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    Hier wird archiviert

    Hier wird boykottiert

    Hier wird coqettiert

    Hier wird drangsaliert

    Hier wird elaboriert

    Hier wird illusioniert

    Hier wird jongliert

    Hier wird massiert




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    Kommentare:

  • Aléa Torik: Ich hatte bereits angekündigt, meine Präsenz im Netz zu reduzieren. Ich werde weiterhin Beiträge einstellen, seltener als bisher. Die Kommentarfunktion ist deaktiviert. Ich bedanke mich bei allen, die hier regelmäßig mitgeschrieben und dafür gesorgt haben, dass das ein spannendes und...
  • Aléa Torik: Lieber Christian, ich glaube, ich habe einen Ort für den Essay. Ich bin nicht ganz sicher, ich habe eine positive Mail bekommen und auch erfreut geantwortet, dann aber keine Reaktion mehr bekommen. Aber wenn es wahr ist – wenn es tatsächlich wahr sein sollte … dann hören Sie...
  • Christian: liebe Alea, apropos Essay: freue mich schon auf Ihren Essay zu David Foster Wallace den Sie hier vor Kurzem erwähnten. Gibt es schon einen Termin und Ort für die Veröffentlichung? liebe Grüße Christian
  • Aléa Torik: Lieber NO, zurück im Alten Europa? Ich vermute, bei Ihnen geht die Kulturumstellung inzwischen relativ schnell und Gewöhnung und der Alltag gewinnen bald Oberhand? Inzwischen beinahe schon ungewohnt, mich zu Kommentaren und Eingaben zu verhalten: Ich habe die Funktion deaktiviert, das...
  • NO: Alea Torik, Das Geräusch des Werdens, und Maddox, der verrückte Hund(e) Zurück aus den USA und noch ein Letztes: Maddox. Maddox, na ja. Ganz lustig. Ein Überempfindlicher, der in Masken und mit Zylinder herumläuft, der wie ein Bauchredner nicht mit den Menschen selber spricht, sondern nur...
  • Phorkyas: Liebe Alea, dieses Kommentarfeld hier hatte ich übersehen. Das ist eine sehr runde Sache geworden, Ihr Roman, wie ich finde – das lange Leiden und Feilen hat sich also gelohnt. Mir hat die Beschreibung von Marijans Mobilitätstraining sehr gefallen. Ich weiß nicht, ob Sie das schon...
  • Aléa Torik: Lieber Avenarius, vielen Dank für die wohlmeinenden Worte. Die tun mir mehr gut als Sie glauben mögen. Ich werde weitermachen, weil es auch für den nächsten Roman wichtig ist. Und ich werde wohl die Kommentarfunktion deaktivieren. Das ist eine schwierigere Entscheidung als man...
  • avenarius: Liebe Alea, im Verhältnis zu Ihrer vorherigen Präsenz haben Sie sich bereits aus dem Netz zurückgezogen. Aber warum sollte ein Blog nur wegen verminderter Aktivität aufgegeben werden. Ich würde weiterköcheln – auf Sparflamme. Frohe Ostertage wünscht - avenarius
  • Aléa Torik: Liebe Azadeh, dafür gibt es einige Gründe und einige andere, die dagegen sprechen. Ich muss mir noch überlegen, wie ich das formuliere. Einmal für mich selbst und einmal hier, in der Öffentlichkeit. Ich hatte Anfang März schon überlegt, mich gänzlich aus dem Netz zurückzuziehen:...
  • Azadeh Sepehri: Warum denn?
  • Aléa Torik: Liebe Azadeh, ich überlege, die Kommentarfunktion gänzlich auszuschalten. Ich habe mich aber noch nicht entschieden. Aléa
  • Azadeh Sepehri: Liebe Alea, warum kann man unter Ihren letzten Beiträgen keine Kommentare hinterlassen?
  • Azadeh Sepehri: Liebe Alea, ich glaube, ich hatte ihren Beitrag falsch verstanden und dachte, Sie schreiben unter einem Pseudonym. Aber auch falls Sie dies machen würden, fände ich es nicht schlimm. Schließlich hat jeder das Recht, selber darüber zu entscheiden.
  • Aléa Torik: Liebe Azadeh, ich schlage vor, wir warten bis zur Veröffentlichung davon, was im Januar 2013 der Fall sein wird, und dann kann jeder entscheiden, was mein richtiger Name ist, was das richtige und das falsche Verhalten war. Herzlich Aléa
  • Azadeh Sepehri: Interessant. Ich dachte, Sie schreiben unter Ihrem “richtigen” Namen.
  • Aléa Torik: Liebe Azadeh, „Nehmer“ und „Geber“: Nehmen ist ja auch leichter als geben. Sein Recht in Anspruch zu nehmen ist leichter als einer daraus resultierenden Plicht zu entsprechen. Dass Recht und Pflicht so eng miteinander verbunden sind, dass sie dasselbe sind, auseinander hervorgehen,...
  • Aléa Torik: Lieber Holio, Sie können hier gerne mit Ihrem Meißel klopfen. Und ich habe auch nichts dagegen, wenn dabei etwas anderes herauskommt als ich das beabsichtigt habe. Soviel verstehe ich von Literatur, um zu wissen, dass die Autorin eine Interpretation unter anderen hat. Es stehen, sowie...
  • Aléa Torik: Lieber NO, auch für mich sind Lydijakapitel und Aufzählungskapitel die beiden Höhepunkte dieses Romans. Es sind wohl auch die beiden schwierigsten Kapitel. Das Zentrum des ganzen Textes ist sicher das Aufzählungs- oder Berlinkapitel. Das war geplant als eine Beschreibung des...
  • avenarius: Liebe Alea, ja natürlich, es gibt immer eine Macht. Macht bedarf, ganz anders als die Gewalt, keinerlei Rechtfertigung, “da sie allen menschlichen Gemeinschaften immer schon inhärent ist. Hingegen bedarf sie der Legitimität. Macht entsteht, wann immer Menschen sich zusammenfinden...
  • Aléa Torik: Lieber Ave Narius, ich bin da, soweit ich sehe, völlig einverstanden. Nur mit dem „Medusenhaupt der Macht“ habe ich Schwierigkeiten: es muss eine Verfassung geben, eine Legislative, und dann muss es auch eine Executive und eine Judikative geben. Es muss eine Macht geben und sie muss...

