01 April 2010
Umgang mit Sexualität
Nachdem in den Dschungeln die Wogen hoch geschlagen sind, oder die Unwetter herunter, nachdem ich mich auf eine Weise eingemischt habe, die mir selbst nicht behagt hat – obwohl mein höchstes Lebensziel sicher nicht die Behaglichkeit ist – und nachdem ich gestern Abend eine ziemlich außer Kontrolle geratene Diskussion mit meinem besten Freund, meinem schwulen und promisken und besten Freund Julian hatte, wo ich Sachen gesagt habe, die ich nicht habe sagen wollen, wobei ihm das genauso ging, und ich heute wieder in den Dschungeln nachgeschaut habe, ob‘s neue Schweinerein gibt, mit einem Hang zur Obszönität und auch dem gegenteiligen Hang, mit dem Hang hinzuschauen und auch dem wegzuschauen, und ich zu keiner irgendwie zufriedenstellenden Verhaltensweise finde, ich vor allem an Julian denke und seine mühsam um Fassung ringende Aussage, dass Kultur und Sexualität sich nicht vereinen lassen, und dass ich als Künstlerin das verstehen müsse, dass Menschen nicht mit Sexualität zurande kommen – was ich für Unsinn halte, und das bei Julian! – habe ich mich entschlossen, die ganze Sache abzuhaken, ich meine, die Suche nach einer Formulierung abzuhaken, die Sexualität in Deutschland in Berlin beschreibt, meinetwegen auch in Europa in einer großen Stadt, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, obwohl ich einfach nicht glauben kann und nicht will, dass man kein Verhältnis dazu findet und das Leben immer und immer wieder nur in Anfechtungen und Verlockungen und aufrechterhaltenen und überwundenen Widerständen besteht und ich lediglich weiß, dass ich nicht mit Sexualität umgehen kann, die sich benimmt als sei Sexualität selbstverständlich. Weder bei den Enthemmten noch bei den Puritanern.
Also lasse ich die Sache so stehen wie sie sich für mich derzeit darstellt. Mir fehlt nichts als das zentrale Wort: Je höher die Kultur, desto … ihr Umgang mit Sexualität.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: April 1st, 2010 unter Allzupersönliches, Confusion sexuelle, mittel












Kommentar von Julian
Datum/Uhrzeit 1. April 2010 um 21:13
Aléa!
Ich versuche schon den ganzen Tag dich zu erreichen, leider ist dein Handy ausgeschaltet. Das hat dich offenbar sehr getroffen. Mich auch! Ich will mit dir reden. Bitte ruf mich an.
Julian