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  • Aléa Torik: Ich hatte bereits angekündigt, meine Präsenz im Netz zu reduzieren. Ich werde weiterhin Beiträge einstellen, seltener als bisher. Die Kommentarfunktion ist deaktiviert. Ich bedanke mich bei allen, die hier regelmäßig mitgeschrieben und dafür gesorgt haben, dass das ein spannendes und...
  • Aléa Torik: Lieber Christian, ich glaube, ich habe einen Ort für den Essay. Ich bin nicht ganz sicher, ich habe eine positive Mail bekommen und auch erfreut geantwortet, dann aber keine Reaktion mehr bekommen. Aber wenn es wahr ist – wenn es tatsächlich wahr sein sollte … dann hören Sie...
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  • NO: Alea Torik, Das Geräusch des Werdens, und Maddox, der verrückte Hund(e) Zurück aus den USA und noch ein Letztes: Maddox. Maddox, na ja. Ganz lustig. Ein Überempfindlicher, der in Masken und mit Zylinder herumläuft, der wie ein Bauchredner nicht mit den Menschen selber spricht, sondern nur...
  • Phorkyas: Liebe Alea, dieses Kommentarfeld hier hatte ich übersehen. Das ist eine sehr runde Sache geworden, Ihr Roman, wie ich finde – das lange Leiden und Feilen hat sich also gelohnt. Mir hat die Beschreibung von Marijans Mobilitätstraining sehr gefallen. Ich weiß nicht, ob Sie das schon...
  • Aléa Torik: Lieber Avenarius, vielen Dank für die wohlmeinenden Worte. Die tun mir mehr gut als Sie glauben mögen. Ich werde weitermachen, weil es auch für den nächsten Roman wichtig ist. Und ich werde wohl die Kommentarfunktion deaktivieren. Das ist eine schwierigere Entscheidung als man...
  • avenarius: Liebe Alea, im Verhältnis zu Ihrer vorherigen Präsenz haben Sie sich bereits aus dem Netz zurückgezogen. Aber warum sollte ein Blog nur wegen verminderter Aktivität aufgegeben werden. Ich würde weiterköcheln – auf Sparflamme. Frohe Ostertage wünscht - avenarius
  • Aléa Torik: Liebe Azadeh, dafür gibt es einige Gründe und einige andere, die dagegen sprechen. Ich muss mir noch überlegen, wie ich das formuliere. Einmal für mich selbst und einmal hier, in der Öffentlichkeit. Ich hatte Anfang März schon überlegt, mich gänzlich aus dem Netz zurückzuziehen:...
  • Azadeh Sepehri: Warum denn?
  • Aléa Torik: Liebe Azadeh, ich überlege, die Kommentarfunktion gänzlich auszuschalten. Ich habe mich aber noch nicht entschieden. Aléa
  • Azadeh Sepehri: Liebe Alea, warum kann man unter Ihren letzten Beiträgen keine Kommentare hinterlassen?
  • Azadeh Sepehri: Liebe Alea, ich glaube, ich hatte ihren Beitrag falsch verstanden und dachte, Sie schreiben unter einem Pseudonym. Aber auch falls Sie dies machen würden, fände ich es nicht schlimm. Schließlich hat jeder das Recht, selber darüber zu entscheiden.
  • Aléa Torik: Liebe Azadeh, ich schlage vor, wir warten bis zur Veröffentlichung davon, was im Januar 2013 der Fall sein wird, und dann kann jeder entscheiden, was mein richtiger Name ist, was das richtige und das falsche Verhalten war. Herzlich Aléa
  • Azadeh Sepehri: Interessant. Ich dachte, Sie schreiben unter Ihrem “richtigen” Namen.
  • Aléa Torik: Liebe Azadeh, „Nehmer“ und „Geber“: Nehmen ist ja auch leichter als geben. Sein Recht in Anspruch zu nehmen ist leichter als einer daraus resultierenden Plicht zu entsprechen. Dass Recht und Pflicht so eng miteinander verbunden sind, dass sie dasselbe sind, auseinander hervorgehen,...
  • Aléa Torik: Lieber Holio, Sie können hier gerne mit Ihrem Meißel klopfen. Und ich habe auch nichts dagegen, wenn dabei etwas anderes herauskommt als ich das beabsichtigt habe. Soviel verstehe ich von Literatur, um zu wissen, dass die Autorin eine Interpretation unter anderen hat. Es stehen, sowie...
  • Aléa Torik: Lieber NO, auch für mich sind Lydijakapitel und Aufzählungskapitel die beiden Höhepunkte dieses Romans. Es sind wohl auch die beiden schwierigsten Kapitel. Das Zentrum des ganzen Textes ist sicher das Aufzählungs- oder Berlinkapitel. Das war geplant als eine Beschreibung des...
  • avenarius: Liebe Alea, ja natürlich, es gibt immer eine Macht. Macht bedarf, ganz anders als die Gewalt, keinerlei Rechtfertigung, “da sie allen menschlichen Gemeinschaften immer schon inhärent ist. Hingegen bedarf sie der Legitimität. Macht entsteht, wann immer Menschen sich zusammenfinden...
  • Aléa Torik: Lieber Ave Narius, ich bin da, soweit ich sehe, völlig einverstanden. Nur mit dem „Medusenhaupt der Macht“ habe ich Schwierigkeiten: es muss eine Verfassung geben, eine Legislative, und dann muss es auch eine Executive und eine Judikative geben. Es muss eine Macht geben und sie muss...