  • Archiv vom Februar, 2010

    07 Februar 2010

    Pathétique II

    Und gleich noch einmal dieselbe Band hinterher, Folkmusic. Ich kann ja nicht nur arbeiten. Und Musik ist gut für die Seele. Oder was immer man an dieser Stelle heute hat.

    Mumford & Sons – Winter Winds

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    07 Februar 2010

    Pathétique

    Seit wann ist denn das Pathetische wieder in der Musik zurück? Oder war es nie weg? Jedenfalls finde ich die Musiker ausgesprochen attraktiv. Vielleicht ist die ganze Literatur einfach ein Irrweg. Ich gehe ab sofort einen musikalischen Weg. Oder die Krise von gestern dauert noch an. Wenn sie mit so attraktiven Männern aufwarten kann, dann ist die Krise ein gern gesehener Gast.

    Mumford & Sons, Little Lion Man.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    06 Februar 2010

    Die Aufgabe der Literatur

    Ich habe gestern Abend an meinem Schreibtisch gesessen und hatte Angst. Angst um meine wirtschaftliche und um meine ideelle Existenz.

    Ich war in den vergangenen Wochen viel mit anderen als meinen eigentlichen Interessen beschäftigt. Webseite, Bewerbung für ein Stipendium; solche Sachen. Jetzt ist der Moment da, auf den ich gewartet hatte, die Seite ist wieder funktionsfähig. Aber ich nicht. Mir fällt nichts ein! Das wäre nun nicht weiter schlimm. Solange ich nicht darüber schreibe. Solange ich nicht darüber rede, das ich nicht weiß was ich reden soll. Es gibt Leute, die können das. Denen macht das nichts aus, dass die kein Thema haben. Das stört die nicht. Die fühlen sich vielleicht sogar beflügelt. Die geraten richtig in Redefluss, wenn sie nichts zu sagen haben. Dann gibt es kein Thema, das sie stören könnte. Dann gibt es nichts, was sie mühsam sortieren und anordnen müssten, während sie reden.

    Begonnen hat diese Überlegung damit, dass mein Blog seit einiger Zeit archiviert wird. Und zwar von Stellen, deren Aufgabe die Archivierung von Literatur ist. Ich aber schreibe nicht allein literarische Betrachtungen, sondern auch persönliche Dinge. Dann hatte ich den Gedanken, dass das, was ich hier tue, meine Privatsache ist und eigentlich keiner Veröffentlichung bedarf. Das war der Punkt, an dem die Krise angefangen hatte. Oder vielmehr den Ansatz der Krise. Das Versprechen einer Krise.

    Man weiß das von Günther Grass und auch von Kenzaburo Oe, das sie Krisen haben und sich mit Gedanken tragen, alles hinzuwerfen und aufzugeben. Das gehört zur künstlerischen Existenz dazu. Eine Existenz, die nicht auf Sicherheiten aufgebaut ist. Ja, die nicht auf Sicherheiten aufgebaut werden darf. Kunst fußt auf Unsicherheiten. Das ist der große Unterschied zur Wissenschaft. Auch wenn die beiden manchmal, wie ich finde, ähnliche Wege gehen. Wenn die Kunst die Unsicherheit und den Zweifel aufgibt, wenn sie das Suchen aufgibt, dann gibt sie auch die Freunde über das Finden auf. Und merkt womöglich gar nicht, wenn sie etwas gefunden hat.

