21 Januar 2010
Aléa wandert ins Archiv II
Das macht mich nervös, dass mir die Uni Innsbruck ab sofort über die Schulter guckt. Mein Prof guckt mir zwar auch über die Schulter, auf die Finger vor allem, aber immer nur montags zwischen 16.00 und 19.00 Uhr. Bei der Uni Innsbruck weiß man aber nicht wann sie guckt. Und nicht wer. Und auch nicht wie. Gaffen zum Beispiel kann ich nicht ausstehen. Wenn mich jemand angafft, kann ich richtig wütend werden.
Ich weiß nicht genau, was da eigentlich ins Archiv kommt, ob nur meine Beiträge oder auch die Kommentare. Ich werde aber eines tun und ich bitte auch alle Kommentatoren und Kommentatorinnen darum: sich zusammenzureißen! Nicht, dass mir Klagen zu Ohren kommen.
Die archivierende Universität ist die von Innsbruck und weil ich da noch nie war, habe ich mir in der Buchhandlung einen Bildband über diese Stadt angeschaut. Das ist ja wirklich ein schickes Städtchen und da war auch ein Foto von der Universität. Allerdings reichlich veraltet. Man konnte gar nicht erkennen, dass ich von denen archiviert werde. Weder war ich auf dem Foto, noch mein Blog, noch konnte ich irgendeinen Hinweis erkennen, dass da ab sofort ein anderer Wind weht. Den Band habe ich auch gleich wieder weggelegt. Erst wollte ich die Bibliothekarin auf diesen Umstand hinweisen, dann habe ich es mir anders überlegt und bin erhobenen Hauptes aus der Buchhandlung stolziert.
Nicht nur, dass ich selber forsche, ich werde auch noch erforscht. Ich bitte allerdings diese Forscher in Innsbruck, bevor irgendwelche Schlüsse auf meinen Charakter gezogen werden, um kurze Rücksprache. Im Eifer des Gefechtes kann auch einem Forscher mal ein Fehler unterlaufen. Eigentlich bin ich nämlich ganz nett. Nicht, dass die Kollegen und die Kolleginnen da zu anderen Ergebnissen kommen.
Neben der Forscherei und Schreiberei habe ich zum Glück auch noch ein Privatleben. Glaube ich jedenfalls. Letztens hatte ich noch eins. Ich hab‘s jetzt zwar schon länger nicht mehr gesehen. Aber irgendwo muss das noch sein.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: Januar 21st, 2010 unter mittel, Paralipomena












Kommentar von czz
Datum/Uhrzeit 21. Januar 2010 um 16:45
das forschungsprojekt zu literarischen zeitschriften (=> weblogs ) geht aus der formidablen zeitungs- und zeitschriftensammlung des “Brenner Archivs” hervor : und es gucken & archivieren äusserst freundliche , sachkundige und problembewusste fachleute , die wir von litblogs.net im oktober anlässlich einer gemeinsamen tagung kennenlernen durften -