  • 23 Januar 2010

    Was mit Ausländern

    Unweit meines Instituts in der Dorotheenstraße, liegt Dussmann, wo man Bücher und CDs kaufen kann. Das ist ein Laden, der sich „Kulturkaufhaus” nennt: shoppen als kulturelle Leistung, grandioser Einfall!

    Ich mache dort bisweilen, was ich überhaupt gerne mache: ich stöbere. Bei manchen Worten, so auch beim stöbern, habe ich eine bildliche Vorstellung. Wenn ich stöbere, wirbele ich Staub auf. Obwohl ich meist in Buchhandlungen stöbere und es dabei nie staubt, hält sich dieses Bild hartnäckig. Das Bild oder die Vorstellung von dem Wort. Ich kaufe nie bei Dussmann, weil ich einen kleinen Buchladen bei mir um die Ecke habe, mit einem bebrillten Buchhändler, der seinen Beruf und seinen Laden über alles liebt. Und mich liebt er auch. Aber nur solange ich in seinem Laden bin. Wenn ich zur Türe hinausgehe, vergisst er mich sofort wieder.

    In der vergangenen Woche habe ich bei Dussmann ein Gespräch zwischen einer Verkäuferin und einem potentiellen Kunden mitgehört. Ich habe gelauscht. Der Kunde wollte ein Buch für seine Mutter kaufen, ein Geschenk zum Geburtstag. Er hatte aber keine Idee und wollte eine Empfehlung von der Verkäuferin. Er wollte nicht stöbern. Er wollte wahrscheinlich einfach etwas in die Hand gedrückt bekommen. Vielleicht hat ihn auch gestört, dass man vom Umschlag des Buches nicht auf seinen Inhalt schließen kann oder er war einsam und hat sich lieber an eine Verkäuferin gewandt als zwischen den vielen Büchern zu suchen. Nach Zuneigung zu suchen oder nach Worten, die von Zuneigung erzählen. Die Verkäuferin versuchte dem Mann etwas über die Mutter zu entlocken, über bereits gelesene Bücher, ob sie politisch interessiert sei, zeitgeschichtlich, ob sie gerne Krimis lese. Der Mann blockte diese Fragen erstaunlicherweise ab. Das wisse er nicht, antwortete er stereotyp. Und außerdem, er sagte das mit einem Gesichtsausdruck als spiele er einen Trumpf aus, er selbst lese ja nicht. Die Verkäuferin, freundlich wie zuvor, machte weitere Vorschläge, eher ein Roman, oder doch lieber Kurzgeschichten? Der Mann starrte geradezu teilnahmslos an ihr vorbei – resignierter bis lethargischer Gesichtsausdruck -, das war ihm wohl alles egal. Dann hellte sich sein Gesicht auf und er fuhr der Verkäuferin in die Parade und fragte erstaunlich laut, richtig aggressiv: „Ja, haben Sie denn nichts mit Ausländern?”

    Ich schreibe gerade an meinem zweiten Roman. Ich baue einen Roman. Schreiben ist ein bisschen anders als das Bauen von Brücken. Beim Brückenbau will man vor allem, dass das, was man baut, feststeht. Und zwar von Anfang an. Beim Schreiben von Romanen, bei mir ist das jedenfalls so, steht am Anfang auch einiges fest. Aber es steht auf eine ganz spezielle Art fest, nämlich so, dass das, was ich noch dazu baue, das, was ich bisher gebaut habe, wieder in Frage stellen kann. Ich baue mit der Abrißbirne. Ich glaube, nach diesem Gespräch, baue noch was mit Ausländern ein. Ein paar Ausländer – egal welche – und auch ein bisschen Blut – egal welche Blutgruppe -, ein bisschen Politik – egal welche Richtung – und noch ein bisschen Sex – egal wer mit wem – und dann ist der Schinken fertig. So macht man das. Das sind die Kundenbedürfnisse und so werden die Regale bei Dussmann vielleicht bald umgebaut: Ausländer, Blut, Sex, Politik. Brückenbauen.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.



