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  • bersarin: Es muß natürlich, entdecke ich beim zweiten Lesen, Monika Rinck heißen. Ich kann mir Namen nie merken.
  • Aléa Torik: Ja, Bersarin, seinerzeit hat‘s ziemlich gut funktioniert: es war Literatur und die Leute waren mittendrin. Manche, ohne es zu merken. Manche haben hinterher zufrieden gelächelt, weil sie bei etwas Neuem mitgemacht haben. Oder weil sie selbst zu einer Art literarischer Figur dadurch...
  • bersarin: Literarisches Bloggen, liebe Aléa Torik, funktioniert durchaus. Freilich nur bei den wenigsten. Das meiste, was geschrieben wird, stammt aus dem Klein-Klein der Halbgarküchen, ist Poesiealbumsprosa von Minderleistern, Befindlichkeitsscheiße ohne Form. Ich schreibe dahingehend und als...
  • Aléa Torik: Never ride a dead horse – das hätte auch als Überschrift dieses Beitrags herhalten können. Gestern Nacht bin ich mit dem Rad 35 km durch das ausgestorbene Berlin gefahren, bis weit jenseits der Stadtgrenze. Da ich ziemlich kaputt war, konnte ich dabei nichts denken, aber wenn...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, Du hast überschüssige Energie!? Da werden Dich viele drum beneiden, umso besser also, wenn sie in etwas fließt, was Sinn zu machen verspricht. Was soll man also dazu sagen? Ich sage: Es lebe die Literatur! Und Gratulation natürlich zum vollzogenen Ausstieg aus...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, verflixt, hab‘ ich schon wieder Recht? Ich kann sagen, was ich will, ich habe immer recht. Dabei schrieb ich das eigentlich, um zu provozieren. Entweder lässt sich keiner provozieren oder die Provokation im Netz ist so allgegenwärtig, dass man zu ganz anderen Kalibern...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, da triffst Du mal wieder den Nagel auf den Kopf wie die Faust das Auge: fiktional und ein Sein als solches hat ein literarisches Blog zu sein und nicht einfach noch ein weiterer Mitspieler auf dem Markt- und Kampfplatz realer Eitelkeiten. Als Schriftsteller:in...
  • Aléa Torik: Liebe Miss Lingen, bitte entschuldigen Sie die kleine Verspätung meiner Antwort. Ich war auf anderen Schlachtfeldern unterwegs. Sie haben absolut recht, es ist viel zu komplex. Dabei darf ich mir zugutehalten, es deutlich vereinfacht zu haben. Denn im Original – wenn wir uns darauf...
  • Miss Lingen: Obwohl, wie Sie wissen, ich hier mit Sympathie lese, frage ich doch: ist das nicht alles ein wenig zu komplex?
  • Aléa Torik: Dann bin ich gespannt, was du von dem Essay hältst.
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  • Aléa Torik: Lieber holio, ganz verstehen kann ich die Ottos und Ottisten ja tatsächlich nicht. Vielleicht ist das so, dass Otto und Otta, was ihr Leseverhalten betrifft, auch nicht ganz schlau aus sich werden. Sie greifen immer nur nach dem, wonach auch die anderen greifen. Das zeichnet die...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, man ist ja einiges gewöhnt bei den Autoren. Was die alles tun, um gelesen zu werden, beispielsweise das Schreiben seltsamer Bücher. Ich fände es allerdings doch etwas übertrieben, wenn sich ein Autor nach dem Schreiben seines Buchs sogleich aus dem Leben verabschiedet:...
  • holio: Traurig ist das in der Tat. Und so ganz zu verstehen auch nicht. Im Geräusch des Werdens war der Anknüpfungspunkt für Otto Normalleser ja da. Und die Bălkanexotik ist auch rezipiert und rezensiert worden. Die Sprache ist einfach, der Plot verständlich, erinnere die Szene mit dem blinden...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, noch habe ich Deinen Essay ja nicht gelesen – kommt aber noch! Bin gespannt wie ein Flitzebogen! Und was meine durch eigenes Lesen hervorgerufene Belebung von Texten inzwischen leiblich von uns gegangener Autor:inn:en angeht, so ist es nicht Trost, den ich da...
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  • Aléa Torik: Lieber Norbert, fein, dass ich dich zum Assoziieren bringe. Dass steter Tropfen den Stein höhlt, habe ich bisweilen schon gehört. Aber hat mal jemand gefragt, was mit all den ausgehöhlten Steinen anzufangen ist? Wozu Steine höhlen? Was Cărtărescu betrifft, ich habe es in dem Essay...

