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  • Phorkyas: Liebe Alea, dieses Kommentarfeld hier hatte ich übersehen. Das ist eine sehr runde Sache geworden, Ihr Roman, wie ich finde – das lange Leiden und Feilen hat sich also gelohnt. Mir hat die Beschreibung von Marijans Mobilitätstraining sehr gefallen. Ich weiß nicht, ob Sie das schon...
  • Aléa Torik: Lieber Avenarius, vielen Dank für die wohlmeinenden Worte. Die tun mir mehr gut als Sie glauben mögen. Ich werde weitermachen, weil es auch für den nächsten Roman wichtig ist. Und ich werde wohl die Kommentarfunktion deaktivieren. Das ist eine schwierigere Entscheidung als man...
  • avenarius: Liebe Alea, im Verhältnis zu Ihrer vorherigen Präsenz haben Sie sich bereits aus dem Netz zurückgezogen. Aber warum sollte ein Blog nur wegen verminderter Aktivität aufgegeben werden. Ich würde weiterköcheln – auf Sparflamme. Frohe Ostertage wünscht - avenarius
  • Aléa Torik: Liebe Azadeh, dafür gibt es einige Gründe und einige andere, die dagegen sprechen. Ich muss mir noch überlegen, wie ich das formuliere. Einmal für mich selbst und einmal hier, in der Öffentlichkeit. Ich hatte Anfang März schon überlegt, mich gänzlich aus dem Netz zurückzuziehen:...
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  • Aléa Torik: Liebe Azadeh, ich schlage vor, wir warten bis zur Veröffentlichung davon, was im Januar 2013 der Fall sein wird, und dann kann jeder entscheiden, was mein richtiger Name ist, was das richtige und das falsche Verhalten war. Herzlich Aléa
  • Azadeh Sepehri: Interessant. Ich dachte, Sie schreiben unter Ihrem “richtigen” Namen.
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  • avenarius: Liebe Alea, ja natürlich, es gibt immer eine Macht. Macht bedarf, ganz anders als die Gewalt, keinerlei Rechtfertigung, “da sie allen menschlichen Gemeinschaften immer schon inhärent ist. Hingegen bedarf sie der Legitimität. Macht entsteht, wann immer Menschen sich zusammenfinden...
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  • 15 März 2010

    Die Malediven

    Ich habe einen Roman geschrieben. Ich schreibe an einem zweiten. Ich schreibe für das Blog. Ich schreibe an meiner Dissertation. Und ich schreibe aberhunderte Emails im Jahr. Das ist Arbeit, macht aber auch Spaß. Das hat viel, und hier kommt eine gewichtige Vokabel, das hat sehr viel mit Genießen zu tun. Wenn ich mal keine Lust mehr auf das Schreiben habe, dann versuche ich mich als Herausgeberin einer Anthologie. Da dürfen nur Frauen schreiben. Worüber sie schreiben, ist mir egal. Ich gebe keine Themen vor. Die einzige Bedingung ist, dass alles was sie schreiben, schlecht geschrieben ist. So schlecht wie möglich. Dieses Buch bekommt den Titel: „Die Malediven“.

    Gerade ist die Internationale Tourismus Börse in Berlin. Die Stadt ist mit Plakaten von Urlaubsgegenden wie den Malediven behängt. Da kommt man dann schon mal auf kuriose Ideen. Mitten im schmuddeligen Dreckswetter hängen in Berlin Bilder von sauberen Traumstränden. Als sei das eine die sogenannte Erste und das andere die Dritte Welt.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.



    Kommentare

    Kommentar von kid37
    Datum/Uhrzeit 15. März 2010 um 22:25

    Sind das doch nicht eher männliche Diven? ;-)

    (So wie in “female/feel male” (Patti Smith)?)

    Kommentar von madtus
    Datum/Uhrzeit 15. März 2010 um 22:55

    Dann tauchen die aber. Oder?

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 15. März 2010 um 23:38

    Also bitte! Männliche Diven. Die kommen bei mir gar nicht vor, wird sofort alles gnadenlos gelöscht! Eher gebe ich die Gesammelten Schriften von Transvestitinnen und Transvestalinnen heraus als mir mit mit einem Haufen männlicher Diven den Abend zu versauen!

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 15. März 2010 um 23:41

    Wonach sollten die tauchen? Die sollen doch schreiben. Vielleicht biete ich auch einen Kursus in creative writing an, das ist ganz modern. Aber keiner bietet einen Unterwassertauch- und Schreibkurs an. Sollte ich mit dieser Idee jemals Geld verdienen, dann bekommst du einen Teil davon.

    Kommentar von LaMèreDeMagritte
    Datum/Uhrzeit 15. März 2010 um 23:52

    Ich habe mir einen Hummer gekauft.Einen lebenden Hummer. Sein Name ist Friedrich.Ich habe ihm eine Schere herrausgerissen und einen Herzschrittmacher eingesetzt.Seitdem spricht er Latein mit mir.Er trinkt gerne Champagner, während ich ihn dem Rauch einer Havanna aussetze.Zuweilen läuft er rot an.Dann spielen wir eine Partie Billard.Er gewinnt immer.Danach, reisst er mir ein Stück meiner Leber aus den Lenden und zerteilt es langsam, mit der ihm noch verbliebenen Schere.Auf den Malediven schneit es.Es schneit fette,schwarze Barsche aus den Gräben der Tiefe.Friedrich summt seinen Eric Satie.Trotzdem: Ich liebe ihn.

