach dazu gesellt. An der Rummelsburger Bucht wurde eine Goaparty gefeiert. Es war endlich warm. Ich bin, wie viele andere auch, stehen geblieben. Dann habe ich meine Tasche und meine Jacke abgelegt und mir ein Bier genommen. Ich musste zwei Euro in eine Schale legen und habe langsam zu tanzen begonnen. Entweder man kann sich auf diese Musik einlassen oder man muss etwas anderes hören. Dazu kann man nicht bekehrt werden.
Ein Typ, der wohl schon eine Weile in meiner Nähe getanzt hat, hat mir einfach an den Busen gefasst. Der war bestimmt total bekifft. Ich war erst ein wenig verwundert, mit welcher Selbstverständlichkeit er da hinlangte. Er hat, offenbar ohne die geringste Hemmung, in aller Seelenruhe zugegriffen und meinen Busen nach Form und Festigkeit ertastet. #Als wenn es sich um seinen eigenen Körper handelt. Vielleicht konnte es das nicht mehr unterscheiden. Oder er konnte sich nicht erinnern, dass man den Körpern anderer auch anders gegenübertritt. Er hat sich Zeit gelassen. Und ich habe mich dem angepasst und mir auch Zeit gelassen. Ich habe ganz langsam ausgeholt und ihm eine wuchtige Ohrfeige verpasst. Mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie er auch. Und mit derselben Ruhe. Damit schien er zufrieden zu sein. Und ich war‘s auch. Wir haben einfach genauso weitergetanzt. Meinetwegen hätte er seinen Griff ruhig noch einmal wiederholen können. Da hätte ich nichts dagegen gehabt. Ich hätte dann meine Ohrfeige auch noch einmal wiederholt. Aber offenbar war er mit der ersten Ohrfeige bereits so zufrieden, er strahlte jedenfalls übers ganze Gesicht, dass er keinen Nachschlag mehr brauchte.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: Mai 30th, 2010 unter Confusion sexuelle, mittel