  • 20 Februar 2010

    Kalbskopf und Schafskopf, einander gegenübersitzend

    Im April werde ich die re:publica besuchen. Das ist eine Veranstaltung bei der sich Blogger treffen. Auf deren Webseite gab‘s eine Diskussion um das Für und Wider von „Twitterwalls“. Das ist eine Leinwand im Hintergrund einer Podiumsdiskussion, wo die aktuellen Beiträge zu dieser Diskussion bei Twitter abgebildet werden. Man kann sich also durch das Formulieren von eigenen Tweeds in die Diskussion einmischen. Vielmehr in die Rezeption des Diskutierten, denn die Diskutanten auf dem Podium sehen diese Beiträge nicht. Ich habe mich auch eingemischt und hatte gleich das Gefühl, mit meiner ablehnenden Haltung eine etwas altbackene Position zu vertreten.

    Bei dieser Veranstaltung werden wohl einige Gegensätze aufeinanderstoßen. Ich spreche jetzt von mir selbst: Die Rumänin, die, wie man mir letztens sagte, „als eine Außenseiterin in einer Hochzivilisation zur intellektuellen Hochform aufläuft“ – mit Außenseiterin war ich gemeint und mit Hochzivilisation dieses Land -; die einer Rumänin, die auf die Deutsche trifft, die ich gleichermaßen bin; die Außenseiterin stößt auf die Hochkultur und die Literaturwissenschaftlerin, die das Lesen propagiert auf die Bloggerin, die im Internet surft. Und möglicherweise trifft auch die Surferin auf einige Hochleistungsschnellboote, mit 1000 PS unter der Motorhaube.

    Ich bin eine Leseratte und kann stunden- und tageweise auf Deck herumlungern, in der Hängematte liegen, im Mastbaum sitzen, irgendwo in der Takelage hängen und Hermann Melville „Moby-Dick oder Der Wal“ lesen. Ich sitze da und habe Zeit. Ich sitze den halben Tag mit einem Buch auf der Stelle und die einzige Handlung, die ich dabei vornehme, ist die des Umblätterns. Das ist ein geradezu dekadenter Umgang mit einem so flüchtigen Gut wie der Zeit. Und ein ähnlich dekadenter Umgang mit dem der Handlung. Ich weiß nicht, wo der Begriff der Handlung sich von dem der Untätigkeit zu scheiden beginnt, aber zehn Kilokalorien würde ich mal als Grenze bestimmen. Umblättern ist also noch keine Handlung.

    Beim Lesen erfahre ich nichts, außer dem, was im Buch steht. Die Buchdeckel sind die Grenzen dieser Welt. Das ist eine Scheibe, an deren Enden man ins Nichts hinunterfällt. Mehrdimensional hingegen ist das Internet, geradezu plastisch, eine Kugel von unendlicher Ausdehnung, hier und hier und hier . Ich schaue mir die Originaltexte an, kann sie herunterladen, ich kann von dort zu anderen Geistesgrößen des 19. Jahrhunderts weiterklicken oder zum WhaleWatchingWeb. Ich gelange von Insel zu Insel , von der abgelegendsten bewohnten Insel der Welt,  Tristan da Cunha, zu Galapagos und Darwin’s “The Origin of Species”, zu den Osterinseln; es geht in jede Richtung unendlich weiter.

    Büchern fehlt, was heute zum Informationsbegriff dazugehört: die freie Verfügbarkeit von möglichst vielen Informationen. Dabei spielt es offenbar nur eine untergeordnete Rolle, ob ich diese Informationen überhaupt aufnehmen kann. Ob ich sie brauche, ob ich, was sich dort findet, überhaupt wissen will. Informationen müssen „da“ sein, sie müssen abrufbar sein. Aber weiß ich, weil ich tausend andere Orte kenne, wo Informationen vorhanden sind, deswegen mehr? Oder muss ich einfach mehr Zeit fürs Filtern dieser Informationen aufwenden? Sind die Menschen mit all den Links zu Melville und Inseln und Walen belesener, gebildeter oder klüger oder in irgendeiner anderen Weise um eine Dimension reicher als jene, die einfach nur der sturen Linearität des Textes folgen?

    Eduard Kaeser hat dies in einem Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung beschrieben und mit dem schönen Begriff des „Cogitus interruptus“ bezeichnet: “Die Erosion der Aufmerksamkeit [...] ist im Grunde eine Erosion des erotischen Rumpfs unserer Kultur” heißt es in seinem Artikel. Die so verstandene Erotik ist vor allem eine der Anwesenheit und der Gegenwart. Kein Mensch hat Zeit all die Informationen zur Kenntnis zu nehmen, die ihm im Netz begegnen. Er schafft es vielleicht so gerade noch, sie alle anzuklicken. Wir können tausend Dinge zur selben Zeit tun. Wir wissen nur nicht mehr, welche es sind. Mit Sinnlichkeit hat das nur noch wenig zu tun. Jedenfalls nicht mit der Sinnlichkeit, an die ich denke. Aber vielleicht haben andere ja auch eine etwas abstraktere Auffassung davon.

