19 Dezember 2009
Das Kostbarste
Das Kostbarste, was wir haben ist Zeit. Aber das ist ein Irrtum. Denn wir haben die Zeit nicht. Sie hat uns.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: Dezember 19th, 2009 unter kurz, Miszellen & Mesalliancen












Kommentar von carl
Datum/Uhrzeit 20. Dezember 2009 um 00:31
Wären wir im Besitze der Zeit, gehörte uns das ewige Leben. Es ist aber so, dass wir eben nur das noch von ihr besitzen, was der Sensenmann noch nicht eingestrichen hat. Der Tod kassiert ohn` Unterlass, d. h. der Tod ist Anwesend, er ist kein erst am Ende Daherkommender, er ist – immer schon da. Dies ist der Schock der Moderne seit Baudelaire:
Gedenke, daß die Zeit ein raffgieriger Spieler ist, der ohne zu betrügen jedesmal gewinnt! das ist Gesetz. Der Tag nimmt ab; die Nacht wächst; gedenke! Der Abgrund dürstet immer; die Wasseruhr vertropft.
(Les Fleurs du Mal, L`Horloge/ Die Blumen des Bösen, Die Uhr)