    Das ist manchmal so, dass einem nichts einfällt und ich würde das hier auch nicht breitreten wollen, wenn da nicht noch etwas anderes wäre. Nämlich der Gedanke, dass mir vielleicht nie wieder etwas einfällt. Das es mir womöglich niemals mehr gelingt und ich mich nicht mehr werde zu meiner Zufriedenheit ausdrücken können. Weil ich das Suchen aufgegeben habe. Und das Finden auch. Vielleicht, weil ich finden wollte, ohne mühsam suchen zu müssen. Weil ich das Glück wollte, aber das Unglück dafür nicht mehr in Kauf nehmen wollte. Das hat für Künstler/innen eine andere Dimension, als für die meisten anderen. Sehr viel bedrohlicher, weil dann sofort nicht nur die wirtschaftliche Existenz, sondern das eigene Selbstverständnis in Frage steht. Was, wenn aus irgendeinem Grund, es mir nicht mehr gelingen will, für Dinge und Umstände die angemessene Beschreibung zu finden? Weil meine Kritikfähigkeit zunimmt oder meine Textfähigkeit abnimmt. Weil ich nicht mehr daran glaube, dass die Welt gute Texte braucht, oder weil ich nicht daran glaube, dass ich eines Tages solche Texte werde liefern können. Oder weil ich die Angst nicht mehr ertrage, solche Texte womöglich niemals schreiben zu können.

    Ich habe gestern Abend an meinem Schreibtisch gesessen und hatte richtig große Angst. Und dann habe ich getan, was meine Generation in solchen Fällen – leider – manchmal tut. Statt mit jemandem zu reden, bin ich ins Internet gegangen – und das klingt für meine Generation tatsächlich manchmal, als hätten wir etwas getan, als hätten wir uns von der Stelle bewegt. Ich habe prokrastinierend auf der Stelle gehockt, bin währenddessen ins Internet gegangen und habe herum gesurft und bin dabei im Titel-Magazin auf die Rezension dieses Buches gestoßen: Ulrich Horstmann: Die Aufgabe der Literatur. Und sofort habe ich mich, lebensrettend, an diesen Artikel gemacht. Das Buch von Herrn Horstmann kann ich in zwanzig Jahren auch noch lesen. Oder in dreißig. Aber jetzt muss ich meine Angst bewältigen.

    Ulrich Horstmann: Die Aufgabe der Literatur oder Wie Schriftsteller lernten, das Verstummen zu überleben.
    Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch Verlag 2009. 271 Seiten. 12,95 Euro

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    03 Februar 2010

    Nicht mehr als eine Eventualität

    Ich musste zum Friseur. An Büchern würde ich nie sparen, am Essen auch nicht. An Klamotten und am Friseur kann ich hingegen leichten Herzens sparen. Ich lasse sowieso meist nur die Spitzen schneiden. Ich möchte gerne eine Kurzhaarfrisur haben, aber ich traue mich nicht richtig. Mein Friseur ist ein ziemlich cooler Typ und alles andere als dumm. Davon gibt er mir bei jedem Besuch eine Kostprobe. Heute ging‘s um das Leben im Moment. Das Leben in der Gegenwart, sagte er, sei das einzig wahre Leben. Viele Menschen leben in der Vergangenheit. Sie denken an das, was gestern war, was passiert ist oder nicht passiert ist. Sie leben ein Leben, das nicht ist, sagte er. Sie leben nicht in der Gegenwart. Oder sie leben in der Zukunft. Dann leben sie ebenfalls ein Leben, das nicht ist. Das hat er alles genauso gesagt. Und dann sagte er, zum Abschluß, zur Krönung seiner Rede noch diesen beeindruckenden Satz: „Zukunft ist ja nicht mehr als eine Eventualität.“

    Das klang so, als hätte jeder Mensch drei Leben. Und jeder muss sich entscheiden, welches dieser Leben er führen möchte. Aber nicht ein Mal grundsätzlich, sondern jeden Moment aufs Neue. Und genauso ist es ja auch!

    Das ist so ein zehn Euro Friseur. Die vielleicht teuersten Friseure Berlins, Udo Walz, Shan Rahmikhan oder Dzwikowski hätten eine solche Formulierung wohl nicht machen können. Vielleicht erwarten deren Kundinnen auch etwas anderes, etwas über Haare und Haut. Wenn Herr Walz etwas über Zeit und Zukunft gesagt hätte, dann hätten seine Kundinnen  ihn wohl irritiert angeschaut und sich gedacht, dass er mit den Jahren immer wunderlich wird. Ich habe meinem Friseur, obwohl ich gerade klamm bin, ein dickes Trinkgeld gegeben. Mache ich eigentlich nie.  Normalerweise muss meine Gegenwart reichen. Vielleicht sagen Walz & Co solche tiefsinnigen Sachen nicht, weil sie Angst ums Trinkgeld haben.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.