    Ich jedenfalls empfinde es als eine Unverschämtheit, wenn mein Gegenüber, mitten im Gespräch mit mir, dieses abbricht, weil sein Telefon klingelt. Er redet immerhin mit mir und mutet mir zu, dass ich sein Gespräch abwarte. Ich warte dann in der Regel nicht länger als zwei Minuten. Wenn ich nicht erkennen kann, dass ich meinem Gesprächspartner wichtiger bin als sein Telefonat, beende ich meinerseits das Gespräch. Das Unverschämte ist für mich, dass das, was nicht da ist, wichtiger scheint, als das was da ist. Aber vielleicht ist diese Auffassung von Präsenz in einer Zeit, in der kaum noch etwas da ist – oder nahezu alles – eine stur konservative und überholte Auffassung. Vielleicht ist das eines der Grundannahmen der modernen Kommunikation, das alles gleichzeitig da ist. Und nicht nacheinander. Das Nacheinander erscheint uns beinahe wie eine Verarmung.

    Wir können es uns heute nicht leisten, nur noch eindimensional zu sein, nur noch ein Gespräch mit einem realen Gegenüber zu führen, nur noch Seiten umzublättern. Weil wie es uns nicht leisten können vom Telefon- und Datennetz abgeschnitten zu sein. Wir müssen unsere Fühler und Tentakel in vielen verschiedenen Dimensionen haben, weil die Informationen nicht mehr nur in einer Dimension zu haben sind. Vielleicht müssen wir auch solche Begriffe wie Konzentration und Aufmerksamkeit anders definieren. Vielleicht ist Konzentration heute Dezentration, weil konzentrierte Information nicht mehr der Wirklichkeit entspricht. Die Wahrheit ist nicht mehr die eine Nadel im Heuhaufen, sondern (die Menge aller) Nadeln in (allen) Heuhaufen.

    Schließlich verändert sich auch der Begriff der Aufmerksamkeit. Wir sind einander gegenüber nicht mehr aufmerksam. Das Gegenüber langweilt uns bereits bevor wir es kennen. Weil die Menge der Informationen (Links und Männer) uns davon abhält uns zu konzentrieren. Die möchte ich sehen, die einem anspruchsvollen Vortrag in einer Fremdsprache folgen kann, die Kommentare auf der Zwitterwall verfolgt, währenddessen einen Beitrag im eigenen Blog konzipiert und dann noch Kontakt mit ihrem Banknachbarn aufnimmt, weil sie den ziemlich nett findet und gerne einen Kaffee mit ihm trinken würde und ihn dann spontan anlächelt. Allein letzteres überfordert viele Geschlechtsgenossinen ja schon.

    Wir sind nur noch auf der Suche nach dem nächstspannenderen, besseren, abwechslungsreicheren und kennen, was wir vor uns haben, gar nicht. Weil wir womöglich, was wir vor uns haben, in gewisser Weise schon hinter uns haben. Wir scheinen manchmal gar nicht mehr zu wissen, was ein Gegenüber eigentlich ist. Wir reden ohne zugehört zu haben. Vielleicht liegt das alles im Kern daran, dass wir einander nichts mehr zu erzählen haben. Information, wie sehr sie sich auch anreichern mag, wird niemals zur Erzählung. Denn die Erzählung hat eine Dimension, die die Information nicht hat und nicht haben will: das Nacheinander.

    Ich freue mich sehr auf die re:publica. Ich freue mich auf die Ecke, in der die Anhänger der Erzählens sitzen. Die können mir da gerne den größten Unsinn erzählen. Vielleicht treffe ich da einen netten Typ, der mir erzählt, wie er im letzten Urlaub durch die Ägäis geschwommen ist und einen ausgewachsenen Leviathan mit bloßen Händen hat erwürgen müssen. Ich werde ihm das abnehmen. Ich werde ihm gebannt lauschen und seinen tolldreisten Lügen eher Glauben schenken als jenen Typen, die mir mit ihren tausend Links zu Schnellbooten imponieren wollen.

    Wie gesagt, da werden wohl unterschiedliche Positionen aufeinander treffen. Ich hoffe, dass es richtig kracht. Ich mag Zusammenstöße. Ich mag eruptive Ereignisse. Nicht, dass das so läuft wie bei Melville, wo Schafskopf und Kalbskopf einander gegenübersitzen:

    „Wie jeder weiß, ernährt sich manch junger Stutzer unter den Epikureern unentwegt von Kalbsbries und verschafft sich dadurch nach und nach selbst ein bisschen Hirn, wodurch er schließlich sogar in der Lage ist, einen Kalbskopf und seinen eigenen Schafskopf auseinanderzuhalten, was in der Tat ungewöhnliches Unterscheidungsvermögen erfordert. Das ist auch der Grund, warum es kaum einen traurigeren Anblick gibt, als einen jungen Stutzer vor einem verständig dreinblickenden Kalbskopf sitzen zu sehen. Der Kopf schaut ihn gleichsam vorwurfsvoll an, als wollte er sagen: „Et tu, Brute“

    (Herman Melville, „Moby-Dick oder Der Wal“, Carl Hanser Verlag, 2001, Seite 477)

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.



