23 April 2010
Fortschreitende Spezialisierung
Ich war vorgestern bei einem Freund zu Besuch. Der wohnt im Wedding. Da ist manches anders als in anderen Stadtteilen Berlins. Da gibt’s ein Graffiti mit dem Text: “Wedding – Wo der Sex noch richtig schön dreckig ist”. Aber nicht nur der Sex ist da anders, angeblich jedenfalls, sondern noch ganz andere Sachen, die mehr ins Intellektuelle gehen. Wir haben einen kleinen Spaziergang gemacht und sind an einem Geschäft für Elektrogeräte vorbei gekommen. Die hatten einen Schild draußen stehen, da stand: „Wir sind spezialisiert auf alles“.
Üblicherweise versteht man unter einer Spezialisierung ja eine Einschränkung. Hier aber war genau das Gegenteil gemeint. Keine Verengung ins Besondere, sondern eine Ausweitung ins Allgemeine. Ich verspürte große Lust in den Laden zu gehen und ein philosophisches Streitgespräch mit dem Ladeninhaber oder Verkäufer zu führen. Aber ich hatte Angst, dass mir die Argumente ausgehen und er zu einer Avantgarde gehört. Menschen, die die Worte nicht mehr in althergebrachter Weise nutzen, sondern neue Definitionen finden und dass der Laden vielleicht nur so eine Art verdeckter Einsatzort ist.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: April 23rd, 2010 unter Der Sache nach, mittel, Worte, nichts als Worte












Kommentar von LaMèreDeMagritte
Datum/Uhrzeit 23. April 2010 um 23:10
Letzte Nacht erblickte mich ein kalter Mond.Aus der Stirn eines Reisenden, sprang er mir mitten ins Gesicht. Tief schlug er seine Wurzeln in mein brenndes Fleisch, während der Pfau sein Rad schlug.
Wenig später, schmolzen die weissen Hänge und ein riesiger Schatten, hoch über den Wolken floh in die Saiten einer Harfe…