03 Januar 2010
Das Kronos Projekt
Die längste Zugfahrt der Welt: das Kronos Projekt. Ich enthalte mich zum großen Teil eigener Worte und greife auf Texte zurück, die das (künstlerische) Projekt selbst zur Verfügung stellt.
Ende der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhundert begonnen, gibt es Hinweise darauf, dass das Experiment noch heute andauert. Die ersten Versuche haben etwas Mitte der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts stattgefunden. Versuche mit sogenannten antichronischen Vehikeln, die wahrscheinlich auf dem Gelände der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt ausgeführt worden.
Von der Öffentlichkeit abgeschirmt, da man wohl die Beunruhigung der Berliner Bevölkerung befürchtete als auch aus Erwägungen der Rüstungsindustrie wurden die unterirdischen Tunnelanlagen der Berliner U-Bahn, in der Nähe der U-Bahnstation Rathaus Steglitz genutzt. Aus Kostengründen wurden alte Tunnelanlagen der bis heute nicht realisierten U-10 genutzt, als Trajekt wurde auf einen gebräuchlichen U-Bahnwaggon zurückgegriffen, der entsprechend aufwändig umgebaut wurde:
„Der Wagen wurde verkürzt und elektrisch hermetisch abgeschlossen, d.h. er funktionierte nach dem Prinzip eines doppelt gesicherten Faradayschen Käfigs. Fenster wurden entfernt und mit Eisen-Asbest-Verbundplatten verschlossen. Lediglich vorn befand sich eine mit einem Drehverschluß versehene Einstiegsluke, die nur von außen zu öffnen war. Der gesamte Wagen war mit einem lichtabsorbierenden schwarzen Teer-Lithium-Anstrich versehen. An Stelle der Räder wurden paddelartige Excenter montiert, die für eine annähernd in der Form einer Sinuskurve verlaufende Bewegung sorgten. Angetrieben wurden diese durch einen Synchronmotor, der wiederum primär durch damals gänzlich neuartige Radium-Isotopen-Batterien gespeist wurden. Offensichtlich wurde aber auch bereits eine sekundäre Energieversorgung mittels sogenannter induktiver Lorentz-Transformatoren (elektrodynamische Zug-Druck-Pumpen) installiert.”
Der geplante Versuch wurden mit Freiwilligen besetzt. Den Insassen war, und ist es bis heute, nicht möglich Einfluss auf den Verlauf des Experimentes zu nehmen.
Die Wirkungsweise des Kronos-Gerätes bestand darin, einen Körper mit einer großen Masse in eine gleichförmige, vertikal schwingende und asymptotisch gegen null gehende Bewegung zu versetzen.
„Die Bewegung des Körpermittelpunktes, wo sich der sogenannte Resonator (ein mit etwa 105 Kilogramm Quecksilber gefüllter Zylinder aus hochreinem Kupfer mit Osmium-Versiegelung) befand, entsprach dabei der einer epsilon-verzerrten Sinuskurve. Die Anfangsgeschwindigkeit des Gerätes betrug lediglich 4 mm pro Tag. Durch ein komplexes Rückkopplungsverfahren nach dem Phasenverschiebungsindex des Bode-Diagramms sollte die Geschwindigkeit dem quantenphysikalischen Resonanzverhalten des Higgs-Feldes automatisch angepaßt werden. Um eine Resonzkatastrophe zu vermeiden, mußte durch eine Verzögerungs-Entkopplung die resultierende entzerrte Geschwindigkeit um den Faktor 0,000034 verändert werden.
Die nach einer bestimmten Zeit diskret durch spontane Symmetriebrechung auftretenden Interferenzen mit dem Higgs-Feld führen zu einer lokalen Verkrümmung des Raum-Zeit-Kontinuums. Es kommt zu einer Veränderung der Lagrange-Dichte der globalen Dimensionalität und in dessen direkter Konsequenz zu einer signifikanten stabilen Abweichung von der Realzeitachse. Dieser Effekt, der auch bei Geschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit eintritt, hier aber enorme Energiemengen benötigt, führt innerhalb der bewegten Entität quasi zu einer Verlangsamung des Zeitablaufs bis hin zum Zeitstillstand. Daneben verringert sich die lokale Masse der bewegten Objekte bis gegen null, da die Trägheitspartikel keine Reibungsverluste mehr aufweisen. Möglicherweise wird sogar durch Bosonen-stabilisiertes Flatterverhalten eine Umkehr des Zeitpfeils ermöglicht, dies wurde im Kronos-Gerät aber primär nicht angestrebt. Aus der Menge des verwandten Quecksilbers und der Nullgeschwindigkeit läßt sich ein interpolierter Verlangsamungsfaktor von F=112.000 ableiten.”
Da das Kronos Gerät bis heute nicht aufgefunden wurde, wird vermutet, dass es noch immer unterwegs sein könnte.
„Dazu existieren heute 3 verschiedene Erklärungsmodelle. Einmal wird vermutet, daß sich das Gerät optisch um den Verlangsamungsfaktor F=112.000 zusammengezogen hat und damit nur noch eine Stärke von etwa 0,05 mm in Längsrichtung aufweist. Die zweite Theorie basiert ebenfalls auf einer Längenänderung, geht jedoch von einer entsprechenden Verlängerung um den Faktor F, einhergehend mit einer gleichzeitigen optischen Verdünnung, aus. Das würde bedeuten, daß das Gerät für Außenstehende eine Länge von etwa 1.200 km hätte, jedoch aus einer extrem verdünnten, quasi ätherischen Substanz bestünde. Die dritte Theorie, der geometrische Ansatz, geht davon aus, daß sich das Gerät in einem verzerrten Raum-Zeit-Kontinuum sich praktisch hinter dem Raum-Zeit-Horizont befindet und deshalb nicht sichtbar ist.”