    Kommentare

    Kommentar von u.berretz
    Datum/Uhrzeit 21. Februar 2010 um 00:00

    Liebe Aléa,
    ich muss es hier jetzt mal loswerden – nur in Bezug aufs Leseverhalten – mein zum Glück Ex Mann hat mir immer wieder gesagt : Lesen ist unproduktiv . Ich habe kein Geld gehabt, um Bücher zu kaufen , musste in eine Stadtbücherei, um welche auszuleihen – das konnte ich nicht, weil die immer schlecht riechen, uralt sind und nie meine waren. Danach – so wie vorher auch- kann ich mich austoben- in jeder Hinsicht. Während meiner Ausbildung habe ich einige Buchprojekte entstehen sehen und möchte einmal in Großbuchstaben schreiben: LESEN IST NICHT UNPRODUKTIV !
    Ulrike

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 21. Februar 2010 um 11:07

    Liebe Ulrike,

    alle Artikel die in einem Blog erscheinen, müssen eine Überschrift tragen, Kommentare haben keine Überschrift. Wenn dieser Kommentar eine Überschrift trüge, würde sie lauten: Was Zeit kostet

    Lesen kostet Zeit. Aber nicht alles, was etwas kostet, ist ein Verlust. Das ist eine rein kapitalistische Vorstellung. Lesen kostet viel Zeit. Nicht immer, aber manchmal ist das ein großer Gewinn.

    Kommentar von Borges
    Datum/Uhrzeit 21. Februar 2010 um 15:09

    “Wie Sie wissen, habe ich mich ans Schreiben gewagt; aber ich glaube, das was ich gelesen habe, ist viel wichtger als das, was ich geschrieben habe. Denn man liest das, was man mag – aber man schreibt nicht, was man schreiben möchte, sondern nur was zu schreiben fähig ist.”
    Jorge Luis Borges

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 21. Februar 2010 um 21:10

    “Man schreibt, was man zu schreiben fähig ist” Sehr treffende Formulierung.

    Soweit ich weiß, ist Borges tot. Sollten Sie also Sehnsucht zurück ins Leben haben, so müssen Sie wissen, dass dieser Weg, auf dem Orpheus gescheitert ist, über Argumente nach oben führt. Einfache Beleidigungen reichen da nicht aus. Bedauerlicherweise. Für Kritik und charmante Männer bin ich allerdings jederzeit empfänglich.

    Borges, genau diesen Satz, habe ich übrigens auch zitiert. Und wie Sie mache ich jetzt etwas, was ich üblicherweise nicht gerne tue, ich verweise auf mich selbst: http://www.aleatorik.eu/2009/10/16/das-handwerk-des-dichters/

    Kommentar von Borges
    Datum/Uhrzeit 21. Februar 2010 um 22:39

    Es ist eine Beleidung wenn ich Borges zitiere?
    Das ist das neuste.
    Ich dachte es ginge Ihnen ums schreiben und ich dachte dass Ihnen das Zitat gefallen könnte, dass man mit einem Borgeszitat beleidigen kann ist glaube ich noch niemanden eingefallen, ich gratuliere

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 22. Februar 2010 um 07:40

    Sie wissen sehr gut, dass ich nicht von diesem hier spreche, sondern davon, was Sie andersorts darüber und über mich ausgeführt haben. Sie können hier gerne, in der Tradition des Orpheus, Liebeslieder anstimmen. Das ist mein Blog und hier bestimme ich die Regeln.

    Im folgenden das Niveau, das ich mir erträume:

    O Brunnen-Mund, du gebender, du Mund,
    der unerschöpflich Eines, Reines, spricht, -
    du, vor des Wassers fließendem Gesicht,
    marmorne Maske. Und im Hintergrund

    der Aquädukte Herkunft. Weither an
    Gräbern vorbei, vom Hang des Apennins
    tragen sie dir dein Sagen zu, das dann
    am schwarzen Altern deines Kinns

    vorüberfällt in das Gefäß davor.
    Dies ist das schlafend hingelegte Ohr,
    das Marmorohr, in das du immer sprichst.

    Ein Ohr der Erde. Nur mit sich allein
    redet sie also. Schiebt ein Krug sich ein,
    so scheint es ihr, daß du sie unterbrichst.

    (Rainer Maria Rilke, Sonette an Orpheus, II, XV)

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