    Kommentare

    Kommentar von Ulrike berretz
    Datum/Uhrzeit 25. Januar 2010 um 22:46

    Liebe Aléa,
    es ist im Buchladen wie beim Arzt , Ein bißchen zumindest . Es gilt die Schweigepflicht.
    Erstaunlich (im negativen Sinne)ist immer wieder festzustellen, wie festgefahren die Mitmenschen sind. Zum Glück gibts eine kleine handvoll Andere.
    Die unter Frauen nicht Hera Lind suchen .
    Ich kann nur noch mal schreiben , mir gefällt was und wie du es machst.
    Ulrike

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 25. Januar 2010 um 23:47

    Liebe Ulrike,

    dein Kompliment freut mich wirklich sehr!

    Ist Hera Lind nicht die Frau mit solchen Titeln wie: “Beim nächsten Mann wird alles anders”? Die wendet sich an Frauen, die schon gar nicht mehr wissen, dass sie sich genau das beim letzten Mann auch schon gesagt hatten. Das ist dann auch nicht weiter schlimm, weil es vielleicht ein bisschen von dem ins Leben bringt, wonach sie sich mehr sehnen als nach Liebe und dem nächsten Mann, nämlich nach Kontinuität. Solche Titel führen eigentlich die Leserschaft hinters Licht. Ich kann mir ungefähr vorstellen, dass sehr viele Leute eigentlich nur immer wieder dieselben Sachen lesen wollen. Auch da: Kontinuität. Das wird natürlich, wenn du den ganzen Tag im Buchladen stehst, irgendwann zur Tortur. Ich frage mich, ob man solche Leute vielleicht auch zu was Besserem bekehren kann. Sie wollen doch auch Mercedes Benz fahren, wenn es geht. Aber beim Lesen setzten sie sich freiwillig in einen Wolga. Vielleicht ist aber auch Hera Lind der Mercedes: bequem und keine Fahrgeräusche. Die wollen keinen Frontalzusammenstoß, die wollen bequem von A nach B. Selbst dann, wenn B nicht anders ist als A auch.

    Kommentar von Ulrike Berretz
    Datum/Uhrzeit 26. Januar 2010 um 00:44

    Liebe Aléa,
    es kann zur Tortur werden. Allerdings rede ich gerne dagegen an . Das klappt manchmal. Ich wünsche mir einen Jaguar E Typ . In Buchform – als KundInnen und bei Männern . Ungewöhnlich – mit Ideen und Idealen- und schön anzusehen .
    Ulrike

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 26. Januar 2010 um 00:57

    Liebe Ulrike,
    ein Jaguar als Mann, das ist doch eine klare Vorstellung. Weg mit dem bequemen Mercedes und hin zu den sportlichen Fahrgeräten. Ich glaube, ich habe ähnliche Fantasien. Es muss auf jeden Fall ein Mann sein, der ein bisschen Geschwindigkeit aufnehmen kann, ich stehe mehr auf die eruptiven Naturen. Und gegen schön anzusehen habe ich auch nichts einzuwenden, obwohl ich da nicht sonderlich festgelegt bin. Apropos eruptive Natur: ich falle um vor Müdigkeit! Gute Nacht!

    Kommentar von alice
    Datum/Uhrzeit 26. Januar 2010 um 19:19

    Apropos Männer: Wo ist eigentlich Herr Jerkhoff abgeblieben? Ich mag seine Kommentare sehr, denn sie sind humorvoll, klug (aber nie arrogant), in feiner Sprachgestalt…ich vermute mal, er ist dabei, seinen Kopf zu retten.
    Der triviale Dialog zwischen Ihnen und Ulrike B. ist ein schönes Beispiel dafür, dass wohl jeder Mensch seine triviale (Ruhe-)Ecke braucht. Also bitte nicht so streng sein mit Fernseh-Guckern und Hera-Lind-Lesern. Und BITTE: keine Witze ERKLÄREN, liebe Aléa, denn dann ist der Witz dahin. Ich bin sicher, die Leser Ihrer Seite sind nicht auf den Kopf gefallen, sofern sie denn noch einen haben.
    Herzlich, Alice

    Kommentar von Thomas Christopher
    Datum/Uhrzeit 26. Januar 2010 um 23:24

    das “gespräch” is ja die höhe – da will ja keine_r mehr ein buch schreiben. so ein grobian. ich hab den ausschnitt aus dem post jmd. anders vorgelesen und er ist – vielleicht ohne es zu wollen – sehr, sehr lustig!

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 27. Januar 2010 um 00:12

    Lieber Thomas,

    es ist mit wollen lustig!

    Kommentar von Aléa Torik
    Datum/Uhrzeit 27. Januar 2010 um 00:18

    Ja, ich fürchte auch, dass er seinen Kopf aus der Schlinge zieht. Ich vermisse seine Kommentare ebenfalls.
    Ich sage nichts mehr gegen Hera Lind, kann ich eigentlich auch gar nicht, weil ich nichts von ihr kenne.
    Habe ich irgendwo einen Witz erklärt? Den mit den Enten. Da habe ich doch nur die Erklärung angebracht, die ich selbst brauchte. Generell eigne ich mich nicht zum Witze erzählen. Und zum Erklären auch nicht.