„Nachdem das Projekt ohne öffentliche Verlautbarung wohl Mitte April 1926 gestartet wurde, sollen die entsprechenden Tunnelsegmente versiegelt worden sein. Da sich bereits 22 Minuten nach Beginn des Experimentes die für Zeitdilatationen typischen auratischen Lichterscheinungen an den Ableitungsbolzen zeigten, konnte von einem erfolgreichen Start des Vorhabens ausgegangen werden. Vorgesehen war es, den Großversuch über einen Zeitraum von 10 Jahren laufen zu lassen. Nach dem berechneten Verlangsamungsfaktor F sollte dann für die Probanden erst eine reichliche Stunde vergangen sein. In regelmäßigen Zeitabständen wurde versucht, einen akustischen Fernkontakt zu den Probanden herzustellen. Während in den ersten Minuten des Versuchs noch artikulierte Laute vernehmbar waren, konnte man später nur mittels komplexer Tonbeschleunigungsverfahren verzerrte Lebenszeichen empfangen. Die Arbeitsgruppe “Entschleunigungsbahn Steglitz” wurde nach dem Beginn des Experimentes stark reduziert. Durch personelle Fluktuation und Etateinschränkungen im Zuge der wirtschaftlichen Notlage Ende der 20er Jahre wurde die wissenschaftliche Begleitung des Projekts weiter eingeschränkt und schließlich im Zuge der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 als ein Produkt der diffamierten sogenannten “jüdischen” Physik Einsteins eingestellt. Es darf jedoch vermutet werden, daß es der verkleinerten Arbeitsgruppe noch bis 1932 gelang, eine externe sekundäre Energieversorgung entlang der Versuchsstrecke zu vervollständigen. Diese basierte auf induktionsgepumpten Druck-Zug-Adaptern, welche aus Gründen der Praktikabilität in den heute als U-Bahnhöfen genutzten Stationen Rathaus Steglitz und Schloßstraße installiert worden. Mit diesen Geräten, die an das energetische Netz der Berliner U-Bahn angeschlossen waren, war es technisch so möglich, den Ablauf des Kronos-Projekts autonom zu gewährleisten (bei kurzzeitigen Ausfällen greift das System automatisch auf die eigenen Radio-Isotopen-Batterien zurück). Wenn man bedenkt, daß das Berliner U-Bahnstromnetz selbst während schwerer Bombardierungen und im Endkampf um Berlin 1945 nur sehr geringe Ausfälle zu verzeichnen hatte, muß man davon ausgehen, daß die Energieversorgung des Kronos-Gerätes permanent gewährleistet war und ist. Durch das Heereswaffenamt gab es 1943 einen dokumentierten Versuch (Anlage eines “Kennblattes”), auf das Projekt zurückzugreifen und eine eventuelle militärische oder politische Nutzung in Erwägung zu ziehen. Es sind aber keine diesbezüglichen Konsequenzen oder Entwicklungen bekannt. Nach der Besetzung Berlins durch die Rote Armee im April 1945 suchte eine Arbeitsgruppe des NKWD unter Major J. S. Smertschinsky intensiv nach dem Verbleib des Gerätes. Kenntnis hatte die sowjetische Seite wahrscheinlich, wie weiter oben bereits angedeutet, durch den früh in die Vorbereitung des Projekts involvierten späteren Generals von Niedermayer, der 1948 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft verstarb. Darüber hinaus gab es wohl mehrfach Berichte von Angehörigen des sowjetischen 6. Garde-Panzerkorps, welches in Wilmersdorf / Steglitz in nördlicher Richtung angriff, über eigentümliche bläuliche Lichterscheinungen an Panzerkanonen, worauf die Soldaten den Einsatz neuartiger deutscher Strahlenwaffen vermuteten.
Obwohl seitens der Sowjetbehörden einiger Aufwand betrieben wurde, konnte das Kronos-Gerät weder gefunden noch geborgen werden. Die im Juli 1945 in den Berliner Südwesten einrückenden US-amerikanische Truppen zeigten kein Interesse an Nachforschungen zum Kronos-Gerät. Durch die Notlage der Nachkriegslage und den Tod zahlreicher in die Entwicklung des Projekts beteiligter Personen geriet das Projekt nun immer mehr in Vergessenheit.”
In diesem Video ist die Entscheunigungsbahn zu sehen, wie sie (möglicherweise) seit vielen Jahren im Berliner Untergrund unterwegs ist.
Es handelt sich hierbei um ein künstlerisches Porjekt, an dem man wunderbar die Vermischung von Realität und Fiktion beobachten kann. Oder auch nicht beobachten kann. Sondern nur vermuten. Ahnen. Argwöhnen.
Hier.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: Januar 3rd, 2010 unter monströs, Paralipomena












Kommentar von JesusJerkoff
Datum/Uhrzeit 3. Januar 2010 um 22:19
Liebe Aléa,
argwöhnen. 150 bis 300 Milligramm Quecksilber inkorporal und Sie sind tot. Äußerst unwahrscheinlich, davon “etwa 105″ Kilogramm zu erwerben und dann ein Genaues 0.000034 als Abweichung zu errechnen und definieren. Aber die Idee ist interessant
Herzlich
rolf