    Kommentar von Kakadu
    Datum/Uhrzeit 16. März 2010 um 00:38

    klasse!
    kakAdu

    Kommentar von madtus
    Datum/Uhrzeit 16. März 2010 um 01:11

    Nach ihrer englischen Zunge könnten die tauchen, wird sich irgendwo im Tang verhaspelt haben … hm, falls sie adlige Transvestiten sein sollten, sind es womöglich Homografen – oder sind das alles nur Vorurteile? Dann zählt es natürlich nicht.
    Verwirrten Gruß, Emm

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 16. März 2010 um 09:29

    Madtus:

    Meine Zunge ist nicht englisch, sondern rumänisch. Stimmt ja nicht: die Zunge ist deutsch, der Rest ist rumänisch. Nein auch nicht: es ist alles halb und halb und die Frage ist: sind zwei Hälften mehr oder weniger als ein Ganzes?

    Adelige Transvestiten im Taucheranzug? Für gemeine Transvestitinnnen müsste es dann natürlich auch ein Taucherkleid geben und die blaublütigen Transvestitinnen werden mit Neonapplikationen ausgestattet: damit man sie im blauen Meer wiederfindet.

    Homograf: ist das ein schwuler Adeliger?

    Verwirrten morgentlichen Gruß zurück!

    Aléa

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 16. März 2010 um 09:29

    KaKAdu:

    Kakadu ist auch nicht übel!

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 16. März 2010 um 09:46

    LaMèreDeMagritte:

    Sehr schön!
    Wenn das Leben immer so laufen würde wie man es gerne hätte, dann hätte ich längst den Essay von David Foster Wallace gelesen “Consider the Lobster” und würde jetzt mit einem treffenden Zitat retounieren. Aber das Leben läuft nicht immer so wie man es gerne hätte (was jetzt in dieser Klammer stehen müsste, ist potentiell unendlich lang und unendlich ausführlich und reicht vom einfachen Lamentieren bis zum konstruktiven Gegenvorschlag, dummerweise passt es vom Platz nicht hierher) und deswegen kann ich hier mit keinem Zitat antworten. Sehr bedauerlich!

    Kommentar von Alice
    Datum/Uhrzeit 19. März 2010 um 13:17

    Liebe Alea,
    “Malediven” bedeutet: Inselkette. Eine “Mala” ist eine Gebetskette, die im Buddhismus verwendet wird. Die einzelnen Perlen stehen symbolisch für die Lehren Buddhas, die im meditativen Gebet bedacht und verinnerlicht werden. So sind wir in wenigen Schritten über die Malediven wieder beim “Rosenkranz” gelandet. Herzlichst, Alice

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 19. März 2010 um 13:28

    Liebe Alice,
    das ist ja großartig! Das ganze Projekt nimmt so langsam Form an!
    Herzlich
    Aléa

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 21. März 2010 um 13:51

    Madtus:

    Ich habe mir das gerade noch einmal angeschaut und von allen Seiten inspiziert: meine Zunge sieht gar nicht rumänisch aus, auch nicht deutsch. Eher international. International weiblich allerdings. Ich bin auch ganz zufrieden mit ihr.

    Kommentar von madtus
    Datum/Uhrzeit 23. März 2010 um 21:53

    Na, aber, ich hab doch nur mitwortgespielt, nicht Ihre Zunge ist englisch, sondern ihre – sonst wäre ich doch nie auf den Tang gestoßen, oder aufs Tauchen, oder aufs Zählen … Und so schließt sich der Kreis wieder nach Rumänien:
    http://www.youtube.com/watch?v=xunXQPEcoHM&feature=PlayList&p=C78B02BEA8520B70&index=0&playnext=1
    Schönen Gruß, M

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 24. März 2010 um 09:53

    Lieber madtus,

    das Video ist ja entzückend, vor allem der Slang in der englischen Sprache.

    Den folgenden Text brauche ich schon mal öfter: Transsilvanien (lat. trans silva) bedeutet jenseits des Waldes. Im Rumänischen heißt dieses Gebiet Ardeal. Transsilvanien bezeichnet die südlichen Karpaten, wo ich herkomme. Im Deutschen heißt dieses Gebiet Siebenbürgen und dort findet sich auch die Burg Bran, in Wojwode, der Walachei, die seit Bram Stokers Roman „Graf Dracula“ ziemlich berüchtigt ist. Der Mann hieß in Wirklichkeit aber Vlad Drăculea, oder auch Drakovich, mit dem Beinamen Ţepeş, das rumänische Wort für Pfählen, also jemandem einen Pflock ins Herz rammen. Das rumänische Wort für Teufel ist Drac. Das ist eine recht blutrünstige Geschichte und die Burg ist inzwischen eine regelrechte touristische Attraktion. Die Besucher können wählen zwischen Eintrittsgeld mit oder ohne Biss und mit und ohne Pfählen.

    Ich schlafe übrigens nicht in einem Sarg, sondern in einem ganz normalen Bett und meine Schneidezähne sind auch nicht übermäßig stark ausgeprägt.

    Bei Pfählen fällt mir ein wie ich prüfen könnte, ob Olga noch lebt: http://www.aleatorik.eu/2010/03/24/der-herr-der-dschungel/ Ich kann‘s ja mal ausprobieren. Wenn’s schief geht, habe ich Pech gehabt. Olga hat Pech gehabt. Allerdings hat sie auch nicht mehr Glück, wenn‘s hinhaut.