24 Februar 2010
Die halluzinogene Katze II
Heute gibt es einen weiteren Auszug aus “Die halluzinogene Katze“. Das ist ein Sammelband der Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik, „Die Horen“. Ich habe Anfang Januar bereits einmal etwas daraus zitiert.
Dieses Mal kommt ein trauriger Umstand zur Sprache. Rumänien hatte einen Dichter, einen großen Dichter, der kleine rumänische Dichter Constantin Virgil Bãnescu, den sie Bobită nannten, und der sich im letzten Jahr mit nur siebenundzwanzig freiwillig vom Leben verabschiedete. Er war 2004 auf dem Internationalen Literaturfestival in Berlin, hier finden sich einige biografische Angaben. Hier ein Video und hier ist er im Blog von Miruna Vlada.
der tag an dem ich sterbe
mit 23 jahren habe ich
bis ich sterben werde nichts mehr zu schreiben
und heute ist leben
mein mund steht offen vor meinem sterbenden mund
und sonne ist überm feuer
es ist alles was ich noch schreiben würde
wenn ich noch etwas zu schreiben hätte bis ich sterbe
die ausgedehnteste haut des tages
es ist der tag an dem ich sterbe
der tag an dem ich sterbe
ist noch ein tag im leben
(Übersetzt von Ernest Wichner, gewidmet Oskar Pastior, der seine Gedichte ins Deutsche übertragen hat.)
„Bobită ist tot, er, der wie ein Feuerwerk in die Poesie eingezogen war, Bobită, der mit den Odaliskenaugen, er verzauberte das deutsche Publikum mit seiner Flöte, auf der er wie ein spielendes Kind heitere Melodien improvisierte, Bobită, der jedes Wort wie ein Gedicht durchlebte, der ehrlich war und artifiziell.“
Nora Iuga
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: Februar 24th, 2010 unter Hier wird gemangelt, mittel













Kommentar von miruna vlada
Datum/Uhrzeit 25. Februar 2010 um 08:15
das ist sehr interessant!